Verein der Düsseldorfer Künstler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Verein der Düsseldorfer Künstler, Abkürzung VdDK, gegründet 1844 als Verein Düsseldorfer Künstler zu gegenseitiger Unterstützung und Hülfe, gehört neben dem Verein Berliner Künstler, der Dresdner Kunstgenossenschaft, dem ehemaligen Hamburger Künstlerverein von 1832 und dem Münchner Künstlerunterstützungsverein zu den ältesten Künstlerorganisationen Deutschlands. Seit über 170 Jahren engagiert sich der VdDK für die Düsseldorfer Künstler und die Stadt Düsseldorf. Der Vereinssitz befindet sich im Künstlerhaus Sittarder Straße 5, dem ältesten noch bestehenden Atelierhaus der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahre 1844 von Mitgliedern der Düsseldorfer Malerschule gegründete „Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitiger Unterstützung und Hülfe“ war ein überregionaler Darlehens- und Versicherungsverein für Künstler in Düsseldorf. Der Verein richtete Hilfskassen für notleidende Künstler und deren Hinterbliebene ein, was oft zu den wichtigsten Einnahmequelle der Betroffenen wurde, und dies lange bevor es eine gesetzliche Rentenversicherung gab. So entstand ein von Künstlern organisierter Vorläufer der heutigen Künstlersozialkasse.

Zu den frühen Gründungsmitgliedern des Vereins gehörten Wilhelm von Schadow, Wilhelm Camphausen, Alfred Rethel, Oswald Achenbach, Adolph von Menzel, Hermann Becker, Johann Wilhelm Preyer, Siegmund Lachenwitz, August Weber sowie über 150 weitere Künstler. Die Vereinsmitglieder übernahmen in den ersten Vereinsjahren die Bewachung der jährlichen Ausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, denn eine weitere Zielsetzung des VdDK war, die Berufsinteressen der Künstler durch die Errichtung einer permanenten Ausstellung zu fördern und so deren Einnahmequellen zu sichern.

Dem Zusammenschluss wurden vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. am 21. Juni 1851 in Sanssouci die „Korporationsrechte“ durch königliche Kabinettsordre überreicht und 1886 wurde der VdDK als „Milde Stiftung“ anerkannt. In den Statuten von 1909 hieß es: „Der Verein hat den Zweck, die Sicherung und Hebung der geistigen und rechtlichen Interessen seiner Mitglieder zu wahren, sowie im Ausstellungswesen seine Rechte zu vertreten und zu erhalten.“

Kunsthalle, erbaut 1878 bis 1881 von Ernst Giese und Paul Weidner (1843–1899)

Mit Hilfe von Zuschüssen durch den deutschen Kaiser Wilhelm I. gelang es dem VdDK die Stadt Düsseldorf zum Bau einer Kunsthalle zu bewegen. Im Jahre 1881, 37 Jahre nach der Gründung des Vereins, wurde die Kunsthalle am Grabbeplatz ihrer Bestimmung übergeben. Die Kunsthalle veranstaltete in den folgenden 25 Jahren 250 Ausstellungen mit Teilnehmern aus allen Teilen des Deutschen Reiches und des europäischen Auslands. Die meisten bildenden Künstler in Düsseldorf hatten sich dem Verein angeschlossen. Karl Bone schrieb in Düsseldorf und seine Umgebung zu „Künstler: (Maler, Bildhauer, Kupferstecher u.s.w., welche in „Verein der Düsseldorfer Künstler für gegenseitige Unterstützung und Hülfe“ und der allgemeinen deutschen Kunstgenossenschaft angehören.) Das Adressbuch für Düsseldorf führt 1890 mehr als 300 Maler, 8 Kupferstecher, 2 Xylographen und 24 Bildhauern an. Eine Anzahl der bekannten Namen folgen […]“[1]

Kunstpalast 1902

Im Jahr 1900 gründeten die Mitglieder des „Vereins der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe“ zusätzlich den Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e. V. (VzVvK), welcher im Malkasten-Haus residierte. Dieser errichtete mit eigenen Mitteln und durch die Ausgabe von Anteilscheinen, am Rheinufer südlich der Golzheimer Insel,[2] den Ausstellungspalast. Dieser war im Jahre 1902 zur Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf nach Plänen von Albrecht Bender und Eugen Rückgauer eröffnet worden. Im Jahre 1905 erhielten alle Anteilszeichner aus den Gewinnen der bis dahin durchgeführten Ausstellungen ihre Gelder zurück. Durch Beschlüsse des Stadtrats der Stadt Düsseldorf von 1899 und 1917 wurde dem VzVvK das Vorrecht eingeräumt, jederzeit Kunstausstellungen in diesem Gebäude zu veranstalten. Andere Nutzer hätten vor diesem Vorrecht zurückzustehen.

