Verantwortungsgefühl

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Verantwortungsgefühl ist eine soziale Emotion. Dabei nimmt der betroffene Mensch instinktiv, intuitiv oder anderweitig unbewusst an ihn gerichtete Anforderungen wahr. Dieses Gefühl geht bei intellektuell und analytisch ausgerichteten Menschen in eine bewusste Wahrnehmung, das Verantwortungsbewusstsein über.

Gefühlte Verantwortung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie entwickelt sich in der Kindheit, verbunden mit dem durch die Umgebung vermittelten Wertesystem. Das Verantwortungsgefühl trägt dazu bei, dass soziale Handlungen im angemessenen Rahmen stattfinden. In der Pädagogik und Psychologie des 20. und 21. Jahrhunderts wird die Beachtung des Verantwortungsgefühls von den Betrachtungen des Schuldgefühls überlagert. Seit den Arbeiten von Sigmund Freud hat sich in der westlichen Gesellschaft eine große Sensibilität für Schuld entwickelt, die möglicherweise durch die westliche Ausprägung des Christentums befördert wurde. So erscheint oft die Übernahme von Verantwortung bereits die Gefahr in sich zu bergen, Schuld auf sich zu laden. In der praktischen Verhaltenstherapie sowie in Kommunikationstheorien entwickelt sich dagegen ein aktiver und positiver Einsatz des Verantwortungsgefühls. Eine produktive Arbeit mit dem Verantwortungsgefühl geschieht u. a. in der Theorie der Gewaltfreien Kommunikation.

Verantwortungsbewusstsein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verantwortungsbewusstsein geht über die gefühlte, geahnte Verantwortung hinaus. Es bedeutet zunächst die bewusste Kenntnis oder das Erkennen des gültigen Normativen.

Erweitert bedeutet Verantwortungsbewusstsein, dass der Mensch für sein aktives Tun bzw. Unterlassen einsteht, also sich verantwortlich fühlt.

Dieses wird von der Gesellschaft (Familie, Freunde, Arbeitsumfeld, Vereine, der Staat usw.) teilweise auch eingefordert. Insbesondere bei diktatorischen oder ideologisierten Gesellschaften wird an das Verantwortungsbewusstsein appelliert.

Beispiele:

  • „In der sozialistischen Gesellschaft äußert sich die Verantwortung vor allem in bewusster Aktivität bei der Verwirklichung gesellschaftlicher Aufgaben. Verantwortung und persönliche Freiheit bilden im Sozialismus eine untrennbare Einheit.“[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens. Junfermann, 2011, ISBN 978-3-87387-800-6.
  • Neal Roese: Ach, hätt' ich doch!: Wie man Zweifel in Chancen verwandelt. Eichborn, 2007, ISBN 978-3-8218-5651-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Universallexikon. 1. Auflage. Band 4, Bibliographisches Institut, Leipzig 1980, S. 445.