Verführung einer Fremden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Verführung einer Fremden
Originaltitel Perfect Stranger
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 14[1]
Stab
Regie James Foley
Drehbuch Todd Komarnicki (Drehbuch),
Jon Bokenkamp (Geschichte)
Produktion Elaine Goldsmith-Thomas
Musik Antonio Pinto
Kamera Anastas N. Michos
Schnitt Christopher Tellefsen
Besetzung
New York City, May 2014 - 095.JPG
Ansonia 2011 (4).JPG
Die reich verzierte Fassade des früheren Ansonia Hotels –
im Film Sitz der Zeitungsredaktion

Verführung einer Fremden (Originaltitel: Perfect Stranger) ist ein US-amerikanischer Thriller von James Foley aus dem Jahr 2007. Der Film kam am 12. April 2007 in die deutschen Kinos.[2] In Österreich sowie den Vereinigten Staaten lief er einen Tag später an.[3] Die Hauptrollen werden gespielt von Halle Berry als Rowena Price und Bruce Willis als Harrison Hill.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Enthüllungsjournalistin Rowena Price findet heraus, dass ein US-Senator, der politisch gegen die Rechte Homosexueller agiert, selbst homosexuell ist. Weil ein Informant seine Aussagen widerruft, entscheidet die Redaktion ihrer Zeitung in letzter Minute, die Story, an der sie sechs Monate lang gearbeitet hat, nicht zu veröffentlichen. Erbost und frustriert kündigt sie ihren Job.

Price trifft zufällig ihre alte Freundin Grace wieder, von der sie Informationen erhält, die als Ausgangspunkt für einen Enthüllungsartikel über Harrison Hill, den Chef einer Top-Werbeagentur, dienen sollen. An diesem will sich Grace rächen, weil er sie nach einer kurzen, aber intensiven Affäre fallen gelassen hat. Einige Zeit später wird Grace ermordet. Rowena verspricht Graces Mutter, den Schuldigen zu finden.

Mit Hilfe von Miles Haley, einem ehemaligen Kollegen, schleust sie sich in Hills Werbeagentur als Aushilfe ein. Parallel dazu versucht sie, zu Hill Kontakt in einem Chatroom aufzunehmen, da auch Grace sich dort mit diesem getroffen hat. Außerdem soll hierüber ein Zugriff auf Hills E-Mail-Postfach hergestellt werden, um so Beweise gegen ihn in die Hände zu bekommen. Alle anfallenden Computerarbeiten erledigt Miles, der auf Grund seiner nicht erwiderten Liebe zu Rowena diese nach besten Kräften unterstützt.

So findet er auch Hinweise auf ein mögliches Motiv: Grace war schwanger, wohingegen Hills Ehefrau, der zudem das gesamte Vermögen gehört, unfruchtbar zu sein scheint, da ihr Besuche in einer Fertilisationsklinik nachgesagt werden. Daneben beschafft er die Information, dass es sich bei Grace um einen Giftmord mit Atropin gehandelt hat.

Durch ihre Aushilfstätigkeit kann Rowena die Aufmerksamkeit von Hill erlangen, der Beziehungsaufbau führt aber letztlich zu keinem Erfolg, da Hill eine verräterische SMS von Miles an Rowena in die Hände fällt. In seinem Wagen zur Rede gestellt, kann Rowena zumindest ihre Ermittlungen in der Mordsache vor Hill verheimlichen, indem sie dessen Vermutungen Vorschub leistet, sie sei Spionin einer konkurrierenden Agentur.

Bei einem Besuch in Miles’ Wohnung, als dieser nicht zu Hause ist, findet Rowena in einem geheimen Zimmer Hinweise darauf, dass dessen Zuneigung zu ihr manischer Natur zu sein scheint. Außerdem entdeckt sie, dass auch Miles ein sexuelles Verhältnis mit dem Opfer Grace hatte und zudem die schlüpfrige Konversation via Internet zwischen Rowena und Hill zumindest teilweise manipuliert hat, indem er unter dessen Nickname bei Gesprächen in Chats aufgetreten ist.

Dennoch gelingt es den beiden, über den elektronischen Schriftverkehr die Beziehung zwischen Hill und Grace nachzuweisen. Da Hills Ehefrau Großfotografien von Augen herstellt und hierfür die Pupillen ihrer Modelle mit Atropin erweitert, stand auch ihrem Mann das Gift zur Verfügung. Die gesammelten Indizien reichen aus, Hill verhaften zu lassen. Im Zuge der Ermittlungen werden Blut- und Faserspuren von Grace, vermischt mit Atropin, in Hills Auto gefunden. Hill wird des Mordes angeklagt und für schuldig befunden, zumal neben den genannten Motiven während des Prozesses auch sein Leben als Schürzenjäger öffentlich gemacht wird.

Beim Zuschauer werden allerdings Zweifel geschürt, indem während der Gerichtsverhandlung in Großaufnahmen gleichermaßen auf Miles und Hills Ehefrau geschnitten wird. In rascher Schnittfolge wird gezeigt, wie behandschuhte Hände in einem Badezimmer das Atropin-Fläschchen aus seinem Versteck holen. In der sich schließenden Spiegeltür eines Schrankes erscheint schließlich das Gesicht der dazugehörigen Person: Es ist Rowena selbst.

Das hat inzwischen auch Miles herausgefunden, und bei der finalen Konfrontation mit Rowena wird der Hintergrund erläutert. Als junges Mädchen ist Rowena vom Lebensgefährten der Mutter sexuell belästigt worden. Hierauf wurde der Zuschauer in mehreren blitzartigen Rückblenden bereits im Laufe des Films vorbereitet. Nun wird gezeigt, dass Rowenas Mutter ihren Lebensgefährten auf frischer Tat ertappt und mit einem Schürhaken erschlagen hat. Beim Vergraben der Leiche wurden die beiden von Grace aus dem Nachbarhaus beobachtet. Grace benutzte dieses Wissen, um Rowena im Laufe der Jahre wiederholt zu erpressen. Im Besitz des belastenden Materials gegen Hill, kam ihr der Gedanke, Grace zu töten und den Mord dem Ehebrecher in die Schuhe zu schieben.

