Verschwörungstheorien zum 11. September 2001

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Parolen von Anhängern der 9/11-Truth-Bewegung am 11. September 2011 in New York

Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 (Datumskürzel: „9/11“, daher 9/11-Verschwörungstheorien; englisch: 9/11 conspiracy theories, auch 9/11 denial) führen die Terroranschläge jenes Tages auf verdeckte, andere als die ermittelten Ursachen und Täter zurück. Sie behaupten meist, Mitglieder der Regierung der USA, besonders Geheimdienstmitarbeiter, Neokonservative, Juden oder mit diesen verbundene angebliche Geheimzirkel seien die wirklichen Täter, Auftraggeber, Planer und Nutznießer der Anschläge gewesen (inside job).

Die Vertreter solcher Ansichten bezeichnen diese oft als „offene Fragen“, „alternative Forschung“ oder „Suche nach der Wahrheit“. Die Ermittlungsergebnisse dagegen, wonach das Terrornetzwerk al-Qaida die Anschläge plante und ausführte, bezeichnen sie als „offizielle“, unbewiesene und unglaubwürdige Verschwörungstheorie. Zensur oder Selbstzensur der westlichen Massenmedien verhindere, dass die eigentlichen Täter aufgedeckt würden.

9/11-Verschwörungstheorien werden vor allem im World Wide Web verbreitet. Einige fanden laut Umfragen in manchen Staaten erhebliche Zustimmungsraten. Die wissenschaftliche Forschung weist sie als haltlos zurück und erklärt sie aus älteren Traditionen, sozialpsychologischen Faktoren und als Reaktion auf irreführende Regierungskampagnen zum Irakkrieg 2003.

Entwicklung

Vereinigte Staaten

Hauptartikel: 9/11 Truth Movement

Verschwörungstheorien, tiefes Misstrauen in Regierungsapparate und Glauben an großangelegte Täuschungen waren lange vor 9/11 Teil der Populärkultur in den USA. Die Anschläge und der Umgang der Regierung damit verstärkten solche Massenstimmungen. Das Internet ermöglichte die rasche Verbreitung vieler neuer Verschwörungsthesen, die auf Eindrücken vom reichhaltigen Bildmaterial zum Ereignis aufbauen.[1] Obwohl 9/11 dem Patriotismus und dem einfachen Weltbild eines äußeren Feindes in den USA anfangs starken Auftrieb gab, nahmen Zweifel und Skepsis seit dem Irakkrieg 2003 erneut zu.[2] Bis Mai 2006 wurden etwa eine Million englischsprachige Webseiten zum Stichwort „9/11 conspiracy“ registriert[3], bis 2011 um die 7,85 Millionen Webseiten zum Stichwort „September 11 conspiracies“.[4]

Seit dem Ereignis wurde bekannt, dass die US-Regierung zuvor oft vor Terroranschlägen in den USA gewarnt worden war, aber die Sicherheitsvorkehrungen nicht verstärkt hatte. Daher setzten die Opferangehörigen bis November 2002 eine überparteiliche 9/11-Kommission durch. Deren Abschlussbericht vom Juli 2004 belegte die Vorwarnungen, fehlende Kommunikation zwischen Geheimdiensten und FBI und Untätigkeit der Regierung, aber kein absichtliches Zulassen und keine aktive Beteiligung an den Anschlägen. Trotzdem nahmen solche Theorien danach weiter zu.[5] Zum Misstrauen trug bei, dass Präsident George W. Bush die Kommission anfangs verhindern wollte, einige Regierungsmitglieder deren Fragen nur ausweichend beantworteten und ihr Abschlussbericht Mängel aufwies.[6]

Diejenigen Bürger aller Schichten und Berufe, die die „offiziellen“ Erklärungen ablehnen, bildeten Gruppen, aus denen sich das dezentrale, lose 9/11 Truth Movement zusammensetzt. Als Wortführer gelten Akademiker wie Michel Chossudovsky, Alexander K. Dewdney, Richard Gage, David Ray Griffin, Jim Hoffman, Steven E. Jones, Lyndon LaRouche, Michael C. Ruppert, Webster Tarpley und andere.[7] Sie verbreiten ihre Thesen vor allem über Webseiten, Bücher, eigene Journale, Radiosendungen (etwa die von Alex Jones) und mit Medienmaterial erstellte Videobänder. Besonders erfolgreich darunter war der Film Loose Change.[8] Zu den Anhängern gehören auch einige prominente Schauspieler, ehemalige Politiker, Opferangehörige[9] und Rechtsextremisten.[10]

