Footprint (Verein)

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Footprint – Betreuung, Freiraum & Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt
Footprint logo.png
Zweck: Unterstützung von Frauenhandel und Gewalt betroffener Frauen und Mädchen in Österreich
Vorsitz: Hannah-Isabella Gasser
Gründungsdatum: 2011
Mitarbeiterzahl: rund 20 (2015)[1]
Sitz: Wien, Österreich
Website: www.footprint.or.at

Der 2011 gegründete Wiener Verein Footprint – Betreuung, Freiraum & Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt (Eigenschreibung: FOOTPRINT) ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich für von Frauenhandel und/oder Gewalt Betroffene einsetzt.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zur Gründung einer eigenen NGO kam Hannah-Isabella Gasser während ihrer Diplomarbeit zum Thema Zwangsprostitution afrikanischer Migrantinnen in Österreich und der Auseinandersetzung mit dem Thema Frauenhandel in diversen Praktika. 2011 entwickelte sie schließlich gemeinsam mit Hannah Lux eine Projektidee, welche schließlich zur Gründung von Footprint führte. Durch die Auszeichnungen mit dem Social Impact Award und dem Ideen-gegen-Armut-Preis 2011 wurde die finanzielle Grundlage für die Gründung des Vereins geschaffen.[2][3][4]

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter (Stand Juli 2015)[1] von Footprint wollen Frauen und Mädchen in Österreich, die von Frauenhandel und Gewalt betroffen sind, zu ihren Rechten verhelfen und ein gesellschaftliches Randthema ins öffentliche Blickfeld rücken. Den Betroffenen sollen Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden, außerdem besteht für sie die Möglichkeit Sozial- und Rechtsberatung, sowie Weiterbildungskurse, in Anspruch zu nehmen. Footprint soll einen Ort des emotionalen Rückzugs darstellen. Frauen und Mädchen werden auf ihrem Weg in eine möglichst selbstbestimmte Zukunft begleitet.

Footprint liegt besonders die Niederschwelligkeit der Betreuungsangebote am Herzen: Frauen können ihre Anonymität wahren und während der Öffnungszeiten jederzeit ohne Terminvereinbarung vorbeikommen.

Footprint spricht sich nicht gegen Prostitution per se aus, insofern diese freiwillig und ohne andere Personen dahinter ausgeübt wird.[5][6]

Angebote und Kurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Sozial- und Rechtsberatung haben die Betroffenen von Frauenhandel und Gewalt die Möglichkeit an Sprach-, Sport-, und Selbstverteidigungskursen im 3. Wiener Gemeindebezirk (Nähe Bahnhof Wien Mitte) teilzunehmen.[7] Der Besuch der Kurse ist für Betroffene kostenlos, Nicht-Betroffene leisten für die Teilnahme an den Sportkursen einen finanziellen Beitrag, der wiederum den Betroffenen zugutekommt. Somit haben die Frauen auch die Möglichkeit, neue soziale Kontakte zu knüpfen und bekommen das Gefühl, ein gleichwertiges Mitglied der österreichischen Gesellschaft zu sein.[8]

Sozialberatung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sozialberatungen stellen einen Teil des niederschwelligen Konzepts dar. Die Klientinnen können diese demnach in Anspruch nehmen, verpflichtet werden sie allerdings nicht dazu. Die Beratungen können demnach auch anonym erfolgen. Themen der Sozialberatung sind unter anderem: Finanzielle Grundlage/Versorgung, Jobsuche, Wohnungssuche, Ausbildung und Sprachkurse, Verarbeitung emotional belastender und/oder traumatischer Erfahrungen, Probleme mit Aufenthaltsstatus.

Deutschkurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein bietet den Klientinnen kostenlose Deutschkurse für die Niveaustufen A1 bis B1 an. Dies soll die Integration der Frauen in die Gesellschaft unterstützen, welche oft durch Sprachbarrieren gehindert wird.

Bewegungskurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Schwerpunkt der Betätigung von Footprint stellen Sport- und Bewegungskurse dar, die mit Unterstützung des österreichischen Sportministeriums angeboten werden. Viele Betroffene von Frauenhandel und Gewalt sind durch ihre schwierigen Arbeits- und Lebensverhältnisse traumatisiert. Bewegung in der Gruppe kann helfen, Vertrauen in sich selbst und andere Menschen wieder aufzubauen oder zu stärken. Deshalb werden in den Vereinsräumlichkeiten Bewegungskurse angeboten, an denen Betroffene kostenlos und nicht-betroffene Frauen gemeinsam trainieren können. Dabei wird ein Raum zum gegenseitigen Kennenlernen von Menschen aus verschiedenen Kulturen geschaffen und gleichzeitig eine niederschwellige Therapiemöglichkeit geboten.[9]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wird in erster Linie durch Spenden finanziert. Diese können auch in Form einer Mitgliedschaft, den sogenannten Footprint Friends, erbracht werden. Weitere Gelder werden durch Charity-Events, Preisgelder, Sponsoring und z. B. Bewegungskurse eingenommen.[10]

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Notrufberatung für vergewaltigte Frauen und Mädchen
  • Peppa – interkulturelles Mädchenzentrum
  • SOLWODI – Solidarität mit Frauen in Not
  • Herzwerk – eine Initiative für Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel
  • Hemayat – Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende
  • Caritas Österreich

Auszeichnungen & Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: Social Impact Award[11]
  • 2011: 3. Platz beim Innovationspreis von Ideen gegen Armut (Kooperation von Coca Cola Österreich, Der Standard und dem NPO & SE Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien)[12]
  • 2013: 2. Platz beim Integrationspreis Sport der Wiener Gesundheitsförderung (Stadt Wien)[13]
  • 2014: Nominierung des Projekts Bewegte Integration bei Orte des Respekts, der Initiative des Vereins Respekt.Net[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Team. Website von Footprint, abgerufen am 9. Juli 2015.
  2. Amra Duric: „Für einen Fußabdruck muss man sich nicht schämen“. In: HochschülerInnenschaft an der Uni Wien/Verein zur Förderung studentischer Medienfreiheit (Hrsg.): Unique, Ausgabe 10/2013, abgerufen am 9. Juli 2015.
  3. ökonews – Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit: „Ideen gegen Armut – Innovationspreis 2011“, erschienen 22. November 2011
  4. Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt: Jahresbericht Footprint 2014 (Memento des Originals vom 3. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.footprint.or.at
  5. Footprint: Unsere Mission (Memento des Originals vom 3. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.footprint.or.at, abgerufen im April 2015.
  6. Unique Ausgabe 10/2013: „Für einen Fußabdruck muss man sich nicht schämen“, erschienen Okt. 2013
  7. Wir sagen Danke zu Footprint. In: Wiener Bezirkszeitung, 16. Mai 2014.
  8. Footprint: Jahresbericht Footprint 2014 (Memento des Originals vom 3. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.footprint.or.at
  9. Radio Stimme – Orange 94,0: „Bewegungsfreiheiten – Sportprojekte mit und für Migrantinnen“, ausgestrahlt 19. November 2014
  10. Footprint – Betreuung, Freiraum und Integration für Betroffene von Frauenhandel und Gewalt: Jahresbericht Footprint 2014 (Memento des Originals vom 3. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.footprint.or.at
  11. Liste aller Gewinnerprojekte aus Österreich. socialimpactaward.at, abgerufen am 9. Juli 2015.
  12. Gewinner 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ideen-gegen-armut.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Ideen-gegen-armut.at, abgerufen am 9. Juli 2015.
  13. Bewegte Integration – Bewegungsangebote für von Frauenhandel betroffene Frauen. Website der Wiener Gesundheitsförderung, abgerufen am 9. Juli 2015.
  14. Liste aller 107 nominierten Projekte. ortedesrespekts.at, abgerufen am 9. Juli 2015.