Verkehrsgemeinschaft Kempten

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Verkehrsgemeinschaft Kempten
VK
Basisinformationen
Unternehmenssitz Kempten
Gründung 1992
Auflösung 2016

Die Verkehrsgemeinschaft Kempten (abgekürzt: VK) ist eine Vereinigung aller Verkehrsunternehmen welche im Gebiet der kreisfreien Stadt Kempten (Allgäu) und der nördlichen Hälfte des Landkreises Oberallgäu Busverkehre betreiben. Sie wurde 1992 gegründet und koordiniert seither Fahrpläne und Tarife der beteiligten Buslinien - es besteht ein für alle Mitglieder verbindlicher Gemeinschaftstarif (welcher die früheren Haustarife der einzelnen Busunternehmer abgelöst hat), auch für Fahrten mit mehreren Unternehmen können durchgehende Fahrscheine gelöst werden. Der Schienenpersonennahverkehr im Verkehrsgebiet der VK (Nahverkehrszüge der DB Regio und alex) ist - mit Ausnahme der Tageskarte "Oberallgäu-Ticket" - nicht in den Gemeinschaftstarif einbezogen, die VK ist deshalb kein echter Verkehrsverbund. Mit der Tarifeinführung der Mona Allgäu im Jahr 2016 wurde die Verkehrsgemeinschaft Kempten aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gelben Stadtbusse von Kempten
Zentrale Bus-Umsteigestelle (ZUM) in Kempten

In Kempten gab es 1928/39 eine ins Leben gerufene Kraftpostlinie nach Obergünzburg/Sontheim sowie Buchenberg/Isny. Es folgten weitere Linien insbesondere weil die Zielorte nicht von der Bahn erschlossen werden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erkannte der Busunternehmer Josef Schattmeier einen Bedarf an einem innerstädtischen Omnibusverkehr. Zur ersten Allgäuer Festwoche rief er mit Mitbewerbern (Bodenmüller, Haslach, Pfahler) die Stadtverkehr GmbH ins Leben. Um die zwei geplanten Linien befahren zu können, wurden zwei Omnibusse „mühsam“ zusammengebaut. Acht Jahre später hatte die Stadtverkehr GmbH das Busnetz auf sechs Linien ausgebaut. In den Folgejahren wurden auch wegen des Entstehens neuer Stadtteile weitere Kurse eingerichtet. Der Versuch, eine günstigste aber nicht immer rentable Verbindung in der Innenstadt einzurichten um den Individualverkehr zu entlasten, führte 1984 zu einer finanziellen Förderung durch den Stadtrat.[1]

Im Sommer 1983 sprach sich der Verkehrsausschuss für den ehemaligen Bahnhofsvorplatz als zentralen Omnibusbahnhof aus. Einige Mitstreiter hielten den Platz als zu klein und schlugen den Albert-Wehr-Platz am Lyzeum vor. Im Frühjahr 1993 entschied sich der Stadtrat mit knapper Mehrheit für den Albert-Wehr-Platz. Ein Jahr davor wurde die Verkehrsgemeinschaft Kempten gegründet. Dank der Zugehörigkeit mehrerer Busunternehmen zu dieser Gemeinschaft wurde das Befahren aller Linien mit demselben Fahrschein in der kreisfreien Stadt Kempten und dem Altlandkreis Kempten ermöglicht.[1]

Nach einem Jahr Bauzeit wurde am 4. September 1995 die ZUM (Zentrale Bus-Umsteigestelle) auf dem Albert-Wehr-Platz eröffnet. Das Bauvorhaben kostete 3,8 Millionen Mark. Es trat ein Fahrplan mit sogenannten Durchmesserlinien in Kraft. Hierbei treffen sich alle 26 Linien der Verkehrsgemeinschaft an der ZUM. Aufgrund der Bemühung auf Umweltverträglichkeit der Busse, vergab die Stadt Kempten einen Umweltpreis an die Gemeinschaft. Noch vor 2000 wurden dieselbetriebene Busse auf schwefellosen Biodiesel umgerüstet. Die Niederflurbusse mit Fahrzeugkatalysator und Rußpartikelfilter gehören ebenso zu diesen Bemühungen.[1]

Verkehrsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verkehrsgebiet der Verkehrsgemeinschaft Kempten umfasst das gesamte Gebiet der kreisfreien Stadt Kempten sowie die nördliche Hälfte des Landkreises Oberallgäu. Für die südliche Hälfte des Landkreises Oberallgäu ist hingegen die Verkehrsgemeinschaft Oberallgäu (VG OA) zuständig. Die diesbezügliche Teilung des Landkreises Oberallgäu ist historisch bedingt, das Verkehrsgebiet der VK deckt mit dem ehemaligen Landkreis Kempten das natürliche Umland der Stadt Kempten ab, das Verkehrsgebiet der VG OA umfasst hingegen den früheren Landkreis Sonthofen. Es besteht jedoch kein unmittelbarer Zusammenhang mit der Gebietsreform, denn die beiden Alt-Landkreise Kempten und Sonthofen wurden bereits 1973 zum Kreis Oberallgäu vereinigt (also 19 Jahre vor Gründung der VK und 22 Jahre vor Gründung der noch jüngeren VG OA welche erst seit 1995 besteht).

Tarife[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitkarte mit Chip der VK

Der von der Verkehrsgemeinschaft Kempten abgedeckte Bereich ist in neun verschiedene Tarifzonen unterteilt. Das Stadtgebiet Kempten entspricht der "Tarifzone Null". Diese wird weiter aufgeteilt: In den Bereich innerhalb und außerhalb des Mittleren Rings, die übrigen acht Tarifzonen sind ringförmig um die Tarifzone Null herum angeordnet und nicht nummeriert. Angeboten werden neben Einzelfahrscheinen (auch für Gruppen und Kinder) außerdem Tageskarten (darunter sowohl reine Bus-Tageskarten, als auch kombinierte Bus-Schiene-Tageskarten im Rahmen des Sonderangebots Oberallgäu-Ticket), Wochenkarten, Monatskarten und Jahreskarten.

Mitglieder der VK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrsgemeinschaft Kempten besteht im Wesentlichen aus folgenden Unternehmen:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer – Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten (Allgäu) 1999, ISBN 3-88881-035-3, S. 72.

Koordinaten: 47° 43′ 33″ N, 10° 18′ 48″ O