Vaz/Obervaz

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Vaz/Obervaz
Wappen von Vaz/Obervaz
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Albulaw
BFS-Nr.: 3506i1f3f4
Postleitzahl: 7082
UN/LOCODE: CH LNZ (Lenzerheide)
Koordinaten: 761412 / 176112Koordinaten: 46° 43′ 0″ N, 9° 33′ 0″ O; CH1903: 761412 / 176112
Höhe: 1300 m ü. M.
Fläche: 42.51 km²
Einwohner: 2718 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 64 Einw. pro km²
Website: www.vazobervaz.ch
Karte
Igl Lai Lago di Lei Lai da Marmorera Lago di Montespluga Silsersee St. Moritzersee Sufnersee Italien Region Viamala Region Imboden Region Maloja Region Engiadina Bassa/Val Müstair Region Plessur Region Prättigau/Davos Region Surselva Albula/Alvra Bergün/Bravuogn Filisur Lantsch/Lenz Schmitten GR Surses Vaz/ObervazKarte von Vaz/Obervaz
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Vaz/Obervaz (rätoromanisch Vaz, deutsch Obervaz) ist eine politische Gemeinde in der Region Albula, im Schweizer Kanton Graubünden. Die Gemeinde Vaz/Obervaz umfasst die Dörfer: Lain, Muldain, Zorten, Lenzerheide und Valbella, sowie die Weiler Nivagl, Fuso, Trantermoira, Sporz, Tgantieni, Sartons und Creusen. Die Fraktion Obersolis liegt jenseits der Albula auf der südlichen Seite der Schinschlucht.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber (Weiss) unter rotem Schildhaupt, belegt mit vier silbernen, sechsstrahligen Sternen, ein aufrechter schwarzer, rot bewehrter Steinbock

Der Steinbock aus dem Gemeindesiegel weist auf die Zugehörigkeit zum Gotteshausbund hin, die Sterne auf die vier Gemeindefraktionen Lain, Lenzerheide, Muldain und Zorten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochtal von Lenzerheide

Ein eigentliches Dorf mit dem Namen Vaz/Obervaz existiert nicht. Landläufig werden die Stammfraktionen Lain, Muldain und Zorten als Obervaz bezeichnet.

Das Gebiet der Gemeinde Vaz/Obervaz erstreckt sich in nordsüdlicher Richtung von Parpan bis Alvaschein bzw. Lantsch/Lenz und in ostwestlicher Richtung von der Bergkette des Parpaner Rothorns zu den ausgedehnten Alpweiden des Piz Scalottas, Piz Danis und Stätzerhorns. Am Südhang des Crap la Pala fällt das Gelände steil gegen die tief eingeschnittene Schlucht der Albula ab. Entsprechend gross sind die Höhendifferenzen innerhalb der Gemeinde: auf knapp 700 m ü. M. liegt der tiefste Punkt in der Schinschlucht, 2865 m erreicht der höchste Punkt am Parpaner Rothorn. Die Stammfraktionen liegen auf durchschnittlich 1200 m., der Kurort Lenzerheide mit dem Heidsee auf rund 1500 m. Die ganze Gemeinde umfasst eine Fläche von 4245 ha, womit Vaz/Obervaz eine der grössten Gemeinden des Kantons Graubünden ist. Die eigentliche produktive Fläche beträgt rund 3000 ha, davon entfallen 730 ha auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Gemeinde Vaz/Obervaz liegt in der Region Surmeir.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweisbar besiedelt war Obervaz zur Zeit der Karolinger (750–910). Das Inventar der fränkischen Krongüter in Churrätien von 831 erwähnt die Fraktionen Lain, Muldain und Zorten mit der damaligen Kirche. Ausgrabungen im Bereich der alten Pfarrkirche St. Donat in Zorten brachten unter anderem auch römische Einzelfunde zum Vorschein.

Die Gemeinde Vaz/Obervaz ist ein Teil des Nachlasses der Freiherren von Vaz. Dieses bedeutende Dynastengeschlecht ist urkundlich nachweisbar von 1135 bis 1338. Zweifellos waren die Freiherren von Vaz eines der mächtigsten Adelsgeschlechter im Alpenraum. Einer Urkunde aus dem Jahre 1253 kann entnommen werden, dass sie auch im deutschen Linzgau ausgedehnte Ländereien besassen. Es wird erwähnt, dass die Freiherren von Vaz in der Umgebung Salems von insgesamt 28 Ortschaften den Zehnten bezogen.

