Verizon Communications

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Verizon Communications Inc.
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Rechtsform Incorporated[1]
ISIN US92343V1044
Gründung 30. Juni 2000
Sitz New York City, Vereinigte Staaten
Leitung Lowell McAdam (Chairman & CEO)
Mitarbeiter 177.700[2]
Umsatz 131,6 Mrd. USD[3]
Branche Telekommunikation
Website www.verizon.com
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Die Verizon Communications Inc. ( Anhören?/i) [və.ˈɹaɪ.zən], oder kurz Verizon, ist ein US-amerikanischer Telekommunikationskonzern mit Hauptsitz in New York City. Die deutsche Niederlassung (Verizon Deutschland GmbH) hat ihren Sitz in Dortmund. Der Konzern wird in einen engen Zusammenhang zur US-Überwachung gebracht.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verizon wurde am 30. Juni 2000 gegründet und ist in Delaware eingetragen, es entstand aus der Fusion von Bell Atlantic Corporation und GTE Corporation (ehemals General Telephone & Electronics Corporation). Verizon begann den Handel an der Börse New York Stock Exchange (NYSE) unter dem VZ Symbol am 3. Juli 2000.[5]

Während der Fusion von GTE und Bell Atlantic mussten die Konzerne auf Anweisung der Wettbewerbshüter in Washington das große Internet-Telekommunikationsnetz von GTE Genuity Inc. als eigenständiges Unternehmen ausgliedern. Genuity stellte eine ehemalige Abteilung von BBN Technologies dar, die die allerersten Bestandteile des Netzes baute, das später zum ARPAnet und damit zur Grundlage des Internets werden sollte, 2003 wurde es von Level 3 Communications übernommen.[6][7]

Verizon Wireless, das als Joint Venture zwischen Verizon und Vodafone entstand, ist mittlerweile der größte Mobilfunk-Anbieter in den USA. Hauptsitz ist die ehemalige AT&T-Zentrale in Basking Ridge, New Jersey. Verizon Communications hält die Mehrheit an Verizon Wireless.

Verizon hat 2005 die MCI Worldcom-Gruppe für 6,75 Mrd. US-Dollar (5,2 Mrd. Euro) aufgekauft.[8]

Unter dem Namen Verizon Business bietet Verizon in Europa ausschließlich Dienstleistungen für Geschäftskunden und Behörden an.

2015 gab Verizon bekannt, dass sie AOL übernehmen wollen. Die Übernahme wurde am 23. Juni 2015 abgeschlossen. Ein Jahr später 2016 wurde bekannt, dass Yahoo ebenso von Verizon übernommen wurde.[9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. November 2008 berichtete der Nachrichtensender CNN, dass Angestellte des Mobilfunkproviders Verizon Wireless sich in den letzten Monaten heimlich Zugang zu den Mobilfunkdaten des damaligen „President-ElectBarack Obama verschafft haben. Dabei wurden die Datensätze mit Telefonnummer und Zeitpunkt der von Obama getätigten Anrufe ausspioniert.[10]

Juni 2013 begannen die Enthüllungen Edward Snowdens über die weltweite Totalüberwachung durch den US-amerikanischen Geheimdienst National Security Agency (NSA) und seine Partner mit der Meldung, dass die US-Regierung routinemäßig die Herausgabe aller Verbindungsdaten vom Provider Verizon verlangt.[11][12] Es wurde bekannt, dass Verizon – und andere Telekommunikationsunternehmen – auch sonst bei der Überwachung helfen und beim britischen Geheimdienst GCHQ intern als die „Kronjuwelen“ gehandelt werden. Zu dieser Kooperation sind die Unternehmen einerseits gesetzlich verpflichtet, aber es gibt auch finanzielle Entschädigungen. So sollte Verizon – intern als „Stormbrew“ geführt – im Jahr 2013 von der NSA mehr als 46 Millionen US-Dollar erhalten.[13]

