Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung

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Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung
(VfcG)
Logo (2013)
Zweck: Forschungen und Veröffentlichungen zur Kulturgeschichte der deutschen Hochschulen und ihrer Studenten
Vorsitz: Rüdiger Döhler (seit 2009)
Gründungsdatum: 1955
Mitgliederzahl: 1.267
Sitz: Würzburg
Website: www.vfcg.eu

Der Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung ist ein akademischer Geschichtsverein, der sich der Hochschul- und Studentengeschichte widmet. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Studentenverbindungen in Mitteleuropa. Mit knapp 1.300 Mitgliedern (Juni 2017) gehört er zu den größten Vereinigungen seiner Art.

Geschichte und Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1955 von den späteren Ehrenvorsitzenden Erich Bauer und Robert Paschke gegründet. Er setzte sich zum Zweck, „die Kulturgeschichte der deutschen Hohen Schulen und ihrer akademischen Bürger, insbesondere die Geschichte der deutschen Corps zu erforschen und die Ergebnisse zu veröffentlichen“.[1] Außerdem sollte er die corpsstudentischen Sammlungen im Institut für Hochschulkunde an der Universität Würzburg fördern und die an diesen Aufgaben interessierten Kreise zusammenführen. Der Verein kooperiert mit dem Internationalen Studentenmuseum in Salamanca.[2]

Obgleich von Alten Herren des Kösener Senioren-Convents-Verbandes (KSCV) gegründet, legte der VfcG von Anbeginn an Wert darauf, dass die Mitgliedschaft nicht an die Zugehörigkeit zu einem studentischen Verband oder einer studentischen Korporation gebunden ist. Das gilt auch für die Autoren des Jahrbuchs Einst und Jetzt und bedingt ein weites Themenspektrum aus der gesamten Studentengeschichte einschließlich Belletristik, Kunst und Quellenforschung. Die öffentlichen Jahrestagungen finden alljährlich am Mittwoch vor Pfingsten auf der Rudelsburg bei Bad Kösen statt.

Vorstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956–1968 Erich Bauer Rhenaniae Tübingen EM, Lusatiae Leipzig EM
  • 1969–1982 Robert Paschke Bavariae Erlangen
  • 1983–1996 Herbert Kater Makaria-Guestphaliae, Budissae, Neoborussiae Berlin[3]
  • 1996–2003 Rolf-Joachim Baum Bavariae Würzburg
  • 2004–2009 Rudolf Wohlleben Alemanniae Karlsruhe, Franconiae Berlin, Franco-Guestphaliae
  • seit 2009 Rüdiger Döhler Masoviae

Kassenleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hayim Malkhasy
  • 1968–1974 Werner Matthäus Bavariae Erlangen
  • 1974–1994 Norbert Streng Sueviae München
  • 1994–2002 Ursula Rößner
  • 2003–2009 Hermann Rink Hassiae Gießen, Gothiae
  • 2010–2011 Reinhard Mohr Vandalia-Teutoniae, Transrhenaniae, Guestphaliae Halle
  • 2012–2016 Wolfgang von der Groeben Saxoniae Göttingen, Pomeraniae
  • seit 2017 Hayim Malkhasy Cisariae[4]

Einst und Jetzt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seiner Gründung hat der Verein 62 Bände und 16 Sonderhefte und Sonderbände seines Jahrbuchs Einst und Jetzt herausgegeben, 19 Bände und 3 Sonderbände unter der jetzigen Schriftleitung.[5] Das Jahrbuch ist unter der ISSN 0420-8870 in zahlreichen wissenschaftlichen Bibliotheken zugänglich.

Die Beiträge thematisieren studentisches Brauchtum, Studentenlieder, Mensur und Duell, Heraldik, Bildende Kunst und Belletristik, Architektur, Denkmäler und Quellen (Stammbücher, Archivbestände der Korporationen und Hochschulen). Biographien, Kultur-, Sozial- und Zeitgeschichte (Aufklärung, Nationalbewegung, Weimarer Republik, Drittes Reich) im studentischen Kontext des Korporationslebens rücken immer mehr in den Vordergrund. Universitäts- und Studentengeschichte der frühen Neuzeit und Moderne – auch am Rande des deutschen Kulturkreises (Baltikum, Polen, Böhmen und Mähren, Ungarn, Spanien, Vereinigte Staaten) – fanden von jeher Eingang in die Jahrbücher. Viele Autoren sind Fachhistoriker oder vertreten seltene Spezialgebiete. 2013 erschien der inzwischen vergriffene Sonderband Blätter der Erinnerung (Schmiedeberg).[6] In Band 61 (2016) liegt – fokussiert durch das Institut für Hochschulkunde an der Universität Würzburg – ein Schwerpunkt auf dem bisher zu wenig beachteten Thema der jüdischen Korporationen im einstigen deutschen Sprachraum.

Schriftleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Bauer: Der Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung, seine Organisation, Aufgaben und Ziele. Deutsche Corps-Zeitung 1/1962, S. 28–30.
  • Karsten Bahnson: Historische Institutionen. Handbuch des Kösener Corpsstudenten, Bd. 1, Würzburg 1985, S. 265–268.
  • Hans Peter Hümmer, Harald Lönnecker, Paulgerhard Gladen: Einst und Jetzt. Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung e. V. Gesamtverzeichnis der Bände 1–50 (1956–2005) und der Sonderhefte. Neustadt an der Aisch 2006. Digitalisat
  • Matthias Stickler: Einst und Jetzt. Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung e.V., Bd. 57 (2012), 448 Seiten. Einst und Jetzt, Bd. 58 (2013) – Beitrag zur Bedeutung der Studentengeschichte. doi:10.12775/BPMH.2013.016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bilder aus Einst und Jetzt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handbuch des Kösener Corpsstudenten, Bd. 1, Würzburg 1985, S. 267
  2. Studentenmuseum Salamanca
  3. Herbert Kater (corpsarchive.de)
  4. Hayim Malkhasy
  5. ISSN 0420-8870
  6. H|Soz|U|Kult
  7. Adolf Julius Fillibeck (corpsarchive.de)
  8. Wolfgang Gottwald (corpsarchive.de)
  9. Walter Richter
  10. Adolf Siegl (corpsarchive.de)