In Graubünden besassen die Freiherren von Vaz neben ihrem Hauptsitz in Nivagl und später der Burg Belfort Rechte an gut 25 Burgen, von Neu-Aspermont in der Herrschaft bis Jörgenberg im Oberland, von Ortenstein am Ausgang des Domleschgs bis nach Splügen. Die beiden bedeutendsten Vertreter der Dynastie waren Walter der Vierte und Donat von Vaz. Donat hinterliess zwei Töchter, Kunigunde, verheiratet mit Friedrich von Toggenburg und Ursula, welche nach dem Tode des Vaters Rudolf von Werdenberg Sargans heiratete. Die Hinterlassenschaft des letzten Freiherren ging somit an diese beiden adeligen Häuser über.

Im Jahre 1456 wurde Vaz/Obervaz durch Loskauf eine selbstständige Gemeinde. Der Bischof von Chur, sowie Schams und Obervaz kauften 1456 das Erbe der Ursula von den verarmten Grafen von Werdenberg Sargans für 3600 Gulden. Obervaz bezahlte für sein Gebiet 600 Gulden, ungefähr 11000 Franken.

Sporz

In den nächsten Jahrhunderten wird die Gemeinde sukzessive demokratischer und freiheitlicher, einzig der Dreissigjährige Krieg (1618–1648) führt sie kurzfristig zurück in einen Zustand der fehlenden Rechtssicherheit, des Leidens, materieller Schäden, Verschuldungen und wirtschaftlichem Ruin. Die Nachkriegszeit ist geprägt durch Kompetenzprobleme zwischen Politik, Bistum und einheimischer Justiz, durch Streitigkeiten um Waldnutzungsrechte und um Gemeindegrenzen. Ganz charakteristisch sind in diesem Zusammenhang die Streitigkeiten zwischen den Vazern, den Churwaldnern und Parpanern um Nutzungsrechte auf der Alp Stätz, welche 1487 mit der Erschlagung von zwölf Hirten der Gegenpartei durch die Vazer ihren Höhepunkt erreichten und erst im Jahre 1788 durch Pachtverträge erledigt werden konnten.

Die grösste Not ist aus der Zeit des Dreissigjährigen Krieges überliefert. 1629 wurde durch kaiserliche Truppen die Pest aus dem Orient eingeschleppt. Sie erfasste grosse Teile Graubündens und raffte in vielen Talschaften den Grossteil der Bevölkerung hinweg. So verödete das Walserdorf Schall hinter dem Piz Danis vollständig und ist seither bloss noch Maiensäss.

Wahrscheinlich durch Einkauf kamen erste Jenische schon im 18. Jahrhundert in den Besitz des Obervazer Bürgerrechts. In dieser Zeit hatten sie andernorts bestenfalls den Status von Hintersassen oder Tolerierten. Auf Grund dieses vorbestandenen Rechts wurde während der Umsetzung des eidgenössischen Gesetzes betreffend die Heimatlosigkeit Mitte des 19. Jahrhunderts auch vielen heimatlosen Jenischen mit verwandtschaftlichen Bezügen zu den Obervazer Jenischen das Obervazer Bürgerrecht von eidgenössischen Behörden zugeteilt. So nahm die Zahl der Obervazer Bürger sprunghaft zu, ohne dass sich die ansässige Bevölkerung wesentlich veränderte.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1735 1775 1819 1900 1910 1920 1930 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 554 614 750 868 913 965 1337 1411 1489 1568 2003 2067 2311 2691 2612

Bis 1900 lebte der sesshafte Teil der Bevölkerung fast ausschliesslich von der Landwirtschaft und war über Jahrhunderte hinweg in seiner Grösse beinahe konstant. Die in Obervaz heimatberechtigten Jenischen waren grösstenteils auf Hausierreise und beeinflussten deshalb die Bevölkerungsstatistik kaum. Immerhin verzeichnete das Todesregister in der Zeitspanne 1892 bis 1905 neben 115 Landwirten je zwei Geschirrhändler und Hausierer und einen Glockengiesser. (Quelle: Webseite der Gemeindeschule Vaz/Obervaz)

