Vaterländische Union

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Dieser Artikel behandelt die liechtensteinische Partei. Für weitere Parteien siehe Vaterländische Union (Begriffsklärung)
Vaterländische Union
Logo der Vaterländischen Union
Parteipräsident Günther Fritz
Vizepräsidenten Nina Pfeiffer-Ritter (Unterland)
Yannik Zurflüh (Oberland)
Stv. Regierungschef Thomas Zwiefelhofer
Parteiratvorsitzender Walter Hartmann
Fraktionssprecher Christoph Wenaweser
Gründung 1936
Hauptsitz Vaduz
Ausrichtung sozial-konservativ
Farbe(n) Rot
Parlamentsmandate Landtag(2013)
8/25
Webseite www.vu-online.li

Die Vaterländische Union (VU) ist eine sozial-konservative Partei im Fürstentum Liechtenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln der VU gehen auf die im Februar 1918 gegründete, christlich-sozial ausgerichtete Volkspartei (VP) zurück. Diese schloss sich am 5. Januar 1936 mit dem nur zwei Jahre existierenden kleinen, zunehmend deutschnational und autoritär ausgerichteten Liechtensteiner Heimatdienst zur heutigen Vaterländischen Union zusammen.[1] Mitbegründer der christlichsozialen Volkspartei war Wilhelm Beck. Die Partei war der Motor für grundlegende politische und soziale Reformen in Liechtenstein im frühen 20. Jahrhundert und verstand sich als Arbeiterpartei, die sich für mehr demokratische Volksrechte, soziale Sicherheit, Solidarität in der Gesellschaft und auch eine starke, differenzierte Wirtschaft einsetzte und einsetzt.

Ihre aktuellen Zielsetzungen hat sie in den im Mai 2004 verabschiedeten «Wertvorstellungen» formuliert, wobei sie sich den Grundsätzen von Freiheit, Nachhaltigkeit und Solidarität verpflichtet sieht.

Die VU verfügte 1970–1974, 1978–1993, 1993–2001 über die absolute Mehrheit der Mandate im Landtag, dem liechtensteinischen Parlament. Nach den Landtagswahlen 2005, die ihr ein historisches Tief an Stimmen einbrachten, stellte die VU 10 der 25 Abgeordneten und war mit dem stellvertretenden Regierungschef Klaus Tschütscher und Hugo Quaderer in der fünfköpfigen Regierung vertreten. Aus den Landtagswahlen 2009 ging die VU als klare Wahlsiegerin hervor und besass für die Legislaturperiode 2009–2013 mit 13 Sitzen die absolute Mehrheit im Landtag und stellte in der Koalitionsregierung mit der FBP mit Klaus Tschütscher den neuen Regierungschef. Die Vaterländische Union verlor bei den Landtagswahlen 2013 fünf Sitze im Landtag und ist nun mit acht Sitzen vertreten. Sie stellt zwei der vier momentan sich im Amt befindenden Regierungsräte.

Parteipräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Name Anmerkung
1936–1965 Otto Schaedler
1965–1974 Franz Nägele
1974–1992 Otto Hasler
1992–2001 Oswald Kranz
2001–2005 Heinz Frommelt
2005–2011 Adolf Heeb
2011–2015 Jakob Büchel
ab 2015 Günther Fritz [2]

Zeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vaterländischen Union steht die Zeitung Liechtensteiner Vaterland nahe, welche wiederum aus den Zeitungen Liechtensteiner Nachrichten[3] und Liechtensteiner Heimatdienst im Januar 1936 entstanden ist. Die Zeitung habe sich von einem "parteipolitischen Kampfblatt" zu einer "modernen Forumszeitung" gewandelt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rupert Quaderer, Arthur Brunhart: Die Schlossabmachungen vom September 1920

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gründungsversammlung war unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Basil Vogt aus Balzers im Gasthaus Adler in Vaduz.
  2. Am 13. November 2015 gewählt. Chefredakteur der Parteizeitung: Liechtensteiner Vaterland.
  3. Die Liechtensteiner Nachrichten (1924 - 1935) wiederum sind aus den Oberrheinischen Nachrichten (1914–1924) hervorgegangen und beide Zeitungen standen bereits zuvor der christlich-sozialen Bewegung/Partei nahe.
  4. So der Chefredakteur Günther Fritz des Liechtensteiner Vaterland in der Beilage: "Hundertjahrenews" vom 25. April 2014.