Vernichtungskrieg

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Ein Vernichtungskrieg ist ein Krieg, dessen Ziel die vollständige Vernichtung eines Staates, eines Volkes oder einer Volksgruppe und die Auslöschung dieser soziopolitischen Entität durch die massenhafte Ermordung der Bevölkerung oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage ist. Ziel ist nicht, wie in anderen Kriegen, die Durchsetzung begrenzter politischer Ziele, etwa die Anerkennung eines Rechtszustandes (wie bei einem Unabhängigkeitskrieg), die Verfügungsgewalt über ein umstrittenes Gebiet (wie bei einem Eroberungs- oder Verteidigungskrieg), oder die vollständige militärische Niederringung des feindlichen Staates.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vernichtungskrieg wird definiert als eine radikalisierte Form der Kriegführung, in der „alle physisch-psychischen Begrenzungen“ aufgehoben sind.[1]

Der Hamburger Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma sieht einen Krieg, „der geführt wird, um – im schlimmsten Fall – eine Bevölkerung zu vernichten oder auch nur zu dezimieren“, als Kern des Vernichtungskrieges.[2] Die staatliche Organisation des Feindes wird zerschlagen. Kennzeichnend für einen Vernichtungskrieg sind außerdem sein ideologischer Charakter und die Ablehnung von Verhandlungen mit dem Feind, wie der Historiker Andreas Hillgruber am Beispiel des „Unternehmens Barbarossa“ 1941 gegen den „jüdischen Bolschewismus“ gezeigt hat.[3] Die Existenzberechtigung und Vertrauenswürdigkeit des Gegners wird verneint, dieser zum totalen Feind degradiert, mit dem es sich nicht zu verständigen gelte, sondern dem die eigene Einheit „von Volk, Krieg und Politik [als] Triumph der Idee des Vernichtungskrieges“ gegenübergestellt wird.[4]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herero-Aufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sozialdemokratische Publizistik hatte den Begriff „Vernichtungskrieg“ in Umlauf gebracht, um das Vorgehen gegen die aufständischen Herero zu kritisieren.[5]

Im Januar 1904 begann in der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika der Herero-Aufstand. Mit insgesamt etwa 15.000 Mann unter Generalleutnant Lothar von Trotha wurde dieser Aufstand bis zum August 1904 niedergeworfen. Der größte Teil der Herero floh dabei in die fast wasserlose Omaheke, einen Ausläufer der Kalahari. Von Trotha ließ diese abriegeln und die Flüchtlinge von den wenigen dortigen Wasserstellen verjagen, so dass Tausende Herero mitsamt ihren Familien und Rinderherden verdursteten. Den in die Wüste Gejagten ließ von Trotha im sogenannten Vernichtungsbefehl mitteilen:

„Die Herero sind nicht mehr Deutsche Untertanen. […] Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auch auf sie schießen.“[6]

Die Kriegführung Trothas zielte auf die vollständige Vernichtung der Herero ab („Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muß […]“[7]) und wurde darin insbesondere von von Schlieffen sowie von Kaiser Wilhelm II. unterstützt,[8] sein Vorgehen gilt daher als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts. Trothas Handeln löste im In- und Ausland Empörung aus; auf Betreiben von Reichskanzler Bernhard von Bülow hob der Kaiser den Vernichtungsbefehl zwei Monate nach den Ereignissen in der Omaheke wieder auf. Trothas Politik blieb bis zu seiner Abberufung im November 1905 aber weitgehend unverändert.[8]

Ludendorffs Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vernichtungskrieg war eine Weiterentwicklung des Konzepts des totalen Krieges, wie es 1935 der ehemalige kaiserliche Generalquartiermeister Erich Ludendorff entworfen hatte. Danach müsse in einem kommenden Krieg dem Sieg unbeschränkte Priorität vor allen anderen gesellschaftlichen Belangen eingeräumt werden: Sämtliche Ressourcen müssten kriegswirtschaftlich nutzbar gemacht werden, der Wille der Nation müsse noch vor Ausbruch der Feindseligkeiten durch Propaganda und Diktaturgewalt vereinheitlicht werden, alle zur Verfügung stehenden Waffentechniken müssten eingesetzt werden, wobei auch auf das Völkerrecht keine Rücksicht genommen werden könne. Auch in seinen Zielen sei der totale Krieg unbeschränkt, wie die Erfahrung des Ersten Weltkriegs lehre:

