Veldenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Veldenz
Veldenz
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Veldenz hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 7° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Bernkastel-Kues
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 14,41 km2
Einwohner: 969 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54472
Vorwahl: 06534
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 126
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gestade 18
54470 Bernkastel-Kues
Webpräsenz: www.veldenz-mosel.de
Ortsbürgermeister: Norbert Sproß
Lage der Ortsgemeinde Veldenz im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellLandkreis VulkaneifelTrierLandkreis Trier-SaarburgRhein-Hunsrück-KreisBernkastel-KuesBraunebergBurgen (Hunsrück)ErdenGornhausenGraach an der MoselHochscheidKestenKleinichKommenLieser (Gemeinde)LösnichLongkampMaring-NoviandMinheimMonzelfeldMülheim an der MoselNeumagen-DhronPiesportÜrzigVeldenzWintrichZeltingen-RachtigBausendorfBengel (Mosel)Diefenbach (bei Wittlich)FlußbachHontheimKinderbeuernKinheimKrövReilWillwerscheidBettenfeldDierfeldEckfeldEisenschmittGipperathGreimerath (Eifel)GroßlittgenHasborn (Eifel)Karl (Eifel)LaufeldManderscheidMeerfeldMusweilerNiederöfflingenNiederscheidweilerOberöfflingenOberscheidweilerPantenburgSchladtSchwarzenborn (Eifel)WallscheidBerglichtBreitBüdlichBurtscheid (Hunsrück)DeuselbachDhroneckenEtgertGielertGräfendhronHeidenburgHilscheidHorathImmertLückenburgMalbornMerschbachNeunkirchen (Hunsrück)RorodtSchönberg (bei Thalfang)TallingThalfangBurg (Mosel)EnkirchIrmenachLötzbeurenStarkenburg (Mosel)Traben-TrarbachAltrichArenrathBergweilerBinsfeld (Eifel)Bruch (Eifel)DierscheidDodenburgDreisEsch (bei Wittlich)Gladbach (Eifel)HeckenmünsterHeidweilerHetzerath (Eifel)HupperathKlausen (Eifel)LandscheidMinderlittgenNiersbachOsann-MonzelPlatten (bei Wittlich)PleinRivenichSalmtalSehlem (Eifel)MorbachWittlichKarte
Über dieses Bild
Schloss Veldenz am Tag des offenen Denkmals 2005

Veldenz ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich und früherer Hauptsitz der gleichnamigen Grafschaft, eines ehemals bedeutenden Fürstentums, dem 120 Dörfer und Städte im heutigen Rheinland-Pfalz und im nördlichen Elsass und Lothringen angehörten. Veldenz ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veldenz liegt im Bereich der Mittelmosel in einer weiten Tallandschaft, die von flachen Hängen und einstigen Moselschleifen bestimmt ist. Veldenz befindet sich auf der rechten Uferseite der Mosel, liegt jedoch nicht unmittelbar am Wasser, sondern rund zwei Kilometer landeinwärts direkt unter den ersten Hunsrückwäldern. Rund 850 Hektar der 1441 Hektar-Gemeindefläche bestehen aus Wald; auf etwa 130 Hektar wird Weinbau betrieben.

Raumplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gliedert sich in Veldenz und Thalveldenz. Benachbarte Gemeinden sind unter anderem Burgen und Mülheim an der Mosel. Nächstgelegene Mittelzentren sind Bernkastel-Kues, etwa zehn Kilometer entfernt, und Wittlich, etwa 17 Kilometer entfernt. Trier liegt in etwa 45 Kilometer Entfernung.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veldenz liegt innerhalb der gemäßigten Klimazone; es herrscht ein im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands sehr warmes und sonniges Klima – im benachbarten Brauneberg wurde am 11. August 1998 die Rekordtemperatur von 41,2 °C im Schatten, die höchste jemals in der Bundesrepublik gemessene Lufttemperatur, festgestellt. Durch die Lage im Lee der Eifel werden Niederschläge bei Nordwestwetterlagen häufig abgehalten. Eine ständige Verdunstung des nahen Moselwassers führt zu regelmäßig hoher Luftfeuchtigkeit, die insbesondere im Sommer für teilweise belastendes, schwüles Wetter sorgt und auch zahlreiche Gewitter mit sich bringt.

