Verband Deutscher Sporttaucher

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Verband Deutscher Sporttaucher
Logo des VDST
Sportart Tauchen
Gegründet 1954
Gründungsort Düsseldorf
Präsident Uwe Hoffmann[1]
Vereine 896[1]
Mitglieder 81.225[1]
Verbandssitz Offenbach am Main
Homepage www.vdst.de

Der Verband Deutscher Sporttaucher e. V. (VDST) ist eine Tauchorganisation, organisiert im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), und ist dort der Spitzenverband für Tauchsport. Der eingetragene Verein mit Sitz und Bundesgeschäftsstelle in Offenbach am Main ist als gemeinnützig anerkannt.

Weiterhin ist der VDST der einzige deutsche Vertreter der CMAS. Mit seinen 69.197 Vereinsmitgliedern in 896 Vereinen, 11.022 Direktmitgliedern, 93 Tauchschulen und weltweit angeschlossenen Dive Centern sowie den 17 Landestauchsportverbänden hatte er 2020 insgesamt 81.225 Mitglieder.[1] Der VDST ist eine der größten Non-Profit-Tauchorganisationen der Welt.[2] Die Mitgliedschaft in der CMAS, d. h. die Einhaltung der CMAS Richtlinien, sichert die weltweite Anerkennung der Tauchausbildung des VDST, d. h. die Anerkennung der VDST Brevet's (Tauchsportabzeichen).

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1954 gab es in Deutschland keinen Dachverband für den Tauchsport. Daher veröffentlichte die Redaktion der vom ehemaligen Tauchsportunternehmen Barakuda (1949–1986) herausgegebenen Tauchsportzeitschrift Delphin in Heft 6 (September) 1954 einen Aufruf, wonach alle interessierten Tauchsportvereine mindestens einen Delegierten auf die Bundestagung der Deutschen Tauchsportvereine am 17. Oktober 1954 nach Düsseldorf entsenden sollten. Dort fand zu gleicher Zeit die Internationale Jagd- und Fischereiausstellung statt. Dies sollte der Rahmen sein, um einen Tauchsport-Dachverband zu gründen.

Es fanden sich Vertreter folgender Vereine ein:

  • Deutscher Unterwasserclub Braunschweig
  • Deutscher Unterwasserclub Düsseldorf
  • Arbeitskreis für Unterwasserkunde der Geographischen Gesellschaft Düsseldorf
  • Deutscher Unterwasser-Club Hamburg e. V.
  • Deutscher Unterwasserclub Hannover
  • Tauchgruppe Kiel
  • Deutscher Unterwasserclub Krefeld
  • Deutscher Tauchclub München
  • Süddeutscher Tauchclub 1950 München
  • Deutscher Unterwasserclub Münster
  • Tauch- und Yachtclub Saar
  • Unterwasserforschungsgruppe Bodensee, Überlingen
  • Sporttauchgruppe Nordrhein-Westfalen, Viersen-Essen

Die Delegierten gründeten am 17. Oktober 1954 den Verband Deutscher Sporttaucher e. V. Der erste (vorläufige) Vorstand bestand aus Klaus Meißner, (Hamburg), Jens-Peter Paulsen (Hamburg), Hans Reinerth (Überlingen), Rainer Schwarz (München, Vorsitzender) und Herbert Völsch (Krefeld).

Ziele des Verbandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziele des VDST sind (gem. Vereinssatzung)[3]:

  • die Förderung des Tauchsports und seiner Entwicklung, vor allem in seinem Jugendbereich
  • das Sichern fachlicher und überfachlicher Qualifikation im Bereich Tauchsport
  • Förderung des Umweltschutzes im Tauchsport
  • Ausbildungen nach den Richtlinien des VDST

Ausbildung beim VDST[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildungsschema VDST und CMAS Germany

Mit Beginn des Jahres 2021 hat der VDST die Bezeichnung "German Diver License" (GDL)[4] eingeführt anstelle der bisherigen Bezeichnung VDST (Motto Die German Diver Licence ist vom VDST und die German Diver Licence ist der VDST! [5]). Insofern haben sich alle in den folgenden Abschnitten genannten Bezeichnungen der Brevets geändert.

