Verband Deutscher Kunsthistoriker

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Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.
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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 26. August 1948[1] in Brühl
Sitz Bonn (Koordinaten: 50° 43′ 33,9″ N, 7° 6′ 12,1″ O)
Zweck Berufsverband und Fachverband
Vorsitz Kilian Heck[2]
Geschäftsführung Marcello Gaeta[3]
Mitglieder 4600 (2020)
Website kunsthistoriker.org
Sitz des Verbandes im Bonner Haus der Kultur (2012)

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. mit Sitz in Bonn ist ein Berufs- und Fachverband für Kunsthistoriker, die in Deutschland oder in deutschen Institutionen im Ausland arbeiten. Der Verband organisiert u. a. den im Zweijahresrhythmus stattfindenden Deutschen Kunsthistorikertag. Mit derzeit rund 4600 Mitgliedern (Stand: Dezember 2020)[4] gehört er zu den größten Verbänden der deutschen Geisteswissenschaften.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde 1948 im Rahmen des ersten Deutschen Kunsthistorikertages in Brühl als Berufsverband neu gegründet und trat damit an die Seite des der Forschungsförderung verpflichteten Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft e.V. Ziel war es außerdem, zu den emigrierten Kunsthistorikern während der Zeit des Nationalsozialismus Kontakt aufzunehmen. Die Initiative der Gründung des Verbandes ging auf den ersten Vorsitzenden Hans Jantzen und seine Nachfolger Hans Kauffmann, Herbert von Einem und Heinrich Lützeler zurück.

Bei dem Kunsthistorikertag 1968 in Ulm kam es zu einem offenen Konflikt, der dazu führte, dass sich der Ulmer Verein abspaltete.

Seit 2008 unterhält der Verband eine Geschäftsstelle in Bonn.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organe des Verbandes sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand.[5]

Der Vorstand besteht aus erstem und zweitem Vorsitzenden sowie vier weiteren Mitgliedern, die jeweils eine der Berufsgruppen Hochschulen und Forschungsinstitute, Museen, Denkmalpflege sowie Freie Berufe repräsentieren.

Der Verband ist als berufsständische Interessengemeinschaft nicht gemeinnützig und erhält keinerlei öffentliche oder private Zuwendungen. Er finanziert sich ausschließlich über die Beiträge persönlicher Mitgliedschaften. Alle Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Kunsthistorikertage und Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1948 Brühl, Schloß Augustusburg, Hans Jantzen
  2. 1949 München, Schloß Nymphenburg
  3. 1951 Berlin-Charlottenburg
  4. 1952 Nürnberg, Hans Kauffmann
  5. 1954 Hannover
  6. 1956 Essen, Hans Kauffmann
  7. 1958 Trier
  8. 1960 Basel, Herbert von Einem
  9. 1962 Regensburg
    1964 Mitgliederversammlung Bonn, Herbert v. Einem
  10. 1965 Münster
    1966 Mitgliederversammlung Münster
  11. 1968 Ulm, Tilmann Buddensieg
  12. 1970 Köln
  13. 1972 Konstanz, Willibald Sauerländer
    1972 Außerordentl. Mitgliederversammlung Nürnberg
  14. 1974 Hamburg
  15. 1976 München, Dietrich Ellger
  16. 1978 Düsseldorf : Kunst – Wissenschaft – Öffentlichkeit
  17. 1980 Mainz: Fragen heutiger Kunstgeschichte, Georg Friedrich Koch
  18. 1982 Kassel
  19. 1984 Stuttgart, Herwarth Röttgen
  20. 1986 Berlin : Bewahren – Erklären – Gebrauchen. Die Kunstwissenschaft und das künstlerische Erbe
  21. 1988 Frankfurt : Kunst – Geschichte – Moderne – Postmoderne, Dethard von Winterfeld
    1989 Darmstadt: Wissenschaftliches Symposion: Kultfigur und Mythenbildung
  22. 1990 Aachen: Europäische Kunst – Kunst der Nationen
    1992 Berlin: Mitgliederversammlung und Forum: Die Kunstgeschichte über ihre Berufsfelder, Reinhold Baumstark
  23. 1994 Dresden: Deutschland und seine östlichen Nachbarn
  24. 1997 München: Die Inszenierung des Kunstwerks, Sybille Ebert-Schifferer
  25. 1999 Jena: Neuzeiten
  26. 2001 Hamburg: Was war Kunstgeschichte im 20. Jh.?, Gabi Dolff-Bonekämper
  27. 2003 Leipzig: Kunst unter Künsten
  28. 2005 Bonn: Zeitgenossenschaft als Herausforderung, Georg Satzinger
  29. 2007 Regensburg
  30. 2009 Marburg: Kanon, Georg Satzinger
  31. 2011 Würzburg: Genius loci
  32. 2013 Greifswald: Ohne Grenzen, Kilian Heck
  33. 2015 Mainz: Der Wert der Kunst
  34. 2017 Dresden : Kunst lokal – Kunst global, Kilian Heck
  35. 2019 Göttingen: Zu den Dingen!