Die „alternativen“ Erklärungen sind vielfältig und widersprüchlich. Demgemäß bekämpfen sich einige Teilgruppen der Bewegung. So behaupten die Scholars for 9/11-Truth unter James H. Fetzer, auch Energiewaffenbeschuss durch Killersatelliten oder kleine Atombomben könnten die Gebäude des World Trade Center (WTC) zum Einsturz gebracht haben. Deshalb trennte sich der emeritierte Physiker Steven Jones von ihnen und gründete Scholars for 9/11-Truth and Justice. Unter den Mitgliedern sind relativ viele Human- und Geisteswissenschaftler, nur wenige Physiker und Ingenieure.[11] Diese Gruppe behauptet wie die Architects and Engineers for 9/11 Truth von Richard Gage eine „kontrollierte Sprengung“ der WTC-Gebäude.[12] Die fachbezogenen Institutionen, Experten, Ingenieure und Konstrukteure in den USA weisen die Thesen all dieser Gruppen als haltlos zurück.[13]

Bush und seine Minister hatten seit 2002 oft behauptet, der Irak sei an den Anschlägen vom 11. September beteiligt gewesen, er besitze Massenvernichtungswaffen und bereite einen Angriff auf die USA damit vor.[14] Nachdem sich diese Begründung für den Irakkrieg ab 2003 als falsch herausstellte, stimmten erhebliche Anteile der befragten US-Bürger bei nationalen oder regionalen Umfragen einzelnen Verschwörungsthesen zum 11. September zu. Die Regierung richtete 2006 eine Webseite ein, die einige dieser Thesen zurückwies.[15]

Umfragen in den USA
Veranstalter Datum Frage bzw. Aussage Ergebnis
Zogby/9/11 Truth.org[16] 24.–26. August 2004 Die US-Regierung wusste von um den 11. September geplanten Anschlägen und unterließ bewusst, zu handeln. 49.3 % New York City
41 % Staat New York
Eine neue Untersuchung der noch unbeantworteten Fragen ist notwendig. 66 % New York City
56.2 % New York
CBS / New York Times[17] Mai 2002 Sagt die Bush-Regierung die ganze/meist die Wahrheit über ihre Vorkenntnis möglicher Terroranschläge, verbirgt sie etwas oder lügt sie? Ganze Wahrheit: 25.1 %
Verbirgt etwas: 60.8 %
Lügt: 7.5 %
CBS[18] März–April 2004 Ganze Wahrheit: 21.7 %
Verbirgt etwas: 63.7 %
Lügt: 11.5 %
Angus Reid Global Monitor/ NYT[19] 14. Oktober 2006 Ganze Wahrheit: 16 %
Verbirgt etwas: 53 %
Lügt: 28 %
Scripps Howard/Ohio University[20] 6.–24. Juli 2006 Leute in der Regierung halfen entweder bei den Terroranschlägen mit oder taten nichts, sie aufzuhalten, weil sie im Mittleren Osten Krieg führen wollten. Sehr wahrscheinlich: 16 %
Etwas wahrscheinlich: 20 %
Unwahrscheinlich: 59 %
Die Zwillingstürme des WTC stürzten mit Hilfe heimlich angebrachter Explosivstoffe ein. Sehr wahrscheinlich: 6 %
Etwas wahrscheinlich: 10 %
Unwahrscheinlich: 77 %
Das Pentagon wurde nicht von einem entführten Flugzeug, sondern von einem von US-Militär abgefeuerten Marschflugkörper getroffen. Sehr wahrscheinlich: 6 %
Etwas wahrscheinlich: 6 %
Unwahrscheinlich: 80 %
22. September 2007 Die Regierung erhielt spezifische Warnungen vor den Angriffen des 11. September, entschied sich aber, sie zu ignorieren. Sehr wahrscheinlich: 32 %
Etwas wahrscheinlich: 29 %
Unwahrscheinlich: 30 %
Rasmussen Reports[21] Mai 2007 Wusste George W. Bush im Voraus über die Terroranschläge? Demokraten: Ja 35 %, nein 39 %, unsicher 26 %
Republikaner: Ja 13 %, nein 87 %
Unabhängige: Ja 18 %, nein 57 %
Public Policy Polling[22] 18.–21. September 2009 Denken Sie, dass Präsident Bush die Anschläge vom 11. September absichtlich zu geschehen erlaubte, weil er die USA im Mittleren Osten Krieg führen lassen wollte? Ja/Unsicher: Demokraten 37 %
Unabhängige 17 %
Republikaner 10 %
Angus Reid[23] 9.–10. März 2010 Der Einsturz des WTC war Ergebnis einer kontrollierten Sprengung Glaubwürdig: 15 %
Nicht glaubwürdig: 74 %
Unsicher: 11 %
Flug UA 93, der in Pennsylvania abstürzte, wurde abgeschossen Glaubwürdig: 15 %
Nicht glaubwürdig: 62 %
Unsicher: 22 %
Kein Flugzeug schlug am 11. September in das Pentagon ein Glaubwürdig: 13 %
Nicht glaubwürdig: 76 %
Unsicher: 11 %
Keine Flugzeuge schlugen in das WTC ein — die Fernsehbilder wurden verändert Glaubwürdig: 6 %
Nicht glaubwürdig: 87 %
Unsicher: 7 %

