Velden (Pegnitz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Velden
Velden (Pegnitz)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Velden hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Verwaltungs­gemeinschaft: Velden
Höhe: 377 m ü. NHN
Fläche: 21,32 km2
Einwohner: 1794 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91235
Vorwahl: 09152
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 160
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 9
91235 Velden
Webpräsenz: http://www.velden.de/
Erster Bürgermeister: Herbert Seitz (SPD)
Lage der Stadt Velden im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Velden ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Velden.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Velden liegt im oberen Pegnitztal in der Hersbrucker Alb.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in acht Stadtteile [2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die benachbarten Gemeinden von Velden sind, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn Plech, Neuhaus an der Pegnitz, Hartenstein, Kirchensittenbach und Betzenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Ursprung des verkehrsgeographisch günstig an wichtigen Nord-Süd-Verbindungen durch die mittlere Frankenalb gelegenen Orts gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Der Ortsname lässt wie andere Orte mit der Nachsilbe feld im ostfränkisch-bayerischen Grenzraum eine Gründung während der Karolingerzeit vermuten. Dass sich der Raum bis zum Jahr 788 im Besitz der Baiernherzöge befunden hat, wie häufig in heimatgeschichtlichen Darstellungen zu lesen ist, lässt sich nicht belegen und ist aus herrschaftgeschichtlicher Sicht eher unwahrscheinlich. Die erste urkundliche Erwähnung von Velden stammt aus dem Jahr 889, als der karolingische Kaiser Arnulf von Kärnten auf seiner Reise von Forchheim nach Regensburg dort eine Urkunde ausstellte. Daraus lässt sich ein Königshof an der wichtigen Landverbindung vom Pfalzort Forchheim um das wichtige Herrschaftszentrum Sulzbach nach Regensburg vermuten. Dieser dürfte Mittelpunkt einer großen königlichen forestis, eines Nutzungs- und Forstbezirks in königlicher Hand, gewesen sein. In diese Richtung weist auch die für 912 überlieferte Schenkung einer Kirche in Velden an den Eichstätter Bischof eichstättischen Bischof Erchanbald durch den ostfränkischen König Konrad I. Die Pfarrkirche St. Maria dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Kirche des karolingischen Königshofs zurückgehen.

Im Jahr 1009 wurde Velden mit der zugehörigen forestis im Rahmen umfangreicher königlicher Schenkungen König Heinrichs II. dem Bischof des neu geschaffenen Bistums Bamberg übereignet. Im 11. und 12. Jahrhundert gehörte der Ort zum Herrschaftsraum der Grafen von Sulzbach, die als Bamberger Hochstiftsvögte in diesem Raum amteten. Während des Hochmittelalters erbauten die Bamberger Bischöfe in dem ihnen verbliebenen Restterritorium das sogenannte Neue Haus, die heutige Burg Veldenstein oberhalb von Neuhaus an der Pegnitz.

Im 14. Jahrhundert gehörte Velden für einige Zeit zu den neuböhmischen Besitzungen von Kaiser Karl IV., der dem Ort 1376 das Stadtrecht verlieh. Nachdem es 1401 an das bairische Haus Wittelsbach zurückgefallen war, versank Velden wieder weitgehend in Bedeutungslosigkeit.

Das Pflegerschloss, der ehemalige Amtssitz des Pflegamts Velden

Während des Landshuter Erbfolgekrieges wurde der Ort mehrmals von den beteiligten Konfliktparteien in Besitz genommen. Nachdem dieser Krieg im Juli 1505 mit dem Kölner Schiedsspruch durch König Maximilian beendet worden war, gingen die Stadt und das ihr zugehörige umgebende Amt in den Besitz der Reichsstadt Nürnberg über und wurden in der Folgezeit als Pflegamt Velden in ihr Landgebiet eingegliedert.

Der östlich der Pegnitz gelegene Teil des Pflegamts wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts vom Kurfürstentum Bayern unter Zuhilfenahme weitgehend fragwürdiger Rechtstitel gewaltsam in Besitz genommen. Dies geschah, nachdem Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Baiern 1790 alle Verträge und Abkommen aufgekündigt hatte, die seit dem Kölner Frieden von 1505 zwischen der Reichsstadt und der Pfalz bzw. Baiern abgeschlossen worden waren. Der westlich der Pegnitz gelegene Teil des Pflegamtes mit der Stadt selbst teilte hingegen das Schicksal der Reichsstadt bis zu deren Annexion 1806 durch das Königreich Bayern.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Velden, der in seiner Grundform im oberdeutschen Raum häufig belegt ist und vor allem in Komposita sehr zahlreich vorkommt, geht auf das schon im Althochdeutschen bezeugte germanische Wort feld (ebene Fläche, Feld, Gefilde) zurück. Die älteste Erwähnung des Ortes aus dem Jahr 889 überlieferte die Namensform „Feldun“, was mit bei oder zu den Feldern übersetzt werden kann.

