Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 41′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Fläche: 153,52 km2
Einwohner: 22.714 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Verbandsschlüssel: 07 1 32 5001
Verbandsgliederung: 42 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Rathausstr. 13
57610 Altenkirchen (Westerwald)
Webpräsenz: www.vg-altenkirchen.de
Bürgermeister: Heijo Höfer (SPD)
Lage der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
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Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen

Die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) ist eine Verwaltungseinheit in der Rechtsform einer Gebietskörperschaft im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Der Verbandsgemeinde gehören die Stadt Altenkirchen (Westerwald) sowie 41 eigenständige Ortsgemeinden an, der Verwaltungssitz ist in der namensgebenden Stadt Altenkirchen (Westerwald). Sie ist die flächenmäßig größte Verbandsgemeinde des Landkreises Altenkirchen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaften der Verbandsgemeinde liegen im Altenkirchener Becken und auf den das Becken umgebenden Höhenzügen. Das Becken wird von der Wied, die bei Ingelbach in das Gebiet der Verbandsgemeinde eintritt, durchzogen. Bevor sie bei Neitersen die Verbandsgemeinde Flammersfeld erreicht, hat sie innerhalb der Verbandsgemeinde Altenkirchen zahlreiche kleinere Bäche (Almersbach, Erbach, Quengelbach, Ölfer Bach) aufgenommen.

Die höchsten Erhebungen der Verbandsgemeinde sind der Beulskopf (388 m), der Asberg bei Weyerbusch (334 m) und der Dorn bei Altenkirchen (282 m).

Verbandsangehörige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgemeinde, Stadt Fläche (km²) Einwohner
Almersbach 0,61 410
Altenkirchen (Westerwald), Stadt 10,98 6.221
Bachenberg 1,67 105
Berod bei Hachenburg 5,05 557
Birnbach 3,11 623
Busenhausen 3,02 339
Eichelhardt 2,84 487
Ersfeld 1,40 75
Fiersbach 3,04 253
Fluterschen 3,37 649
Forstmehren 1,61 149
Gieleroth 5,92 648
Hasselbach 5,76 297
Helmenzen 4,15 870
Helmeroth 3,57 184
Hemmelzen 2,83 271
Heupelzen 2,58 253
Hilgenroth 2,96 300
Hirz-Maulsbach 6,14 324
Idelberg 1,13 57
Ingelbach 5,08 536
Isert 1,84 136
Kettenhausen 1,68 271
Kircheib 6,55 523
Kraam 2,73 170
Mammelzen 4,12 1.077
Mehren 3,67 480
Michelbach (Westerwald) 4,42 528
Neitersen 5,64 759
Obererbach (Westerwald) 3,63 553
Oberirsen 9,45 632
Oberwambach 3,99 429
Ölsen 2,26 90
Racksen 1,97 142
Rettersen 3,21 368
Schöneberg 3,20 396
Sörth 1,99 220
Stürzelbach 1,77 247
Volkerzen 1,98 85
Werkhausen 5,75 240
Weyerbusch 4,22 1.356
Wölmersen 2,63 404
Verbandsgemeinde Altenkirchen 153,49 22.714

(Einwohner am 31. Dezember 2015)[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Verbandsgemeinde Altenkirchen entstand mit dem Achten Verwaltungsvereinfachungsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz, das am 28. Juli 1970 durch den damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl verkündet wurde und am 7. November 1970 in Kraft trat, aus den bisherigen Verbandsgemeinden Altenkirchen und Weyerbusch, die wiederum am 1. Oktober 1968 aus den ehemaligen Ämtern Altenkirchen und Weyerbusch hervorgegangen waren.

