Verleger

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Der Verleger ist Leiter eines Verlages für Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Musiknoten, Kalender oder andere Medienprodukte (CDs, DVDs, Online-Medien, PC-Software, Spiele etc.). Er ist (häufig) als Eigentümer oder Geschäftsführer für den Verlag in seiner Gesamtheit verantwortlich. Beim Verleger liegt letztlich die Entscheidung, in welche Veröffentlichungen ein Verlag investiert (verlegen = vorlegen), nicht nur für die Herstellung und Vervielfältigung des Mediums, sondern auch für dessen Verbreitung bzw. Vermarktung,[1] wozu er sich im Verlagsvertrag mit einem Autor verpflichtet und wofür er zu sorgen hat. Der Verleger trägt die finanzielle Verantwortung und bestimmt die Richtlinien für Lektorat, Herstellung und Vertrieb, aber auch – bereits im 16. Jahrhundert von Autoren (etwa Martin Crusius, der in einem Tagebuch von 1593 bedauernd schreibt: „Es ist ein Elend, daß wir uns nach den Verlegern richten müssen[2]) – für Inhalte.

Nach Fritz J. Raddatz, von 1960 bis 1969 Cheflektor und stellvertretender Chef des Rowohlt Verlags muss „der wahre Verleger ... Vater und Mutter sein, Amme und Zuchtmeister, Gläubiger und Fordernder, Duellant und Sekundant, Beichtvater und Ministrant, Heiliger und Hurenbold. Er muss das Gehirn eines Philosophen, den Blick eines Radiologen, die Sanftmut einer Krankenschwester haben. Eines darf er auf gar keinen Fall: ein eigenes Leben haben.“

Früher bezeichnete man mit Verleger den Auftraggeber im Verlagssystem.

Deutschsprachige Verleger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Verleger außerhalb des deutschsprachigen Sprachgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verleger des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 zeichnet das Branchenmagazin BuchMarkt eine/n „Verleger/in des Jahres“ aus.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rita Galli, Edda Hattebier, Sigrid Weiss, Kathrin Arndts (Hrsg.): Ausgerechnet Bücher: 31 verlegerische Selbstporträts. Links, Berlin 1998, ISBN 978-3-86153-167-8.
  • Klaus G. Saur: Traumberuf Verleger. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-50165-0.
  • Siegfried Unseld: Der Autor und sein Verleger. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 978-3-518-37704-8.
  • J. Benzing: Die deutschen Verleger des 16. und 17. Jahrhunderts, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens (AGB), Sauer, München 18/1977, 1077–1322, ISSN 0066-6327
  • André Schiffrin: Verlage ohne Verleger – über die Zukunft der Bücher, Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-2387-9.
  • Wolfgang Erhardt Heinold, Ehrhardt Heinold, Ulrich Ertnst Huse; Petra Irmer (Illustrationen): Bücher und Büchermacher: Verlage als Umschlagplätze für Ideen und Informationen; Inhalte auswählen, kalkulieren und vermarkten; vom Verlag zum Leser – das Netz der Branche. Menschen und Berufe rund ums Büchermachen; Bücher – sinnliche Medien gestern, heute und in Zukunft, 6. neu bearbeitete Auflage, Bramann, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-934054-25-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurde „verleger besonders für den gebräuchlich, der die kosten und den vertrieb von druckwerken übernimmt“. (Grimms Wörterbuch)
  2. Hans Widmann: Autorennöte eines Gelehrten im 16. Jahrhundert. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel – Frankfurter Ausgabe. Nr. 89, (5. November) 1968, S. 2929–2940, zitiert: S. 2929–2931 (Übersetzung von „miserum est cogi nos ad voluntates typographorum“ im Diarium).
  3. Veröffentlichung bei BuchMarkt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Verleger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen