Veronika Bellmann

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Veronika Bellmann

Veronika Maria Bellmann, geborene Wächter, (* 20. November 1960 in Karl-Marx-Stadt) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Sie ist seit 2002 direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages für Mittelsachsen. Darüber hinaus ist sie Mitglied im konservativen Berliner Kreis[1] und anderen Vereinigungen.

Leben und Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veronika Bellmann ist katholisch, verheiratet und Mutter einer Tochter.

Beruflich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss der Polytechnischen Oberschule (POS) 1977 in Eppendorf besuchte Veronika Bellmann die Medizinische Fachschule Neukirchen, die sie 1980 als Krippenpädagogin beendete. Anschließend war sie in der Kinderkrippe Oederan und von 1983 bis 1992 in der Kinderkrippe Eppendorf tätig. Von 1992 bis 1994 war sie als Jugendgerichtshilfe/Sozialarbeiterin im Landratsamt Flöha beschäftigt. Veronika Bellmann absolvierte von 1994 bis 1995 eine Anschlussqualifizierung zur staatlich anerkannten Erzieherin und Sozialarbeiterin. Berufsbegleitend absolvierte sie von 1991 bis 1994 ein Studium zur Verwaltungs-Betriebswirtin (VWA). Von 1995 bis 2002 war Veronika Bellmann schließlich als Assistentin der Geschäftsleitung der Sita-Entsorgung GmbH Sachsen tätig. Wiederum berufsbegleitend bildete sie sich von 2000 bis 2002 zur Fachkauffrau für Marketing und Vertrieb (VWA) weiter.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteizugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veronika Bellmann trat 1990 in die CDU ein. Sie gehörte von 1990 bis 2000 dem CDU-Kreisvorstand von Freiberg und von 1991 bis 1997 dem CDU-Landesvorstand in Sachsen an. Seit März 2005 ist sie Vorsitzende des Kreisverbandes Freiberg der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU/CSU (MIT).

Mandat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veronika Bellmann gehörte von 1990 bis 1994 dem Kreistag des Kreises Flöha und von 1994 bis 2002 dem Sächsischen Landtag an.

Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier ist sie stellvertretende Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und gehört seit Januar 2006 außerdem dem Fraktionsvorstand als Beisitzerin an.

Veronika Bellmann wurde bei den Wahlen 2002 und 2005 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Freiberg – Mittlerer Erzgebirgskreis in den Bundestag direkt gewählt. Nach der Auflösung des Wahlkreises wurde sie stets im Bundestagswahlkreis Mittelsachsen gewählt. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte sie hier 32 % der Erststimmen.

Bellmann gehörte seit seiner Gründung im Juli 2016 dem Untersuchungsausschuss zum VW-Abgasskandal an.[2]

Positionen und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bellmann rief ihre Partei dazu auf, wieder mehr konservatives Profil zu zeigen. In einem Interview mit dem vom Bund der Selbständigen herausgegebenen Magazin Der Selbständige (DS-Magazin) im Januar 2008 forderte sie von der Union, dagegen zu halten, wenn Begriffe wie „rechts“, „konservativ“ oder „national“ in der Öffentlichkeit mit Rechtsextremismus und Nationalismus in Verbindung gebracht werden.[3] Sie ist Mitglied des Berliner Kreises in der Union.[4]

In einer Erklärung an den Bundestag am 12. Mai 2011 verteidigte Bellmann ihre kritische und ablehnende Haltung gegenüber den Finanzhilfen nach Griechenland, Irland und Portugal und schlägt eine Insolvenz der kreditunwürdigen Staaten vor.[5] Im Juni 2011 stimmte sie zusammen mit Peter Gauweiler und vier weiteren Abgeordneten der CDU/CSU gegen eine weitere Milliardenhilfe für Griechenland. In Erklärungen zur Abstimmung setzen die Abgeordneten sich für eine Umschuldung Griechenlands unter Beteiligung privater Gläubiger ein.[6]

Im Mai 2012 beteiligte sich Bellmann an der Gründung einer Allianz gegen den ESM. Mit zehn weiteren Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP bekundete sie die Auffassung, dass der Euro nur mit Haftung der Schuldner, Eigenverantwortung und der Rückkehr zu den Grundprinzipien des Maastrichter Vertrages eine Zukunft habe.[7]

