Vergato

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Vergato
Wappen
Vergato (Italien)
Vergato
Staat Italien
Region Emilia-Romagna
Metropolitanstadt Bologna (BO)
Lokale Bezeichnung Varghè / Vergà
Koordinaten 44° 17′ N, 11° 7′ OKoordinaten: 44° 17′ 0″ N, 11° 7′ 0″ O
Höhe 193 m s.l.m.
Fläche 59 km²
Einwohner 7.709 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte 131 Einw./km²
Postleitzahl 40038
Vorwahl 051
ISTAT-Nummer 037059
Website www.comune.vergato.bo.it/

Vergato ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 7709 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) in der Metropolitanstadt Bologna, Region Emilia-Romagna.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort liegt in den Niederungen des Reno-Tals auf 193 m s.l.m. im toskanisch-emilianischen Apennin an der Grenze zur nahe stehenden Po-Ebene.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrscher vom Frignano regierten im Gebiet um Vergato bis ungefähr 1000. Mit dem Tod vom Mathilde von Tuszien wurde das Gebiet zugunsten der Gemeinde Bologna abgetreten.

Nach vielen Wechselfällen wurde Vergato schrittweise zum bedeutendsten Hauptort in der Gegend. Es war Anfang des 15. Jahrhunderts der Sitz vom Capitanato della Montagna (einem Verwaltungsbezirk in der Umgebung von Bologna, von der die ganze bergige Landschaft um Bologna abhängig war). Der damalige Regierungspalast ist heute ins Rathaus umgebaut worden.

Im Zweiten Weltkrieg war die Umgebung von Vergato ab 1944 eines der vielen Zentren der Resistenza im toskanisch-emilianischen Apennin. Nach den von den Deutschen verübten Repressalien auf dem nur wenige Kilometer nordöstlich von Vergato gelegenen Monte Sole, besser bekannt als Massaker von Marzabotto, wurde Vergato im Oktober 1944 von der Wehrmacht geräumt und lag unmittelbarer Nähe der Gotenstellung. Während der Alliierten Frühjahrsoffensive 1945 entbrannte im April 1945 ein heftiger Häuserkampf um den Ort, dabei ging ein Großteil der historischen Bausubstanz Vergatos verloren.[2]

2002 wurde die Gemeinde Vergato für die im Zweiten Weltkrieg erbrachten Opfer von Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi mit der Goldmedaille für zivile Verdienste ausgezeichnet.[3]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Vergato gehören neben dem Hauptort Vergato mit dem Gemeindesitz die sieben Fraktionen: Calvenzano, Castelnuovo, Pieve Roffeno, Prunarolo, Riola, Susano und Tolè Cereglio.[4]

Ortschaften und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele der Ortschaften und der Weiler im Gebiet sind von der Geschichte und der Kultur her bedeutend. Unter denen ist Calvenzano nennenswert, ein altes Dorf, das schon im Jahre 1000 existierte und insbesondere dessen Kirche von Madonna del Bosco (Unsere liebe Frau im Walde). Eine andere bedeutende Ortschaft ist Sanguineta.

Pieve di Roffeno, heute ein kleiner abgelegener und nicht so gut erschlossener Weiler, spielte im Mittelalter wegen seiner Kirche eine recht bedeutende Rolle. Die Pfarrkirche, aus dem Jahre 1155, ist eine der interessantesten des Apennins. Die Apsis und Teile der Begrenzungsmauern gehören dem ursprünglichen romanischen Bau.

Sehenswert sind Casa Berti in Prunarolo mit ihrem Turm vom 16. Jahrhundert; die Kirche von Santa Maria Assunta in der Fraktion Riola, die vom bekannten finnischen Architekt Alvar Aalto entworfen wurde, die mittelalterlichen Festungen von Costonzo und Monzone (8.–14. Jahrhundert) bei Montecavalloro; die Casa Laffi in Tolè, einem Gebäude vom 16. Jahrhundert mit Turm für den Taubenfang und La Torre (Der Turm), ein alter Verwaltungspalast, der zum 14. bis 15. Jahrhundert zurückzuführen ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergato besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Pistoia–Bologna. Durch das Gemeindegebiet führt die Strada Statale 64 Porrettana, die Pistoia mit Ferrara verbindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vergato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2018.
  2. Vergato. In: storiaememoriadibologna.it. Abgerufen am 17. Januar 2020 (italienisch).
  3. Vergato medaglia d’oro al merito civile riceve Carlo Azeglio Ciampi. In: vergatonews24.it. 23. April 2014, abgerufen am 17. Januar 2020 (italienisch).
  4. Gemeindestatut (italienisch) (PDF; 137 kB), abgerufen am 17. Januar 2020.