„Ihn führten nicht nur die Wehrmächte der am Kriege beteiligten Staaten, die gegenseitig ihre Vernichtung erstrebten, die Völker selbst wurden in den Dienst der Kriegsführung gestellt, der Krieg richtete sich auch gegen sie selbst und zog sie selbst in tiefste Mitleidenschaft […] Zum Kampf gegen die feindlichen Streitkräfte auf gewaltigen Fronten und weiten Meeren gesellte sich das Ringen gegen die Psyche und Lebenskraft der feindlichen Völker zu dem Zweck, sie zu zersetzen und zu lähmen.“[9]

Bei dieser konzeptuellen Entgrenzung des Krieges konnte Ludendorff aus dem deutschen militärtheoretischen Diskurs schöpfen, der sich in der Auseinandersetzung mit dem Volkskrieg gebildet hatte, dem „guerre à outrance“, den die eben entstandene Dritte Französische Republik im Herbst und Winter 1870 gegen die preußisch-deutschen Invasionstruppen geführt hatte.[10]

Außerdem setzte Ludendorff sich mit Carl von Clausewitz und seinem 1832 posthum erschienenen Werk Vom Kriege auseinander, der zwischen „absoluten“ und „beschränkten“ Kriegen unterschieden hatte. Doch auch Clausewitz’ absoluter Krieg war Beschränkungen unterworfen, etwa der Unterscheidung von Kombattanten und Nichtkombattanten, zwischen militärisch und zivil oder zwischen öffentlich und privat. Ludendorff behauptete nun, im totalen Krieg gehe es nicht mehr um „kleinliche politische Zwecke“, auch nicht um „große […] nationale Interessen“, sondern um die schiere „Lebenserhaltung“ der Nation, ihre Identität. Diese existenzielle Bedrohung rechtfertige auch die – mindestens moralische, wenn nicht physische – Vernichtung des Feindes.[11] Ludendorffs Bemühungen, den Krieg (für den er ab 1916 verantwortlich war) zu radikalisieren, stießen auf gesellschaftliche, politische und militärische Hemmnisse. Im Jahr 1935 fielen seine Ratschläge dann, wie der Historiker Robert Foley schreibt, „auf fruchtbaren Boden“; die Zeit schien reif für eine noch radikalere Entgrenzung des Krieges durch die Nationalsozialisten.[10]

Nationalsozialistische Kriegführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als bekanntestes Beispiel eines Vernichtungskrieges gilt der Deutsch-Sowjetische Krieg, der am 22. Juni 1941 mit dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion begann. Der Berliner Historiker Ernst Nolte bezeichnete ihn 1963 in einer viel zitierten Formulierung als „ungeheuerlichsten Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt“ und grenzte ihn von einem „Normalkrieg“ ab, wie ihn das nationalsozialistische Deutschland etwa gegen Frankreich geführt habe.[12]

In seiner 1965 erschienenen Habilitationsschrift Hitlers Strategie arbeitete Andreas Hillgruber die auf rassenideologischer Grundlage basierenden Motive des NS-Staates zur vernichtenden Kriegführung gegen die Sowjetunion heraus:

  1. die physische Auslöschung der „jüdisch-bolschewistischen“ Elite des Landes und der Juden selbst als deren angebliche biologische Wurzel
  2. die Eroberung von Kolonial- und Lebensraum für das Deutsche Reich und
  3. die Unterwerfung und Dezimierung der slawischen Bevölkerung.[13]

Später bezeichnete Hillgruber den Charakter des „Unternehmens Barbarossa“ explizit als „beabsichtigten rassenideologischen Vernichtungskrieg“.[14] Das „Unternehmen Barbarossa“ hat als zeitgeschichtliches Beispiel eines Vernichtungskrieges auch Eingang in den historisch-politischen Unterricht an allgemeinbildenden Schulen gefunden.[15]

Intensiv diskutiert wurde der Begriff des Vernichtungskriegs in den 1990er Jahren mit Bezug auf die Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung, die das Wort „Vernichtungskrieg“ im Titel trug.[16] Dass es sich beim „Unternehmen Barbarossa“ um einen Vernichtungskrieg handeln würde, hatte Adolf Hitler am 30. März 1941 vor den Generälen der Wehrmacht offen ausgesprochen:

„Kampf zweier Weltanschauungen gegeneinander. Vernichtendes Urteil über Bolschewismus, ist gleich asoziales Verbrechertum. Kommunismus ungeheure Gefahr für die Zukunft. Wir müssen von dem Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken. Der Kommunist ist vorher kein Kamerad und nachher kein Kamerad. Es handelt sich um einen Vernichtungskampf. Wenn wir es nicht so auffassen, dann werden wir zwar den Feind schlagen, aber in 30 Jahren wird uns wieder der kommunistische Feind gegenüberstehen. Wir führen nicht Krieg, um den Feind zu konservieren. […] Kampf gegen Rußland: Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz. […] Der Kampf wird sich sehr unterscheiden vom Kampf im Westen. Im Osten ist Härte mild für die Zukunft. Die Führer müssen von sich das Opfer verlangen, ihre Bedenken zu überwinden.“[17]

Die Ausrichtung des „Unternehmens Barbarossa“ als von vornherein geplanter Vernichtungskrieg beweisen die nach den zitierten allgemeinen Vorgaben Hitlers vom 30. März 1941 noch vor Beginn des Feldzuges ausgearbeiteten Befehle wie der Erlaß über die Ausübung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet ‚Barbarossa‘ vom 13. Mai 1941, die Richtlinien für das Verhalten der Truppe in Russland vom 19. Mai 1941 und die Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare vom 6. Juni 1941.[18]

Die deutschen Richtlinien für die Agrarpolitik in den zu erobernden sowjetischen Gebieten sind eines der extremsten Beispiele für eine Raub- und Vernichtungsstrategie. In einer Besprechung der Staatssekretäre vom 2. Mai 1941 wurde das planmäßige Verhungern der Bevölkerung vorbereitet:

„Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird.“[19]

Der Polenfeldzug gilt seit den Arbeiten des deutschen Historikers Jochen Böhler als „Auftakt zum Vernichtungskrieg“ gegen die Sowjetunion 1941.[20]

Andere Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Publizistik und Forschung werden auch zahlreiche andere Konflikte als Vernichtungskrieg bezeichnet.

1876 verwendete der deutsche Schriftsteller und Historiker Felix Dahn den Begriff erstmals im modernen Sinne: In seinem Historienroman Ein Kampf um Rom lässt er den byzantinischen Feldherrn Narses seinen Feldzug gegen die Goten darauf abzielen, diese Volksgruppe in Italien vollständig auszutilgen, also einen „Vernichtungskrieg gegen ihr gesamtes Volkstum“ zu führen.[21]

Auch für den Dritten Punischen Krieg 149–146 v. Chr.,[22] die Varus-Schlacht[23] oder die Indianerkriege der nordamerikanischen Siedler[24] finden sich Belege, die sie als Vernichtungskriege bezeichnen.

Der ehemalige Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamts Joachim Hoffmann bezeichnete in seinem Buch Stalins Vernichtungskrieg (1995) die sowjetische Kriegführung gegen das nationalsozialistische Deutschland als „Vernichtungskrieg“. Er zitiert als Motto eine Rede Josef Stalins vom 6. November 1941, in der dieser erklärte:

„Nun wohl, wenn die Deutschen einen Vernichtungskrieg wollen, so werden sie ihn bekommen (stürmischer, lang anhaltender Beifall). Von nun an wird es unsere Aufgabe, die Aufgabe aller Völker der Sowjetunion, die Aufgabe der Kämpfer, der Kommandeure und der politischen Funktionäre unserer Armee und unserer Flotte sein, alle Deutschen, die in das Gebiet unserer Heimat als Okkupanten eingedrungen sind, bis auf den letzten Mann zu vernichten. Keine Gnade den deutschen Okkupanten!“[25]

Andere Wissenschaftler folgen Hoffmanns Interpretation der Rede nicht, sondern verweisen auf weitere Erklärungen Stalins in den folgenden Monaten, wonach eine Vernichtung Deutschlands keineswegs sein Kriegsziel sei.[26] Hoffmanns Werk als Ganzes wurde mehrheitlich sehr kritisch rezensiert.[27] Zustimmende Besprechungen erschienen in der Jungen Freiheit und von Günther Gillessen in der FAZ.[28]