Die Verbandsgemeinde Weyerbusch mit ihren 22 Gemeinden zählte etwa 5.600 Einwohner und erreichte so nicht die von der Landesregierung ausgegebene Soll-Richtzahl von 7.500 Einwohnern pro Verbandsgemeinde. So wurde sie in die seinerzeit noch 25 Gemeinden umfassende und 12.500 Einwohner zählende Verbandsgemeinde Altenkirchen eingegliedert. Hinzu kamen von der Verbandsgemeinde Hachenburg im Oberwesterwaldkreis die Ortsgemeinde Berod bei Hachenburg, sowie von der Verbandsgemeinde Flammersfeld die Ortsgemeinden Schöneberg und Neiterschen mit Kahlhardt und Fladersbach, Neiterschen hatte sich schon am 7. Juni 1969 mit den Ortsgemeinden Niederölfen und Neitersen zur Ortsgemeinde Neitersen in Form einer Neubildung zusammengeschlossen. Vorher, am 1. Mai 1969, wurden die zur Verbandsgemeinde Weyerbusch zählenden Gemeinden Marenbach und Rimbach nach Oberirsen sowie die Gemeinde Hilkhausen mit den Ortsteilen Wiesplacken und Irlen nach Weyerbusch eingemeindet.

Die zur Verbandsgemeinde Weyerbusch gehörenden Ortsgemeinden Giershausen und Ziegenhain wurden 1970 in die Verbandsgemeinde Flammersfeld eingegliedert. Die selbstständige Gemeinde Dieperzen wurde schließlich auf eigenen Wunsch am 10. Juni 1979 nach Altenkirchen eingemeindet.

Die Verbandsgemeinde Altenkirchen ist Rechtsnachfolgerin der Verbandsgemeinden Altenkirchen und Weyerbusch.

Zum ersten gemeinsamen Bürgermeister wurde der Sozialdemokrat Emil Haas gewählt, der aber schon 1971 in den Ruhestand trat. Ihm folgten Karlheinz Klöckner (SPD) (1971–1992) und seit 1992 der Kreuznacher Jurist Heinz-Joachim Höfer. Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen sind bisher auch zugleich Stadtbürgermeister der Kreisstadt Altenkirchen im Ehrenamt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl, bezogen auf das heutige Gebiet der Verbandsgemeinde Altenkirchen; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 6.490
1835 8.845
1871 11.159
1905 12.998
1939 14.619
1950 16.714
Jahr Einwohner
1961 17.475
1970 18.285
1987 18.495
1997 22.832
2005 23.612
2015 22.714

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verbandsgemeinderat Altenkirchen (Westerwald) besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 14 12 4 2 4 36 Sitze
2009 14 11 3 4 4 36 Sitze
2004 14 14 3 2 3 36 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Altenkirchen e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen seit 1968:[4]

  • 1968–1971 Emil Haas (SPD) (1950–1968 war Haas Amtsbürgermeister im Amt Altenkirchen)
  • 1971–1992 Karlheinz Klöckner (SPD)
  • 1992–0000 Heijo Höfer (SPD)

Wahlkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Landtagswahlen gehören die der Verbandsgemeinde Altenkirchen angehörenden Gemeinden zum Wahlkreis 02-Altenkirchen, bei Bundestagswahlen zum Wahlkreis 198-Neuwied.

Wappen der Verbandsgemeinde Altenkirchen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Rot einen goldenen Leoparden mit schwarz-weiß gestücktem Bord. Der Leopard, das Wappen des Grafen von Sayn, wird bereits seit dem Jahr 1907 als Wappen der Kreisstadt Altenkirchen geführt. Durch ein zugefügtes schwarz-weißes Bord und das Weglassen der Mauerkrone ist das Wappen des früheren Amtes Altenkirchen gegenüber dem Wappen der Kreisstadt Altenkirchen geändert worden. Das schwarz-weiß getünchte Bord betont die Zugehörigkeit zu Preußen.

Kommunalpartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde Altenkirchen unterhält seit 1972 mit der französischen Stadt Tarbes im Département Hautes-Pyrénées und seit 1995 mit der polnischen Gemeinde Olszanka in der Woiwodschaft Oppeln Kommunalpartnerschaften.

Auf der Grundlage der Partnerschaft mit Tarbes findet ein Schüleraustausch statt, an dem das Westerwald-Gymnasium und die Realschule Plus Altenkirchen teilhaben. Weiterhin sind aus der Partnerschaft auch Kontakte zwischen verschiedenen Vereinen entstanden. Auch bei der Partnerschaft mit Olszanka hat der Jugendaustausch Vorrang. Außerdem haben die Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Altenkirchen und der Gemeinde Olszanka freundschaftliche Beziehungen zueinander aufgebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenkirchen, Bahnhof

Durch die Verbandsgemeinde Altenkirchen führen die Bundesstraßen 8, 256 und 414.

