Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik

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VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.
(VDE)
Logo
Zweck Technisch-wissenschaftlicher Verband
Sitz Frankfurt am Main
Gründung 22. Januar 1893[1]
Präsident Bruno Jacobfeuerborn
Vorstand Ansgar Hinz
Mitglieder 36.000
Website www.vde.com

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) ist ein 1893 gegründeter technisch-wissenschaftlicher Verband in Deutschland.

Verband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik ist einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Ihm gehören 36.000 Mitglieder (davon 1.300 Unternehmen) und 1.200 Mitarbeiter an (Stand 2015). Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. Die Themenschwerpunkte des Verbandes reichen von der Energiewende über Industrie 4.0, Smart Traffic und Smart Living bis hin zur IT-Sicherheit. Der VDE setzt sich insbesondere für die Forschungs- und Nachwuchsförderung sowie den Verbraucherschutz ein.

Das Netzwerk des VDE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsitz des VDE ist Frankfurt am Main, weitere Repräsentanzen hat der Verband in Berlin und Brüssel. Außerdem gibt es bundesweit Landesvertretungen und 29 Bezirksvereine. In Nordamerika und Asien ist der VDE mit Niederlassungen der VDE Global Services GmbH vertreten. In Europa ist der VDE u. a. in Italien, Frankreich, Polen, Türkei und Spanien präsent.

VDE-Fachgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In fünf Fachgesellschaften für Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik / Mikrosystemtechnik sowie Automatisierungstechnik beschäftigen sich Experten aus Wissenschaft und Industrie mit Themen rund um Elektro-/Informationstechnik und ihre Anwendungen.

Normung und Standardisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE ist die Stelle für die elektrotechnische Normung in Deutschland und erarbeitet Normen und Sicherheitsbestimmungen für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Sie vertritt die deutschen Interessen im Europäischen Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und in der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC).

Netztechnik und -betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) erarbeitet VDE-Anwendungsregeln und technische Hinweise für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungs- und Verteilungsnetze. Mitglieder sind Unternehmen, Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden.

Prüfsiegel des VDE

Prüfen und Zertifizieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der gemeinnützigen VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH mit Hauptsitz in Offenbach testen die unabhängigen Prüfingenieure des VDE-Instituts mehr als 100.000 Geräte pro Jahr. Besteht das Produkt die Tests, erhält es das VDE-Zeichen, ein Dreieck, das für Sicherheit steht. Mit der VDE Global Services GmbH leistet das VDE-Institut Prüfungen und Zertifizierungen weltweit.

Normen und Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Fachverlag für Elektrotechnik und Informationstechnik publiziert der VDE Verlag die neuesten VDE-Normenwerke, Fachbücher und Fachzeitschriften.

Technik-Consulting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH fördert innovative Projekte und Unternehmen im In- und Ausland.

Nachwuchsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im VDE YoungNet sind rund 60 Hochschulgruppen, 8.000 Studierende und 6.000 Young Professionals engagiert. Sie planen Projekte, tauschen Wissen, Tipps und Erfahrungen aus, nutzen direkte Kontakte zu Professoren und Industrieunternehmen im In- und Ausland. Gemeinsam mit dem BMBF führt der VDE Schülerwettbewerbe wie Invent a Chip und SolarMobil Deutschland durch, bei denen junge Menschen frühzeitig an Technik herangeführt werden sollen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Siegeszug der Elektroenergie ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zur Herausbildung eines eigenen Technikzweiges, der Elektrotechnik. In den 1870er Jahren erkannte Werner von Siemens die immense Bedeutung und das Potenzial der neuen Technikrichtung und wandte sich an den Generalpostmeister Heinrich von Stephan mit diesen Überlegungen: „Neben der Telegraphie, die schon in etwas ruhigere Entwicklungsbahnen eingelenkt ist, [...] sehen wir überall ein wildes Rennen auf dem Gebiet der Elektrotechnik, ein rastloses Streben der Electrizität einen wichtigen Platz in den alten Industriezweigen zu erobern und neue auf sie zu begründen. Allen diesen Bestrebungen fehlt bisher ein ordnender, berichtigender Mittelpunkt.“ Stephan genehmigte daraufhin die Gründung eines Vereins, der die ordnende Funktion übernehmen sollte. Im Januar 1879 erfolgte die Gründung des ersten Berliner Elektrotechnik-Vereins, der sich zunächst um die Sicherheit der elektrotechnischen Anlagen, die Klärung der Verwendung von Gleich- oder Wechselstrom und dem Austausch zwischen den Betreibern von Schwachstrom- und Starkstrom-Anlagen kümmerte. Doch die Probleme nahmen weiter zu, so dass ein nationaler Verband notwendig erschien. Der größte Befürworter einer solchen Einrichtung war Adolf Slaby, in den 1880er Jahren Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Er forderte die Elektrotechnischen Vereine in einem 1892 versendeten Rundschreiben auf „... Nur in der zielbewussten Vereinigung unserer geistigen Mittel können wir hoffen, nachhaltig für die erfolgreiche Vertretung unserer Interessen zu wirken. Sollten Sie dieser Anschauung zustimmen, so laden wir Sie hierdurch freundlichst ein, an einer im Monat November oder Dezember in Berlin stattfindenen Besprechung teilzunehmen.[...]“ Der Einladung folgten zahlreiche Ingenieure und Wissenschaftler; die Gründungsversammlung verschob sich allerdings durch den Tod von Siemens (6. Dezember) auf das folgende Jahr. Als sich am 21. Januar 1893 im Gelben Saal des Hotels Kaiserhof 37 Vertreter aus dem Gebiet Elektrotechnik getroffen hatten, klärten sie die notwendigen Organisationsfragen. Am folgenden Tag erfolgte bei einem von Emil Rathenau veranstalteten Festessen in seinem Haus die feierliche Gründung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker. Als erste vorläufige Vorstandsmitglieder wurden Adolf Slaby und Georg Wilhelm von Siemens gewählt.[2]

In den folgenden Jahrzehnten passten die Verbandsmitglieder sowohl den Namen als auch die Aufgaben des Verbandes den jeweils aktuellen technischen Erfordernissen an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlin Kalender, 1998, Verlag Haude und Spener/Edition Luisenstadt, 1998, S. 37, ISBN 3-7759-0417-4.
  2. Maria Curter: Der Verband Deutscher Elektrotechniker wird gegründet. In: Berlin Kalender, 1998, Verlag Haude und Spener/Edition Luisenstadt, 1998, S. 38/39, ISBN 3-7759-0417-4.