Ver sacrum (Antike)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den religiösen Brauch; zu der Jugendstil-Zeitschrift siehe Ver Sacrum.

Das ver sacrum (lateinisch ‚heiliger Frühling‘) war ein antiker Brauch, bei dem eine Gruppe junger Männer, oft ein gesamter Jahrgang, aus dem Stammesverband ausgestoßen oder auch nur ausgesandt wurde, um neues Land für ihren eigenen Unterhalt zu erobern und so einen neuen Stamm zu gründen.

Dabei wurden alle Lebewesen, die im kommenden Frühjahr geboren wurden, den Göttern geweiht. Tiere wurden geopfert, die männlichen Neugeborenen wurden, sobald sie erwachsen waren, als Kolonisten ausgeschickt.

Manchmal wurde dieser Brauch in Notzeiten durchgeführt. Es gab ihn in verschiedenen Formen, vor allem bei italischen Völkern, den Kelten und strittig diskutiert bei den Germanen im Kontext der Sakralkontinuität (Königsheil), beziehungsweise den sakral intendierten sogenannten Kultgruppen der kriegerischen „Männerbünde“. So ist er beispielsweise bei den Samniten überliefert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jacques Heurgon: Trois études sur le ‚Ver sacrum’, Brüssel, 1957.
  • Gianluca Tagliamonte: Figli di Marte: Mobilita, Mercenari e Mercenariato Italici in Magna Grecia e Sicilia, Rom, 1994.