Vatikanische Lira

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Vatikanische Lira
Staat: Vatikanstadt
Unterteilung: 100 Centesimi
ISO-4217-Code: VAL
Abkürzung: ₤, L. oder £
Wechselkurs:
(fix)

1 EUR = 1936,27 VAL
1000 VAL = 0,51646 EUR

Die Vatikanische Lira („Pfund“, daher auch das Währungszeichen £, ISO-Code VAL) war bis 31. Dezember 2001 die offizielle Umlaufwährung in der Vatikanstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bildnisse der Päpste wurden schon seit weit über 1000 Jahren auf Geldstücken abgebildet. Es wurden vom Papst als weltlichen Herrscher regelmäßig Münzen herausgegeben. Diese wurden in den verschiedenen damals herrschenden Währungen Denar, Florin, Dukat, Doppia und Scudo emittiert, bis dann 1866 die Lira eingeführt wurde. Der Kirchenstaat benutzte dann ab 1866 die Lira, welche nach den Normen der lateinischen Münzunion ausgeprägt wurde, bevor er von italienischen Truppen besetzt und 1870 aufgelöst wurde.

1929 wurde mit der Unterzeichnung der Lateranverträge die Vatikanstadt gegründet, die gemäß den Ausführungen des Vertrages das Recht hatte, eigene Münzen einzuführen. Die Vatikanische Lira war an die Italienische Lira gekoppelt und in 100 Centesimi unterteilt. Italienische und san-marinesische Münzen und Banknoten wurden auch in der Vatikanstadt als Zahlungsmittel akzeptiert. Umgekehrt waren die vatikanischen Münzen, die in der staatlichen, italienischen Münzprägestätte Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato in Rom geprägt wurden, Zahlungsmittel in Italien und in San Marino.

2002 führte die Vatikanstadt den Euro ein. Der Wechselkurs betrug 1 Euro = 1936,27 Lira. Seitdem hat die Vatikanstadt ihre eigenen Euromünzen.

Münzen[Bearbeiten]

500-Lire-Münze aus dem Pontifikat von Johannes Paul II.

1929 wurden 5- und 10-Centesimi-Münzen aus Kupfer, 20- und 50-Centesimi-Münzen sowie 1- und 2-Lire-Münzen aus Nickel und 5- und 10-Lire-Münzen aus Silber eingeführt. Darüber hinaus gab es noch eine 100-Lire-Goldmünze. 1939 ersetzte Aluminium-Bronze die Kupfermünzen und 1940 wurden die Nickelmünzen durch Stahl ersetzt. Zwischen 1941 und 1943 wurden von den genannten Nominalen nur wenige Tausend Stücke geprägt.

Die Vatikanstadt führte 1947 neue Münzen aus Aluminium ein: 1, 2, 5 und 10 Lire. Die Größe dieser Münzen wurde 1951 reduziert und 1955 neue 50- und 100-Lire-Münzen aus Stahl eingeführt. Diesen folgte 1957 ein 20-Lire-Stück aus Aluminium-Bronze und 1958 ein 100-Lire-Stück aus Silber. Die Produktion der 1- und 2-Lire-Münzen wurde 1977 eingestellt, die der 5-Lire-Münzen 1978. Dafür wurden 200-Lire-Stücke aus Aluminium-Bronze 1978 eingeführt, gefolgt 1985 von einem 500-Lire-Bimetall-Stück und 1997 von einem 1000-Lire-Stück.

Literatur[Bearbeiten]

  • René Frank: „Die 100-Lire-Münzen des Vatikans - Goldprägungen sogar während des Zweiten Weltkrieges“, Zeitschrift moneytrend (Wien) 05/2008, S. 148–152