GDL Junior früher Kindertauchsportabzeichen (VDST-KTSA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VDST bietet Kindertauchausbildung für Kinder ab einem Alter von 6 Jahren im Schnorcheln an und bildet ab 8 Jahren im Gerätetauchen (im Hallenbad) aus.[6] Ab 12 Jahren kann der „Grundtauchschein“ erworben werden, der die Grundlagen des DTSA✶ (CMAS✶) im Hallenbad beinhaltet.[7]

Kindertauchsportabzeichen (KTSA)
Schnorcheln Abzeichen Gerätetauchen Abzeichen Apnoetauchen Abzeichen Kinderspezialkurse Abzeichen
Otter
(ab 6 Jahre)
VDST Aufkleber + Urkunde GDL Junior✶

(KTSA Bronze)
(CMAS Junior✶; ab 8 Jahre)

VDST Aufkleber /

Scheckkarte GDL Junior✶/

Scheckkarte CMAS Junior✶

KTSA Junior Apnoe✶
(ab 8 Jahre)
VDST Aufkleber /Scheckkarte Tarieren
(ab 8 Jahre + KTSA Bronze)
VDST Aufkleber
Robbe
(ab 7 Jahre)
VDST Aufkleber + Urkunde GDL Junior✶✶

(KTSA Silber)
(CMAS Junior✶✶; ab 10 Jahre)

VDST Aufkleber /

Scheckkarte GDL Junior✶✶/

Scheckkarte CMAS Junior✶✶

KTSA Junior Apnoe✶✶
(ab 10 Jahre)
VDST Aufkleber /Scheckkarte Lebensraum Wasser
(ab 8 Jahre + KTSA Bronze)
VDST Aufkleber
Schnuppertauchen
(ab 8 Jahre)
Urkunde GDL Junior✶✶✶

(KTSA Gold)
(CMAS Junior✶✶✶; ab 12 Jahre)

VDST Aufkleber /

Scheckkarte GDL Junior✶✶✶/

Scheckkarte CMAS Junior✶✶✶

KTSA Junior Apnoe✶✶✶
(ab 12 Jahre)
VDST Aufkleber /Scheckkarte Gruppentauchen
(ab 10 Jahre + KTSA Silber)
VDST Aufkleber
DTSA Grundtauchschein
(Basic Diver; ab 12 Jahre)
VDST-Einkleber für den Taucherpass Orientierung
(ab 10 Jahre+ KTSA Silber)
VDST Aufkleber
Modul zum GDL✶

(alt DTSA✶)
(ab 14 Jahre + KTSA Gold)

VDST-Einkleber für den Taucherpass +
VDST-CMAS ID–Karte
Boot I
(ab 12 Jahre + KTSA Gold)
VDST Aufkleber
Boot II
(ab 12 Jahre + KTSA Gold)
VDST Aufkleber

Deutsche Tauchsportabzeichen (VDST-DTSA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene können im VDST verschiedene German Divers Licence (Deutsche Tauchsportabzeichen (DTSA)) erwerben.[7] Diese Abzeichen sind die Befähigungsnachweise des VDST für den Sporttaucher. Es werden drei verschiedene Richtungen mit jeweils aufeinander aufbauenden Tauchausbildungskursen und abgestuften Ausbildungsurkunden bzw. offiziellen Einklebern für den Tauchschein und CMAS ID – Karten angeboten: Gerätetauchen, Apnoetauchen und Nitroxtauchen. Tauchscheine vieler anderer Organisationen werden als Voraussetzung zum Erwerb einer nächsthöheren Ausbildungsstufe anerkannt. Neben dem Deutschen Tauchsport-Abzeichen bieten die Vereine des VDST diverse Sonderkurse (zum Beispiel Orientierungstauchen, Nachttauchen usw.) an.