Von einem „hemmungslosen Vernichtungskrieg“ (Norbert Blüm)[29] oder seiner englischen Entsprechung war of extermination ist die Rede, wenn von verschiedener Seite das israelische Vorgehen im Nahostkonflikt beschrieben wird.[30] Der in dieser Wortwahl implizierte „Nazi-Vergleich“ gilt als Indiz für sekundären Antisemitismus.[31]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sven Lindqvist: Durch das Herz der Finsternis. Ein Afrika-Reisender auf den Spuren des europäischen Völkermords, Unionsverlag, Zürich 1999, S. 62; Susanne Kuß, Bernd Martin: Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand. Iudicium, München 2002, S. 62.
  2. Jan Philipp Reemtsma: Die Idee des Vernichtungskrieges. Clausewitz – Ludendorff – Hitler. In: Hannes Heer, Klaus Naumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941–1944. Hamburg 1995, S. 377–401, hier S. 377, vgl. auch 386–398.
  3. Andreas Hillgruber: Die ideologisch-dogmatische Grundlage der nationalsozialistischen Politik der Ausrottung der Juden in den besetzten Gebieten der Sowjetunion und ihre Durchführung 1941–1944. In: German Studies Review 2 (1979), Bd. 3, S. 263–296.
  4. Jan Philipp Reemtsma: Die Idee des Vernichtungskrieges. Clausewitz – Ludendorff – Hitler, S. 386–398, Zitat S. 397.
  5. Frank Oliver Sobich: „Schwarze Bestien, rote Gefahr“. Rassismus und Antisozialismus im deutschen Kaiserreich. Campus, Frankfurt am Main 2006, S. 301–305.
  6. Jan-Bart Gewald: The Great General of the Kaiser, in: Botswana Notes and Records. Band 26, S. 74.
  7. Brief an Generalstabschef Alfred Graf von Schlieffen, 5. Oktober 1904, in: Michael Behnen: Quellen zur deutschen Aussenpolitik im Zeitalter des Imperialismus 1890–1911. Darmstadt 1977, S. 292.
  8. a b Dominik J. Schaller: »Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss: Kolonialkrieg und Völkermord in «Deutsch-Südwestafrika» 1904–1907«. In: Journal of Genocide Research. 6:3, S. 398.
  9. Erich Ludendorff: Der totale Krieg. Ludendorffs Verlag, München 1935, S. 4 f.
  10. a b Robert T. Foley: From Volkskrieg to Vernichtungskrieg. German Concepts of Warfare, 1871–1935. In: Anja Hartmann, Beatrice Heuser (Hrsg.): War, Peace, and World Orders in European History. Routledge, London/New York 2001, S. 215–220.
  11. Wilhelm Janssen: Krieg. In: Reinhart Koselleck, Werner Conze, Otto Brunner (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Bd. 3, Klett-Cotta, Stuttgart 1982, S. 613.
  12. Ernst Nolte: Der Faschismus in seiner Epoche. Action francaise – Italienischer Faschismus – Nationalsozialismus. Taschenbuchausgabe, Piper, München 1984, S. 451.
  13. Andreas Hillgruber: Hitlers Strategie. Politik und Kriegführung 1940–1941. Frankfurt a.M., 2. Auflage 1982, S. 519 f.
  14. Andreas Hillgruber: Der Ostkrieg und die Judenvernichtung, in: Gerd R. Ueberschär u. Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. „Unternehmen Barbarossa“ 1941. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a.M. 1991, S. 185–206, Zitat S. 191.
  15. Wigbert Benz: „Unternehmen Barbarossa“ 1941. Vernichtungskrieg und historisch-politische Bildung. In: Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterricht. Heft 60/2010, S. 5–33; siehe auch Online-Version.
  16. Hannes Heer u. a. (Hrsg.): Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944. Ausstellungskatalog. Hamburger Institut für Sozialforschung. 1. Auflage, Hamburger Edition, Hamburg 1996. Johannes Klotz: Die Ausstellung „Vernichtungskrieg, Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Zwischen Geschichtswissenschaft und Geschichtspolitik. In: Detlef Bald, Johannes Klotz, Wolfram Wette: Mythos Wehrmacht. Nachkriegsdebatten und Traditionspflege. Aufbau, Berlin 2001.
  17. Franz Halder: Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabes des Heeres 1939–1942, Bd. 2: Von der geplanten Landung in England bis zum Beginn des Ostfeldzuges. Kohlhammer, Stuttgart 1963, S. 335 ff.; Christian Hartmann: Halder. Generalstabschef Hitlers 1938–1942. Schoeningh, Paderborn 1991, S. 241 f.
