Vereinigung für Verfassungsgeschichte

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Vereinigung für Verfassungsgeschichte
Zweck Förderung der Erforschung der Verfassungsgeschichte und ihrer Berücksichtigung an den Hochschulen
Vorsitz: Dieter Gosewinkel
Gründungsdatum: 1977
Mitgliederzahl: 171 (2018)
Sitz: Frankfurt am Main

Die Vereinigung für Verfassungsgeschichte ist ein juristisch-historischer Fachverband. Er stellt sich die Aufgabe, wissenschaftliche Fragen aus der Verfassungs-, einschließlich der Verwaltungsgeschichte durch Referate und Aussprachen auf den Versammlungen zu erörtern, Forschungen in diesem Bereich zu fördern und auf die Berücksichtigung der Verfassungsgeschichte im Hochschulunterricht hinzuwirken.

Geschichte und Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinigung wurde am 4. Oktober 1977 gegründet. Ihre Gründungsversammlung fand am 3. und 4. Oktober 1977 in der Evangelischen Akademie im nordhessischen Hofgeismar statt, wo die Vereinigung bis 2012 tagte. Die Tagungen werden in der Regel alle zwei Jahre einberufen. Die Gründung der Vereinigung war von Bedeutung für die Institutionalisierung des Faches. Ebenso wichtig ist die Organisation für die Internationalisierung der Verfassungsgeschichte.[1]

Der Vereinigung gehören habilitierte Hochschullehrer der Rechtswissenschaft und der Geschichtswissenschaft sowie Archivare an. Die Juristen entstammen zumeist den Teilfächern Öffentliches Recht und Rechtsgeschichte. Die Vereinigung hat – nach anfänglich 63 (1978), zwischenzeitlich 128 (1993) bzw. 173 (2006) – derzeit 171 Mitglieder (Februar 2018). Mitglieder können – wie bei der Vereinigung der deutschen Staatsrechtslehrer – der Vereinigung nicht von sich aus beitreten, sondern nur auf Vorschlag von drei Mitgliedern kooptiert werden. Die überwiegende Zahl der Mitglieder stammt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Beiträge zu den Tagungen und die Aussprachen erscheinen in den Beiheften der Zeitschrift „Der Staat“.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Vorsitzender der Vereinigung ist seit 2018 der Berliner Neuzeithistoriker Dieter Gosewinkel. Stellvertretende Vorstandsmitglieder sind der Staatsrechtler Oliver Lepsius und der Rechtshistoriker Peter Oestmann (beide Münster). Außerdem gibt es einen wissenschaftlichen Beirat mit fünf Mitgliedern.

Frühere Vorsitzende waren

Themen der Tagungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977: Gesellschaftliche Strukturen als Verfassungsproblem. Intermediäre Gewalten, Assoziationen, Öffentliche Körperschaften im 18. und 19. Jahrhundert
  • 1979: Von der ständischen Gesellschaft zur bürgerlichen Gleichheit
  • 1981: Gegenstand und Begriffe der Verfassungsgeschichtsschreibung
  • 1983: Gesetzgebung als Faktor der Staatsentwicklung
  • 1985: Die Entstehung der Verfassung im formellen Sinn
  • 1987: Res publica. Bürgerschaft in Stadt und Staat
  • 1989: Die Verwaltung und ihre Ressourcen. Untersuchungen zu ihrer Wechselwirkung
  • 1991: Wendemarken in der deutschen Verfassungsgeschichte
  • 1993: Entstehen und Wandel verfassungsrechtlichen Denkens
  • 1995: Staatliche Vereinigung: Fördernde und hemmende Elemente in der deutschen Geschichte
  • 1997: Wahlen und Wahlrecht
  • 1999: Interdependenzen zwischen Verfassung und Kultur
  • 2001: Zusammengesetzte Staatlichkeit in der Europäischen Verfassungsgeschichte
  • 2003: Der Reichsdeputationshauptschluß 1803 [Tagung in Regensburg]
  • 2006: Verfassungsgeschichte in Europa
  • 2008: Selbstverwaltung in der Geschichte Europas in Mittelalter und Neuzeit
  • 2010: Verfassungsänderungen
  • 2012: Schutz der Verfassung. Normen, Institutionen, Höchst- und Verfassungsgerichte
  • 2014: Verfassung und Völkerrecht in der Verfassungsgeschichte: Interdependenzen zwischen internationaler Ordnung und Verfassungsordnung [Tagung in Wien]
  • 2016: Verfassung und Öffentlichkeit in der Verfassungsgeschichte [Tagung auf der Insel Reichenau]
  • 2018: Verfassung und Krieg in der Verfassungsgeschichte [Tagung im Kloster Hegne (Bodensee)]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ewald Grothe: Zwischen Geschichte und Recht. Deutsche Verfassungsgeschichtsschreibung 1900–1970, Oldenbourg Verlag, München 2005 (= Ordnungsdenken, Bd. 16), S. 41 f.