Deutsche Tauchsportabzeichen (DTSA)
DTSA Geräte[7] Abzeichen DTSA Apnoe[7] Abzeichen DTSA Nitrox[8] Abzeichen
Schnuppertauchen
(ab 12 Jahre;
Introductory Training Programm nach ISO 11121[9])
Urkunde
DTSA Grundtauchschein
(Basic Diver; ab 12 Jahre;
Supervised Diver nach ISO 24801-1[10])
VDST-Einkleber für den Taucherpass Schnorchelbrevet Basic Urkunde
GDL / DTSA✶
(ab 14  Jahre+ KTSA Gold;
Autonomous Diver nach ISO 24801-2[11])
VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

GDL Freediving ✶ /

DTSA Apnoe

VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte

DTSA Nitrox
(entspricht ISO 11107[12])
VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

GDL / DTSA✶✶ VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

GDL Freediving ✶✶ /

DTSA Apnoe✶✶

VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte

DTSA Nitrox✶✶ VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

GDL / DTSA✶✶✶
(Dive Leader nach ISO 24801-3.[13])
VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

GDL Freediving ✶✶✶ /

DTSA Apnoe✶✶✶

VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte

DTSA Triox VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

GDL / DTSA✶✶✶✶ VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte + Urkunde

GDL Freediving ✶✶✶✶ /

DTSA Apnoe✶✶✶✶

VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte

DTSA Trimix VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

DTSA Trimix✶✶ VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

DTSA Gasmischer VDST-Einkleber für den Taucherpass +

VDST-GDL ID–Karte +
VDST-CMAS ID–Karte

Qualifikation der DTSA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VDST vertritt und vermittelt die Grundregel,[14] dass nie alleine, sondern stets in Tauchgruppen aus mindestens 2 Tauchern getaucht werden soll. Die Tauchschein-Stufen (auch: Brevetstufe) sollen dem Sporttaucher ermöglichen, in Gruppen Tauchgänge in gewissen Tiefen und in bestimmter Tauchgruppenzusammensetzung zu erleben. Eine allgemeine Übersicht erscheint hier, genauere Bestimmungen zur Qualifikation der einzelnen VDST-DTSA-Tauchscheinstufen sind der VDST-DTSA-Ordnung in ihrer jeweils gültigen Fassung zu entnehmen.[7]

  • GDL / DTSA✶ (CMAS✶): Tauchpartner – berechtigt zum Tauchen nicht mehr als eines DTSA✶ unter Führung eines Tauchers mit DTSA✶✶ (CMAS✶✶)
  • GDL / DTSA✶✶ (CMAS✶✶): Autonomer Taucher – berechtigt zur Führung eines Tauchgangs mit einem Tauchpartner mit mindestens DTSA✶ (CMAS✶)
  • GDL / DTSA✶✶✶ (CMAS✶✶✶): Tauchgruppenleiter – berechtigt zur Führung einer Tauchgruppe mit jeweils mindestens DTSA✶ (CMAS✶)
  • GDL / DTSA✶✶✶✶: Tauchorganisator – berechtigt zur Führung von Tauchgruppen und Vereinsausfahrten mit mehreren Tauchpartnern mit jeweils mindestens DTSA✶ (CMAS✶) und der Betonung auf Sicherheits- und Notfallverhaltensweisen.

Je nach Zusammensetzung der Tauchgruppen gibt es vom VDST Empfehlungen zu den maximalen Tauchtiefen:

VDST Empfehlung von Tauchgruppen (maximale Tauchtiefen in m)[7]
STUFE des
GDL / DTSA TAUCHSCHEINs
Basic GDL / DTSA✶ GDL / DTSA✶✶ GDL / DTSA✶✶✶ GDL / DTSA✶✶✶✶
Basic nein nein nein ja
(12 m)
ja
(12 m)
GDL / DTSA✶ nein nein ja+
(20 m)
ja16–25
(40 m)
ja16–25
(40 m)
GDL / DTSA✶✶ nein ja+
(20 m)
ja
(40 m)
ja
(40 m)
ja
(40 m)
GDL / DTSA✶✶✶ ja
(12 m)
ja16–25
(40 m)
ja
(40 m)
ja
(40 m)
ja
(40 m)
GDL / DTSA✶✶✶✶ ja
(12 m)
ja16–25
(40 m)
ja
(40 m)
ja
(40 m)
ja
(40 m)
Anmerkungen: + = nicht mehr als 1 DTSA✶ ; 16–25 = DTSA✶ bis 16 Jahre max. 25 m

Zeitaufwand der Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berechnung des Zeitaufwandes

Zeitaufwand in Stunden bis zum Erreichen der entsprechenden Stufe, jeweils ausgehend von einem unerfahrenen Taucher.

  • DTSA* 14 Stunden
  • DTSA** 52 Stunden
  • DTSA*** 106 Stunden
  • DTSA**** 165 Stunden
Inklusive aller Sonderkurse und Freigewässertauchgänge, die vor Erreichen der nächsten Stufe absolviert werden müssen.
Jeder Tauchgang ist mit 30 Minuten eingerechnet.
Vorbereitungszeiten sowie An- und Abfahrt zu den Tauchgebieten und den Theorieterminen ist nicht berücksichtigt.
Der tatsächliche Zeitaufwand wird höher sein.
Die Zeitberechnung erfolgt aus der in der Ordnung angegebenen Zeiteinheiten und Pflichttauchgängen

Tauchlehrerausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Des Weiteren bietet der VDST Ausbildungen zum Tauchlehrer an. Die jeweiligen Stufen an Tauchlehrerqualifikationen orientieren sich dabei an den Rubriken des DTSA:[15]

Tauchlehrer Stufe[15] Abkürzung CMAS-Äquivalenz ISO-Normen[16] Aufgaben
VDST-Jugendleiter (Gerätetauchen) JL Kinder- und jugendgerechte Tauchsport-Veranstaltungen organisieren und leiten. Brevetierung von Jugendschwimmabzeichen und Jugendleistungsabzeichen Flossenschwimmen.
VDST-DOSB-Trainer C (Gerätetauchen) Organisation des Grundlagentrainings im Schwimmen und der Tauchausbildung. Begleitung von Freigewässertauchgängen und ein allgemeines Bewegungsangebot schaffen.
VDST-Assistenztauchlehrer ATL ISO 24802-1[17] Unterrichten von Tauchschülern in einem Schwimmbecken und deren Begleitung bei Freiwassertauchgängen, sowie theoretische Ausbildung von Anfängern.
VDST-CMAS-Tauchlehrer* TL1 CMAS Moniteur * ISO 24802-2[18] Die Ausbildung und Bevetierung von Anfängern (DTSA *). Unterrichten und brevtieren der Spezialkurse Navigation, Gruppenführung und Nachttauchen.
VDST-CMAS-Tauchlehrer ** TL2 CMAS Moniteur ** ISO 24802-2 Die Ausbildung und Bevetierung von Tauchern (DTSA * bis ***). Unterrichten und brevtieren aller Spezialkurse, sowie Mentoring und Training mit Tauchlehreranwärtern.
VDST-CMAS-Tauchlehrer *** TL3 CMAS Moniteur *** ISO 24802-2 Ausbilden und brevetieren (ausgenommen Tauchlehrer) aller Ausbildungsstufen (DTSA * bis ****) und Spezialkursen. Projekte oder Sonderaufgaben in Verbänden und Vereinen übernehmen.
VDST-CMAS-Tauchlehrer **** TL4 Tauchlehrer-Examen abnehmen und Tauchlehrer bevetieren. Daneben Tauchlehrer-Kandidaten ausbilden und Projekte oder Sonderaufgaben in Verbänden und Vereinen übernehmen.
VDST-CMAS-Nitrox-Tauchlehrer Nitrox-TL CMAS Moniteur Nitrox ISO 11107[19] Ausbildung und Brvertierung für das Tauchen mit Nitrox.
VDST-CMAS-Nitrox-Tauchlehrer-Prüfer Nitrox-TLP Ausbildung und Brvertierung von Nitrox-Tauchlehrern.
VDST-DOSB-Trainer C (Apnoetauchen) Organisation des Grundlagentrainings im Schwimmen und der Apnoeausbildung im Schwimmbad.
VDST-CMAS-Apnoe-Tauchlehrer* Apnoe-TL1 CMAS Freediving Instructor ISO 13970[15] Unterrichten des Apnoetauchens im Schwimmbad und Freiwasser. (Tief- und Streckentauchen. DTSA Apnoe * bis ***)
VDST-CMAS-Apnoe-Tauchlehrer** Apnoe-TL2 CMAS Freediving Instructor ISO 13970 Unterrichten des Apnoetauchens im Schwimmbad und Freiwasser. (Tief- und Streckentauchen. DTSA Apnoe * bis ****)
VDST-CMAS-Apnoe-Tauchlehrer*** Apnoe-TL3 Apnoe-Tauchlehrer-Examen abnehmen und Apnoe-Tauchlehrer bevetieren. Daneben Apnoe-Tauchlehrer-Kandidaten ausbilden und Projekte oder Sonderaufgaben in Verbänden und Vereinen übernehmen.
VDST-Medizinausbilder Unterrichten von erster Hilfe, Herz-Lungen-Wiederbelebung und anderen medizinischen Inhalten in Tauchkursen.

CMAS Germany[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland vertritt der VDST die Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS).[20] CMAS Germany ist eine Arbeitsabteilung des VDST.[21] Für folgende Organisationen übernimmt der VDST die deutsche Vertretung, d. h. die Verwaltung der abgelegten Tauchprüfungen (Brevet's) gegenüber CMAS International:

Die CMAS verfolgte ursprünglich das Ziel in jedem Land nur eine Organisation als direkten Ansprechpartner zu haben. Dieses Konzept wird jedoch nicht für jedes Land eingehalten.[34] Für Deutschland wurde daher im Jahr 2001 die CMAS Germany als vom VDST unabhängiger eingetragener Verein gegründet. Ziel war vor allem die weltweit wohl einmalige Zersplitterung von Interessen, Meinungen und Ausbildungsstandards im Tauchsport in Deutschland zu beenden. Insbesondere war an eine Kooperation kommerzieller Tauchorganisationen mit nicht kommerziellen Organisationen wie dem VDST gedacht.[35] Dieser Versuch wurde jedoch aufgrund von Dissonanzen zwischen den beteiligten Tauchorganisationen u. a. über die Ausbildungsstandards, im Jahr 2004 durch Kündigung des Vertrages seitens des VDST beendet.[36] Geblieben ist die Verwaltung der CMAS Brevets über den VDST. Inzwischen ist Tauchen ein Massensport. VDST-Vereine (ehrenamtliches Engagement) stehen inzwischen in Konkurrenz zu vielen kommerziellen Tauchschulen einer kaum überschaubaren Zahl von kommerziellen Tauchorganisationen.

Eine in Rostock ansässige Tauchbasis CMAS Baltic Commercial (bzw. DIVE CONNECTION ROSTOCK) ist unter der Bezeichnung CMAS Baltic[37][38] in Deutschland als Tauchverband aktiv. CMAS Baltic beruft sich bei seiner CMAS Akkreditierung auf die CMAS Federation CMAS BALTIC Sporta Biedrība für das Land Litauen. Gemäß den CMAS Regularien ist es einer länderabhängigen Federation nicht gestattet in anderen Länder aktiv zu werden (Ausnahme Tauchausbildung eigener Urlauber). Aktivitäten des Verbandes in Lettland sind laut VDST aktuell nicht nachweisbar.

Auf Intervention des VDST (für die CMAS Germany) hat das CMAS Board of Directors in seinen Sitzung 201 vom 25. April 2018 und 205 vom 26. Januar 2019 beschlossen CMAS BALTIC Sporta Biedrība vor die CMAS Disziplinarkammer zu zitieren nach dem Einigungsversuche zwischen VDST (CMAS Germany) und CMAS Baltic endgültig gescheitert sind. Am 2. Oktober 2019 wurden die Argumente von CMAS BALTIC Sporta Biedrība [39] u. a. auf Verletzung des EU Wettbewerbsrechts zurückgewiesen und die aus Sicht der CMAS Rechtmäßigkeit der länderabhängigen Federations betont.[40] Eine Federation darf nur in ihrem Land Brevetierungen durchführen (Ausnahme eigene Urlauber im Ausland). CMAS BALTIC Sporta Biedrība wurde für zunächst ein Jahr aus der CMAS ausgeschlossen und zu einer Geldstrafe von 10 000 EUR plus 3 000 Gebühren verurteilt. Weitere Rechtsmittel sind möglich.

CMAS BALTIC Sporta Biedrība wurde bereits 2018 von der CMAS aus der Liste der Federations entfernt.[41] In der Liste der Tauchschulen befindet sich die Tauchschule CMAS Baltic Commercial.[42]

CMAS Baltic bezeichnet sich unverändert als CMAS Tauchverband und vertritt die Tauchorganisationen

  • VIST – Verband Internationaler Sporttaucher[43] (VIST wurde als eingetragener Verein im Umfeld der Betreiber des Tauchsees in Hemmoor gegründet und wurde 2017 an die Firma Kara & Kara GbR verkauft.)
  • UDI – United Diving Instructors [44]
  • Barakuda – Barakuda Wassersport GmbH [45] (Barakuda ist seit 2017 auch in der CMAS Germany vertreten)

Offen bleibt die Anerkennung der CMAS Brevetierung ab 2018 (z. B. bei einem notwendigen Wechsel der Tauchorganisation durch einen Umzug).

Verbandszeitschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Barakuda (heute IAC) 1954 übernommene Verbandszeitschrift Delphin wurde mit einer Auflage von rund 20.000 Exemplaren zunächst an den Schmidt-Römhild-Verlag[46] und kurz darauf an den Jahr-Verlag (seit 2000: Jahr Top Special Verlag) übergeben, wo sie seit 1978 als Tauchen verlegt wird.[47]

Um weiterhin ein von einem kommerziellen Verlag unabhängiges Verbandsorgan zu besitzen, wurde in Zusammenarbeit mit Schmidt-Römhild eine neue Zeitschrift gegründet, Der Sporttaucher[46], die bis heute besteht. Im Januar 2006 wechselte Der Sporttaucher zum Olympia-Verlag, im Juli 2009 zu Publicom Z und wird seit Juli 2018 unter dem Namen VDST-sporttaucher von der BWH Gmbh (Buchdruckwerkstätten Hannover) verlegt.[48] Der VDST-sporttaucher erscheint sechsmal jährlich in einer verbreiteten Auflage von 58.105 Stück (Stand 2017).[48]

Personalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Okt. 1954: Rainer Schwarz (kommissarisch)
  • 1954–1958: Hans Reinerth
  • 1958–1968: Jens Peter Paulsen (Berkemann)
  • 1968–1977: Hans-Joachim Bergann
  • 1977–1986: Paul Baumhaus
  • 1986–1996: Udo Radzei
  • 1996–2000: Friedrich Naglschmid
  • 2000: Ralf Specht (kommissarisch)
  • 2000–2003: Axel Kern
  • 2003–2019: Franz Brümmer
  • seit 2019: Uwe Hoffmann

Ehrenpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Reinerth (1958)
  • Jens Peter Paulsen (Berkemann) (1968)
  • Hans-Joachim Bergann (1980)
  • Paul Baumhaus (1986)

Ehrenmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Hass (1974)
  • Dieter Ertl (1991; Ehrenmitglied d. Vorstandes)
  • Jürgen Warneke (2007)
  • Hans-Joachim Roggenbach (2009)
  • Norbert Amm (2019)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Heinz Kerll: Chronik des Tauchsports 1954–2009. Münster, Eigenverlag, CD-Ausgabe 1, Version 14, Dezember 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d VDST: Mitglieder. Verband Deutscher Sporttaucher e.V., abgerufen am 9. April 2021.
  2. sporttaucher. Das Mitgliedermagazin des Verbandes Deutscher Sporttaucher, Nr. 6/2014, S. 17.
  3. Satzung. Verband Deutscher Sporttaucher e.V., 18. November 2017, abgerufen am 11. August 2019.
  4. https://www.german-diver-licence.de German Diver License
  5. https://www.vdst.de/2021/01/22/german-diver-licence-zukunft-neu-gestalten German Diver Licence - Zukunft neu gestalten
  6. VDST-Ordnung KTSA, Ausbildungsordnung für das Deutsche Kindertauchsportabzeichen (PDF; 257 kB) In: Downloads: Ausbildung – Ordnungen. VDST (01/2018). Abgerufen am 23. März 2018.
  7. a b c d e f VDST-Ordnung DTSA, Ausbildungsordnung für das Deutsche Tauchsportabzeichen (PDF; 386 kB) In: Downloads: Ausbildung – Ordnungen. VDST (01/2018). Abgerufen am 23. März 2018.
  8. VDST Ordnung Mischgastauchen 2017 (PDF; 257 kB) In: Downloads: Ausbildung – Mischgastauchen. VDST (01/2017). Abgerufen am 23. März 2018.
  9. Recreational diving services – Requirements for introductory training programmes to scuba diving (ISO 11121). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  10. Recreational diving services — Requirements for the training of recreational scuba divers — Part 1: Level 1 — Supervised diver (ISO 24801-1). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  11. Recreational diving services — Requirements for the training of recreational scuba divers — Part 2: Level 2 — Autonomous diver (ISO 24801-2). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  12. Recreational diving services — Requirements for training programmes on enriched air nitrox (EAN) diving (ISO 11107). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  13. Recreational diving services — Requirements for the training of recreational scuba divers — Part 3: Level 3 — Dive leader (ISO 24801-3). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  14. "Grundlegende Sicherheitsregeln des VDST / CMAS: nie allein tauchen, nie bei Unwohlsein tauchen, gemeinsames Tauchen, der Gruppenschwächste begrenzt den Tauchgang, Position einhalten, Beendigung bei Frieren, bei Partnerverlust austauchen"
  15. a b c Prüferordnung des VDST (PDF) VDST(01/2018). Abgerufen am 23. März 2018.
  16. Relevant Standards for the certification of Trainings Organisations/System. EUF, abgerufen am 4. Oktober 2017 (englisch).
  17. Recreational diving services – Requirements for the training of scuba instructors – Part 1: Level 1(ISO 24802-1). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  18. Recreational diving services – Requirements for the training of scuba instructors – Part 2: Level 2 (ISO 24802-2). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  19. Recreational diving services — Requirements for training programmes on enriched air nitrox (EAN) diving (ISO 11107). ISO, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  20. Federations CMAS International, abgerufen am 29. Mai 2012.
  21. CMAS Germany, abgerufen am 6. Juni 2012.
  22. International Aquanautic Club, zugegriffen: 29. Mai 2012
  23. Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG), zugegriffen: 29. Mai 2012
  24. Freie internationaltätige Tauchlehrer, zugegriffen: 29. Mai 2012
  25. Fachverband staatlich geprüfter Tauchsportlehrer e. V. (FST), zugegriffen: 29. Mai 2012
  26. International Committee od marine conversation (ICMC), zugegriffen: 29. Mai 2012
  27. International Diving Association GbR (IDA)
  28. S.U.B. Tauchsportservice GmbH (SUB), zugegriffen: 29. Mai 2012
  29. United Diving Instructors (UDI), zugegriffen: 29. Mai 2012
  30. Verband Europäischer Sporttaucher (VEST), zugegriffen: 29. Mai 2012
  31. Verband Internationaler Tauchschulen (VIT) Homepage, zugegriffen: 29. Mai 2012
  32. Barakuda Wassersport GmbH ist neuer VDST-Lizenznehmer. VSDT, 21. Januar 2017, abgerufen am 23. März 2018.
  33. http://barakuda.org/content/unsere-partner Barakuda Partner
  34. https://www.cmas.org/federation-list CMAS Landesorganisationen
  35. https://web.archive.org/web/20011203191819/http://cmas-germany.de/cmas-germany-news.htm CMAS Germany Eine Vision wird Wirklichkeit
  36. https://www.bltv-ev.de/pub/bat/2004/cmas-germany-lizenzvertragskuendigung.pdf CMAS Germany Lizenzkündigung
  37. http://www.cmas-baltic.de CMAS Baltic
  38. http://www.cmas-baltic.org CMAS Baltic
  39. https://docplayer.org/187707599-Cmas-baltic-eine-kurze-einfuehrung-ist-notwendig-um-die-nachfolgende-problematik-zu-verstehen.html Stellungnahme CMAS Baltic
  40. http://www.u-d-i.de/.cm4all/uproc.php/0/CMAS%20DC%20Beschlu%C3%9F%2002.10.19.pdf?cdp=a&_=170a54a7060 Ruling of the CMAS Disciplinary Case DC 01-2019 Verband Deutscher Sporttaucher vs. CMAS BALTIC Sporta Biedrība
  41. http://www.cmas.org/federation-list CMAS Liste der Federations
  42. https://www.cmas.org/diving_centers_europe.php CMAS Tauchschulen in Europa
  43. Dive with VIST, zugegriffen: 29. August 2021
  44. http://www.u-d-i.de United Diving Instructors
  45. http://barakuda.org Barakuda Wassersport GmbH
  46. a b Die Tauchsportzeitschrift „Delphin“. Barakuda.org, abgerufen am 10. August 2015.
  47. Fritz Holzmann: Deutschsprachige Zeitschriften. Verlag der Schillerbuchhandlung Hans Banger, Band 29, 1983, S. 97.
  48. a b Impressum. In: sporttaucher. Nr. 5, 2018, S. 66.