Andere Staaten

In Frankreich behauptete Thierry Meyssan 2002 in seinem Bestseller L'Effroyable imposture, es sei kein Flugzeug in das Pentagon geflogen.[24] Bei der von seinem Voltaire-Netzwerk ausgerichteten Konferenz Axis for Peace am 17. und 18. November 2005 in Brüssel trafen sich nach Eigenangaben etwa 150 Verschwörungstheoretiker aus 37 Ländern.[25]

In Deutschland veröffentlichten Mathias Bröckers, Gerhard Wisnewski und Andreas von Bülow zuerst Artikelserien, seit 2003 auch Bücher zum Thema. Mit zwei Tagungen am 30. Juni und 7. September 2003 in Berlin versuchten sie weitgehend erfolglos, öffentliche Debatten über ihre Thesen zu erzeugen.[26] Manche Autoren der deutschen Friedensbewegung[27] und Vertreter der Montagsmahnwachen von 2014[28] griffen ihre Thesen auf. Nach einer Umfrage der Zeit im Juli 2003 hielten 31 % der unter 30-jährigen befragten Deutschen einen Auftrag der US-Regierung für die Anschläge für möglich.[29] Fast 90 % der im Dezember 2010 befragten Deutschen glaubten, die US-Regierung verschweige die „ganze Wahrheit“ darüber.[30]

World Opinion Poll, September 2008

Bei einer Umfrage vom Juli/August 2008 unter 16.063 Personen aus 17 Staaten hielt eine absolute Mehrheit der Befragten in neun Staaten (Kenia, Nigeria, Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Russland, Italien, Taiwan, Südkorea), eine relative Mehrheit in weiteren vier Staaten (Ukraine, Palästinensische Autonomiegebiete, Türkei, Mexiko) al-Qaida für die Betreiber der Anschläge. 43 % der befragten Ägypter, 31 % der Jordanier und 19 % der Palästinenser hielten Israel für den Urheber. In China und Indonesien erklärte eine absolute Mehrheit, sie wüssten es nicht. 36 % der befragten Türken, 30 % der Mexikaner, 27 % der Palästinenser und 23 % der Deutschen meinten, die US-Regierung stecke dahinter.[31]

Irans früherer Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad nannte die Anschläge im März 2010 eine „große Lüge“ und „komplexe Aktion der Geheimdienste“, die den USA als Vorwand für Invasionen im Antiterrorkrieg diene.[32] Am 23. September 2010 behauptete er vor der UNO: „…that some segments within the U.S. government orchestrated the attack to reverse the declining American economy and its grips on the Middle East in order also to save the Zionist regime. The majority of the American people as well as other nations and politicians agree with this view.” – „Einige Teile in der US-Regierung inszenierten den Angriff, um den Niedergang der amerikanischen Wirtschaft und ihres Zugriffs auf den Mittleren Osten umzukehren und das zionistische Regime zu retten. Die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung ebenso wie andere Nationen und Politiker stimmen dieser Sicht zu.“ Darauf zogen 33 Staatsvertreter aus Protest aus dem Plenum aus.[33] Auch die Staatsoberhäupter Francesco Cossiga[34], Hugo Chávez[35], Fidel Castro[36] und Mahathir Mohamad[37] vertraten öffentlich 9/11-Verschwörungstheorien.

