Vasto

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Vasto
Wappen
Vasto (Italien)
Vasto
Staat Italien
Region Abruzzen
Provinz Chieti (CH)
Koordinaten 42° 6′ N, 14° 42′ OKoordinaten: 42° 6′ 0″ N, 14° 42′ 0″ O
Höhe 148 m s.l.m.
Fläche 70 km²
Einwohner 41.433 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 592 Einw./km²
Postleitzahl 66054
Vorwahl 0873
ISTAT-Nummer 069099
Volksbezeichnung Vastesi, Histoniensi
Schutzpatron San Michele
Website Vasto
Blick auf Vasto
Blick auf Vasto

Vasto ist eine Stadt in der Region Abruzzen, Provinz Chieti in Italien. Sie hat 41.433 Einwohner und eine Fläche von 70 km². Vasto liegt am Adriatischen Meer. Der Patron der Stadt ist San Michele. Die Nachbargemeinden sind Casalbordino, Cupello, Monteodorisio, Pollutri und San Salvo.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vasto wurde vermutlich von einem dalmatischen Stamm gegründet. In römischer Zeit war es als Histonium bekannt, diesen Namen verlor es in den Unruhen nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs. Die Einwohner der Stadt werden als Vastesi oder auch Histoniensi bezeichnet.

Unter Mussolini änderte die Stadt 1938 ihren Namen in Istonio, in Anlehnung an den römischen Ursprung der Stadt. Nach dem Kriegseintritt Italiens im Juni 1940 errichtete das faschistische Regime in Istonio Marina (heute Vasto Marina) ein Internierungslager (campo di concentramento). Zu diesem Zweck standen zwei Gebäude zur Verfügung, ein nie fertiggebautes Hotel und ein privates Wohnhaus. Die Internierten waren vorwiegend politische Oppositionelle, vereinzelt auch in Ungnade gefallene Faschisten. Zahlreiche Insassen wurden strafverlegt, nachdem sie aus Protest gegen die Lebensmittelknappheit und die mangelhafte Qualität der Verpflegung in einen Hungerstreik getreten waren. Im Juni 1943 wurden 31 Internierte nach Farfa Sabina verlegt, um das dort vorgesehene Lager zu errichten. Nach dem Sturz des Faschismus lösten Jugoslawen aus den von Italien besetzten und annektierten Gebieten die politischen Gegner ab. Im September 1943 war das Lager noch in Betrieb.[2] Die Befreiung der Stadt erfolgte am 5. November 1943 und 1944 wurde sie wieder in Vasto rückbenannt.

Erinnerungsfragment der Kirche San Pietro

Im Jahre 1956 wurde ein Teil eines der ältesten Viertel des historischen Zentrums von Vasto durch eine Reihe von Erdrutschen verwüstet. Dabei wurden etwa einhundertfünfzig Häuser zerstört, darunter einige öffentliche und religiöse Gebäude von beträchtlichem architektonischem Wert, unter anderem die Chiesa di San Pietro.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt unter anderem die Kathedrale Cattedrale di San Giuseppe aus dem Ende des 13. Jahrhunderts.
  • In der Altstadt erhebt sich das mächtige Kastell Caldora aus dem 15. Jahrhundert das an der Stelle einer älteren Anlage aus dem Hochmittelalter errichtet wurde.
  • Ein 1849 gegründetes Museum im Palazzo D'Avalos präsentiert eine Münzkollektion und Werke französischer Impressionisten und zeitgenössischer Künstler.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vasto liegt an der Adria-Eisenbahnstrecke Ancona–Lecce. Im Stadtgebiet verläuft die Bahnstrecke unterirdisch. Am Nord- und Südende des Tunnels befinden sich zwei Bahnhöfe: im Norden Porto di Vasto und im Süden Vasto-San Salvo.

Des Weiteren verläuft die Strada Statale 16 Adriatica durch die Stadt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde werden Reben der Sorte Montepulciano für den DOC-Wein Montepulciano d’Abruzzo angebaut. Ferner ist Vasto für die Herstellung der Wurstspezialität Ventricina bekannt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vasto war zweimal das Ziel einer Etappe des Giro d’Italia:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Perth in Australien besteht seit 1989 eine Städtepartnerschaft.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vasto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Carlo Spartaco Capogreco, I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940-1943), Torino 2004 (Einaudi), S. 215–216
  3. vastospa.it: Vasto: Frana del 1956, abgerufen 25. August 2018 (Fotodokumentation; italienisch)