Die Verbandsgemeinde ist an die Oberwesterwaldbahn angebunden, die von der vectus Verkehrsgesellschaft mbH betrieben wird. Seit 1. August 2002 ist der VRS-Tarif als Übergangstarif auf den Schienenstrecken im Kreis Altenkirchen anerkannt. Bahnstationen gibt es in Altenkirchen (Westerwald), Ingelbach und Obererbach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen
  • Pestalozzi-Grundschule Altenkirchen
  • Erich Kästner-Grundschule Altenkirchen
  • Bürgermeister-Raiffeisen-Schule Weyerbusch
  • FEBA – Freie Evangelische Bekenntnisschule Altenkirchen
Staatliche Kooperative Gesamtschule Altenkirchen
  • Westerwald-Gymnasium
  • Realschule Plus
Volkshochschule
  • Als staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung übernimmt das Haus Felsenkeller e. V. die Aufgaben der außerschulischen Bildung für die Verbandsgemeinde Altenkirchen.
Studieneinrichtungen

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald) verfügt über ein ausgebautes und markiertes Wander- und Radwegenetz. So bieten unter anderem das landschaftlich reizvolle Mehrbachtal im Westen der Verbandsgemeinde und das zur „Kroppacher Schweiz“ gehörige Nistertal bei Helmeroth im Nordosten individuelle und interessante Wanderungen. Auch der 2008 eröffnete und insgesamt 235 Kilometer lange „Westerwald-Steig“ liegt mit einer Strecke von 28 Kilometern in der Verbandsgemeinde Altenkirchen (Westerwald). Hierbei führt der Westerwald-Steig auch am Beulskopf vorbei. Der Beulskopf, die höchste Erhebung (388 Meter ü. NN), liegt im Norden in der Ortsgemeinde Heupelzen. Hier wurde 1990 ein hölzerner Aussichtsturm – der „Raiffeisenturm“ – mit einer Höhe von 35 m errichtet. Benannt wurde er zur Ehren des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreisverwaltung Altenkirchen (Hrsg.): Der Landkreis Altenkirchen im 20. Jahrhundert. Eine Chronik, 1. Auflage, Altenkirchen 1992 (ISBN 3-925190-10-4).
  • Jakob Rausch: Geschichte des Kreises Altenkirchen, Nachdruck der Ausgabe von 1921, Schaan/Liechtenstein 1983.
  • Kreisverwaltung Altenkirchen (Hrsg.): Land an Sieg und Wied. Heimatkunde des Kreises Altenkirchen, Wissen 1987.
  • Horst Heinemann: Geschichte und Geschichten über die Entwicklung der Verbandsgemeinde Altenkirchen von der Steinzeit bis zur Neuzeit. Die Verbandsgemeinde Altenkirchen im Spiegel der Zeitgeschichte, Altenkirchen 2008.
  • Heinrich Holschbach: Volkskunde des Kreises Altenkirchen. Elberfeld 1928.
  • Jakob Rausch (Hrsg.): Geschichte des Kreises Altenkirchen. Altenkirchen 1921.
  • Martin Sinemus: Die Geschichte der evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Altenkirchen (Westerwald). Saarbrücken 1933.
  • Daniel Schneider: Die Geschichte der Ortsgemeinde Obererbach (Westerwald). Die Ortschaften Hacksen, Niedererbach, Obererbach und Koberstein vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2 Bände, Obererbach 2009, ISBN 978-3-00-027494-7 (mit Zusammenfassung der Entwicklung der Bürgermeisterei und Verbandsgemeinde Altenkirchen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Verbandsgemeinderatswahlen
  4. Der Landkreis Altenkirchen im 20. Jahrhundert, herausgegeben von der Kreisverwaltung Altenkirchen, 1992, Seite 510, ISBN 3-925190-10-4