Verne (Westfalen)

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Verne (Westfalen)
Koordinaten: 51° 41′ 0″ N, 8° 34′ 0″ O
Höhe: 98 m ü. NN
Fläche: 16,29 km²
Einwohner: 2394 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 33154
Vorwahl: 05258
Karte
Lage von Verne (Westfalen) in Salzkotten

Verne (Westfalen) ist ein westlicher Stadtteil von Salzkotten in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Bürener Land und dem Hochstift Paderborn (Region). Es ist der älteste lebendige Marienwallfahrtsort Westfalens.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verne hat Anteil am östlichen Hellwegraum, der Lippeniederung und gehört zum sogenannten Entenschnabel des Altkreis Bürens[1]. Laut der heute meist benutzten Einteilung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands gehört der Nordteil des Ortes zur Untereinheit 540.20 Obere Lippetalung, die zu der Teileinheit 540.2 Ostmünsterländer Sande, der Haupteinheit 540 Ostmünsterland und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. Der Südteil liegt in der Untereinheit 542.13 Geseker Unterbörde, die zu der Teileinheit 542.1 Unterer Hellweg, der Haupteinheit 542 Hellwegbörden und der Haupteinheitengruppe 54 Westfälische Bucht gehört. [2]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten beginnend grenzt Verne im Uhrzeigersinn an die Salzkottener Stadtteile Verlar, Schwelle, Thüle, Salzkotten und Upsprunge. Seine Südwestflanke begrenzt die Stadt Geseke im Kreis Soest, Regierungsbezirk Arnsberg. [3]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Verne gehören neben dem Siedlungskern, der bei der Kirche liegt, auch die Siedlungen Verner Holz, Enkhausen und Klein Verne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Verne gehört schon seit dem frühen Mittelalter zum Gebiet des späteren Fürstbistums Paderborn an der Grenze zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen.

Nach Verne benannte sich das Ministerialengeschlecht der Herren von Verne. Diese hatten einen Rittersitz auf dem 1843 abgetragenen Eulenknapp in der Nähe der Brünnekenkapelle.[4]

1575 bis 1577 übernahmen die Herren von Krevet die Güter der Herren von Verne durch Kauf und Erbschaft.[5]

1607 ließ der Ritter Wilhelm Krevet die Vernaburg errichten, um seine Residenz von der Freiheit in Salzkotten nach Verne zu verlegen.[6]

Nach dem Aussterben der Krevet im Mannesstamm 1638 erwarb das Adelsgeschlecht von Brenken einen Teil ihrer Besitzungen, darunter die Vernaburg.[7]

1802 verlor das Hochstift Paderborn mit der Besetzung durch Preußen seine staatliche Selbständigkeit, fiel aber bereits 1807 für wenige Jahre an das Königreich Westfalen und 1813 nach der napoleonischen Niederlage an Preußen zurück. Verne wurde der 1815 gegründeten Provinz Westfalen eingegliedert und kam durch Erlass der Königlichen Regierung in Minden an den 1816 gegründeten Kreis Büren. Bei der Einteilung der Landkreise in Ämter kam Verne zum Amt Salzkotten, das 1859 mit dem Amt Boke zum Amt Salzkotten-Boke zusammengelegt wurde.

1954 entstand die Don-Bosco-Schule in Verne, die zu Salzkotten gehört.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verne ist der älteste lebendige Marienwallfahrtsort Westfalens. Die Tradition gründet sich auf eine Wallfahrt, die ein Angehöriger des Verner Ministerialengeschlechts, der in der Legende den Namen Wilhard trägt, 1172 im Gefolge des Sachsenherzogs Heinrichs des Löwen ins Heilige Land (und/oder nach Rom) gemacht haben soll. Wohl von dieser Wallfahrt hat er das singuläre Reliquiar aus Buchsbaumholz mitgebracht, dessen Fassung auf dunklem Purpur ein goldenes geschlungenes Mäanderband zeigt, in dessen Felder sieben goldene Adler gemalt sind. Der Reliquienschatz ist im Lauf der Jahrhunderte angereichert worden. Die ältesten Stücke sind noch ohne cedulae in byzantinische Seide verpackt und mit Sehnen verknotet. Mit diesen Reliquien wurde jährlich eine große Tagfahrt (ca. 30 km) nach Geseke veranstaltet, bei der sogar die Landes- und Bistumsgrenze überschritten wurde. Ca. 1220 wurde ein als temporäres Reliquiar gestaltetes romanisches Gnadenbild angefertigt, in dem die Reliquien heute dauerhaft eingeschlossen sind.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem 1. Januar 1975 gehört damalige Gemeinde Verne zum Amt Salzkotten-Boke im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage wurden die meisten Gemeinden des Amtes Salzkotten-Boke und somit auch Verne zur neuen Stadt Salzkotten zusammengelegt und kamen mit dieser zum Kreis Paderborn.[8] Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes Salzkotten-Boke und der Gemeinde Verne ist die Stadt Salzkotten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1818 993
1852 1158
1858 1095
1871 1228
1895 1308
1933 1456
1939 1489
1946 2179
1957 1995
1973 2250
1974 2251
2008 2465

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Kommunalwahl[9] 2009 geben die Bürger Verne ihre Stimmen bei der Wahl zum Salzkottener Stadtrat wie folgt ab:

Partei  %
CDU 63,99
SPD 22,18
FDP 5,97
Grüne 4,35
FBI 3,50

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Mäcker (Christlich Demokratische Union Deutschlands)

Wappen der Ortschaft Verne

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kath. Kindergarten St. Bartholomäus
  • Kath. Grundschule Marienschule


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Falke, Rüdiger Weinstrauch: Das Gnadenbild von Verne. Unerwartete Erkenntnisse einer westfälischen Wallfahrt. Selbstverlag des Kath. Pfarramts Verne, Verne 1997, ISBN 3-00-002412-3.
  • Albert Anton Stukenberg: Verne und sein Gnadenbild. Paderborn 1919. (Online: ULB Münster)
  • J. F. Hausknecht: Ueber Verne und sein Gnadenbild. Salzkotten 1877. (Online: ULB Münster)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Verne (Westfalen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 99 f. Vgl. Schulamt für den Kreis Paderborn (Hg.): Entdeckungsreise durch den Kreis Paderborn - Ein Heimat-und Sachbuch für die Grundschule. Paderborn 1992, S. 25.
  2. Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98. Detmold. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg, 1959.
  3. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 101 f und Kartenbeilage.
  4. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 228 f.
  5. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 228 f. Vgl. auch Michael Lagers: Der Paderborner Stiftsadel zur Mitte des 15. Jahrhunderts - Untersuchungen zum Auf- und Ausbau niederadliger Machtstrukturen. (= Friedrich Gerhard Hohmann (Hg.): Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte. Bd.74), Paderborn 2013. S. 155 f, 421 f.
  6. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 228 f. Josef Tönsmeyer: Stadt und Amt Salzkotten. Paderborn 1970, S. 620.
  7. Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Paderborn 1974, S. 229.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 321.
  9. Kommunalwahl 2009