Verne (Westfalen)

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Verne (Westfalen)
Koordinaten: 51° 41′ 0″ N, 8° 34′ 0″ O
Höhe: 98 m ü. NN
Fläche: 16,29 km²
Einwohner: 2403 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 33154
Vorwahl: 05258
Karte
Lage von Verne (Westfalen) in Salzkotten

Verne (Westfalen) ist ein westlicher Stadtteil von Salzkotten in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Bürener Land und dem Hochstift Paderborn (Region). Es ist der älteste lebendige Marienwallfahrtsort Westfalens.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verne hat Anteil am östlichen Hellwegraum, der Lippeniederung und gehört zum sogenannten Entenschnabel des Altkreis Bürens[1]. Laut der heute meist benutzten Einteilung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands gehört der Nordteil des Ortes zur Untereinheit 540.20 Obere Lippetalung, die zu der Teileinheit 540.2 Ostmünsterländer Sande, der Haupteinheit 540 Ostmünsterland und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. Der Südteil liegt in der Untereinheit 542.13 Geseker Unterbörde, die zu der Teileinheit 542.1 Unterer Hellweg, der Haupteinheit 542 Hellwegbörden und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. [2]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten beginnend grenzt Verne im Uhrzeigersinn an die Salzkottener Stadtteile Verlar, Schwelle, Thüle, Salzkotten und Upsprunge. Seine Südwestflanke begrenzt die Stadt Geseke im Kreis Soest, Regierungsbezirk Arnsberg. [3]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Verne gehören neben dem Siedlungskern, der bei der Kirche liegt, auch die Siedlungen Verner Holz, Enkhausen und Klein Verne.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verne gehört wie Ostwestfalen-Lippe insgesamt zum ozeanischen Klimabereich Nordwestdeutschlands, dem es geringe Temperaturgegensätze und milde Winter verdankt. Allerdings sind schon kontinentale Einflüsse wirksam. So liegt die Temperatur im Sommer höher und die Nächte sind kühler als in größerer Nähe zur Küste. An der Abmilderung der Niederschlagsmenge und der höheren Zahl an Sonnentagen sind allerdings auch die umliegenden Mittelgebirge beteiligt.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Verne gehört schon seit dem frühen Mittelalter zum Gebiet des späteren Fürstbistums Paderborn an der Grenze zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen.

Nach Verne benannte sich das Ministerialengeschlecht der Herren von Verne. Diese hatten einen Rittersitz auf dem 1843 abgetragenen Eulenknapp in der Nähe der Brünnekenkapelle.[5]

1575 bis 1577 übernahmen die Herren von Krevet die Güter der Herren von Verne durch Kauf und Erbschaft.[6]

1607 ließ der Ritter Wilhelm Krevet die Vernaburg errichten, um seine Residenz von der Freiheit in Salzkotten nach Verne zu verlegen.[7]

Nach dem Aussterben der Krevet im Mannesstamm 1638 erwarb das Adelsgeschlecht von Brenken einen Teil ihrer Besitzungen, darunter die Vernaburg.[8]

1802 verlor das Hochstift Paderborn mit der Besetzung durch Preußen seine staatliche Selbständigkeit, fiel aber bereits 1807 für wenige Jahre an das Königreich Westfalen und 1813 nach der napoleonischen Niederlage an Preußen zurück. Verne wurde der 1815 gegründeten Provinz Westfalen eingegliedert und kam durch Erlass der Königlichen Regierung in Minden an den 1816 gegründeten Kreis Büren. Bei der Einteilung der Landkreise in Ämter kam Verne zum Amt Salzkotten, das 1859 mit dem Amt Boke zum Amt Salzkotten-Boke zusammengelegt wurde.

1954 entstand die Don-Bosco-Schule in Verne, die zu Salzkotten gehört.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verne ist der älteste lebendige Marienwallfahrtsort Westfalens. Die Tradition gründet sich auf eine Wallfahrt, die ein Angehöriger des Verner Ministerialengeschlechts, der in der Legende den Namen Wilhard trägt, 1172 im Gefolge des Sachsenherzogs Heinrichs des Löwen ins Heilige Land (und/oder nach Rom) gemacht haben soll. Wohl von dieser Wallfahrt hat er das singuläre Reliquiar aus Buchsbaumholz mitgebracht, dessen Fassung auf dunklem Purpur ein goldenes geschlungenes Mäanderband zeigt, in dessen Felder sieben goldene Adler gemalt sind. Der Reliquienschatz ist im Lauf der Jahrhunderte angereichert worden. Die ältesten Stücke sind noch ohne cedulae in byzantinische Seide verpackt und mit Sehnen verknotet. Mit diesen Reliquien wurde jährlich eine große Tagfahrt (ca. 30 km) nach Geseke veranstaltet, bei der sogar die Landes- und Bistumsgrenze überschritten wurde. Ca. 1220 wurde ein als temporäres Reliquiar gestaltetes romanisches Gnadenbild angefertigt, in dem die Reliquien heute dauerhaft eingeschlossen sind.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem 1. Januar 1975 gehört damalige Gemeinde Verne zum Amt Salzkotten-Boke im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage wurden die meisten Gemeinden des Amtes Salzkotten-Boke und somit auch Verne zur neuen Stadt Salzkotten zusammengelegt und kamen mit dieser zum Kreis Paderborn.[9] Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Salzkotten-Boke und der Gemeinde Verne ist die Stadt Salzkotten.