Am 24. Juni 2014 wurde bekannt, dass Verizon als Internetprovider für den Deutschen Bundestag agiert.[14] Die Kooperation des Bundestags mit Verizon wurde erst bekannt, als der Journalist Daniel Lücking in einem Blogartikel[15] entsprechende Vorwürfe erhob und den amerikanischen NSA Whistleblower Thomas Drake um eine Einschätzung bat.[16] Verizon wollte sich nicht zum Geschäftsverhältnis mit dem Deutschen Bundestag äußern. Am 26. Juni 2014 gab das Bundesinnenministerium bekannt, den Vertrag mit Verizon für die Internetversorgung zu beenden. Grund seien die im „Zuge der NSA-Affäre aufgezeigten Beziehungen von fremden Nachrichtendiensten und Firmen“.[17][18] Ebenfalls am 26. Juni gab auch der Ältestenrat des Deutschen Bundestags bekannt, die Zusammenarbeit mit Verizon zu beenden.[19]

Netzwerkstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verizon betreibt unter anderem die beiden innereuropäischen Unterseekabel Ulysses 1 und Ulysses 2. Die Glasfaserkabel verbinden IJmuiden in den Niederlanden mit Lowestoft in Großbritannien sowie das französische Calais mit dem britischen Dover.[20]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://investor.verizon.com/corp_gov/certificate_incorporation.aspx
  2. Verizon 2015 Form 10-K Report, abgerufen am 30. Juli 2016
  3. Verizon Communications Inc.: Annual Report 2015. Abgerufen am 30. Juli 2016 (PDF; 1,2 MB).
  4. Vgl. Glenn Greenwald: Die globale Überwachung. 2014, S. 153.
  5. History & Timeline. Verizon Communications Inc., abgerufen am 12. Mai 2015 (englisch).
  6. Neuer US-Telekomriese perfekt, heise.de vom 1. Juli 2000
  7. Level 3's Acquisition of Genuity Earns Court Approval. 27. Januar 2003. Abgerufen am 3. Januar 2013.
  8. Verizon vollzieht MCI-Übernahme für 8,5 Milliarden Dollar dpa-AFX. 6. Januar 2006, abgerufen am 12. Mai 2015.
  9. Verizon kauft AOL. In: Heise Newsticker. 12. Mai 2015, abgerufen am 12. Mai 2015.
  10. Björn Greif: Datenschutzpanne: Obamas Mobilfunkdaten ausspioniert. In: zdnet.de. 21. November 2008, abgerufen am 12. Mai 2015.
  11. Glenn Greenwald: NSA collecting phone records of millions of Verizon customers daily, The Guardian vom 6. Juni 2013
  12. NSA sammelt Telefondaten von Millionen US-Bürgern, heise.de vom 6. Juni 2013
  13. NSA zahlt Hunderte Millionen Dollar an Provider, heise.de vom 30. August 2013
  14. Andre Meister: Arbeitserleichterung für die NSA: Deutscher Bundestag bezieht Internet von US-Anbieter Verizon. In: netzpolitik.org. 24. Juni 2014, abgerufen am 12. Mai 2015.
  15. Daniel Lücking: "Warnung - Bitte haben Sie keinen Sex vor der Handykamera": Die Zukunft des Datenschutzes? In: Huffington Post. Abgerufen am 12. Mai 2015.
  16. Pascal Paukner: Datensicherheit Umstrittener US-Anbieter betreibt Internet im Bundestag. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Juni 2014, abgerufen am 12. Mai 2015.
  17. Bund wechselt Netzbetreiber, Bundesministerium des Innern vom 26. Juni 2014
  18. Jörg Thoma: Bundestagsabgeordnete: IP-Adressen kommen von Verizon. In: golem.de. 24. Juni 2014, abgerufen am 12. Mai 2015.
  19. Pascal Paukner: Internet-Infrastruktur Bundestag und Regierung werfen Verizon raus. In: Süddeutsche Zeitung. 26. Juni 2014, abgerufen am 12. Mai 2015.
  20. Frederik Obermaier: Edward Snowden enthüllt Namen spähender Internet-Firmen. In: Süddeutsche Zeitung. 2. August 2013. Archiviert vom Original am 30. August 2013. Abgerufen am 30. August 2013.