Auch kümmerte sich der VdDK um seine altersschwachen Künstler. Beispielsweise wurde im Haus von Eduard Gebhardt auf der Rosenstraße Nr. 41, nach seinem Tod im Jahr 1925, ein Altersheim, das Eduard von Gebhardt-Heim, eingerichtet.[3]

Schriftzug „Künstler Atelier-Haus“ über dem Haupteingang des Künstler- und Atelierhauses Sittarder Straße 5
Südfassade des Künstler- und Atelierhauses
Sicht auf die Rückseite des Künstler- und Atelierhauses, Blick vom südlichen Teil des ehemaligen Golzheimer Friedhofs

Zur Förderung der Arbeitsbedingungen der Düsseldorfer Künstler wurde mit einer Stiftung des „Vereins der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe“ in Höhe von 180.000 Goldmark in den Jahren 1907/1908 das Künstler- und Atelierhaus Sittarder Straße 5 von dem Architekten Josef Kleesattel erbaut. Es liegt zwischen dem südlichen Teil des Golzheimer Friedhofs und der Fischerstraße in Pempelfort.[4] Der Friedhof, an den das Künstlerhaus unmittelbar angrenzt, wurde in den Jahren 1897/1898 geschlossen und ist heute eine öffentliche Grünanlage unter Denkmalschutz. In dem „Künstler Atelier-Haus“, so steht es oberhalb des Portals geschrieben, stehen seitdem eine Anzahl von Ateliers und Werkstätten für professionelle Künstler gegen eine geringe Miete zur Verfügung.

„Gegenstand der Gesellschaft ist die Förderung der Düsseldorfer bildenden Künstlerschaft, wobei bewährte alternde Künstler zu berücksichtigen sind, durch Vergabe von Ateliers zu Mietpreisen, die unter dem ortsüblichen Mietniveau liegen. Hierdurch wird in gemeinnütziger Weise über die Person des Künstlers dem deutschen Kunstschaffen unmittelbar gedient.“

Düsseldorfer Künstleratelier GmbH

Das älteste Atelierhaus Düsseldorfs gehört der „Düsseldorfer Künstleratelier GmbH“ mit über 50 % Beteiligung des „Verein Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe“, einzelner Gesellschafter und anteiliger Beteiligung der Stadt Düsseldorf.[5][6] Seit Anbeginn hat der VdDK als Anteilseigner seinen Sitz im Atelierhaus und bietet dort in der SITTart Galerie die Möglichkeit zu Ausstellungen und Veranstaltungen. Vor dem Atelierhaus rechts steht die Plastik „Zwei mal vier“ von Hagen Hilderhof.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Vereinstätigkeit des VdDK im Jahre 1947, durch engagierte Arbeit der Maler Bernhard Gauer und Lorenz Bösken, des Architekten Carl Krieger (1870/1880–1957) und des Geschäftsführers Udo Stobbe, wiederbelebt und die alten Zielsetzungen wieder vorangetrieben. Von 1948 bis 1970 veranstaltete der VdDK anfangs in der Kunsthalle Düsseldorf seine „Weihnachtsausstellung“, später die erfolgreiche „Winterausstellung der Bildenden Künstler von Rheinland und Westfalen“ im Kunstpalast Ehrenhof. In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Aktivitäten des VdDK und des VzVvK unter dem Vorsitz des Malers Hans-Günther Cremers (1928–2004) zusammengeführt und gemeinsam organisiert. In den über 170 Jahren hatten namhafte Vertreter der Kunst den Posten des Vorsitzenden inne, wie beispielsweise Friedrich Heunert, Johann Peter Hasenclever, Ernst Bosch, Emil Gottlieb Schuback, Carl Wilhelm Hübner[8], Kurt Sandweg und Edmund Anton Kohlschein, um einige zu nennen.

Der Künstlerverein, welcher sich verstärkt für kulturpolitischen Aufgaben und Themen in Düsseldorf engagiert, unterhält in der Cité Internationale des Arts Paris drei von 325 Ateliers, das „Atelier Max Ernst“, das „Atelier Max Beckmann“[9] und das „Atelier von Schadow“, und vergibt jährlich für einen zweimonatigen Arbeitsaufenthalt das van-Rinsum Stipendium an Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf.[10]

Eine ordentliche Mitgliedschaft steht allen professionell arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern offen, die in Düsseldorf arbeiten oder einen besonderen Bezug zu Düsseldorf haben. Voraussetzung für die Aufnahme im Verein der Düsseldorfer Künstler ist, dass man gleichzeitig die Mitgliedschaft im Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V. beantragt. In dieser engen Verbindung wird in jedem Jahr Die GROSSE im Museum Kunstpalast veranstaltet, auf welcher seit 1975 der Kunstpreis der Künstler verliehen wird.

Ehemalige und aktuelle Künstler im Atelier-Haus (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hommage à Fantin-Latour von Günter Senge, Gruppenbild des Vorstands Verein der Düsseldorfer Künstler, 1979; - Obere Reihe von links: Georg Grulich (Maler), Trude Esser (Bildhauerin, Schwester von Hannes Esser), Erwin Eichbaum (Maler), Günter Senge (Maler) - Untere Reihe: Clemens Pasch (Bildhauer), Hagen Hilderhof (Bildhauer), Kurt Sandweg (Bildhauer), Hans-Günther Cremers (Maler), Bert Gerresheim (Bildhauer)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Last: Das Düsseldorfer Künstler-Atelierhaus Sittarder Straße 5: 100 Jahre 1908–2008, B.o.s.s., Goch, 2008, ISBN 3933969905

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Bone: Düsseldorf und seine Umgebung, Städtebilder-Verlag, Zürich, 1890. Anhang. Kurzer Fremdenführer. S. 72
  2. Eine ehemalige Sandbank, genannt Golzheimer Insel, welche 1902 durch Aufschüttung zu einem Grundstück der Stadtgemeinde Düsseldorf wurde und an deren Stelle heute der Rheinpark liegt.
  3. Rosenstraße 41, (E Stadt Düsseldorf) Eduard von Gebhardt-Heim, Altersheim für Künstler vom Verein der Düsseldorfer Künstler z.g.U.u.H., in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1926, S. 284
  4. Künstlerhaus, Sittarder Str. 5, Architekt Josef Kleesattel, Baudenkmal seit 1992 (Memento vom 2. Januar 2014 im Webarchiv archive.today)
  5. Düsseldorfer Künstleratelier GmbH (HRB 345), Landeshauptstadt Düsseldorf Beteiligungsbericht 2010
  6. Nichtstädtische Gebäude: 40 Ateliers in der Sittarder Str. 5. Das älteste Atelierhaus Düsseldorfs gehört der Atelierhaus GmbH (müsste heissen Düsseldorfer Künstleratelier GmbH) mit anteiliger Beteiligung der Stadt Düsseldorf., in Kulturausschuss: Anfrage der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Ateliersituation“, Drucksache 41/84/2012, vom 21. Juni 2012
  7. Plastik „Zwei mal vier“ (2009) aus Corten-Stahl. Standort: Sittarder Straße 5, vor dem Atelierhaus.
  8. Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitiger Unterstützung und Hülfe. Vorstand: C. Hübner, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, II. Oeffentliche Behörden, Privat-Unternehmungen, Vereine. zusammengestellt am 1. Juli 1865
  9. Matthias Brock (* 1962), Maler, Aufenthalt im „Atelier Max Beckmann“, 18 Rue de l’Hôtel de Ville, Paris
  10. Staying at the Cité. Cité Internationale des Arts, abgerufen am 25. November 2018 (“Our network of 135 long-standing partners can select an artist for a residency at the Cité internationale des arts in accordance with their chosen procedure.” Unter diesen Partnern ist der Verein der Düsseldorfer Künstler.).
  11. Dörte Harten (das ist Dorothée Bouchard), geboren 1937 in Hamburg. Malerin und Graphikerin., auf elke-rehder.de: Druckgrafik internationaler Künstler, abgerufen am 5. August 2016
  12. Biografie Dorothée Bouchard
  13. Atelier von Juan Collantes im Düsseldorfer Atelierhaus mit Video
  14. Kurzbiografie Alexander Danov, siehe Kontakt
  15. Hanna Fonk, auf germanistik.hhu.de
  16. Kurzvita Károly Lengyel auf raum-fuer-kunst.net (Memento vom 6. August 2016 im Webarchiv archive.today)
    Traueranzeige Károly Lengyel. In: RP Trauer. 23. April 2016, abgerufen am 25. November 2018.
  17. Vita Vania Petkova, siehe unter Kontakt
  18. Gastkünstler Yitzhak Golombek im Atelierhaus Sittarder Straße im Rahmen des deutsch-israelischen Künstleraustausches, Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf, vom 19. Februar 2014

Koordinaten: 51° 14′ 14,7″ N, 6° 46′ 30″ O