Verlinghem

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Verlinghem
Wappen von Verlinghem
Verlinghem (Frankreich)
Verlinghem
Region Hauts-de-France
Département Nord
Arrondissement Lille
Kanton Lambersart
Gemeindeverband Métropole Européenne de Lille
Koordinaten 50° 41′ N, 3° 0′ OKoordinaten: 50° 41′ N, 3° 0′ O
Höhe 12–34 m
Fläche 10,08 km2
Einwohner 2.445 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 243 Einw./km2
Postleitzahl 59237
INSEE-Code
Website http://www.verlinghem.fr/

Saint-Chrysole-Brunnen

Verlinghem (niederländisch Erverlinghem[1]) ist eine französische Gemeinde mit 2445 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Nord in der Region Hauts-de-France; sie gehört zum Arrondissement Lille und zum Kanton Quesnoy-sur-Deûle.

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname „Verlinghem“ ist germanischen Ursprungs und setzt sich aus drei Silben zusammen: Verl-ing-hem, was als „Wohnstätte der Leute aus Verl“ übersetzt werden kann.

Lage und angrenzende Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frelinghien Quesnoy-sur-Deûle
Pérenchies Nachbargemeinden Wambrechies
Lompret Lambersart Saint-André-lez-Lille

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Écartelé en 1 et 4 d'argent au lion de gueules armé et lampassé d'azur, couronné d'or. Aux 2 et 3 de gueules à une étoile à seize rais d'argent. (Originaltext) Das Wappen ist in vier Felder aufgeteilt, in den Feldern oben rechts und unten links auf silbernem Hintergrund je ein roter Löwe mit blauen Krallen und blauer Zunge, von einer goldenen Krone gekrönt. Die beiden übrigen Felder tragen auf rotem Hintergrund je einen 16-strahligen Silberstern. |Quelle=Forum des Weppes le 11 octobre 2009 à Capinghem. In: Verlinghem Autrement … Abgerufen am 27. August 2017 (französisch). |ref=VERLINGHEM-AUTREMENT Die Wappensymbole gehen auf eine Nebenlinie des Hauses Luxemburg zurück, von der mehrere Mitglieder im 15. Jahrhundert als Seigneur über Verlinghem herrschten.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1793 ist dank der seitdem in Verlinghem durchgeführten Volkszählungen bekannt:

Jahr 1793 1821 1846 1866 1876 1891 1911 1921 1931 1936 1946 1962 1975 1990 2006 2009
Einwohnerzahl 1837 1678 1729 1686 1579 1532 1533 964 1220 1191 1184 1225 1729 2182 2312 2315
Quelle EHESS
(bis 1962)[2];
INSEE
(ab 1968)[3][4][5]
                               

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die «Ferme des Templiers»
Die Kirche Saint-Chrysole

Verlinghem besitzt für ein Dorf dieser Größe ein reiches historisches Erbe, dabei wurden drei Bauwerke als «Monument historique» (wörtlich: Geschichtsdenkmal) eingestuft und unter Denkmalschutz gestellt:

  • Der Saint-Chrysole-Brunnen, neben dem im März 2006 teilweise ein (Kino-)Film gedreht wurde. Der Brunnen wurde 1920 als «Monument historique» unter Denkmalschutz gestellt.[6]
  • Die «Ferme des Templiers» (wörtlich etwa: Hof der Tempelritter). Trotz seines Namens hat das Bauwerk nie den Tempelrittern gehört, die etwas verwirrende Bezeichnung geht vielmehr auf die früheren (feudalzeitlichen) Grundherren der Ländereien von Verlinghem zurück. Dennoch bleibt diese befestigte Hofanlage ein bemerkenswertes Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Das Objekt wurde, ebenso wie der zuvor erwähnte Saint-Chrysole-Brunnen, 1920 unter Denkmalschutz gestellt.[7]
  • Die Vorhalle der Saint-Chrysole-Kirche mit einer Heiligenfigur, die den enthaupteten Saint-Chrysole (Sankt Chrysolius) darstellt, den Schutzheiligen von Verlinghem. Er soll durch die Römer im 4. Jahrhundert gemartert worden sein. Dabei soll er bei geöffnetem Schädel, mit den Knochen seiner Schädeldecke in der Hand, von einer Stelle beim 4 km entfernten Quesnoy-sur-Deûle bis nach Verlinghem marschiert sein, um an jenem Ort zu sterben, wo heute die Fontäne des Saint-Chrysole-Brunnens entspringt, deren Wasser heilende Kräfte haben soll.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Verlinghem ist Bestandteil der katholischen Pfarrei Notre-Dame-des-Sources, zu der auch die Gemeinden Lompret, Pérenchies und Prémesques gehören. Pfarrer ist der Abt Christophe Wambre. Die Pfarrei gehört zum Dekanat von Leie und Deûle, das wiederum Teil des Erzbistums Lille ist.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlinghem besitzt zwei einander benachbarte Grundschulen: eine öffentliche, die École publique Gutenberg („Öffentliche Gutenberg-Schule“) und eine private, die École Sainte Marie de Verlinghem („St. Marien-Schule Verlinghem“).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes du Nord. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-119-8, S. 1397–1401.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verlinghem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. De Nederlanden in Frankrijk, Jozef van Overstraeten, 1969
  2. École des hautes études en sciences sociales (EHESS): Des villages de Cassini aux communes d'aujourd'hui (französisch), abgerufen am 17. Januar 2013
  3. Institut national de la statistique et des études économiques (INSEE): Évolution et structure de la population@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistiques-locales.insee.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 729 kB) (französisch), abgerufen am 17. Januar 2013
  4. Institut national de la statistique et des études économiques (INSEE): Recensement de la population au 1er janvier 2006 (französisch), abgerufen am 17. Januar 2013
  5. Institut national de la statistique et des études économiques (INSEE): Populations légales 2009 de la commune (französisch), abgerufen am 17. Januar 2013
  6. Eintrag Nr. PA00107877 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. Eintrag Nr. PA00107876 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)