Hauptthesen

Aufkleber mit Hauptparole

Die Parole 9/11 was an inside job („Der 11. September war eine Tat von innen“) drückt einen breiten Konsens im 9/11 Truth Movement aus: Angehörige der US-Regierung hätten die Anschläge auf irgendeine Weise beabsichtigt, verursacht und herbeigeführt.[38] Das begründen die Anhänger stets mit dem Argument des Cui bono: Wem die Anschläge nützten, der müsse sie verursacht haben.[39] Weil die US-Regierung an breiter Zustimmung zu ihrem Antiterrorkrieg und ihrer Einschränkung von Bürgerrechten interessiert war und diese Zustimmung wegen der Anschläge erhielt, müsse sie selber darin verwickelt gewesen sein.[40]

Meist wird ein kleiner Kreis eingeweihter Verschwörer innerhalb der US-Regierung als „wahre“ Täter behauptet. Als Auftraggeber und Planer gelten oft die Neokonservativen, als Ausführende gelten Mitarbeiter von Geheimdiensten. Oft werden bestimmte Personen jüdischer Herkunft unter den „Neocons“ genannt und als Verbündete des Staates Israel beschrieben.[41] Israel gilt ebenfalls als Nutznießer der Anschläge und wird gemäß dem cui bono als deren Urheber verdächtigt oder angeklagt.[42] Diejenigen, die Juden außerhalb der USA als Drahtzieher behaupten, bezeichnen die Anschläge daher als outside job (von außen gelenkte Tat). In der Tradition älterer antisemitischer Verschwörungstheorien unterstellen sie Juden dabei ein Hegemoniestreben, ökonomische und mediale Übermacht und Kontrolle der US-Regierung.[43]

Es gibt zwei Hauptvarianten der inside-job-Thesen: Man unterstellt der US-Regierung, sie habe die Pläne al-Qaidas für diese Anschläge vorher gekannt und sie absichtlich geschehen lassen (englisch: let it happen on purpose, abgekürzt: LIHOP), oder, sie habe sie selbst geplant und ausgeführt (made it happen on purpose: MIHOP).[44] LIHOP-Vertreter halten ein absichtliches, kriminelles Zulassen von Verbrechen am eigenen Volk für wahrscheinlicher als ein Versagen der zuständigen Sicherheitsbehörden. Sie lehnen den Verweis auf deren mangelnde und falsche Vorbereitung auf die Anschläge als „Inkompetenz-“, „Zufalls-“ oder „Überraschungstheorie“ ab.[45] Für MIHOP-Vertreter hat die US-Regierung die Anschläge nicht nur für ihre Interessen ausgenutzt, sondern selbst durchgeführt, um längst bestehende Kriegs- und Eroberungspläne durchzusetzen.

Viele Einzelthesen lassen sich beiden Varianten zuordnen. Ihre Vertreter bezeichnen die Anschläge auch als Operation oder Angriff unter „falscher Flagge“, bei dem die „wahren“ (passiven oder aktiven) Täter die Anschläge als Tat al-Qaidas getarnt hätten.[46]

Von der Regierung zugelassen (LIHOP)

Vorwarnungen

Die US-Regierung war seit Jahren vor 9/11 vor Anschlägen der al-Qaida gewarnt worden, auch vor möglichen Flugzeugentführungen und Selbstmordanschlägen in den USA. Zudem erhielt sie Hinweise auf eingereiste al-Qaida-Mitglieder, etwa in einem Tagesbericht für Bush vom 6. August 2001.[47] Die Joint Inquiry und die 9/11-Kommission untersuchten, warum diese Warnungen nicht effektiv beachtet und die Anschläge nicht verhindert wurden. Letztere führte das Versagen der US-Behörden auf „fehlende Vorstellungskraft“ zum „Verbinden der Punkte“ (Einzeldetails) zurück. Diese Erklärung blieb in der Geschichtswissenschaft umstritten.[48]