Miles erpresst Rowena, die ihn daraufhin mit einem Küchenmesser ersticht. Sofort versucht sie, die Tat zu vertuschen, indem sie das Giftfläschchen mit Miles’ Fingerabdrücken versieht und es der Leiche zusteckt. Nachdem sie noch ihre Küche verwüstet, um einen Kampf vorzutäuschen, ruft sie die Polizei. In der letzten Einstellung wird das entgeisterte Gesicht eines Nachbarn gezeigt, der die Tat vom Fenster gegenüber beobachtet hat.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in New York City, vor allem in Manhattan, von Januar bis Mai 2006 gedreht.[3] Zudem ist er der erste Spielfilm, der das wieder aufgebaute World Trade Center 7 am Ground Zero als Drehort nutzte.[4]

Es wurden drei unterschiedliche Filmenden gedreht. In jedem erweist sich eine andere Person als der gesuchte Mörder: Rowena Price, Harrison Hill sowie dessen Frau.[5]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verführung einer Fremden startete am 13. April 2007 in den US-amerikanischen Kinos und konnte am Startwochenende mit einem Einspielergebnis von 11,4 Mio. US-Dollar sich als zweitbester Neueinsteiger hinter Disturbia auf Platz 4 der Kinocharts behaupten.[6] Insgesamt kam der Film auf ein weltweites Gesamteinspielergebnis von 73,1 Mio. US-Dollar, wovon er lediglich 23 Mio. US-Dollar an den US-Kassen einspielte.[7] In Deutschland kam der Film bereits einen Tag zuvor, nämlich am 12. April 2007, in die Kinos und wurde von insgesamt 258.550 Zuschauern gesehen, womit er auf Platz 90 der deutschen Kinojahrescharts 2007 landete.[8] Nachdem der Film seit dem 14. August 2007 auf DVD erhältlich ist, hatte er am 16. August 2009 seine Fernsehpremiere auf ProSieben.[9] Zudem wurde der Film auf Blu-ray Disc veröffentlicht.

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik wurde von Antonio Pinto komponiert. Am 10. Oktober 2007 wurde der Soundtrack zum Film beim Musiklabel Lakeshore veröffentlicht. Er enthält 24 Musiktitel.

Nicht enthalten sind Etta James mit Don’t Cry Baby, überdeutlich zu hören etwa in der 21. Minute des Films, und Seals Walk On By, leise Hintergrundmusik während des ersten Dates von Rowena und Harrison.[10]

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Synchron übernahm nach einer Dialogregie von Michael Nowka und Dialogdrehbuch von Michael Nowka und Blondah Fritaud die deutsche Synchronfassung. Ungewöhnlich für die deutsche Synchronfassung ist, dass das deutsche Model Heidi Klum sich nicht selbst spricht, sondern für ihren Kurzauftritt von Schaukje Könning synchronisiert wurde.[11]

Rolle (Original) Schauspieler Deutscher Synchronsprecher
Rowena Price Halle Berry Melanie Pukaß
Harrison Hill Bruce Willis Manfred Lehmann
Miles Haley Giovanni Ribisi Nico Mamone
Arvis Narron Richard Portnow Jan Spitzer
Cameron Gary Dourdan Charles Rettinghaus
Lt. Tejada Florencia Lozano Anke Reitzenstein
Grace Nicki Aycox Dascha Lehmann
Esmeralda Patti D’Arbanville Almut Zydra
Gina Clea Lewis Cathlen Gawlich
Heidi Klum Heidi Klum Schaukje Könning

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenneth Turan schreibt in der Los Angeles Times vom 13. April 2007, der „routinemäßige Thriller“ sei „akzeptabel“ – weder der schlechteste Film, den man sehen könne, noch das Gegenteil davon. Er gehöre jedoch zu jenen Filmen, bei denen die Frage nach dem Grund, ihn überhaupt zu drehen, ein Rätsel sei. Berry sehe großartig aus und dominiere den Film.[12]

Die Zeitschrift Cinema schreibt, der Film sei ein „raffinierter und spannender Thriller, der zugleich die Gefahren der Anonymität im Internet“ thematisiere.[13] Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „Solider Thriller mit einigen überraschenden Wendungen und routinierten Darstellern.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alterskennzeichnung für Verführung einer Fremden. Jugendmedien­kommission.
  2. Verführung einer Fremden. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  3. a b Offizielle Webseite (Memento vom 22. Oktober 2011 im Internet Archive) von New York City
  4. Downtown Express, 17. März 2006
  5. WorstPreviews.com, 30. November 2006
  6. April 13-15, 2007 auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 27. September 2011
  7. Perfect Stranger auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 27. September 2011
  8. Top 100 Deutschland 2007 auf insidekino.de, abgerufen am 27. September 2011
  9. Verführung einer Fremden im Lexikon des internationalen Films , abgerufen am 27. September 2011
  10. IMDb Soundtrack
  11. Verführung einer Fremden in der Deutschen Synchronkartei
  12. Filmkritik, Los Angeles Times, Kenneth Turan, 13. April 2007
  13. Cinema, abgerufen am 17. Oktober 2008
  14. Zeitschrift film-dienst und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.), Horst Peter Koll und Hans Messias (Red.): Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2007. Schüren Verlag, Marburg 2008. ISBN 978-3-89472-624-9