Venus Doom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Venus Doom
Studioalbum von Him-logo.svg
Veröffentlichung 14. September 2007
Label Warner Music Group
Format CD
Genre Dark Rock
Anzahl der Titel 9
Laufzeit 48:12

Besetzung

Produktion Tim Palmer, Hiili Hiilesmaa

Studios

Chronologie
Dark Light
(2005)
Venus Doom Digital Versatile Doom – Live at the Orpheum Theatre
(2008)

Venus Doom (engl. für etwa: „Venusverdammung“) ist das sechste Studioalbum der finnischen Dark-Rock-Band HIM. Venus Doom erschien am 14. September 2007 in Finnland und Deutschland, drei Tage später im Rest Europas und am 18. September in den USA und Kanada.

Albumtitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch dieses Mal wurde wieder versucht innerhalb des Titels einen Kontrast im Yin und Yang-Stil herzustellen. Venus Doom bezieht sich einerseits auf Doom wie in Doom Metal (Doom = engl. für Untergang, Verderben, Verhängnis, Schicksal, Verdammung, schlimmes Schicksal, Todesurteil, etc.) und im Kontrast dazu auf Venus, die Göttin der Liebe.

Sänger Ville Valo sagte außerdem folgendes über den Albumtitel: "[…] Ich dachte dabei an die klassische „Femme fatale“ und die chaotische, schöpferische und zerstörerische Kraft der Liebe. Darum dreht sich auch das betreffende Stück. Eine komplette Selbstaufgabe für die Liebe, bei der alle gewöhnlichen, rationalen Regeln schlicht versagen. Zumindest für mich ist Liebe etwas, das dich fortreißt und dich zu ihrem Sklaven macht."[1]

Im Kontext mit dem Text des gleichnamigen Liedes lässt sich das Wort Doom in Venus Doom am ehesten mit Verhängnis, Verderben oder Untergang übersetzen. Es heißt im Lied unter anderem: "All dreams are of you – my Venus Doom". Venus Doom steht also höchstwahrscheinlich als Metapher für eine Frau, die einen ins Verderben (Unglück) stürzt. Die Übersetzung lautet demnach: "Alle Träume handeln von dir – mein Venus-Verderben (oder ...mein Venus-Untergang, evtl. auch ...mein Venus-Schicksal oder ...Venus-Verhängnis)".

Albumcover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Cover ist ein Gemälde des US-amerikanischen Künstlers David Harouni,[2] das Valo in dessen Galerie in New Orleans entdeckte, worauf er um eine Verwendung dessen für das neue Album bat. Auf dem Gemälde ist, in Rottönen, eine afrikanische Frau abgebildet. Im Booklet befindet sich ein Bandfoto und die Liedtexte in Valos Handschrift.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Venus Doom[3]
  DE 3 14.07.2007 (6 Wo.)
  AT 9 14.07.2007 (4 Wo.)
  CH 5 14.07.2007 (6 Wo.)
  UK 31 14.07.2007 (2 Wo.)
  US 12 14.07.2007 (2 Wo.)
  FI 2 14.07.2007 (9 Wo.)
Singles
The Kiss of Dawn[3]
  DE 44 22.08.2007 (3 Wo.)
  UK 59 22.08.2007 (1 Wo.)
  FI 2 22.08.2007 (7 Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/ohne Quellen

Im Mai 2007 machte Sänger Valo einen Alkoholentzug in Malibu, er sagte: "You can’t call this a rehab album cos I did most of it drunk. […]" ("Dieses Album kann man nicht als Reha-Album bezeichnen, weil ich das meiste davon in betrunkenem Zustand machte. […]").[4] Die Aufnahmen fanden also noch vor seinem Entzug statt. [5]

Die Band probte zusammen ungefähr 3 Monate und machte ein paar Demos bevor das Album in 2 Monaten aufgenommen wurde, das Mixing dauerte nochmals 2 Wochen.[6] Ville Valo sammelte zuvor Ideen und schrieb die Grundstrukturen der Lieder über einen Zeitraum von sechs Jahre hinweg.[6] Das Album wurde, wie zuletzt Love Metal (2003), gemeinsam von Tim Palmer und Hiili Hiilesmaa produziert.[2] Im Gegensatz zu Dark Light (2005) entstand Venus Doom nicht komplett in den USA, sondern auch in der finnischen Heimat der Band. Die Aufnahmen entstanden in den Finnvox Studios in Helsinki, das Mischen in den Paramount Studios in Los Angeles.[2]

Veröffentlichungen und Chartplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album erschien in drei Varianten. Neben der Standardversion, die neun Lieder aufbietet, erschien zudem ein limitiertes Digibook, das neben dem neuen Artwork eine Bonus-CD besitzt, auf dem zwei Remixe von Dead Lovers' Lane und Love in Cold Blood zu finden sind. Des Weiteren existiert das Album in einer streng auf 1.000 Exemplare limitierten Fassung, die in einer aufwändigen Buchform veröffentlicht wurde und die weitere Inhalte bietet.

