Versandhauskatalog

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Eatons Weihnachtsversandkatalog von 1904

Ein Versandhauskatalog ist ein Verzeichnis von Waren, die ein bestimmtes Versandhaus anbietet; er ist eine besonders ausführliche Form des Werbeprospekts.

Im Versandhauskatalog werden in der Regel die Waren abgebildet und illustriert. Dazu findet man in Textform häufig strukturiert weitere Informationen zum Artikel, in jedem Fall beispielsweise den Preis. Dieser ist meist in auffälliger Gestaltung neben der Warenabbildung abgedruckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Unternehmer Aaron Montgomery Ward verschickte seinen ersten Versandkatalog im Jahre 1872 für sein Versandgeschäft in Chicago. Er bestand aus einem einzigen Blatt mit den Angeboten und den Versandbedingungen.[1]

Kastner & Öhler Versand wurde 1887 in Graz, Österreich, gegründet und ist damit wohl das älteste Versandhaus im deutschsprachigen Raum.[2] Die Idee des Versandhauskatalogs griff in Deutschland vermutlich Josef Witt, Gründer des Versandhandels Witt Weiden, als erster auf. Witt führte 1907 eine Auswahl seiner Produktpalette in einem Verzeichnis mit ansprechenden Beschreibungen und Illustrationen auf. Sein Ziel dabei war, seinen Kundenstamm unabhängig von der geographischen Ansiedlung der potentiellen Kunden zu erweitern.

Populäre Versandhauskataloge im deutschsprachigen Raum waren im Universal-Handelsbereich etwa die Kataloge von Otto, Quelle, Neckermann oder im Spezialbereich Conrad Electronic.

„Ja, es gibt sie noch, `unsere kleinbürgerliche Hölle`. Mit diesen Worten hatte 1960 der junge Hans Magnus Enzensberger das Warenangebot von Neckermann in kulturkritischer Absicht charakterisiert. Er begründete damit für die junge Bundesrepublik das Genre der Versandhauskatalog-Rezension. Diese Art der Lektüre wurde seitdem immer wieder bemüht, um in den Konsumbibeln des Wirtschaftswunders von Neckermann, Otto oder Quelle dem Zeitgeist auf die Schliche zu kommen.“ SZ 1. Juli 2009 [3]    

Im Zuge der Online-Warenpräsentation ist die Bedeutung der Kataloge seit den 2000er Jahren stark zurückgegangen. Die Kataloge von Quelle und Neckermann haben ihr Erscheinen zwischenzeitlich eingestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Shopping Innovations: The History of the Shopping Mall. 9. August 2016
  2. DiePresse.com: Neckermann dürfte gerettet sein. Abgerufen am 16. Dezember 2012: „Eurotops ist seit fünf Jahren auf dem österreichischen Markt präsent und wie Neckermann im Kataloggeschäft tätig. Ursprünglich als Kastner & Öhler Versand 1887 gegründet - und damit das älteste Versandhaus im deutschsprachigen Raum - wurde das Unternehmen 1994 an die deutsche Neckermann verkauft.“
  3. Süddeutsche Zeitung 01.07.2009