Whistleblower“ wie die FBI-Beamtin Coleen Rowley[49], die Übersetzerin Sibel Edmonds[50], Staatsanwalt und Mitglied der 9/11-Kommission John Farmer[51] und andere deckten Versuche von US-Behörden auf, ihr Versagen bei 9/11 zu vertuschen. LIHOP-Vertreter folgern daraus, die US-Regierung habe die Anschlagspläne vorher gekannt, Vorwarnungen absichtlich unterdrückt und Gegenmaßnahmen verhindert.[52]

Andere folgern die LIHOP-These nicht aus angeblich unterdrückten, sondern expliziten Warnungen. So hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am 11. September bei einem Treffen im Pentagon gesagt, es werde irgendwann neue überraschende Vorfälle (incidents) in den USA geben, auf die sich die militärische Verteidigung einstellen müsse. Wenig später erfuhr er von den Anschlägen auf das WTC und verließ das Treffen. Kurz darauf erfolgte der Anschlag auf das Pentagon.[53] Einige deuten verschiedene Versionen dieser Aussage als Vorhersage und legen so Rumsfelds Beteiligung an den Anschlägen nahe.[54]

Zurückgehaltene Luftabwehr

Nach einer verbreiteten LIHOP-These verhinderten Regierungsmitglieder, dass Abfangjäger rechtzeitig aufsteigen und die entführten Flugzeuge abfangen konnten. Mark Elsis (StandDown.net) folgerte aus dem Ereignisverlauf: „There is only one explanation for this - our Air Force was ordered to Stand Down on 911. – Es gibt nur eine Erklärung dafür: Unserer Luftwaffe wurde befohlen, am 11. September am Boden zu bleiben.“[55] Als Anhaltspunkte dafür werden oft genannt:

  • Die Frist zwischen dem Kontaktverlust mit American-Airlines-Flug 11 (8:14 Uhr) und dem Absturz von United-Airlines-Flug 93 (10:03 Uhr) habe zum Abfangen zumindest einiger der vier entführten Flüge genügt.[56]
  • Nach dem Standardverfahren des North American Aerospace Defense Command (NORAD) hätten Flugkontrolleure irreguläres Flugverhalten wie Kursabweichung und Kontaktverlust sofort gemeldet. In kaum zehn Minuten hätten Abfangjäger dieses Flugzeug erreicht.[57] Als Beleg wird eine Aussage des NORAD-General Ralph E. Eberhart angeführt,[58] die sich jedoch nur auf das nach 9/11 beschleunigte Verfahren bezieht.[59]
  • Das Pentagon habe eigenes Flugkontrollradar gehabt. Jeder Linienflug im Radius von 300 Meilen, der seinen Kurs zur Hauptstadt gelenkt, Transponder abgestellt und Funkkontakt verweigert hätte, wäre in Minuten abgefangen worden (so ein früherer Pentagonflugkontrolleur).[60]
  • Mindestens 14 Kampfflieger seien am 11. September startbereit, Flieger von 28 weiteren Luftwaffenbasen seien in Reichweite der entführten Flüge gewesen. Ständige Flugpatrouillen entlang der Atlantikküste hätten direkt abgerufen werden können.[61]
  • Trotz der Nachricht von vier entführten Flügen sei die Andrews Air Force Base, die die Hauptstadt verteidigen sollte, untätig geblieben. Stattdessen seien zwei zu weit entfernte Kampfflieger nach Washington, D.C. gerufen worden. Zudem seien sie nur mit etwa einem Viertel ihrer Höchstgeschwindigkeit dorthin geflogen.[62]
  • Nach einer Pentagondirektive vom 1. Juni 2001 zum Umgang mit Flugzeugentführungen durfte nur der Verteidigungsminister den Start von Abfangjägern erlauben. Damit habe Amtsinhaber Donald Rumsfeld ältere Standardverfahren außer Kraft gesetzt und so direkte Gegenmaßnahmen verhindert. Bis dahin habe NORAD etwa zweimal pro Woche Abfangjäger aufsteigen lassen, um vom Kurs abgekommene Flugzeuge zu verfolgen, danach keinmal mehr.[63] Jedoch verlangte auch die vorige Pentagondirektive von 1997 die Erlaubnis des Verteidigungsministers für Startbefehle von Abfangjägern.[64]
  • Transportminister Norman Mineta habe am 11. September von einem standdown-Befehl von Vizepräsident Dick Cheney gehört und diesen vor der 9/11-Kommission bezeugt. Er habe damals nur nicht gewusst, was befohlen worden war.[65] Da Cheney den Befehl nach Minetas Aussage etwa 9:20 Uhr erteilte, könne er sich nur auf Flug AA 77 bezogen und dessen Abschuss verboten haben.[66] Minetas Aussage widerspreche den Angaben der 9/11-Kommission, wonach Cheney zwischen 10:10 und 10:15 Uhr einen Abschussbefehl gab.[67]