Als Vorabsingle wurde bereits am 7. September 2007 das Lied The Kiss of Dawn veröffentlicht, das in Finnland den zweiten Rang der Charts erklomm und in Deutschland auf Rang 44 einstieg. Das Lied Passion's Killing Floor war bereits ab dem 3. Juli 2007 auf dem Soundtrack zum Transformers-Kinofilm zu hören. Insgesamt gilt die Rückkehr der Band zu ihren härteren Wurzeln als gelungen. In ihrem Heimatland Finnland kletterte Venus Doom daher auf Anhieb auf Rang 2, in Deutschland stieg die Platte auf Rang 3 der Album-Charts ein. Als zweite Singleauskopplung erschien am 9. Dezember 2007 Bleed Well, jedoch nur in Großbritannien. Das dazugehörige Musikvideo war Wochen vorher exklusiv im Internet zu erblicken. Eine Veröffentlichung der Maxi-CD in anderen Ländern fand nicht statt.

Musikstil und Thematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einordnung in Musikgenres
  • Venus DoomRock, Dark Rock, evtl. Doom Metal
  • Love in cold blood – Rock, Pop
  • Passion’s Killing Floor – Rock, Pop, Hard Rock
  • The Kiss of Dawn – Pop, Pop-Rock
  • Sleepwalking Past Hope – Rock, Hard Rock
  • Dead Lovers’ Lane – Rock, Pop
  • Song or Suicide – Akustik-Song
  • Bleed Well – Rock, Pop
  • Cyanide Sun – Rock, Pop

Nach dem zwar erfolgreichen, musikalisch jedoch umstrittenen Vorgängeralbum hat die Band mit Venus Doom nun wieder eine deutlich härtere, rockigere und kompromisslosere Gangart eingelegt. So bietet das Album nun deutliche Doom-Metal- und Progressive-Rock-Elemente, ohne jedoch den typischen HIM-Klang außer Acht zu lassen. Diesem Zwecke dient auch der nun dezentere Einsatz der „heiteren Keyboards“, wie Valo es nannte. Auffallend sind auch die Länge vieler Lieder (z. B. Sleepwalking Past Hope mit 10:05 Min.), die zum Großteil nun längere Intros und Outros besitzen.

Obwohl auch rockige Parts zu hören sind, ist The Kiss of Dawn das am popigsten ausgefallene Stück auf Venus Doom. Ab Minute 3:51 bis zum Schluss kann man eine leicht düstere, eindringliche Melodie hören. Dieser Teil wurde beim Musikvideo weggelassen.

In fast jedem Lied auf dem Album kann man popige Abschnitte heraushören, meistens handelt es sich um die Refrains. Das führt dazu, dass manche Lieder an Härte verlieren.

Song or Suicide ist mit etwas über einer Minute das kürzeste Lied von HIM.

Valo sagte über Cyanide Sun, dass dieses Lied und Sleepwalking Past Hope bei einem Urlaub in Lappland entstanden und sie sich für ihn sehr nach Filmmusik ("cinematic") anhören.[7]

Thematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textlich verarbeitet Ville Valo in den Liedern persönliche Widrigkeiten aus letzter Zeit, wie die Trennung von seiner Verlobten und den Suizid eines Freundes (The Kiss of Dawn).

Wie bisher immer handelt auch Venus Doom von der Liebe – dieses Mal scheint es um die gescheiterte Liebe zu gehen bzw. um "kaltblütige Liebe", also love in cold blood. Eine eher ungesunde Liebe, die man trotzdem nicht loslassen kann: I unlit the light, to embrace the dark, to be near, but not to turn into you my darling. Forever we’re lost in our souls’ storm, reflections of eacch other’s faults. (Ich löschte das Licht, um die Dunkelheit zu umarmen, um nah zu sein, aber nicht wie du zu werden, mein Liebling. Für immer sind wir in unserem Seelensturm verloren, Abbildungen der Schuld des jeweils anderen).

Es geht auch um Hass und Schuld: Kiss and tell, baby we’re bleeding well […] Kill and tell, baby we’re bleeding well – in hell. (Erzähl es der Öffentlichkeit, Baby, wir werden dafür ganz schön bluten […] zerstöre und erzähle alles, Baby, wir werden dafür ganz schön bluten – in der Hölle.)

Teilweise gibt es auch sexuellen Anspielungen. So lautet ein Textauszug aus Passion’s Killing Floor: My heart’s a graveyard baby, and to evil we make love on our passion’s killing floor […] and of lust we are reborn.

