Verkehrsverbund Rhein-Neckar

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Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Dezember 1989
Sitz Mannheim
Leitung Volkhard Malik (Geschäftsführer)
Branche Verkehrsverbund
Website www.vrn.de

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) ist ein Verkehrsverbund im Rhein-Neckar-Dreieck in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg (Tarifgebiet beinhaltet Teile des Saarlandes und Bayerns) und wurde am 1. Dezember 1989 gegründet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar

Die Vorgeschichte des VRN reicht zurück bis in die Nachkriegszeit. Vor dem Hintergrund erschwerter wirtschaftlicher Bedingungen in der durch die Grenzen der Besatzungszonen zerschnittenen Region entstanden erste länderübergreifende Kontakte im Rahmen der 1951 gegründeten „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar“. Der 1970 daraus hervorgegangene Raumordnungsverband Rhein-Neckar legte bald Pläne zur Schaffung eines länderübergreifenden Verkehrsverbundes sowie eines leistungsfähigen S-Bahn-Systems vor.

1973 gründeten die Großstädte Mannheim, Ludwigshafen am Rhein und Heidelberg gemeinsam mit Bundesbahn und Bundespost die „Nahverkehrsgemeinschaft Rhein-Neckar“, die als erster Vorläufer des VRN betrachtet werden kann. In den folgenden Jahren entstanden konkrete Umsetzungskonzepte für einen S-Bahn-Verkehr. Während deren Umsetzung nur mühsam vorankam, brachten die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Gründung eines vollwertigen Verkehrs- und Tarifverbundes 1981 entscheidend voran.

So entstanden in den 1980er Jahren erste Übergangstarife zwischen den verschiedenen Verkehrsunternehmen. Der 1985 eingeführte Riedbahn-Übergangstarif erlaubte beispielsweise Fahrgästen auf der Riedbahn-Strecke nach Mannheim die anschließende Nutzung der Mannheimer Straßenbahn mit derselben Fahrkarte. Auch zwischen der OEG und den Straßenbahnen in Heidelberg und Mannheim existierten Gemeinschaftstarife. Ein weiterer Schritt hin zum übergreifenden Verbund wurde mit dem am 16. Dezember 1985 eingeführten Gemeinschaftstarif für Zeitkarten (GfZ) umgesetzt. Am 1. Dezember 1989 entstand daraus schließlich mit der Gründung der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) der langersehnte Vollverbund mit dem im Wesentlichen bis heute unveränderten gemeinsamen Tarifsystem.

1994 vergrößerte sich das Tarifgebiet bis Landau,[1] 1996 wurde das VRN-Gebiet im Osten auf den Neckar-Odenwald-Kreis und im Westen auf Kirchheimbolanden, Eisenberg, Hochspeyer, den Landkreis Südliche Weinstraße, Hinterweidenthal und das Dahner Felsenland ausgedehnt.[2]

Am 1. April 2003 wurde der VRN um das Gebiet des Main-Tauber-Kreises erweitert. Zum 1. Juni 2006 traten die elf bislang im Westpfalz-Verkehrsverbund (WVV) zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen dem VRN bei, das Tarifgebiet wurde damit auf die gesamte Pfalz ausgedehnt. 2012 wurde Volkhard Malik Geschäftsführer des VRN, der auf den seit 2005 amtierenden Werner Schreiner folgte.

Zum 1. Januar 2013 wurde allerdings das „Ticket 24“ bzw. „Ticket 24 PLUS“, eine 24-Stunden-Karte, die samstags entwertet bis 3 Uhr des folgenden Werktages gültig war,[3] an Ostern somit bis zu vier Tage,[4][5] durch eine Tageskarte ersetzt, die keine 24 Stunden, sondern nur noch bis 3 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 6 Uhr, des Folgetages gültig ist.[6][7][8]

Tarifgebiet und -systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VRN-Ticket der Preisstufe 2, ausgegeben von der RNV, entwertet in der Wabe 104 (Teil der Großwabe Mannheim/Ludwigshafen)

Das Tarifgebiet erstreckt sich nach zahlreichen Erweiterungen mittlerweile von Homburg im Westen bis Würzburg im Osten und greift damit weit über die Metropolregion Rhein-Neckar hinaus. Im Norden reicht es bis Stadtprozelten, im Süden bis hinter Landau und Sinsheim. Die französischen Grenzstädte Lauterbourg und Wissembourg sind ebenfalls mit dem VRN-Tarif zu erreichen.