2001 galt das Verfahren zum raschen Abfangen nur für von Übersee kommende Flüge mit irregulärem Verhalten. Zudem oblag deren Meldung dem Ermessen der zuständigen Kontrolleure der Federal Aviation Administration (FAA).[68] Weil Transponder und Radiosignale öfter ausfielen, alarmierten sie NORAD nicht sofort.[69] Ein automatisches elektronisches Meldeverfahren war damals nicht eingerichtet. Beim Verdacht einer Flugzeugentführung mussten sie zunächst Kontakt zum Cockpit suchen, dann ihre Vorgesetzten, diese das FAA-Hauptquartier, dieses das National Military Command Center (NMCC) verständigen. Dieses musste die Erlaubnis des Verteidigungsministers für eine Eskorte einholen, die dann einem nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt übermittelt wurde. Erst dann wären Kampfjets aufgestiegen, jedoch nur, um das Flugzeug zu begleiten und im Notfall zum Landen aufzufordern. Mit der Benutzung entführter Flugzeuge für Selbstmordanschläge rechnete man nicht. Einen Abschuss durfte nur der Präsident befehlen. Die vorgesehene Befehlskette war viel zu langwierig, um diesen den Piloten rechtzeitig zu übermitteln.[70] Zudem funktionierte sie an jenem Tag nicht: Bush, Rumsfeld und das NMCC waren nicht an Entscheidungen über Abfangjäger beteiligt.[71]

NEADS, der Nordostsektor von NORAD, erfuhr erst um 8:37 Uhr vom entführten Flug AA 11. Zwei Kampfjets starteten um 8:46 Uhr ohne Zielangaben. Zum selben Zeitpunkt schlug das erste Flugzeug bereits in den Nordturm (WTC 1) ein. Sie erreichten New York erst sieben Minuten nach dem zweiten Einschlag (9:03 Uhr). Sie wären auch bei Höchstgeschwindigkeit zu spät gekommen und hätten die Einschläge ohne Abschussbefehl ebenso wenig verhindern können wie nähere, nicht gestartete Kampfjets. Zwei um 9:24 Uhr nach Washington DC gerufene Kampfjets suchten das falsche, bereits eingeschlagene Flugzeug. Sie flogen bis 9:36 Uhr (weniger als zwei Minuten vor dem Einschlag im Pentagon) in die falsche Richtung. Vom vierten entführten Flug erfuhr NEADS erst um 10:07 Uhr, vier Minuten nach dessen Absturz. Einen Abschussbefehl für UA 93 erteilte Cheney frühestens um 10:10 Uhr. NORAD erhielt ihn erst um 10:31 Uhr. Er wurde den Piloten nicht übermittelt. Dieser Verlauf wird als Konglomerat schwerer Irrtümer und systemischer Verfahrensmängel gedeutet.[72]

2006 bezeugten die beiden Vorsitzenden der 9/11-Kommission, dass einige FAA- und NORAD-Zeugen falsche und unwahre Angaben zum Zeitablauf der Geschehnisse von 11. September gemacht hatten. Das habe das Misstrauen der Opferfamilien verstärkt und dazu geführt, dass sie sich 9/11-Verschwörungstheoretikern annäherten.[73]

Militärmanöver als Tarnung

NORAD führte um 9/11 planmäßig mehrere jährliche Manöver durch, um die Abwehr eines feindlichen Luftangriffs von außen zu testen. Als NORAD-Mitarbeiter von einem entführten Passagierflugzeug erfuhren, fragten sie nach, ob dies real sei oder zur Übung gehöre.[74] Ein geplantes Manöver zu einem simulierten Flugzeugabsturz auf das Pentagon wurde nach dem Anschlag auf das Gebäude abgesagt.[75]

