Veere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Veere
Flagge der Gemeinde Veere
Flagge
Wappen der Gemeinde Veere
Wappen
Provinz Zeeland
Bürgermeister Rob van der Zwaag (CDA)
Sitz der Gemeinde Domburg
Fläche
 – Land
 – Wasser
207,09 km2
133,08 km2
74,01 km2
CBS-Code 0717
Einwohner 21.890 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 106 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 33′ N, 3° 40′ OKoordinaten: 51° 33′ N, 3° 40′ O
Vorwahl 0118
Postleitzahlen 4351–4374
Website www.veere.nl
LocatieVeere.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Veere (Zum Anhören bitte klicken! [ˈveːrə]; zeeländisch: Ter Veere) ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Zeeland auf der ehemaligen Insel Walcheren und liegt nordöstlich von Middelburg.

Hafen von Veere

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Veere liegt im Nordosten Walcherens am Veerse Meer gegenüber Noord-Beveland. Das gesamte Gemeindegebiet erstreckt sich über den größten Teil Walcherens, wozu auch 34 km Küstenlinie mit überwiegend Sandstränden und Dünen im Westen gehören. Auch die künstliche Insel Neeltje Jans, die beim Bau der Oosterscheldekering geschaffen wurde, gehört zum Gebiet der Gemeinde Veere.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Joan Blaeu, 1652

Der Wohlstand der Hafenstadt beruhte auf dem Tuch- und Wollhandel mit England und Schottland. Diese Beziehungen wurden 1444 durch die Hochzeit des Stadtherren Wolfert VI van Borsele mit der Prinzessin Mary Stewart, Tochter des schottischen Königs James I., gefestigt. 1561 entstanden am Hafen die sogenannten Schottenhäuser der schottischen Handelskolonie mit prachtvollen Renaissancegiebeln.

1572 nahm Veere am Aufstand gegen den Herzog von Alba teil und spielte danach eine führende Rolle in der niederländischen Republik. Die Oranier nutzten nun den Hafen als Kriegshafen.

1668 beschädigte ein Brand die spätgotische Kreuzbasilika.

Historisches Rathaus

Die napoleonische Kontinentalsperre unterbrach den Englandhandel und Veeres Hafen diente fortan nur noch als Fischereihafen. 1809 wurde die Stadt von den Engländern beschossen und die Kirche weiter beschädigt. 1811 bauten die Franzosen die übergroße Kirche zu einer Armeeklinik um.

Zwischen 1958 und 1961 errichtete man im Rahmen des Deltaplans den Veersegatdamm. Am 27. April 1961 wurde mit dem Herunterlassen des letzten Schiebers das Veersegat endgültig gesperrt und die Verbindung Veeres zur offenen See unterbrochen. Dies zwang die Fischereiflotte zum Umzug nach Colijnsplaat an der Oosterschelde.

Heute dient das so zum Binnenmeer gewandelte Veersemeer Erholungs- und Freizeitzwecken.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem mit Wirkung ab dem 1. Juli 1966 zunächst die Gemeinden Serooskerke und Vrouwenpolder mit der Gemeinde Veere vereinigt worden waren entstand die heutige Gemeinde Veere am 1. Januar 1997 aus den ehemaligen Gemeinden Veere (1.590), Domburg, Mariekerke, Valkenisse und Westkapelle. Zuvor waren mit Wirkung ab dem 1. Juli 1966 die Gemeinden Aagtekerke, Meliskerke und Grijpskerke zur Gemeinde Mariekerke und die Gemeinden Zoutelande, Biggekerke und Koudekerke zur Gemeinde Valkenisse zusammengefasst worden.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich in Domburg. Zur Gemeinde gehören außerdem die Ortsteile:

(Einwohnerzahlen Stand Dezember 2005)

Sämtliche 13 Gemeindeteile waren bis zum 30. Juni 1966 selbstständige Gemeinden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über fünfmal von Silber und Blau geteiltem Wellenschildfuß, eine daraus wachsende goldene einmastige Kogge mit Mastkorb und Pardunen, beseitet von zwei mit dem vorkragenden Sockel den Schildrand berührenden, wachsenden, goldenen Zinnenrundtürmen mit drei (2/1) schwarz gerahmten goldenen Fenstern, aus beiden Türmen wachsend je ein einander zugewandter schwarzhaariger und -bärtiger, grün bekränzter, nackter Mann in natürlichen Farben, eine auf die rechte bzw. linke Schulter gelegte schwarze Keule in der jeweiligen Hand, mit der anderen ein Schildchen an des Segels Stelle haltend, darin in Schwarz ein silberner Balken, der Schild erhöht durch eine wechselnd mit roten Oval- und liegenden facettierten grünen Rautensteinen im Ring sowie silbernen Perlen im Blattzentrum verzierte goldene Blätterkrone.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der französischen Gemeinde Coudekerque-Branche besteht eine Partnerschaft.[2]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt jährlich fast vier Millionen Übernachtungen. Neben zahlreichen Ferienwohnungen, Campingplätzen und Hotels zählen Jachthäfen, ein Golfplatz sowie ein großes Fahrradwegenetz zum touristischen Angebot.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Veere in einem Gemälde von Jan van der Heyden (1637–1712)

Die malerische Kleinstadt besitzt viele historische Gebäude und ist damit Ziel vieler Tagesausflügler.

  • Giebelhäuser am Marktplatz
  • Onze Lieve Vrouwekerk, Kirche von 1479; nur der Chor, der die Reste des Vorgängerbaus von 1332 darstellt, wird als Kirchenraum genutzt. Das große Gebäude hat unterschiedlichsten Zwecken gedient. Im Hauptraum finden Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.
  • Rathaus; erbaut zwischen 1474 und 1517
  • Verteidigungsturm aus dem 15. Jahrhundert an der Seeseite
  • Museum Schottenhäuser´
  • Mittelalterlicher Markt am Dienstag

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Markgraf von Veere und Vlissingen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Veere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Veere – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. annuaire-mairie.fr/ville-coudekerque-branche