Panoramablick über Velden von Süden

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Viehhofen und Treuf (teilweise) im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Velden eingemeindet.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich aus 12 Stadträten und dem Bürgermeister zusammen. Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 erhielt die Fraktion CSU/Freie Bürger Velden bei einem Stimmenanteil von 39,1 % (2008: 52,3 %) fünf (zuvor 6) Sitze, die Fraktion aus SPD/Freie Wählervereinigung Velden erhielt bei einem Stimmenanteil von 60,9 % (2008: 47,7 %) sieben (zuvor 6) Sitze. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 63,1 %.[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2008 Herbert Seitz (SPD), der sich mit 56,7 % der abgegebenen Stimmen gegen Christa Begert (CSU) (43,3 %) durchsetzen konnte. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde der Bürgermeister mit 97,9 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Velden hat 1990 eine Städtepartnerschaft mit Jöhstadt im Erzgebirgskreis (Sachsen) geschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtturm von Velden
Pfarrkirche St. Maria
  • Der in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete Stadtturm ist noch vollständig erhalten. Die Jahreszahl 1516 an der Ostseite bezeichnet das Jahr des Umbaus. Der Turm ist zwölf Meter hoch und hat einen Grundriss von etwa 6 × 6 Metern. Er wird von einem mächtigen Krüppelwalmdach abgeschlossen, auf dem ein Glockentürmchen sitzt. Über dem Rundbogen der Durchfahrt befinden sich drei Geschosse, die nach Kriegszerstörungen 1960 wieder aufgebaut wurden. 2004 wurde die Außenfassade hergerichtet, 2005 erhielt der Turm den Denkmalpreis des Bezirks Mittelfranken.
  • Bei der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Maria handelt es sich um eine um 1350/70 erbaute Saalkirche mit eingezogenem, kreuzrippengewölbtem Chor. Besonders interessant ist die reiche malerische und skulpturale Ausstattung aus dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Die Deckenmalerei mit der Himmelfahrt Christi entstand bei der Kirchenrenovierung im Jahr 1926.[12]
  • Weitere Sehenswürdigkeiten sind das ehemalige Pflegschloss, das Pfarrhaus, das Scheunenviertel sowie ein Teil der alten Stadtmauer.[12]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet von Velden gibt es einige sehenswerte natürliche Karsthöhlen. Neben den beiden bekannten Höhlen Geisloch und dem Appenloch bei Münzinghof sind folgende Höhlen einen Besuch wert.

Großes und Kleines Rohenloch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Rohenloch
Das Kleine Rohenloch

Beide Höhlen befinden sich etwa 800 Meter nordöstlich von Viehhofen im Kupfental. Das Große Rohenloch ist eine Halbhöhle von etwa 70 Meter Gesamtlänge. Im Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA) ist die Höhle als D 18 registriert und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 574H013[13] ausgewiesen. Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Nürnberger Land. Durch Grabungsfunde konnte nachgewiesen werden, dass die Höhle bereits in der Jungsteinzeit bewohnt war. Das Kleine Rohenloch befindet sich etwa 50 Meter entfernt vom Großen Rohenloch. Die Kleinhöhle ist etwa 12 Meter lang und im HFA als D 17 registriert.

Raumgrotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 250 Meter östlich des Großen Rohenloches befindet sich die etwa 25 Meter lange Raumgrotte, die im HFA als D 164 registriert ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 9 verläuft nordwestlich von Velden; die Anschlussstellen Hormersdorf und Plech sind je etwa zehn Kilometer entfernt.

Velden gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Am Bahnhof Velden (b Hersbruck) an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb halten stündlich Regionalbahnen der DB Regio AG auf der Linie Nürnberg – Neuhaus an der Pegnitz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Velden (Pegnitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Velden in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online
  3. Gerhelm auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  4. Henneberg auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  5. Immendorf auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  6. Münzinghof auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  7. Pfaffenhofen auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  8. Raitenberg auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  9. Viehhofen auf der Webpräsenz der Stadt Velden
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 481
  11. Website Stadt Velden – Stadtrat
  12. a b Sehenswerte Baudenkmäler Veldens
  13. Geotop: Großes Rohenloch bei Viehhofen (Abgerufen am 1. Oktober 2013; PDF; 168 kB)