Insgesamt deckt das Tarifgebiet eine Fläche von 9.967 Quadratkilometern mit rund 3 Millionen Bewohnern ab. Es ist, wie für ein Flächentarifgebiet typisch, in Tarifwaben eingeteilt. Der Fahrpreis richtet sich dabei nach der Anzahl der durchfahrenen Waben. Eine Ausnahme bilden die Stadtgebiete von Mannheim, Ludwigshafen am Rhein und Heidelberg, für die der sogenannte Großwabentarif gilt. In den Stadtzentren mancher Städte findet ein günstigerer Citytarif Anwendung. Insgesamt verfügen 91,3 % (Stand 2008) der Fahrgäste über eine Zeitkarte.

Einzelfahrscheine können als Online-Ticket bei der DB erworben werden,[9] und damit seit 2014 über die Smartphone-Anwendung DB Navigator. Seit Juni 2013 konnte ein Teil der VRN-Fahrkarten über Touch&Travel erhalten werden. Als weitere Vertriebswege exklusiv für viele Smartphonebenutzer sind eine VRN-eigene Handyticket-Anwendung und die Handyticket-Funktion in der RNV-Smartphoneanwendung verfügbar.

eTarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 2015[10] kann über Touch&Travel, bei dem zwischen mehreren möglichen Tarifen der günstigste ausgewählt wird, für Fahrten innerhalb der Wabe 125 (Stadt Heidelberg) der „eTarif“ eingeführt. Dessen Preis setzt sich aus einem Grundpreis pro Fahrt (2015 und 2016: 1 €) und einem Preis pro angefangenem Kilometer Luftlinie zwischen Ein- und Ausstieg (2015 und 2016: 0,2 €) zusammen.[11][10] Dieser Tarif ist nur für volljährige Fahrgäste nutzbar, Erste-Klasse-Aufschlag (+50 %) und Bahn-Card-Ermäßigung (−25 %) sind verfügbar.[11]

Auch nach der für den 30. November 2016 geplanten Einstellung von Touch&Travel will der VRN den eTarif über eine eigene Smartphone-Anwendung zusätzlich zur bestehenden ab spätestens Januar 2017 anbieten, und seine Anwendbarkeit ab Anfang 2017 auf das gesamte Verbundgebiet ausweiten.[12]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn in Ludwigshafen
Stadtbahn in Mannheim
Gelenkbusse an der Haltestelle Rathaus in Kaiserslautern.

Seit dem Verbundstart 1989 bis zum Jahre 2005 stieg die Zahl der Fahrgäste um insgesamt 133,74 Prozent, die Tarifeinnahmen erhöhten sich um 135,75 Prozent. Folgende Tabelle zeigt einige Eckdaten zur Entwicklung des VRN:[13][14]

Jahr Gebietsgröße (km²) Fahrgastzahlen (Mio.) Einnahmen (Mio. €)
1990 3600[1] 114,4 74,4
1991 126[1]
1992 131[1]
1993 144[1]
1994 163[1]
1995 172,7 102,5
1996 5700[1] 190[1]
1997 211[1]
1998 214[1]
1999 223[1]
2000 231,5 131,3
2005 267,4 175,4
2008 9967 314,2 242,0
2009 313,8 250,3
2010[15] 313 249
2011 315 259
2013 317 276
2014    313 283,7
2015  9967  310  291

Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet des VRN verkehren Züge der Deutschen Bahn und anderer Verkehrsunternehmen, die S-Bahn RheinNeckar sowie Straßenbahnen und Busse auf insgesamt 460 Linien mit 11 103 km Gesamtlänge.

Insgesamt sind 38 Verkehrsunternehmen mit 1380 Fahrzeugen (ohne S-Bahn) im Verbundgebiet tätig. Zu den größten gehören die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) sowie die DB Regio Südwest und der Busverkehr Rhein-Neckar der Deutschen Bahn.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Änderung von gesetzlichen Bestimmungen für den Schienenpersonennahverkehr musste zum 1. Januar 1996 die Gesellschaftsstruktur geändert werden:

  • Dem Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) gehören die Bundesländer, Landkreise und Kreisfreien Städte an
  • Die Unternehmensgesellschaft Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (URN) hat die beteiligten Verkehrsunternehmen als Gesellschafter
  • Die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) hat als alleinigen Gesellschafter den ZRN und ist mit der URN durch einen Kooperations- und Dienstleistungsvertrag verbunden.

