Verleger

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Verleger (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Verleger ist Leiter eines Verlages für Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Musiknoten, Kalender oder andere Medienprodukte (CDs, DVDs, Online-Medien, PC-Software, Spiele etc.). Er ist (häufig) als Eigentümer oder Geschäftsführer für den Verlag in seiner Gesamtheit verantwortlich. Beim Verleger liegt letztlich die Entscheidung, in welche Veröffentlichungen ein Verlag investiert (verlegen = vorlegen), nicht nur für die Herstellung und Vervielfältigung des Mediums, sondern auch für dessen Verbreitung bzw. Vermarktung,[1] wozu er sich im Verlagsvertrag mit einem Autor verpflichtet und wofür er zu sorgen hat. Der Verleger trägt die finanzielle Verantwortung und bestimmt die Richtlinien für Lektorat, Herstellung und Vertrieb.

Nach Fritz J. Raddatz, von 1960 bis 1969 Cheflektor und stellvertretender Chef des Rowohlt Verlages muss „der wahre Verleger ... Vater und Mutter sein, Amme und Zuchtmeister, Gläubiger und Fordernder, Duellant und Sekundant, Beichtvater und Ministrant, Heiliger und Hurenbold. Er muss das Gehirn eines Philosophen, den Blick eines Radiologen, die Sanftmut einer Krankenschwester haben. Eines darf er auf gar keinen Fall: ein eigenes Leben haben.“

Früher bezeichnete man mit Verleger den Auftraggeber im Verlagssystem.

Deutschsprachige Verleger[Bearbeiten]

Bekannte Verleger außerhalb des deutschsprachigen Sprachgebiets[Bearbeiten]

Verleger des Jahres[Bearbeiten]

Seit 1994 zeichnet das Branchenmagazin BuchMarkt eine/n „Verleger/in des Jahres“ aus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rita Galli, Edda Hattebier, Sigrid Weiss, Kathrin Arndts (Hrsg.): Ausgerechnet Bücher: 31 verlegerische Selbstporträts. Links, Berlin 1998, ISBN 978-3-86153-167-8.
  • Klaus G. Saur: Traumberuf Verleger. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-50165-0.
  • Siegfried Unseld: Der Autor und sein Verleger. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 978-3-518-37704-8.
  • J. Benzing: Die deutschen Verleger des 16. und 17. Jahrhunderts, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens (AGB), Sauer, München 18/1977, 1077-1322, ISSN 0066-6327
  • André Schiffrin: Verlage ohne Verleger – über die Zukunft der Bücher, Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-2387-9.
  • Wolfgang Erhardt Heinold, Ehrhardt Heinold, Ulrich Ertnst Huse; Petra Irmer (Illustrationen): Bücher und Büchermacher: Verlage als Umschlagplätze für Ideen und Informationen; Inhalte auswählen, kalkulieren und vermarkten; vom Verlag zum Leser - das Netz der Branche. Menschen und Berufe rund ums Büchermachen; Bücher - sinnliche Medien gestern, heute und in Zukunft, 6. neu bearbeitete Auflage, Bramann, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-934054-25-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurde „verleger besonders für den gebräuchlich, der die kosten und den vertrieb von druckwerken übernimmt“. (Grimms Wörterbuch)

Weblinks[Bearbeiten]