  18. Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Hitlers Krieg im Osten 1941–1945. Ein Forschungsbericht. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, S. 226 f.
  19. Aktennotiz über Ergebnis der heutigen Besprechung mit Staatssekretären über Barbarossa vom 2.5.1941. In: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. Nürnberg, 14. Oktober 1945–1. Oktober 1946. 42 Bde., Nürnberg 1947 ff., hier Band 31, S. 84 (Dokument 2718-PS); zum vernichtenden Charakter der wirtschaftlichen Ausbeutung vgl. Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Hitlers Krieg im Osten 1941–1945. Ein Forschungsbericht. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, S. 310–338.
  20. Jochen Böhler: Die Zerstörung der Nachbarschaft. Die Anfänge des Vernichtungskrieges gegen Polen 1939. In: Mike Schmeitzner, Katarzyna Stokłosa (Hrsg.): Partner oder Kontrahenten? Deutsch-polnische Nachbarschaft im Jahrhundert der Diktaturen. Berlin 2008, S. 77–92; Jochen Böhler: Intention oder Situation? Soldaten der Wehrmacht und die Anfänge des Vernichtungskrieges in Polen. In: Timm C. Richter (Hrsg.): Krieg und Verbrechen. Situation und Intention. Fallbeispiele. Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2006, S. 165–172; Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Die Wehrmacht in Polen 1939. 2. Auflage, Fischer, Frankfurt am Main 2006.
  21. Felix Dahn: Ein Kampf um Rom, in: Gesammelte Werke, Erste Serie, Band 2, Leipzig o.J., S. 249.
  22. Werner Huss: Die Geschichte der Karthager, C.H. Beck, München 1985, S. 343.
  23. Christian Pantle: Vernichtungskrieg in Germanien, in: Focus, 3. September 2009 (online, abgerufen am 5. August 2010).
  24. Peter Farb: Die Indianer. Entwicklung und Vernichtung eines Volkes. Nymphenburger, München 1988.
  25. Joachim Hoffmann: Stalins Vernichtungskrieg 1941–1945. Verlag für Wehrwissenschaft, München 1995, S. 7.
  26. Bernd Ulrich: Stalingrad, C.H. Beck, München 2005, S. 33 f.; Jochen Laufer: Pax Sovietica. Stalin, die Westmächte und die deutsche Frage 1941–1945, Böhlau, Köln/Weimar 2009, S. 205 ff. Vgl. auch Stalins viel zitiertes Diktum aus dem Jahr 1945: „Die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat hat Bestand“. Wolfgang Leonhard: Die Revolution entläßt ihre Kinder, S. 424.
  27. So zum Beispiel Die Zeit Nr. 46, 1995 (online, abgerufen am 5. August 2010), die tageszeitung, 27. Dezember 1995, Historische Zeitschrift 263, 1996, S. 259 ff., Militärgeschichtliche Mitteilungen 56, 1997, S. 186–189.
  28. Junge Freiheit, 21. Juli 1995, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 1995 (online, abgerufen am 5. August 2010).
  29. Zit. nach Nahost-Konflikt entfacht in Deutschland heftige Diskussion, in: Die Welt vom 5. April 2002; Alan Posener: Wo die Freundschaft aufhört. „Nazi-Methoden“, „hemmungsloser Vernichtungskrieg“, „zionistische Lobby“. Wie viel Kritik verträgt das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel?, in: Die Welt, 15. Mai 2002, S. 8. Vgl. dazu Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus?, C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-52212-2, S. 24.
  30. Siehe zum Beispiel „Deutsche Soldaten in Israel nicht denkbar“, in: taz.de, 26. Juli 2006 (Interview mit Norman Paech, online, abgerufen am 5. August 2010). „Der Vorwurf des Antisemitismus wird auch als Knüppel benutzt“, in: Stern, 18. Juni 2002 (Interview mit Norbert Blüm); Ahdaf Soueif: The Palestinians say: ‘This is a war of extermination’, in: The Guardian, 17. Januar 2009 (online, abgerufen am 5. August 2010).
  31. Lars Rensmann: Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, VS Verlag, Wiesbaden 2004, S. 215; Norbert Reck: Christliche Schuldgeschichte und Judenfeindschaft. Überlegungen zu alten und neuen Formen des Antisemitismus, in: Hansjörg Schmid/Britta Frede-Wenger (Hg.): Neuer Antisemitismus? Eine Herausforderung für den interreligiösen Dialog, Frank & Timme, Berlin 2006, S. 41–66, hier S. 50 ff.