Verband der Schweizerischen Lack- und Farbenindustrie

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Der Verband der Schweizerischen Lack- und Farbenindustrie (französisch: Union Suisse de l'Industrie des Vernis et Peintures, abgekürzt VSLF beziehungsweise USVP) vertritt die Interessen der schweizerischen Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie in Politik und Öffentlichkeit. Sitz des Verbands ist Winterthur.

Geschichte

Der Verband wurde am 5. September 1907 von 28 Firmen unter dem Namen Verband Schweizerischer Lack- und Farbenfabrikanten gegründet.[1] Erster Präsident des Verbandes wurde Alexis Landolt.[2] Ziel war damals die Einführung einer minimalen Marktordnung und die Regelung des Kreditwesens.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der in dieser Zeit typischen Bearbeitung von Aspekten der Kriegswirtschaft beginnt der Umbau zu einem modern agierenden, dienstleistenden Wirtschaftsverband. Die Verbandsstrukturen werden durch die Schaffung von markt-, technik-, ausbildungs- und dienstleistungsorientierten Fachgruppen und Kommissionen neu ausgerichtet und entsprechen bereits der heutigen Struktur. Ebenfalls wurde begonnen, die Ausbildung zum Chemielaboranten auf die lackspezifischen Belange anzupassen.[1]

1951 war der VSLF ein Gründungsmitglied des europäischen Branchenverbandes CEPE. 1956 wurde mit der Einführung von Regionaltreffen in der französischsprachigen Schweiz der Grundstein für das schließlich 1966 gegründete Groupement Romand gelegt. 1962 wurde der erste "Wirtschaftliche Fachkongress" für die europäische Lack- und Farbenbranche in der Schweiz durchgeführt. 1998 beschließen die Vereinigung Schweizerischer Druckfarbenfabrikanten (VSDF) und die Interessengemeinschaft Holzschutz (IGH) ihre Auflösung und den Beitritt der Mitglieder zum VSLF.[1]

2008 wurde der in der Schweiz neuartige Lehrberuf Laborant EFZ, Fachrichtung Farbe & Lack geschaffen. Im Herbst 2008 starteten 16 Auszubildende ihre Ausbildung.[3]

Zum 1. Januar 2010 erfolgte die Umbenennung in Verband der Schweizerischen Lack- und Farbenindustrie.[4]

Organisation

Dem VSLF gehören 65 herstellende und/oder importierende Mitglieder an. Diese erzielen einen Umsatz von circa 1.33 Milliarden Schweizer Franken und beschäftigen etwa 2500 Mitarbeitende. 25 sogenannte assoziierte Mitglieder gehören ebenfalls dem VSLF an. Dabei handelt es sich um Lieferanten von branchenspezifischen Rohmaterialien, Geräten und Dienstleistungen.[4][5] Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich in Winterthur.[6]

Verbandspräsident ist seit 2008 Peter Hilpert (Siegwerk Switzerland AG), Vizepräsident ist Lionel Schlessinger (Monopol AG). Der Vorstand besteht insgesamt aus 11 Personen.[7]

Geschäftsführerkonferenzen und Kommissionen

Der Verband besteht aus 6 Geschäftsführerkonferenzen und 4 Kommissionen. Die Geschäftsführerkonferenzen sind im Einzelnen: Plenum, Baumalerprodukte, Druck, Holz, Industrielacke & Korrosionsschutzfarben und Putz. Dazu kommen die Kommission für Technik und Ökologie, die Technische Kommission Druckfarben, die Berufsbildungskommission, die REACH-Kommission, sowie die Regionalgruppe Groupement Romand.[8] Diese ist eine Besonderheit des schweizerischen Verbandes und bezeichnet eine Regionalgruppe, die die besonderen Belange der Verbandsmitglieder aus dem französischsprachigen Teil der Schweiz vertritt.[9]

Kooperationen

Der VSLF ist Mitglied im europäischen Dachverband Conseil Européen de l’Industrie des Peintures, des Encres d’Imprimerie et des Couleurs d’Arts (CEPE).[5]

Auf nationaler Ebene ist der VSLF Mitglied von economiesuisse, dem Verband der Schweizer Unternehmen.[5] Daneben herrscht ein enger Austausch mit der Schweizerischen Vereinigung der Lack- und Farbenchemiker (SVLFC / ASCVP), in der die Mitarbeiter der Branche organisiert sind.[9]

Branchenübergreifend bildet der VSLF seit dem Mai 2009 eine Interessengemeinschaft mit dem Schweizerischen Kosmetik- und Waschmittelverband (SKW) und dem Textilverband Schweiz (TVS), die als IG Industrie Schweiz bezeichnet wird.[4]

Ziele

Der Verbandszweck des VSLF ist die "Wahrung und Förderung der gemeinsamen Interessen der Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie". Dabei vertritt der Verband seine Mitglieder im Verkehr mit Behörden, Amtsstellen, Wirtschaftsverbänden, Konsumenten- und Umweltorganisationen und Medien, fördert den Kontakt unter den Mitgliedern und den Zusammenhalt zwischen den Landesteilen.[10]

Aktivitäten

Als Aufgaben des Verbandes werden Monitoring und Mitgestaltung des regulativen Umfeldes, Selbstregulierung beim Umwelt- und Gesundheitsschutz und amtliche Aufgaben gesehen. Im Einzelnen engagiert sich der Verband in den Bereichen Statistiken & Marktforschung, Aus- und Weiterbildung, Sprachrohr der Branche gegenüber Behörden und Öffentlichkeit, Pflege internationaler Beziehungen, vor allem über den europäischen Branchenverband CEPE und Informationsvermittlung.[11]

Im Frühjahr 2008 wurde ein Ausbildungsfonds gegründet, der zur Finanzierung von Kursen innerhalb der Ausbildung zum Lacklaboranten genutzt wird.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d VSLF-Geschichte komprimiert; 07/2008
  2. Präsidenten seit 1907. Abgerufen am 30. Juni 2011.
  3. M. Lüpold; ; Erste Schweizer Lack-Azubis starten ihre Lehre; Farbe und Lack 08/2008
  4. a b c d M. von Bardeleben; Jetzt ist die Zeit der Entscheidungen; Farbe und Lack; Seite 51f
  5. a b c Geschichte und Bedeutung. Abgerufen am 30. Juni 2011.
  6. Organisation. Abgerufen am 30. Juni 2011.
  7. Vorstand. Abgerufen am 30. Juni 2011.
  8. Organigramm des VSLF; 01/2010. Abgerufen am 30. Juni 2011.
  9. a b O. Weibel; VSLF: Der andere Verband; Farbe und Lack; 04/1998
  10. Verbandszweck. Abgerufen am 30. Juni 2011.
  11. Hauptaufgaben des Verbandes. Abgerufen am 30. Juni 2011.