Landkreise und Kreisfreie Städte im VRN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baden-Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheinland-Pfalz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrplanbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Fahrplanbücher des VRN werden halbjährlich vom Verlag Reclam Print herausgegeben und vertrieben:

  • Ludwigshafen/Mannheim (1 €)
  • Heidelberg (1 €)
  • Vorder-/Südpfalz (1 €)
  • Westpfalz (1 €)
  • Alzey/Worms (0,75 €)
  • Bergstraße/Odenwald (0,75 €)
  • Odenwald/Tauber (0,75 €)
  • Abfahrtstafeln der DB (0,75 €)

Die Fahrpläne können direkt beim Reclam-Verlag per E-Mail bestellt werden. Dabei fallen keine zusätzlichen Versandkosten an.

Verkehrsunternehmen im VRN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercedes-Benz O 407 der Busverkehr Rhein-Neckar im Wormser Busbahnhof

Benachbarte Verkehrsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Röth: Auf Schienen zwischen Odenwald und Pfalz. Fotografien 1955–1976. Ludwigshafen am Rhein, Verlag Pro Message. 2006. 168 Seiten. ISBN 3-934845-18-5. 297 alte Fotografien.
  • Verkehrsverbund Rhein-Neckar (Hrsg.): An einem Strang. Eisenbahngeschichte im Rhein-Neckar-Dreieck. Ludwigshafen, Verlag Pro Message. 2004. 112 Seiten. ISBN 3-934845-17-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Keine ruhige Minute: 100 Millionen Gute Gründe für die S-Bahn. In: hinundweg – Das Kundenmagazin des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, Jubiläumsheft 2009. VRN GmbH, URN GmbH, 20. April 2009, S. 14, archiviert vom Original am 29. Mai 2012, abgerufen am 14. April 2014 (PDF; 4,6 MiB).
  2. Zahlen bitte! In: hinundweg – Das Kundenmagazin des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, Jubiläumsheft 2009. VRN GmbH, URN GmbH, 20. April 2009, S. 6–7, archiviert vom Original am 29. Mai 2012, abgerufen am 14. April 2014 (PDF; 4,6 MiB).
  3. Ticket 24, Ticket 24 PLUS, 3-Tages-Karte, Wochenkarte – Tarif 1/2009. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, 26. November 2008, archiviert vom Original am 21. Mai 2014, abgerufen am 21. Mai 2014 (PDF).
  4. Ostern 2009 Ticket 24 und PLUS vier Tage lang gültig. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, 24. März 2009, archiviert vom Original am 21. Mai 2014, abgerufen am 21. Mai 2014.
  5. Tageskarten, Tarifstand 1/2009. Ticket 24 für Einzelreisende – Ticket 24 PLUS für Gruppen. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, archiviert vom Original am 22. August 2009, abgerufen am 21. Mai 2014.
  6. Neue Tarife zum 1. Januar 2013 im VRN. Tages-Karte und City-Ticket ergänzen Angebot. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, 22. November 2012, archiviert vom Original am 21. Mai 2014, abgerufen am 21. Mai 2014.
  7. Michaela Roßner: Im Januar Abschied vom „Ticket 24 plus“. Mannheimer Morgen, 23. November 2012, abgerufen am 21. Mai 2014.
  8. Michaela Roßner: Scharfe Kritik an Abschaffung von „Ticket 24“. Fahrgäste vermissen Wochenend-Gültigkeit und prangern Preiserhöhungen an. Mannheimer Morgen, 29. November 2012, abgerufen am 21. Mai 2014.
  9. VRN-Tickets jetzt auch online bei der DB verfügbar
  10. a b Michael Löwe: Pilotversuch mit eTarif in Heidelberg. In: ProBahn Hessen Fahrgastzeitung, Nr. 107 (Februar 2015). 28. Juli 2015, S. 27–28, abgerufen am 21. Oktober 2016 (PDF; 2,7 MiB).
  11. a b eTarif Heidelberg. Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH, abgerufen am 21. Oktober 2016.
  12. Touch & Travel der Deutschen Bahn wird eingestellt. VRN will auch weiterhin CheckIn- / CheckOut-System anbieten. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, 10. Oktober 2016, abgerufen am 22. Oktober 2016.
  13. Website des VRN
  14. Pressemitteilung des VRN vom 8. März 2011
  15. Statistische Bereinigung bei den Fahrgastzahlen und bei den Fahrgeldeinnahmen