Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus

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Der Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH besteht aus zwei anthroposophischen Verlagen mit Sitz in Stuttgart, dem Verlag Freies Geistesleben und dem Verlag Urachhaus. Es kam Mitte der Neunzigerjahre zur Fusion der beiden Verlage; beide Programme werden jedoch selbständig geführt.

Der Verlag veröffentlicht Bücher unter anderem zur Anthroposophie, Waldorfpädagogik, Zeit- und Lebensfragen, Sozialwissenschaften, Kultur und Geschichte, Christentum, Kunst und Architektur, Medizin und Heilpädagogik, Naturwissenschaften und Landwirtschaft, Musik sowie Kinder- und Jugendbücher und verschiedene Zeitschriften. Der Bereich Ratgeber und Bücher zur vegetarischen Ernährung wächst in den letzten Jahren beständig.

Verlag Freies Geistesleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag Freies Geistesleben wurde 1947 von der Freien Waldorfschule in Stuttgart und der Anthroposophischen Gesellschaft in Stuttgart gegründet.[1] Ziel war es, für die wiederentstehenden und neugegründeten Freien Waldorfschulen in Deutschland die notwendige Literatur zu verlegen. Außerdem wurden die Grundlagen und weiteren Früchte der Anthroposophie zum Gegenstand der Verlagstätigkeit. Der Geschäftsführer ist seit 1991 Jean-Claude Lin.[1] Autoren sind u. a. Michael Birnthaler, Michael Bockemühl, Walther Bühler, Karl-Martin Dietz, Tonke Dragt, Esmé Lammers, Cynthia Harnett, Marit Laurin, Bernard Lievegoed, Christa Ludwig, Lorenzo Ravagli Wilhelm Rath Wolfgang Schad Susanne Schäfer Edda Singrün-Zorn, Jakob Streit und Brian Wildsmith.

Verlag Urachhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag Urachhaus wurde am 23. Januar 1925 von Gertrud Spörri, Emil Bock und Ernst Scheiffele als Verlag der Christengemeinschaft GmbH gegründet.[2] Der Verlag veröffentlichte zunächst nur christlich orientierte Schriften. Es kam 1935 zum Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft, und 1936 folgte die Umbenennung des Verlages nach der Stuttgarter Urachstraße, wo sich das Verlagshaus befand. 1942 folgte außerdem die zwangsweise Liquidation des Verlages, nachdem die Gestapo am 9. Juni 1941 das Verlagsgebäude gestürmt und den Firmenbesitz inklusive des gesamten Buchbestandes beschlagnahmt hatte.[3] Der Verlag wurde 1946 neu gegründet,[4] und zog 1950 in das wiederaufgebaute Haus in der Urachstraße 41 um.

In den 1960er und 1970er Jahren weitete der Verlag durch eine neue Konzeption immer mehr auf die verschiedensten Lebensgebiete aus und erreichte eine breitere Öffentlichkeit. 1971 brachte der Verlag eine Christian Morgenstern-Gedenkausgabe heraus[5] und hat in den 1980er Jahren unter anderem eine neunbändige Gesamtausgabe der Werke und Briefe Christian Morgensterns veröffentlicht.[6]

Nach der Fusion Mitte der 1990er Jahre[4] zogen die beiden Verlage in das neue Domizil in der Landhausstraße, nicht weit von der Urachstraße entfernt. In den Jahren von 1996 bis 2014 leitete Frank Berger den Verlag und erweiterte das Programm noch einmal.[7] Im Februar 2015 übernahm Michael Stehle, der seit 2000 im Lektorat beschäftigt war, die Verlagsleitung.[8]

Autoren sind u. a. Thea Beckman, Friedrich Benesch, Paul Biegel,[9] Daniela Drescher, Rudolf Meyer, Christian Morgenstern und Friedrich Rittelmeyer.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Literatur zu Lebensfragen, taz am Wochenende, 7. April 2007
  2. Christengemeinschaft, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen
  3. “Das” Goetheanum: Wochenschrift für Anthroposophie und Dreigliederung, Band 79, Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, 2000, S. 88 [1]
  4. a b [2], Buchmarkt, 23. Januar 2015
  5. KRITIK IN KÜRZE, Die Zeit, 8. Oktober 1971
  6. Jochen Schimmang: Christian Morgenstern: Eine Biografie, Residenz Verlag, 2013 [3]
  7. Aus gesundheitlichen Gründen: Verleger Frank Berger hört bei Urachhaus auf, Börsenblatt, 28. Oktober 2014
  8. Neuer Verlagsleiter bei Urachhaus, Börsenblatt, 24. Februar 2015
  9. „Die Gärten von Dorr“ von Paul Biegel: Triffst du nur das Zauberwort, FAZ, 5. Mai 2014