Verkehrsverbund Ost-Region

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Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) Gesellschaft m.b.H.
VOR
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Sitz BahnhofCity Wien West
Leitung Wolfgang Schroll, Thomas Bohrn
Mitarbeiter rund 110
Branche Verkehrsverbund
Website www.vor.at
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Bahn-Netz im Verkehrsverbund Ost-Region
ÖPNV in Wien - Kernzone Wien des VOR

Die Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) Gesellschaft m.b.H. ist ein Dienstleister im öffentlichen Nahverkehr in der Ost-Region Österreichs (Wien, Niederösterreich und Burgenland).

Seine Aufgabe ist die Fahrplan- und Tarifkoordination sowie Leistungsbestellung der meisten in diesem Bereich tätigen Bahn-, Bus- und Straßenbahnlinien.

Der Verbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VOR wurde mit Gesellschaftsvertrag 4. September 1974 gegründet. Die Ersteintragung im Firmenbuch erfolgte am 5. November 1974 und nahm am 3. Juni 1984 den tatsächlichen Betrieb auf. Die Gesellschaft ist beim Handelsgericht Wien unter der Firmenbuchnummer 117218f eingetragen. Die Gesellschafter sind die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland. Wien und Niederösterreich gehören je 44 %, 12 % dem Burgenland.
Die Gesellschaft verfügt über eine einbezahlte Stammeinlage von insgesamt 100.000 Euro.

Seit 2003 gibt es Überlegungen, den Verkehrsverbund Ost-Region mit dem Verkehrsverbund Niederösterreich-Burgenland (VVNB) zusammenzuschließen. 2005 übernahm der VOR das Management des VVNB. 2008 wurde das Design überarbeitet. Im Dezember 2010 wurde der Beschluss zur Zusammenlegung der beiden Verbünde gefasst. Die Umsetzung soll im Laufe des Jahres 2016 erfolgen. Im neuen Verbundraum soll dann anstelle des ringförmigen Zonensystems (VOR) und des kilometerbasierenden Wabensystems (VVNB) ein einheitliches, modernes Tarifsystem gelten. Im Jahr 2009 wurden im VOR 883 Millionen Fahrten registriert, im VVNB 63 Millionen. Die Erlöse lagen bei 543 bzw. 31 Millionen Euro.[1] Im 23.562,71 Quadratkilometer großen Verbundraum (VOR und VVNB = Wien, NOE und Bgld) leben 3,7 Millionen Einwohner. Rund 900 Linien befördern auf einer Linienlänge von 8.362 Kilometern mit 11.500 Haltestellen jährlich 950 Millionen Fahrgäste.[2]

Am 6. Juli 2016 trat im Bereich außerhalb von Wien eine Tarifreform basierend auf einem Streckentarif in Kraft. Der Verbundraum umfasst seither auch das Gebiet des bisherigen VVNB.

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dieser Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist ein Aufsichtsrat eingerichtet. Dem Aufsichtsrat gehören derzeit acht Mitglieder an[3]:

  • Vorsitzender: Erich Valentin
  • Stellvertreter der Vorsitzenden: Hans Stefan Hintner
  • Mitglieder: Astrid Fritz, Peter Kunisch, Georg Mayer
  • Arbeitnehmervertreter: Claudia Kavlik, Christian Neuner, Franz Rieger

Verbundunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Unternehmen sind im VOR[4]:

Der City Airport Train und die Westbahn sind nicht in das Tarifsystem eingebunden.

Zonensystem bis 5. Juli 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tarifgebiet war in Zonen eingeteilt, die um Wien herum gruppiert waren. Das gesamte Gebiet innerhalb der Stadtgrenze, teilweise auch etwas darüber hinaus, stellte dabei die Zone 100 oder Kernzone dar. Die Außenzonen hatten dreistellige Nummern, deren Hunderterstelle mit zunehmender Entfernung von Wien anstieg. Das Schema der Zehnerstellen war an das Linienschema der Wiener Straßenbahn angelehnt. Die Einerstelle war oft Null, teilweise wurden andere Ziffern zur Unterscheidung verschiedener Zonen vergeben.

Es mussten maximal acht Zonen bezahlt werden, auch wenn (auf direktem Weg) mehr Zonen befahren wurden. Um für gleiche Fahrstrecken auch annähernd gleiche Fahrpreise zu ermöglichen, überlappten sich die Zonen teilweise, sodass eine Zone weniger bezahlt werden musste.

Der Verbundraum umfasste ganz Wien, Teile von Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland sowie die Bahnstrecken nach Sopron. Auf österreichischem Gebiet wurde der VOR gänzlich vom Verkehrsverbund Niederösterreich-Burgenland (VVNB) umschlossen. In diesen reichten viele Schienenstrecken des VOR hinein (VOR-Stichlinien). Umgekehrt galt der VVNB-Tarif auf zahlreichen im VOR gelegenen Linien, wenn die Fahrt im VVNB-Verbundraum begann oder endete.

Tarifsystem bis 5. Juli 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Befahren einer Zone kostete zuletzt − ohne Unterbrechung außer zum Umsteigen − 2,20 Euro mit im Vorverkauf oder bei Automaten erhältlichen Fahrscheinen. Direkt in den Straßenbahnzügen und Bussen der Wiener Linien sowie in der Lokalbahn Wien–Baden wurde ein Aufpreis von 10 Cent berechnet, bei regionalen Buslinien nicht. Auf vielen Bahnlinien im VOR musste und muss vor Fahrtantritt ein Fahrausweis erworben werden, vormals war auch ein Fahrkartenverkauf im Zug gegen einen Aufpreis vorgesehen. Für einige Personengruppen (Kinder und Jugendliche, Grundwehrdiener, Pensionisten etc.) gab und gibt es Halbpreis-Fahrkarten zum Preis von 1,10 Euro.

Die Preise für Wochen-, Monats- und Jahreskarten waren und sind in Wien und in den Außenzonen unterschiedlich. Einige Sondertarife wie die „8-Tage-Klimakarte“ galten und gelten nur in Wien.

Innerhalb des Tarifgebietes des VOR konnten und können unter bestimmten Voraussetzungen einzelne Verkehrsmittel auch zu einem internen Tarif des betreffenden Verkehrsunternehmens benutzt werden (etwa Züge der ÖBB), was teilweise günstiger ist. Der VOR-Tarif galt und gilt auch in der 2. Klasse von Fernverkehrszügen mit Ausnahme derer der WESTbahn, die nur kurze Zeit Mitglied des VOR war.

Tarif- und Zonensystem seit 6. Juli 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 6. Juli 2016 gilt nur noch in der Kernzone Wien, der bisherigen Zone 100, weiterhin das bisherige Tarifsystem. Im restlichen Gebiet des VOR gilt seither ein Streckentarif, wobei sich der reguläre Tarif aus Abschnitten zu je 2,20 (früherer Zonentarif) und 1,70 Euro zusammensetzt. Fahrscheine hierfür sind nur noch entweder in den Station, bei Schaltern oder direkt in den Fahrzeugen zum sofortigen Fahrtantritt erhältlich. Zeitkarten umfassen neben der gewählten Strecke ein "persönliches Netz" aus Linien in der Umgebung von dieser. Zonenüberlappungen nach Wien hinein wurden abgeschafft, vergünstigte Ortstarife existieren in einigen Gemeinden nach wie vor.

Liniensystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Verkehrsverbund Ost-Region geführten Verkehrsmittel werden nach folgendem Liniensystem nummeriert:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Bidner: Länder geben grünes Licht für Mega-Verbund. In: NÖN. 7. Februar 2011, abgerufen am 23. August 2011.
  2. Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH: Bestnoten für die Öffi-Info auf der VOR-Servicehotline 0810 22 23 24 - BILD. In: APA-OTS. 21. März 2013, abgerufen am 21. März 2013.
  3. http://www.vor.at/impressum/
  4. https://www.vor.at/service/partnerkontakte/