Ziele und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband versteht sich als Fachgesellschaft mit dem Ziel, die Interessen der Wissenschaft der Kunstgeschichte zu fördern. Als Berufsverband hat er auch die Aufgabe der berufsständischen Interessenvertretung. Der Verband vertritt dabei die klassischen Berufsfelder Museum, Denkmalpflege, Lehre sowie die weiteren, besonders die freiberuflichen Arbeitsfelder von Kunsthistorikern.

Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder und des Faches in zahlreichen Gremien. Er ist u. a. Mitglied im Deutschen Kunstrat[6], im Wissenschaftlichen Beirat des Zentralinstituts für Kunstgeschichte[7], im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz[8] und im Comité International d’Histoire de l’Art (CIHA)[9].

Der Verband nimmt außerdem öffentlich Stellung zu aktuellen Fragen der Denkmalpflege, der Museumspolitik und der kunsthistorischen Ausbildung sowie zu aktuellen gesetzlichen und rechtlichen Bestimmungen und kulturpolitischen Entwicklungen, die kunsthistorische Tätigkeitsfelder betreffen.[10] Im Dezember 2019 rief der Verband die Rote Liste – ein Denkmalgewissen für Deutschland ins Leben, mit der er auf Gefährdungen für Denkmäler aufmerksam macht, so beispielsweise 2020 die Städtischen Bühnen Frankfurt.[11]

Als Träger des Deutschen Kunsthistorikertages konzipiert und organisiert der Verband alle zwei Jahre den größten kunsthistorischen Fachkongress in Deutschland.

Seit 2011 vergibt der Verband den Deubner-Preis des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker der Dr. Peter Deubner-Stiftung, der alle zwei Jahre im Rahmen des Kunsthistorikertages verliehen wird.[12] Seit 2016 werden zusätzlich zum Dissertationspreis zwei Projektpreise ausgelobt.

Die kunstwissenschaftliche Fachzeitschrift Kunstchronik gilt als Mitteilungsblatt des Verbandes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikola Doll: Der erste deutsche Kunsthistorikertag 1948. In: Nikola Doll u. a. (Hrsg.): Kunstgeschichte im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950. Weimar 2005, S. 325–337.
  • H. Hammer-Schenk, D. Waskönig, G. Weiss (Hrsg.): Kunstgeschichte gegen den Strich gebürstet? 10 Jahre Ulmer Verein. 1968-1978. Geschichte in Dokumenten. Ulmer Verein, Marburg 1997, ISBN 3-93758-00-5. (Neuaufl. der Ausg. Hannover 1979)
  • Annette Dorgerloh (Red.): 30 Jahre Ulmer Verein. Strategien des Überdauerns I. Jonas, Marburg 1999 (Themenband der kritischen berichte. 27, 2, 1999).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband Deutscher Kunsthistoriker in: Kunstchronik. Monatsschrift für Kunstwissenschaft, Museumswesen und Denkmalpflege, Bd. 1 Nr. 10 (1948). Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  2. Der am 10. März 2017 gewählte Vorstand des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker. Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  3. Die Geschäftsstelle des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker. Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  4. Website des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  5. Satzung des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  6. Deutscher Kunstrat, Mitgliedsverbände. Deutscher Kunstrat, abgerufen am 4. Dezember 2020.
  7. Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Beirat. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  8. DNK, Mitglieder des Komitees. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  9. CIHA, Committee. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  10. Stellungnahmen des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  11. Süddeutsche Zeitung vom 16.11.2020. Abgerufen am 4. Dezember 2020.
  12. Dr. Peter Deuber-Stiftung, Deubner-Preis. Abgerufen am 4. Dezember 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]