Vera Nikolić

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Vera Nikolić (1972)

Vera Nikolić (serbisch-kyrillisch Вера Николић; * 23. September 1948 in Despotovac, Serbien) ist eine ehemalige jugoslawische Mittelstreckenläuferin.

Ihre Karriere begann 1964, als sie mit 16 Yugoslawische Jugendmeisterin und später Balkan-Jugendmeisterin im Crosslauf wurde. Im Sommer stelle sie mit 57.3 s über 400 m und 2:14.4 min über 800 m zwei nationale Jugendrekorde auf.[1]

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1966 in Budapest gewann sie die Goldmedaille im 800-Meter-Lauf. Mit 17 Jahren und 346 Tagen war Vera Nikolić damit die jüngste Europameisterin, bis ihr Alter 1986 von der Spanierin Mari Cruz Díaz unterboten wurde. 1966 wurde sie zur jugoslawischen Sportlerin des Jahres gewählt. 1967 erzielte sie über die selten gelaufene Strecke von 600 m einen Juniorenweltrekord in 1:25.2 min[2] Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1969 musste sie sich in Athen mit dem dritten Platz begnügen. Doch bei der EM 1971 wurde sie in Helsinki erneut Europameisterin.[3] Im selben Jahr gewann sie bei den Mittelmeerspielen sowohl die 800 als auch die 1500m.[4]

Bei den Olympischen Spielen 1972 belegte Vera Nikolić über 800 Meter den fünften Platz in 1:59,98 min.[5]

Am 20. Juli 1968 lief sie in London die 800 Meter in neuer Weltrekordzeit von 2:00:05 min. Als eine der Mitfavoritinnen bei den Olympischen Spielen 1968 wurde sie mit dem Erwartungsdruck nicht fertig und beendete vorzeitig das Rennen. Sie wechselte den Trainer und zog nach Zagreb um und startete fortan für Dinamo Zagreb. Ihr Weltrekord wurde am 11. Juli 1971 durch die deutsche Hildegard Falck unterboten. Vera Nikolić ist bis heute die einzige jugoslawische Sportlerin, die einen Weltrekord in der Leichtathletik aufgestellt hat. Ihre Erfolge beruhten zunächst beim Trainer Aleksandar Petrović[6] auf einem intensiven Intervalltraining.[7] Erst in Zagreb unter der Leitung des Trainers Leo Lang begann sie eine breitere Ausdauergrundlage zu legen.[8]

Nach ihrer aktiven Karriere wurde sie Mittelstrecken-Trainerin in Zagreb.[9] Da sie einen kroatischen Mann geheiratet hatte, geriet sie im Kroatienkrieg als Serbin zwischen alle Fronten, verlor ihren Arbeitsplatz, aber auch in Serbien war sie nicht mehr willkommen, lebte als Arbeitslose von verschiedenen Gelegenheitsjobs. Nach dem Krieg kehrte sie nach Kroatien zurück und arbeitete bis 2007 als Trainerin.[10]

Ihre Bestzeiten waren: 800m 1:59.62 (1972); 1500 4:12.7 (1972).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://dictionnaire.sensagent.leparisien.fr/vera+nikolic/en-en/ aufg. 2. Februar 2018
  2. http://www.gbrathletics.com/wrecj.htm aufg. 2. Februar 2018
  3. https://www.youtube.com/watch?v=JC71gJ8HBMk aufg. 2. Februar 2018
  4. http://gbrathletics.com/ic/mg.htm aufg. 2. Februar 2018
  5. https://www.youtube.com/watch?v=LoY6IYqb0sg aufg. 2. Februar 2018
  6. http://srpskopero.rs/zvezda-koja-ne-tamni-vera-nikolic/ aufg. 2. Februar 2018
  7. Arnd Krüger: Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997). In: N. Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Czwalina, Hamburg 1998, S. 41–56.
  8. https://www.revolvy.com/main/index.php?s=Leo+Lang&uid=1575 aufg. 2. Februar 2018
  9. https://sport.blic.rs/ostali-sportovi/atletika/vera-nikolic-za-mene-je-bekric-vanzemaljac-ali-ne-stvarajmo-pritisak-sportistima/16b1th8 aufg. 2. Februar 2018
  10. http://www.kurir.rs/sport/ostali-sportovi/350263/vecernji-list-vera-nikolic-nece-odustati-od-stana aufg. 2. Februar 2018