Am 26. August 2011 wurde der Ort von einem schweren Gewitter heimgesucht, in dessen Verlauf durch Hagelschlag fast alle Hausdächer und viele Hauswände beschädigt wurden und ein Großteil der erntereifen Weinreben und andere Feldfrüchte vernichtet wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits etwa 500 v. Chr. siedelten die Treverer, ein keltisch-germanisches Mischvolk, im fruchtbaren Tal von Veldenz. Rund 50 v. Chr. bis 500 n. Chr. folgte die Besiedelung durch die Römer. Möglicherweise im Jahr 1129 erbaute Gerlach I. eine Burg, das heutige Schloss Veldenz. 1286 wurden Stadt- und Marktrechte durch Rudolf von Habsburg verliehen, im Jahr 1444 fielen Burg und Umland an den Grafen von Pfalz-Zweibrücken; 1543 bis 1694 gehörten Ort und Umland zum Fürstentum Pfalz-Veldenz. Im Jahr 1752 wurde in Burgen bei Veldenz der überregional bekannte Räuber Johann Peter Petri, genannt Schwarzer Peter, geboren. 1777 bis 1797 gehörte Veldenz (wie die gesamte Kurpfalz) zu Kurpfalz-Bayern. Im Jahr 1835 wurde der Veldenzer Löwe als Pfälzer Löwe ins dortige Staatswappen übernommen. Noch heute findet man zahlreiche Beispiele der gräflichen Bautätigkeit im 18. Jahrhundert, darunter etwa das Rathaus. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Ortsgemeinde Veldenz

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Veldenz besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die zwölf Sitze im Rat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Schräg (rechts) gerautet von Silber und Blau, im rechten Obereck ein Schildchen darin in Silber ein goldbewehrter, rotgezungter blauer Löwe.“

Der Löwe ist der Veldenzer Löwe, die Rauten die des Hauses Wittelsbach. Im Jahr 1835 wurde der Löwe vom König von Bayern als Bayrischer Löwe ins dortige Staatswappen übernommen, wo er bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, als der letzte bayerische König Ludwig III. im Zuge der Novemberrevolution abdanken musste, verblieb.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1993 und 1995 gewann Veldenz die Silbermedaille der Bundesrepublik im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden; im Jahr 2006 konnte man im Kreis- und Bezirksentscheid erneut triumphieren. In den Lagen Elisenberg, Kirchberg, Mühlberg, Grafschafter Sonnenberg und Carlsberg wird Weinbau betrieben. Im Ort existieren heute noch rund ein Dutzend Weingüter; Riesling ist die übliche Rebsorte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Veldenz 2007
Veldenz am 29. August 2011 mit durch Hagelschlag beschädigten Dächern
Innenraum der Evangelischen Kirche

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die Villa Romana, die Evangelische Kirche und das Schloss Veldenz. Es existieren weitere Baudenkmale wie etwa das Rathaus, ein Signalturm aus dem 12. Jahrhundert, ein Münzhaus, ein Keltenwall und Museen mit verschiedenen Ausstellungen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind ein Krammarkt, ein Bauerngarten, ein Wildgarten, die Josefinenhöhe, der Pionierfelsen, zahlreiche Erz- und Schiefergruben, die Freizeitanlage Roter Bohles und zahlreiche imposante Felsformationen.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Veldenz

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hunsrück-Auto-Club ev. Simmern richtete von 1964 bis 1975 zwölf Bergrennen auf der K 88 aus. Eine gut besuchte Veranstaltung, in der z. B. Fahrer wie Jürgen Neuhaus und Wilhelm Bartels um den Gesamtsieg kämpften. Veldenz veranstaltet mit dem Morgan-Club Deutschland regelmäßig das „Hunsrück-Bergrennen-Revival“, eine Gleichmäßigkeitsprüfung für klassische Sportwagen. Im Jahr 2000 wurde außerdem Trier offizieller Austragungsort der Rallye Deutschland, einem Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft. Regelmäßig finden seitdem auch Wertungsprüfungen in den Weinbergen der Umgebung statt. Die Kurse zeichnen sich durch kurze, schnelle Geraden gefolgt von scharfen Abzweigen und Spitzkehren in Hanglage aus. Mehrere zehntausend Menschen kommen so am jeweiligen Wochenende im August in die Region um Veldenz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau und Tourismus spielen eine bedeutende Rolle. Im Veldenz gibt es zwei Dorfplätze, drei Dorfhäuser, einen Dorfsaal, mehrere Grillhütten und -plätze, einen Wein- sowie ein Waldlehrpfad, eine Gedenkstätte, einen Friedhof, zwei Kirchen und einen Sportplatz. Ferner besitzt Veldenz eine eigene Grundschule, einen Kindergarten, einen Jugendraum, einen Bolzplatz und einen Kinderspielplatz. Im Ort befindet sich ein regionales Kinder- und Jugendheim. Rund 45 Kilometer Wanderwege führen um den Ort. Veldenz zählt zum Verkehrsverbund Region Trier (VRT).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Probst: Der Schwarze Peter. Ein Räuber im Hunsrück und Odenwald. Probst, Mainz-Kostheim 2005, ISBN 3-936326-39-8.
  • Theodor Gümbel: Geschichte des Fürstentums Pfalz-Veldenz. E. Grusius, Kaiserslautern 1900.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Veldenz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen