Verhaltenskodex

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Ein Verhaltenskodex (engl. code of conduct) ist eine Sammlung von Verhaltensweisen, die in unterschiedlichsten Umgebungen und Zusammenhängen abhängig von der jeweiligen Situation angewandt werden können bzw. sollen. Ähnliche Konzepte findet man beim Ehrenkodex oder dem Moralkodex.

Im Gegensatz zu einer Regelung ist die Zielgruppe nicht zwingend an die Einhaltung des Verhaltenskodex gebunden – daher auch häufig der Begriff der freiwilligen Selbstkontrolle. Ein Verhaltenskodex ist vielmehr eine Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil oder anderen einen Nachteil verschafft.

Es gibt Verhaltenskodizes, um Bestechungen in Verwaltung und Wirtschaft vorzubeugen, oder kulturell gewachsene Verhaltenskodizes, die in stiller Übereinkunft oder auch in schriftlich festgehaltener Form den Umgang von Menschen miteinander oder das Verhalten allgemein in bestimmten Regionen, Staaten oder auch religiösen Zusammenhängen wie Zeremonien regeln.

Im Unterschied zur zeitlich unbeschränkten Vorgabe einer Verhaltensweise ist eine Vorgehensweise oder ein Vorgehensmodell (engl. procedure model) ein Rahmenplan, der eine Folge von Handlungsabläufen für eine beschränkte Zeit, beispielsweise im Zusammenhang mit einem Veränderungsprozess (engl. change management) vorgibt.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele für einen Verhaltenskodex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele aus einem Verhaltenskodex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

aus der Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Keine Berichte oder Reportagen über erfolgreiche Suizide
  • Keine Berichte zum Nachteil von Kindern prominenter Personen, solange diese nicht den Status der Volljährigkeit erreicht haben.
  • Keine Berichte aus dem Privatleben politischer Personen ohne deren Einverständnis (Kodex in Deutschland)

aus Sport und Tierschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

aus der Versicherungswirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

aus der Filmwirtschaft und Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unterlassung der Ausstrahlung bestimmter Beiträge/Filme zu bestimmten Terminen oder Sendezeiten
  • Keine Werbeunterbrechungen bei Filmen mit sehr sensiblen Themen (z. B. Schindlers Liste)

aus der Softwareentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entwickler von Open-Source-Software bekennen sich einheitlich zu einem Code of Conduct, um zu gewährleisten, dass jeder Einzelne gewisse Regeln in der Verantwortlichkeit und Zuverlässigkeit seiner Arbeiten befolgt. In der Welt der Open-Source-Softwareentwicklung ist dies vor allem deswegen notwendig, da sich die meisten Entwickler nie in ihrem Leben gesehen haben oder sehen werden.

aus international tätigen Industrieunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Implementierung von Sozialstandards
  • Verbot der Kinderarbeit
  • Zahlung von Löhnen, die die Lebenshaltungskosten decken
  • Lohnkürzungen als Disziplinarmaßnahme sind nicht zulässig
  • Regelmäßige Höchstarbeitszeit pro Woche beträgt 48 Stunden
  • Wöchentliche Arbeitszeit einschließlich Überstunden soll nicht mehr als 60 Stunden betragen
  • Anspruch auf mindestens einen arbeitsfreien Tag pro Woche
  • Recht auf Gründung von Arbeitnehmerorganisationen
  • Verbot von Diskriminierung aufgrund persönlicher Eigenschaften oder Überzeugungen der Beschäftigten
  • Zwangsarbeit, körperliche Bestrafung ist untersagt
  • Sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Verhaltenskodex – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen