Vereintes Slowenien

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Peter Kozlers Karte (1851) über das vorgeschlagene Slowenien. Man beachte die auf der Karte dunkelblau eingezeichnete Linie, die den slowenischen Sprachraum umreißt.

Vereintes Slowenien (slowenisch Zedinjena Slovenija) war Name und Programm, das zustande kam, als sich am 20. April 1848 in Wien die Slowenische Vereinigung mit Franc Miklošič als Wortführer bildete. Das Programm basierte auf den Ideen Matija Majar-Ziljskis und einer Petition in Graz, Österreich über ein slowenisches Königreich innerhalb des Habsburgerreichs.

Petitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereintes Slowenien forderte die Gründung eines Slowenischen Königreichs mit eigenem Reichstag und dass dieses Teil der Habsburgermonarchie sein sollte, jedoch nicht des Deutschen Reichs. Die slowenische Sprache sollte mit der deutschen gleichgestellt und in Schulen und öffentlicher Verwaltung eingeführt werden. Die Petition war zweisprachig und wurde in mehreren tausend Exemplaren gedruckt, mit dem beigefügten Flugblatt Kaj bomo Slovenci cesarja prosiliWorum wir Slowenen den Kaiser bitten, das zirkulierte, um Unterschriften zu sammeln. Vereintes Slowenien war ein radikaler Bruch mit früheren kulturellen und politischen slowenischen Positionen. Die Streitschrift argumentierte, man solle die Habsburgermonarchie umorganisieren. Die Führer der slowenischen nationalistischen Bewegung erkannten, dass die Slawen die Mehrheit in einem föderalen Österreich bilden könnten und wollten die administrative, politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ähnliche Petitionen wurden von den slowenischen Vereinigungen in dieser Zeit in den Städten, in denen Slowenen lebten, ausgearbeitet: Graz, Wien, Ljubljana, Klagenfurt und Gorizia. Slowenen in Ungarn und Venedig wurden auch in die von Vereintes Slowenien beabsichtigte Grenzziehung eingeschlossen.

Resultat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forderungen wurden von slowenischen Staatsbürgern oder Gelehrten nicht unterstützt. Obwohl Janez Bleiweis (1808–1881) das Programm im Grundsatz akzeptierte oder zumindest nicht ablehnte, behauptete er, dass die Slowenen nicht genug „geistige Kraft“ hätten, es umzusetzen. Bleiweis war Gründer und Herausgeber des konservativen Magazins Kmetijske in rokodelske noviceLandwirtschaftliche und handwerkliche Nachrichten und er hatte ein realistisches Bild von der Haltung der Slowenen zu dem Thema. Die Idee historisch entstandene Gebiete zu teilen und die Schaffung neuer Grenzen für ein noch nicht vorhandenes Slowenien waren den meisten Slowenen fremd. Obwohl sie sich selbst als Slowenen ansahen, lag ein Teil ihrer Identität in den Regionen und Provinzen als ihrer Heimat, mehr als im Habsburgerreich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]