Infos zu den Videoclips[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es entstanden Musikvideos für The Kiss of Dawn und Bleed Well. Bei beiden führte wieder Meiert Avis (Regisseur von Wings of a butterfly) Regie.[8] Für die Live-DVD Digital Versatile Doom – Live at the Orpheum wurde am 15. und 16. November Konzertauftritte in Los Angeles gefilmt. Am zweiten Tag fand auch der Videoclipdreh für Bleed Well statt.[8] In beiden Videoclips geschieht nicht viel, die Band spielt jeweils einfach nur in einem Raum.

Für Cyanide Sun,[9] Venus Doom,[10] Love in Cold Blood,[11] Dead Lover's Lane[12] und Passions Killing Floor[13] entstanden Teaser, die jeweils ein paar Sekunden eines Musikvideos zeigen. Die Teaser entstanden offensichtlich alle am selben Tag und wurden dann digital bearbeitet um unterschiedliche Hintergründe zu bekommen. Diese Videos wurden anscheinend nie fertig gestellt, ob das so beabsichtigt war und die Teaser nur als Werbung für das Album vorgesehen waren, ist nicht bekannt.

Infos zu einzelnen Songs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einige Lieder des Albums haben HIM nie live gespielt: Cyanide Sun, Venus Doom, Love in Cold Blood und Song or Suicide
  • Passion’s Killing Floor: Der Refrain (ohne den Text) entstand schon 1998 und das Hauptriff 2001.[4]
  • Cyanide Sun handelt von seiner Beziehung zu seiner Ex-Verlobten.[4]
  • The Kiss of Dawn widmete Valo einem Freund der Selbstmord beging.[4]
  • Song or Suicide: Der Titel stammt aus einem Zitat der Folk-Sängerin Julee Still.[4]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stücke ohne weitere Angaben wurden von Ville Valo geschrieben.

Venus Doom (Standard Version)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Venus Doom - 5:08
  2. Love in Cold Blood - 5:55
  3. Passion's Killing Floor - 5:11
  4. The Kiss of Dawn - 5:55
  5. Sleepwalking Past Hope - 10:03
  6. Dead Lovers' Lane - 4:29
  7. Song or Suicide - 1:11
  8. Bleed Well - 4:25
  9. Cyanide Sun - 5:54

Bonus Disc der Special Edition (Digibook)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Love In Cold Blood (Special K Remix) – 4:25
  2. Dead Lover’s Lane (Special c616 Remix) – 4:29

Bonus Disc der Limited Edition (Buchdesign)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Love In Cold Blood (Special K Remix) – 4:25
  2. Dead Lover’s Lane (Special c616 Remix) – 4:29
  3. Bleed Well (Acoustic Version) – 3:53

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rockoon!, Ausgabe: Okt. 2007, S. 29
  2. a b c siehe: Booklet von Venus Doom
  3. a b Wenn nicht anders vermerkt, siehe für Chartplatzierungen und Datum der Veröffentlichung: HIM/Diskografie
  4. a b c d e [1], Quelle: http://heartagram.ru/him_e.html (alte Fanseite) zu finden unter "Articles" – "Interviews" – "2007" – "Close up! august"; Magazin: Close up!, von August 2007; zuletzt abgerufen am 14. Aug. 2015
  5. [2] Videotitel: „In Studio with Ville Valo – Metal Hammer“; 2007; abgerufen am 14. Aug. 2015
  6. a b [3] Videotitel: "HIM interview @ rock tv (pt 6)" Interview mit Ville und Mige bei Rock TV, Italien, 2007; zuletzt abgerufen am 13. August 2015
  7. [4] Videotitel: "Ville Valo Interview Part 3/5 (Digital Versatile Doom)", vom 15. November 2007, Quelle ab Minute 4:48, zuletzt abgerufen am 14. Aug. 2015
  8. a b [5] Videotitel: "Interview Ville Valo with listener Laura"; Interview mit Ville Valo und einem Fan für Live 105.com vom 14. November 2007, Quelle ab Minute 2:30-3:33; zuletzt abgerufen 14. Aug. 2015
  9. [6] Videotitel: "H.I.M. HIM - Cyanide Sun Teaser Video "; zuletst abgerufen 14. Aug. 2015
  10. [7] Videotitel: "H.I.M. HIM - 'VENUS DOOM' TEASER VIDEO"; zuletst abgerufen 14. Aug. 2015
  11. [8] Videotitel: "H.I.M. HIM - 'LOVE IN COLD BLOOD' Teaser video"; zuletst abgerufen 14. Aug. 2015
  12. [9] Videotitel: "H.I.M. HIM - Dead Lover's Lane Teaser Video"; zuletst abgerufen 14. Aug. 2015
  13. [10] Videotitel: "H.I.M. HIM - Passions Killing Floor Teaser Video' TEASER VIDEO"; zuletst abgerufen 14. Aug. 2015