Verkieselung

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Verkieseltes Holz, Petrified Forest National Park, USA
Verkieselter Palmenstamm, "im Querschnitt sind die regellos verteilten Gefäßbündel erkennbar", aus Texas; Tertiär; im Naturhistorisches Museum Wien

Verkieselung, auch Silifizierung genannt, ist die Ausfüllung von Porenräumen durch Siliziumdioxid (SiO2) sowie die Umwandlung von Gestein unter Zufuhr (Metasomatose) von gelöstem SiO2.[1] In der Natur verkieseln nicht nur Gesteine (Kieselgestein), sondern zuweilen auch Gewebe wie Holz.

Damit der Prozess stattfinden kann, muss im Kluft- oder Porenwasser Kieselsäure gelöst sein, die mineralischen Lösungen müssen den Ort der Verkieselung erreichen können und dort geeignete chemische Bedingungen vorfinden.

In der Umgebung SiO2-reicher Tiefseesedimente wie Radiolariten verkieseln Sedimente und Gesteine des Meeresbodens in großem Umfang. Dort ändert sich im Allgemeinen der pH-Wert der Porenwässer in so weiter Spanne, dass SiO2 an den einen Orten gelöst und an andern wieder ausgefällt wird. Bei diesem Vorgang entsteht oft Feuerstein.

Auch Gebiete mit alkalinem Vulkanismus oder Thermalquellen wie etwa der Yellowstone-Nationalpark sind typische Orte für Verkieselungsprozesse. Verkieselte Böden werden als Silcreten bezeichnet, sie entstehen durch Desilifizierung und anschließende Ausfällung von SiO2.

Zur Bauwerksabdichtung wird der Porenraum oft mit Wasserglas gegen aufsteigende Nässe ausgefüllt und Kieselsäureester dienen zur Festigung von Naturstein und Putzmörteln. Diese Techniken heißen ebenfalls Verkieselung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Murawski: Geologisches Wörterbuch. Ferd. Emke Verlag Stuttgart, 11. Auflage 2004, 262 S., ISBN 978-3-827-41445-8