Verdammnis

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Die Verdammten in der Hölle, Detail des Jüngsten Gerichts von Beato Angelico, um 1431

Verdammnis (althochdeutsch firdammon; von lat. damnare, „büßen lassen“, „verurteilen“, „verwerfen“; zu lat. damnum „Buße“, „Verlust“, „Schaden“), auch in der Erweiterung ewige Verdammnis, bedeutet das Verworfensein vor Gott und die Verurteilung zur Pein einer Höllenstrafe aufgrund begangener Taten. Von jemandem, der sprichwörtlich „der Verdammnis anheimgefallen“ ist, wird angenommen, dass er entweder in der Hölle ist, sich nicht im Stand der Gnade befindet oder von Gott verworfen worden sei.

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Christentum wird die Existenz einer Hölle gelehrt. Dabei gilt die Hölle als Ort ewiger Verdammnis, an den die Seelen jener, die aus freiem Entschluss in Todsünde sterben, nach dem Partikulargericht gelangen.[1] Die Strafe wird im letzten Gericht vervollständigt, „denn nach ihm werden die Gottlosen an Leib und Seele zugleich gepeinigt“.[2] Die Hölle steht im Gegensatz zu einem Ort absoluter Glückseligkeit (Paradies, ewiges Leben, Himmel). Das Purgatorium (Fegefeuer) als Ort der abschließenden Läuterung der Seele ist von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden.[3]

Andere Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Islam existiert ebenfalls die Vorstellung einer ewigen Verdammnis der Ungerechten in der Hölle, welche Dschahannam genannt wird. Innerhalb des Hinduismus vertritt Madhva, als einziger Hindu-Philosoph, die Ansicht einer ewigen Verdammnis der vollkommen Ungerechten in einer als Andhatamas („blinde Finsternis“) bezeichneten Hölle.[4] In manchen anderen Religionen besteht diesbezüglich allerdings, auch bei einigen christlichen Gruppierungen, die annihilationstische Vorstellung einer Vernichtung der Seele. So gab es im alten Ägypten den Glauben an die Vernichtungsstätte Hetemit. In den 13 Glaubenssätzen des bedeutenden jüdischen Gelehrten Moses Maimonides findet sich auch die Vorstellung einer Vernichtung der Seelen der Verdammten.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kompendium zum Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 212
  2. Thomas von Aquin, Summa theologica, q. 88
  3. Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung: Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie. 17. Dezember 2001, S. 184 (online; PDF; 530 KB).
  4. Helmuth von Glasenapp: Der Hinduismus. Religion und Gesellschaft im heutigen Indien, Hildesheim 1978, S. 248.
  5. Maimonides’ Introduction to Perek Helek, hrsg. u. übers. v. Maimonides Heritage Center, S. 22–23.