Zum Thema Islam und Deutschland sprach Bellmann im Januar 2015 gegenüber der Online-Ausgabe des Handelsblatts von einer „fortschreitenden Islamisierung“, die schon „infolge der demographischen Situation, der Geburtenfreudigkeit auf der einen und des Geburtendefizits auf der anderen Seite gegeben sei, unabhängig von Ideologisierung oder Missionierung durch Imame, Hassprediger oder anderen“.[8] In der Flüchtlingskrise in Europa 2015 kritisierte sie Angela Merkel für ihr Vorgehen und warf ihr Konzeptionslosigkeit und einen „ordnungspolitischen Offenbarungseid“ vor.[9] Im September 2016 forderte sie die CDU auf, eine Koalition mit der Alternative für Deutschland nicht grundsätzlich auszuschließen.[10] In einem Gastbeitrag für das evangelische Magazin idea sprach sie sich im September 2018 generell gegen eine Mitgliedschaft von Muslimen in der CDU aus. Das gelte auch für säkulare, nicht praktizierende Muslime.[11] Für diese Aussagen wurde Bellmann stark kritisiert; auch aus ihrer eigenen Partei kamen in Folge dessen Rücktrittsforderungen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Veronika Bellmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Kreis fordert Bundesregierung zum Umdenken in der Flüchtlingsfrage auf. In: Website Veronika Bellmanns. 12. Januar 2016, archiviert vom Original am 9. Mai 2016; abgerufen am 7. September 2018.
  2. Stefan Heinemeyer: Abgas-Ausschuss nimmt seine Arbeit auf. In: bundestag.de. Juli 2016, abgerufen am 14. September 2016.
  3. Joachim Schäfer: Interview: Vertiefung vor Erweiterung: Veronika Bellmann beklagt „geistige Immunschwäche Europas“. (pdf, 109 kB) In: Der Selbständige 1/2008. 3. März 2008, S. 10–12, archiviert vom Original am 8. Dezember 2015; abgerufen am 7. September 2018.
  4. Über uns. Berliner Kreis in der Union, abgerufen am 7. September 2018.
  5. Veronika Bellmann: Erklärung zum Antrag der Koalitionsfraktionen DS 17/5797: Notwendige Finanzhilfen für Portugal zur Stabilität der Gemeinschaftswährung Euro. (pdf, 204 kB) In: Website Veronika Bellmanns. 17. Mai 2011, abgerufen am 7. September 2018.
  6. Philipp Wittrock: Koalition und die Griechen-Hilfen: Aufstand der Frustrierten. In: Spiegel Online. 20. Juni 2011, abgerufen am 7. September 2018.
  7. ‚Allianz’ gegen den ESM’ – Koalitionspolitiker attackieren Merkel. In: handelsblatt.com. 23. Mai 2012, abgerufen am 7. September 2018.
  8. Dietmar Neuerer: Islam-Debatte: Jüdischer Verband AJC greift Merkel an. In: handelsblatt.com. 14. Januar 2015, archiviert vom Original am 7. September 2018; abgerufen am 7. September 2018.
  9. Veronika Bellmann: Gastbeitrag zur Flüchtlingskrise: „Merkels Ritt auf der Rasierklinge“. In: handelsblatt.com. 19. September 2015, abgerufen am 7. September 2018.
  10. Jürgen Klöckner: CDU-Bundestagsabgeordnete Bellmann: „Können Koalition mit der AfD nicht für immer und ewig ausschließen“ (Exklusiv). In: The Huffington Post. 22. September 2016, abgerufen am 7. September 2018.
  11. Chemnitzer CDU-Abgeordnete will keine Muslime in der Partei haben – die kontern jetzt. In: merkur.de. 7. September 2018, abgerufen am 7. September 2018.
  12. Veronika Bellmann: CDU-Abgeordnete will keine Muslime in der Partei. In: Spiegel Online. 7. September 2018, abgerufen am 7. September 2018.
    CDU-Abgeordnete: Muslime gehören nicht in die Union. In: wr.de. 7. September 2018, abgerufen am 7. September 2018.