Noch heute leben viele Jenische, zum Beispiel die Familien Moser und Kollegger, in der Gemeinde und bekleiden auch öffentliche Ämter. Andere Zweige der in Vaz/Obervaz heimatberechtigten Jenischen leben in der ganzen Schweiz verstreut, viele davon in den Städten St. Gallen, Zürich und Basel. Nach wie vor leben, mittlerweile allerdings mehrheitlich im Mittelland, etliche der «Vazer Jenischen» im Wohnwagen und gehen ihren traditionellen Gewerben nach.

In der ganzen Schweiz wurde während langer Zeit irrtümlich der Begriff Vazer als Synonym für «Jenische» oder «Zigeuner» verwendet, so dass dieser Begriff sogar im Historischen Lexikon der Schweiz[2] Eingang fand. Der einen Landstreicher mimende Schauspieler Zarli Carigiet gab diesem Irrtum singender Weise mit dem Spruch «i bi vo Vaz und kumma vo Vaz und bi au z Vaz dahaima» zusätzliche Verbreitung.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen in Vaz/Obervaz
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 1297 62,75 % 1728 74,77 % 2209 82,09 %
Rätoromanisch 594 28,74 % 368 15,92 % 243 9,03 %
Italienisch 66 3,19 % 52 2,25 % 49 1,82 %
Einwohner 2067 100 % 2311 100 % 2691 100 %

In der Gemeinde Vaz/Obervaz wird Rätoromanisch und Deutsch gesprochen. Die jenische Sprache hört man im Dorfleben in einzelnen Ausdrücken, die in die Regionalsprache eingeflossen sind. Die im Ort lebenden Jenischen pflegen sie nur im Familienkreis und im Kontakt mit den auf Reise lebenden Verwandten. 2.16 % der Wohnbevölkerung nannte bei der Erhebung im Jahr 2000 Portugiesisch als Muttersprache, was somit die dritthäufigste der amtlich erhobenen Sprachen der Gemeinde nach Deutsch (82.09 %) und Rätoromanisch (9.03 %) ist.

Der Niedergang des Romanischen ist dramatisch. Sprachen 1880 noch 92,0 % und 1910 noch 83,24 % der Bewohner Surmiran, waren es 1941 bloss noch 55,8 %. Seit 1960 haben die Deutschsprachigen die relative, seit 1980 die absolute Mehrheit an der Bevölkerung. Heute ist Deutsch alleinige Amtssprache, Romanisch wird in den Behörden aber teilweise noch verwendet. Die Entwicklung seit 1980 zeigt nebenstehende Tabelle.

Religionen/Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde ist mehrheitlich katholisch. Die reformierte Kirchgemeinde hat rund 700 Mitglieder. In der Gemeinde Obervaz stehen acht katholische Kirchen sowie die reformierte Kirche Lenzerheide. Seit der Einweihung der Maria Goretti-Kirche in Valbella am 24. Juli 1977 steht in allen Fraktionen der Gemeinde Obervaz eine Kirche. Obersolis hat ein kleines Wallfahrtskirchlein.

Herkunft/Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während langer Zeit war die Gemeinde ausschliesslich von Rätoromanen besiedelt. Seit dem 18. Jahrhundert besitzen auch Jenische verbriefte Bürgerrechte in Obervaz. Im Jahr 2002 betrug der Ausländeranteil der Wohnbevölkerung 13.5 %.

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat ist das Gemeindeparlament. Er besteht aus 15 Mitgliedern. Der Präsident wird jeweils für ein Jahr gewählt. Der Gemeinderat entscheidet über den Erlass einer Geschäftsordnung, die Schaffung neuer Beamtungen und den Erlass von nicht allgemein verbindlichen Verordnungen. Er genehmigt die Jahresrechnung und das Budget und setzt den Steuerfuss fest. Er ist im weiteren zuständig für die Genehmigung von Nachtragskrediten bis zu 500'000 Franken und von Bauprojekten der Gemeinde. Er wählt die Gemeindekommissionen für 3 Jahre.

