Venthon

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Venthon
Venthon (Frankreich)
Venthon
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Albertville
Kanton Ugine
Gemeindeverband Arlysère
Koordinaten 45° 41′ N, 6° 25′ OKoordinaten: 45° 41′ N, 6° 25′ O
Höhe 352–1.382 m
Fläche 2,50 km2
Einwohner 635 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 254 Einw./km2
Postleitzahl 73200
INSEE-Code
Website http://www.venthon.fr/

Venthon ist eine französische Gemeinde mit 635 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Ugine im Arrondissement Albertville.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venthon liegt auf 520 m, etwa 3 km nördlich von Albertville, 41 Kilometer ostnordöstlich der Präfektur Chambéry und 61 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Genf (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Talflanke am linken Ufer des Arly. Nachbargemeinden von Venthon sind Césarches im Norden, Queige im Nordosten, Albertville im Süden und Pallud im Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Venthon hat eine Fläche von 2,50 km² und gehört zum Beaufortain, ein sich südwestlich an die Mont-Blanc-Gruppe anschließendes Gebirgsmassiv. Es umfasst einen einzelnen, nach Nordwesten gerichteten Hang in der Flanke des 2041 m hohen Berges La Roche Pourrie und erreicht in dieser Flanke mit 1382 m seine höchste Erhebung. An seinem Fuß liegt die Mündung des Doron in den Arly. Die beiden Flüsse bilden auf 1200 m, bzw. 800 m die Gemeindegrenze und entwässern das Gemeindegebiet. Letzteres ist zu 73 % mit Bäumen bewachsen und zu 24,5 % bebaut.[1] Das Siedlungsgebiet beschränkt sich auf eine fruchtbare und größtenteils ebene Talschulter etwa 100 m oberhalb der beiden Flüsse, die an dieser Stelle enge und von Venthon aus nicht zugängliche Schluchten bilden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Mittelalter existierte in Venthon eine Pfarrei, die 1170 und 1226 als Ecclesia de Venthone erstmals erwähnt wurde. Parallel dazu erschien 1184 der Name Ventzon.[2] Die Pfarrei umfasste auch das Nachbardorf Césarches, das erst 1789 nach einer sich über Jahrhunderte hinwegziehenden Auseinandersetzung zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde.[3]

Während der Industrialisierung entstand 1889 ein kleines Kraftwerk an der Mündung des Doron, das in modernisierter Form zusammen mit einem Umspannwerk noch heute besteht und zur EDF gehört. Mit dem Kraftwerk entstand zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleines Industriegebiet auf einer Freifläche zwischen dem Arly und dem Steilhang von Venthon. Darunter befand sich eine elektrochemische Fabrik zur Herstellung von Aluminium. Die Überreste der Industrieanlagen wurden in den Jahren 1994–2003 abgerissen.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Dorfkirche Saint-Christophe von Venthon ersetzte einen mittelalterlichen Vorgängerbau und wurde 1728 geweiht.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 463
1968 488
1975 501
1982 559
1990 587
1999 584
2006 626
2011 591

Mit 635 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016)[4] gehört Venthon zu den kleinen Gemeinden des Département Savoie. Nachdem die Einwohnerzahl während des 19. und 20. Jahrhunderts stabil bei knapp 300 Einwohnern gelegen hatte, setzte in den 1950er Jahren eine sprunghafte Bevölkerungszunahme ein.[5] Diese ist auf die Urbanisierung von Albertville zurückzuführen, die Venthon zu einer Siedlung aus vorwiegend Einfamilienhäusern anwachsen ließ. Die Ortsbewohner von Venthon heißen auf Französisch Venthonais(es).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venthon war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung, vor allem im Raum Albertville, ihrer Arbeit nachgehen.[6]

Durch die Ortschaft führt die Departementsstraße D925, die von Albertville aus die Zufahrt zu den Dörfern des Beaufortain ermöglicht. In Albertville bestehen Anschlussmöglichkeiten an die regionale Infrastruktur im Isère-Tal, nämlich an die Autobahn A430 und die Bahnstrecke Saint-Pierre-d’Albigny–Bourg-Saint-Maurice. Als Flughäfen in der Region kommen Chambéry-Savoie (Entfernung 65 km) und Genf (95 km) in Frage.

In Venthon befindet sich eine Grundschule (école primaire).

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venthon pflegt seit 1994 eine Gemeindepartnerschaft mit Gouesnach in der Bretagne.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Venthon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 725 (französisch, online auf BNF [abgerufen am 19. Januar 2014]).
  3. a b c Venthon: un peu d’histoire – Unterseite der offiziellen Website der Gemeinde
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. Venthon – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 20. März 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  6. Dossier complet zu Venthon. In: INSEE. Abgerufen am 20. März 2015 (französisch).