Vegard Ulvang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vegard Ulvang Skilanglauf
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 10. Oktober 1963
Geburtsort KirkenesNorwegenNorwegen Norwegen
Karriere
Status zurückgetreten
Karriereende 1997
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 3 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 2 × Gold 2 × Silber 4 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze 1988 Calgary 30 km klassisch
Gold 1992 Albertville 10 km klassisch
Gold 1992 Albertville 30 km klassisch
Gold 1992 Albertville Staffel
Silber 1992 Albertville Verfolgung
Silber 1994 Lillehammer Staffel
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Bronze 1987 Oberstdorf Staffel
Silber 1989 Lahti 30 km klassisch
Bronze 1989 Lahti 15 km klassisch
Gold 1991 Val di Fiemme Staffel
Bronze 1991 Val di Fiemme 30 km klassisch
Gold 1993 Falun Staffel
Silber 1993 Falun 30 km klassisch
Bronze 1993 Falun 10 km klassisch
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
 Debüt im Weltcup 25.02.1984
 Weltcupsiege im Einzel 9  (Details)
 Gesamtweltcup 1. (1989/90)
 Sprintweltcup 45. (1996/97)
 Distanzweltcup 19. (1996/97)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Distanzrennen 9 15 10
 

Vegard Ulvang (* 10. Oktober 1963 in Kirkenes) ist ein ehemaliger norwegischer Skilangläufer. Er ist mit Grete Ingeborg Nykkelmo verheiratet.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulvang nahm an den Olympischen Winterspielen in Calgary 1988, Albertville 1992 und Lillehammer 1994 teil und gewann dabei insgesamt sechs Medaillen (3x Gold, 2x Silber, 1x Bronze).

Unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen in Lillehammer sorgte Ulvang für Aufregung, als er die Organisation des Internationalen Olympischen Komitees stark kritisierte. Er hatte Schwierigkeiten mit den undemokratischen Zügen des IOC, die vor allem durch dessen Vorsitzenden Juan Antonio Samaranch repräsentiert wurden. Der Vorsitzende des norwegischen Olympia-Komitees, Gerhard Heiberg, musste viel Arbeit leisten, um die Wogen wieder zu glätten.

Bei Weltmeisterschaften gewann Ulvang acht weitere Medaillen (2 Gold, 2 Silber, 4 Bronze). Im Skilanglauf-Weltcup gewann er neun Rennen und war 1990 Sieger der Gesamtwertung. 1991 erhielt er die Holmenkollen-Medaille. Ein Jahr später gewann er die Wahl zu Norwegens Sportler des Jahres.

Ein persönlicher Schicksalsschlag traf Ulvang am 10. Oktober 1993, als sein zwei Jahre älterer Bruder Kjetil in einer frostigen Nacht auf einer 25 km langen Strecke in der Nähe seines Elternhauses in Kirkenes spurlos verschwand.[1] Trotz einer der größten Rettungsaktionen Norwegens blieb die Suche nach dem Physiotherapeuten, der selbst zu den 100 besten Skiläufern seines Landes gehörte, ergebnislos.[2] Norwegen nahm Anteil an der Familientragödie, die Ulvang in sportlicher Hinsicht lähmte.[3] Bei den folgenden Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer sprach er den Olympischen Eid. Ihm gelang es aber nicht, seine Olympia-Siege von Albertville zu verteidigen; er errang nur eine Silbermedaille mit der norwegischen Staffel. Wenige Tage später wurde die viermonatige Suche nach seinem Bruder eingestellt.[2]

In den folgenden Weltcup-Jahren konnte Ulvang nicht an vorangegangene Erfolge anknüpfen und beendete seine Karriere 1997 bei den Heimweltmeisterschaften in Trondheim, wo er über die Rolle des Ersatzmanns nicht hinausgekommen war.[3]

Nach seinem Rücktritt vom Spitzensport begann Ulvang ein Medizinstudium in Oslo[2] und avancierte später zum Athletenvertreter im internationalen Skiverband FIS. Auch als Geschäftsmann war er erfolgreich. Als er im Januar 2004 seine Aktien der Firma Elite Sport verkaufte, erhielt er dafür laut dem norwegischen Finanzportal Hegnar.no zwischen 25 und 35 Millionen norwegischen Kronen (3,1 bis 4,4 Millionen €).

Im Mai 2006 wurde Ulvang einstimmig zum Vorsitzenden der Skilanglauf-Kommission der FIS gewählt. Zusammen mit dem Schweizer Jürg Capol hat Ulvang das Konzept der Tour de Ski erstellt, welche 2006/07 das erste Mal durchgeführt wurde.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegische Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Silber mit der Staffel
  • 1986: Bronze mit der Staffel
  • 1987: Silber über 30 km
  • 1988: Gold über 30 km
  • 1989: Gold über 30 km, Silber über 15 km
  • 1990: Bronze mit der Staffel
  • 1991: Gold über 30 km, Gold über 50 km, Silber über 15 km
  • 1992: Gold über 30 km, Gold mit der Staffel, Silber über 15 km
  • 1993: Gold über 30 km, Bronze über 15 km, Bronze mit der Staffel
  • 1994: Silber über 50 km
  • 1995: Gold über 30 km, Bronze über 15 km
  • 1996: Gold über 10 km, Gold über 15 km
  • 1997: Silber über 30 km

Weltcupsiege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 07. Januar 1989 SowjetunionSowjetunion Kavgolovo 15 km klassisch
2. 04. März 1989 NorwegenNorwegen Oslo 50 km Freistil
3. 16. März 1991 NorwegenNorwegen Oslo 50 km klassisch
4. 07. Dezember 1991 KanadaKanada Silver Star 10 km klassisch
5. 08. Dezember 1991 KanadaKanada Silver Star 25 km klassisch
6. 10. Februar 1992 FrankreichFrankreich Albertville1 30 km klassisch
7. 13. Februar 1992 FrankreichFrankreich Albertville1 10 km klassisch
8. 14. März 1992 NorwegenNorwegen Vang 50 km klassisch
9. 12. Dezember 1992 OsterreichÖsterreich Ramsau am Dachstein 10 km Freistil
1 Olympische Winterspiele 1992.

Weltcup-Gesamtplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Langdistanz Sprint
Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz
1983/84 16 38.
1984/85 11 46.
1985/86 43 8.
1986/87 74 4.
1987/88 64 7.
1988/89 154 2.
1989/90 145 1.
1990/91 105 3.
1991/92 196 2.
1992/93 576 3.
1993/94 346 6.
1994/95 208 16.
1995/96 253 12.
1996/97 87 31. 65 19. 22 45.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Christopher Clarey: OLYMPICS: Vegard Ulvang’s Lonely Quest. In: The New York Times 13. Dezember 1993, Section C; S. 2; Sp. 1; Sports Desk
  2. a b c vgl. Ulvang in Nansens Spuren. In: Volker Kluge: 100 olympische Highlights Wintersport. Sportverl., Berlin 1997, ISBN 3-328-00757-1, S. 115.
  3. a b vgl. Vegard Ulvang. In: Internationales Sportarchiv. 35/1997 vom 18. August 1997.