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeindevorstand ist die Gemeindeexekutive. Er besteht aus dem Gemeindepräsidenten und 4 weiteren Mitgliedern. Er ist die Verwaltungs- und Polizeibehörde der Gemeinde und wählt das Personal der Gemeindeverwaltung.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aufkommen des Skisportes förderte massgeblich die Gründung des Kurortes im damaligen Maiensässgebiet Lenzerheide und Valbella. Man zögerte recht lange mit der Tourismusförderung und zeigte sich diesbezüglich weniger aufgeschlossen als die Bevölkerung anderer Kurorte. Doch die Entwicklung der Tourismusregion Engadin und Davos war auch für die Gemeinde Vaz/Obervaz Ansporn und Ermutigung, einen eigenen Kurort zu gründen. 1903 wurde der erste reguläre und erfolgreiche Skikurs auf der Lenzerheide durchgeführt. Die ebenfalls erfolgreiche Wiederholung im darauffolgenden Jahr machte die Lenzerheide schlagartig als hervorragendes Skigebiet bekannt. Die in den folgenden Jahren erfreuliche Zunahme der Logiernächte hatte den Bau weiterer Hotels zur Folge und kontinuierlich wurde die touristische Infrastruktur aufgebaut. Der Beginn der touristischen Erschliessung ist markiert durch den Bau der Schlittenseilbahn (Funi) von Val Sporz nach Tgantieni im Jahre 1936. Die Funi war eine Einrichtung, bei der zwei Schlitten an einem Zugseil wie bei einer Standseilbahn gegenläufig hinauf und hinunter fuhren. Eine Funi war wohl kostengünstiger als ein Skilift oder gar eine Standseilbahn, sie brauchte keine Geleise oder Masten und die Seile konnte im Frühling eingerollt werden. Dafür musste jeder Schlitten einen Schlittenführer (Steuermann) haben und der Betrieb war natürlich von einer ausreichenden Schneedecke abhängig.

Die Lenzerheide Bergbahnen AG zählt heute zu den grössten Bergbahnunternehmungen in Mittelbünden. Das Transportangebot umfasst dreizehn verschiedene Anlagen auf beiden Talseiten mit einer Förderleistung von über 8000 Personen pro Stunde. Die Gesamtlänge der Pisten aller Schwierigkeitsgrade beträgt rund 158 km. Seit dem Winter 2013/14 ist das Skigebiet Lenzerheide Teil der Wintersportarena Arosa Lenzerheide.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Filialkirche St. Johann Baptist[3]
  • Katholische Filialkirche St. Luzius[4]
  • Burg Nivagl
  • Haus Kessler (Chasa Kessler)
  • Haus Veuta (Tgea Veuta)
  • Junkerhaus

Kulturelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsmuseum Vaz/Obervaz steht bei der Kirche in Zorten. Es ist von anfangs Juli bis Ende Oktober jeweils donnerstags von 13:30 bis 17:00 Uhr geöffnet. Das alte Pfarrhaus in Zorten wurde Anfang der achtziger Jahre in ein Ortsmuseum umgebaut. Ziel der Gemeinde war es, alte, wertvolle Gegenstände zu zeigen, welche das Leben der Bewohner geprägt und Geschichte geschrieben haben. Die Sammlung umfasst im Wesentlichen: landwirtschaftliche Gebrauchsgegenstände, Gegenstände früherer Handwerker, diverse Gegenstände der Dorfkultur, sakrale Gegenstände der lokalen Kirchen, die wiederinstandgestellte Dorfmühle, eine Maiensässküche, eine Webstube, die Geschichte der Freiherren von Vaz und die Sala Parpan mit vielen Skulpturen von Ferdinand Parpan. Überdies zeigt das Museum die Anfänge der modernen Sportentwicklung. Eine Sammlung alter Plakate und Postkarten dokumentiert den Wandel vom stillen Hochtal zur modernen Ferienregion.

Unter dem Namen Kultur am Pass «KAP» finden das ganze Jahr über kulturelle Anlässe vom klassischen Konzert über Rock’n’Roll zu Theater und Comedy statt.

