Verbier

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Verbier
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Entremont
Politische Gemeinde: Bagnesi2
UN/LOCODE: CH VER
Koordinaten: 583788 / 104968Koordinaten: 46° 5′ 46″ N, 7° 13′ 44″ O; CH1903: 583788 / 104968
Höhe: 1'490 m ü. M.
Einwohner: 3296 (31. Dezember 2014)
Website: verbier.ch
Verbier im Winter

Verbier im Winter

Karte
Verbier (Schweiz)
Verbier
www

Verbier ist ein Ort der Gemeinde Bagnes im Bezirk Entremont im Kanton Wallis in der Schweiz. Verbier ist als Wintersportgebiet bekannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbier liegt etwa 10 km östlich von Martigny an der östlichen Talseite der Dranse de Bagnes in einem weiten Talkessel auf einer Geländeterrasse. Im Norden verläuft die Gemeindegrenze über die Bergkette vom Pierre Avoi über die Passübergänge Col de la Marlene und Croix de Coeur bis zur Tête des Etablons, im Osten vom Pass Col des Mines zum Mont Gelé auf den Mont Fort und weiter bis zum Massiv der Rosablanche. Vom Tal in Le Châble überwindet die von Sembrancher kommende Hauptstrasse 205 mit 13 Kehren die mehr als 650 Meter Höhenunterschied bis zum Ortszentrum von Verbier (1'490 m ü. M.). Die ganze Siedlung erstreckt sich über eine Höhe von etwa 1'400 m bis 1'700 m.

Das alte Dorf Verbier Village liegt unterhalb der Ferienstation am Berghang.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Bergvorsprung unterhalb der Pierre Avoi lag die mittelalterliche Burg von Verbier.[2]

Über dem ursprünglichen Dorf von Verbier befinden sich ausgedehnte Alpgebiete: La Marlénaz, Les Grand-Plans, Le Vacheret, La Chaux. Seit dem Mittelalter führt eine künstliche Wasserleitung einen Teil der Bäche unterhalb des Glacier de La Chaux durch die Alpweiden von Verbier nach Levron in der Gemeinde Vollèges. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind die Alpgebiete von Bagnes mit einer Güterzusammenlegung saniert worden.[3] In den Ortschaften Verbier und Médières bestehen eine gemeinsame Viehzuchtgenossenschaft und seit 1960 die Zentralkäserei von Verbier.[4]

1937 konstituierte sich die Société de Développement de Verbier, um den Ausbau des Tourismusortes im Landwirtschaftsgebiet von Verbier zu steuern.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbier hat per 31. Dezember 2014 3296 Einwohner[1] und verfügt über mehr als 25'000 Fremdenbetten. Der Ort ist Teil des 4-Vallées-Wintersportgebiet, zu dem neben Verbier noch Nendaz, La Tzoumaz, Veysonnaz, Thyon, Les Collons, Les Masses und Bruson gehören. Gelegen im Val de Bagnes gilt Verbier als eines der ersten «off-piste»-Gebiete der Alpen. Höchster Punkt des Wintersportgebiets ist der südöstlich von Verbier gelegene Mont Fort (3'330 m ü. M.) und ist damit das dritthöchste Wintersportgebiet der Schweiz (nach Zermatt und Saas-Fee). Die auffällige, ausserordentlich starke Zunahme von Hotels und Wohnbauten im Gebiet von Verbier hat seit der Mitte des 20. Jahrhunderts und im beginnenden 21. Jahrhundert immer wieder zu Diskussionen über eine nachhaltige Entwicklung von Infrastrukturen für den Tourismus und über die behördliche Bauaufsicht geführt.[5][6]

Zwischen Verbier und Riddes liegt das Skigebiet La Tzoumaz-Savoleyres.

Unterhalb des Mont-Fort hat die SAC-Sektion Jaman die Berghütte Cabane du Mont-Fort errichtet.[7] An der westlichen Flanke des Bec des Rosses führt der Bergwanderweg Sentier des Chamois von La Chaux über den Col Termin auf die Alp Louvie und nach Fionnay.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbier ist immer wieder Austragungsort sportlicher Wettbewerbe, so etwa des Alpinen Skiweltcups der Damen in den Jahren 1983 und 1984, der Gleitschirmweltmeisterschaft 1993 und der 20. Alpinen Ski-Juniorenweltmeisterschaft 2001. 2005 war Verbier Etappenort der Tour de Suisse. Seit 2005 findet in Verbier regelmässig ein Lauf des Speedski-Weltcups auf dem Hang des Mont Fort statt.[8]

Im Jahr 2009 war Verbier erstmals Zielort einer Tour-de-France-Etappe. Der Sieger der ersten Alpenetappe war der Spanier Alberto Contador vom kasachischen Pro Team Astana.

Das Reitturnier von Verbier ist seit 2012 ein CSI-Wettbewerb.[9]

Jeden September wird das Verbier Bike Festival durchgeführt.[10]

Nach Verbier führt die Patrouille des Glaciers.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Fahrstrasse aus dem Tal in das Dorf Verbier-Village besteht seit 1936 und von dort auf die Terrasse mit den frühen Tourismuseinrichtungen seit 1949. 1950 entstand der erste Sessellift im Kurort auf die Anhöhe bei Les Ruinettes. Die Seilbahn von der Talortschaft Le Châble, die seit 1953 mit der Eisenbahn erreichbar ist, nach Verbier nahm im Jahr 1975 den Betrieb auf.

Regelmässige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbier Festival: Seit 1994 findet im Sommer in Verbier regelmässig ein Festival klassischer Musik statt. Während 17 Tagen treffen etablierte klassische Musiker und Nachwuchstalente zu Workshops zusammen, weiters finden täglich kostenfreie Konzerte an verschiedensten Orten statt.[11]
180°-Panorama: Plattform der Seilbahnstation auf dem Mont Fort 3'230 m ü. M., erreichbar von Verbier

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bertrand Deslarzes: Verbier, tourisme et mutation 1930–1960. Fribourg 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verbier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Commune de Bagnes: Population per village, abgerufen am 17. November 2015
  2. Louis Blondel: Deux anciens châteaux valaisans. Verbier et Montorge. In: Annales valaisannes 1943.
  3. Sanierung der Alpen
  4. Käserei von Verbier
  5. Deslarzes 1998.
  6. Green Pioneering Summit in Verbier 2012
  7. Cabane du Mont-Fort.
  8. SpeedSki-Info. All about Speed skiing/KL. SpeedSki-Info, abgerufen am 26. November 2013.
  9. Concours hippique international
  10. Verbier Bike Festival.
  11. DAS VERBIER FESTIVAL FEIERT SEINEN 20. GEBURTSTAG. Verbier Tourismusbüro, abgerufen am 20. Dezember 2013.