Verne ist ein Stadtteil Salzkottens und der von den Bürgern gewählte Stadtrat wählt für die Stadtteile Ortsvorsteher.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von 1818 bis 2015 nach nebenstehender Tabelle
Einwohnerentwicklung im 19. Jahrhundert[11]
Jahr 1818 1831 1837 1843 1849 1852 1858 1867 1871 1885 1895
Einwohner 993 1053 1074 1123 1150 1158 1095 1210 1228 1236 1308
Einwohnerentwicklung im 20. Jahrhundert[12]
Jahr 1905 1925 1933 1939 1946 1950 1957 1961 1965 1972 1973 1975 1980 1985 1989 1995 2000
Einwohner 1372 1366 1456 1489 2179 2086 1995 2082 2163 2278 2250 2271 2413 2375 2474 2455 k.A.
Einwohnerentwicklung im 21. Jahrhundert[13]
Jahr 2005 2008 2010 2015
Einwohner k.A. 2465 2394 2403

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Kommunalwahl[14] 2009 geben die Bürger Verne ihre Stimmen bei der Wahl zum Salzkottener Stadtrat wie folgt ab:

Partei  %
CDU 63,99
SPD 22,18
FDP 5,97
Grüne 4,35
FBI 3,50

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Mäcker (Christlich Demokratische Union Deutschlands)

Wappen der Ortschaft Verne

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kath. Kindergarten St. Bartholomäus
  • Kath. Grundschule Marienschule


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Falke, Rüdiger Weinstrauch: Das Gnadenbild von Verne. Unerwartete Erkenntnisse einer westfälischen Wallfahrt. Selbstverlag des Kath. Pfarramts Verne, Verne 1997, ISBN 3-00-002412-3.
  • Albert Anton Stukenberg: Verne und sein Gnadenbild. Paderborn 1919. (Online: ULB Münster)
  • J. F. Hausknecht: Ueber Verne und sein Gnadenbild. Salzkotten 1877. (Online: ULB Münster)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verne (Westfalen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 99 f. Vgl. Schulamt für den Kreis Paderborn (Hg.): Entdeckungsreise durch den Kreis Paderborn - Ein Heimat-und Sachbuch für die Grundschule. Paderborn 1992, S. 25.
  2. Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98. Detmold. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg, 1959.
  3. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 101 f und Kartenbeilage.
  4. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 24 f.
  5. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 228 f.
  6. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 228 f. Vgl. auch Michael Lagers: Der Paderborner Stiftsadel zur Mitte des 15. Jahrhunderts - Untersuchungen zum Auf- und Ausbau niederadliger Machtstrukturen. (= Friedrich Gerhard Hohmann (Hg.): Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte. Bd.74), Paderborn 2013. S. 155 f, 421 f.
  7. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 228 f. Josef Tönsmeyer: Stadt und Amt Salzkotten. Paderborn 1970, S. 620.
  8. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 229.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 321.
  10. Stadt Salzkotten, Detlef Grothmann [Hrsg] 750 Jahre Stadt Salzkotten – Geschichte einer westfälischen Stadt. (= Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte Band 32), Paderborn 1996, S. 377 ff.
  11. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 28 f.
  12. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 28 f. Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2016. Salzkotten 2016 S. 17. Stadt Salzkotten, Detlef Grothmann [Hrsg.]: 750 Jahre Stadt Salzkotten – Geschichte einer westfälischen Stadt. Band 1 (= Friedrich Gerhard Hohmann: Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte. Band 32), Paderborn 1996, S. 395. Hans Kohlenberg [Hrsg] 1978–1980. (= Chronik der Stadt Salzkotten. Band 30), Salzkotten 1981, S.505. Hans Kohlenberg [Hrsg] 1984–1986 (= Chronik der Stadt Salzkotten. Band 32), Salzkotten 1987, S.274. Hans Kohlenberg [Hrsg] 1987–1989 (= Chronik der Stadt Salzkotten. Band 33), Salzkotten 1990, S. 557.
  13. Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2011 (PDF; 2,0 MB). Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2016. Salzkotten 2016 S. 17.
  14. Kommunalwahl 2009