Am 1. März ist Chalandamarz. Dieser Brauch geht auf die Zeit zurück, da die Römer die Herrschaft über Rätien innehatten. Der heidnische Brauch, den die Vorfahren zur Vertreibung der bösen Geister feierten, wird an vielen Orten Romanischbündens gepflegt, die Art der Durchführung ist jedoch von Ort zu Ort verschieden. Die Schuljugend der Gemeinde veranstaltet einen Umzug mit dekorierten Wagen, als Sennen kostümierten Kindern, Schellen-Geläut. In den Restaurants wird gesungen. Details und Bilder sind auf der Webseite der Dorfschule zu finden.

Die Vereinsliste der Gemeinde-Website weist im Jahr 2004 55 Vereine auf. Unter ihnen die Theatergesellschaft Obervaz, die Trachtengruppe Obervaz und die Jungmannschaft Obervaz (Unieun da schuantetna Vaz).

In Obervaz wird in den Vereinen noch hauptsächlich Romanisch gesprochen. Die Vereine haben eine wichtige Funktion für die Wahrung und Weitergabe der romanischen Kultur und des romanischen Kulturgutes

In Vaz/Obervaz spielt die Sage vom Flintenzauber.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikgesellschaft Obervaz-Lenzerheide hat einen sehr grossen Stellenwert im musikalischen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde Vaz/Obervaz. Mit ihrem langjährigen Dirigenten Luzi Anton Margreth hat sie nicht nur im Kanton, sondern schweizweit und international zahlreiche Preise erhalten für die hohe Qualität ihrer Vorträge. Im Jahre 2006 hat Luzi Anton Margreth, damals 82-jährig, den Kulturpreis der Gemeinde Vaz/Obervaz für seine Verdienste um die Blasmusik erhalten. Teil der Musikgesellschaft ist die Jugendmusik Obervaz-Lenzerheide

Der Männerchor Obervaz hat für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Gemeinde ebenfalls einen sehr grossen Stellenwert. Wie im Blasmusikverein sind auch viele Junge im Chor vertreten. Das Liederrepertoir umfasst insbesondere romanische Lieder. Im "Chor da donna Vaz" singen die Frauen aus Obervaz. Im Kirchenchor San Carlo sind Sängerinnen und Sänger aus den Fraktionen Obervaz, Lenzerheide und Valbella engagiert. Der im Kanton ebenfalls bekannte Chor «Viril Alvra» umfasst hauptsächlich Sänger aus dem Bezirk Albula. Das «Aelplerchörli Obervaz» tritt an volkstümlichen Festen in der Gemeinde auf. Noch jung und wenig bekannt ist die eher kommerziell aufgestellte Gruppe Schwyzerörgelifründe «Töbelifätzer», welche 1995 von den Obervazern Jon und Jos Kollegger gegründet worden war.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toni Cantieni: Vaz/Obervaz im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Johann Jacob Simonet: Obervaz. Geschichte der Freiherrn von Vaz, der politischen Gemeinde und der Pfarrei Obervaz. Ingenbohl, 1915–1921 (drei Teile).
  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937. DNB 811066703.
  • Otto P. Clavadetscher, Werner Meyer: Das Burgenbuch von Graubünden. Orell Fuessli, Zürich 1984, ISBN 3-280-01319-4.
  • Peter Paul Moser[5] (1926–2003) Im Alter von 74 Jahren publizierte er im Eigenverlag den ersten Band seiner dokumentenreichen Autobiographie über sein Leben als Opfer des Hilfswerks Kinder der Landstrasse. Kurz vor seinem Tod konnte er noch den dritten (letzten) Band publizieren.
  • Jeanette Nussbaumer-Moser (* 1947): Die Kellerkinder von Nivagl, ein stark autobiographischer Roman, war ihr Erstlingswerk. Vom Kinderkrätzli zum Trekkerrucksack umfasst 17 Trekker-Geschichten von Bergwanderungen in der Schweiz und fernen Länder.
  • Gion Peter Thöni: Geheimnisvolles zwischen Schyn und Heide, Volkstümliche Sagen aus Vaz in Deutsch und Romanisch.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vaz/Obervaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Hansjörg Roth: Jenische im Historischen Lexikon der Schweiz
  3. Katholische Filialkirche St. Johann Baptist auf www.graubuendenkultur.ch.
  4. Katholische Filialkirche St. Luzius auf www.graubuendenkultur.ch.
  5. Peter Paul Moser: dreibändige Autobiographie (Webseite mit Textauszügen)