Vertreter der LIHOP-These deuten die Manöver mit Hinweis auf solche Berichte als absichtliche Tarnung der Flugzeugentführungen.[76] Michael Ruppert und andere behaupten, bei einem laufenden Militärmanöver seien absichtlich falsche Blinksignale auf den Radarschirmen auch der FAA eingefügt worden, um die tatsächlich entführten Flüge zu tarnen.[77]

Der 9/11-Kommissionsbericht erwähnt das Manöver Vigilant Guardian und kommt zu dem Schluss, es habe die Reaktionen auf die Flugzeugentführungen allenfalls um Sekunden verzögert. Zugleich sei zuständiges Personal eben wegen des Manövers rechtzeitig vor Ort gewesen.[78] Die Flugkontrolleure von FAA und NORAD konnten die entführten Maschinen nicht rechtzeitig orten, weil die Entführer die Transponder- und Radiosignale abgeschaltet hatten, sich die primären Radarsignale unter etwa 4500 identischen Signalen von fliegenden Objekten befanden und die militärische Verteidigung auf Angriffe aus dem Ausland ausgerichtet war.[79]

Insiderhandel

Nach einer verbreiteten Verschwörungsthese sollen Regierungsangehörige angebliches Vorherwissen von den Anschlägen für Insiderhandel mit Verkaufsoptionen ausgenutzt haben. So berief sich etwa Michael Ruppert auf Medienberichte über Handel mit Aktien der Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines in den Tagen vor 9/11 und behauptete, sie verwiesen unter anderen auf den CIA-Exekutivdirektor Alvin Bernard Krongard.[80]

Ermittler des FBI, die US-Börsenaufsicht und Behörden vieler weiterer Staaten überprüften die Finanztransaktionen bei Firmen, deren Aktien nach den Anschlägen stark an Wert verloren hatten, als mögliche Spur zu al-Qaida-Mitgliedern.[81] Die jahrelange Überprüfung ergab keine Transaktionen, die sich auf Vorherwissen zurückführen ließen. Die hohen Aktienverkäufe bei American Airlines folgten auf einen Empfehlungsbrief von Analysten vom 9. September 2001, die den Negativtrend des Aktienwerts über Monate beobachtet hatten. Ein einziger Investor hatte 95 % seiner United-Airlines-Aktien verkauft und mit dem Erlös American-Airlines-Aktien aufgekauft, die ihrerseits durch 9/11 stark an Wert verloren. Er hatte keine Verbindung zu Regierungen oder al-Qaida.[82]

Von der Regierung veranlasst (MIHOP)

Verhalten des Präsidenten

Bush erfuhr am 11. September kurz nach 9:03 Uhr bei einer Schulstunde in Sarasota (Florida) vom zweiten Anschlag auf das WTC. Er blieb noch sieben Minuten lang dort ruhig sitzen und hörte Schülern zu, die eine Kindergeschichte vortrugen. Michael Moore zeigte die Szene 2004 in seinem Film Fahrenheit 9/11 als Beleg für Bushs Inkompetenz. Verschwörungstheoretische Autoren deuteten sie als Zeichen eines Regierungskomplotts, weil Bush offenbar keine Gefahr für sein Land und sich gesehen und der Secret Service keine Notwendigkeit gesehen habe, ihn rasch zu evakuieren.[83]

Bush sagte am 4. Dezember 2001 und 5. Januar 2002, er habe den ersten Flugzeugeinschlag in das WTC im Fernsehen gesehen und an den Unfall eines Piloten geglaubt, kurz bevor er vom zweiten Einschlag erfuhr.[84] Da kein Fernsehsender den ersten Einschlag in das WTC übertragen hatte, wurde Bushs Aussage als Beweis seiner Komplizenschaft gedeutet: Er müsse besondere, nichtöffentliche Bilder davon erhalten, also vorher davon gewusst haben.[85] Jedoch waren 73 % der Teilnehmer einer Erinnerungsstudie zum 11. September überzeugt, sie hätten den ersten Einschlag im Fernsehen gesehen. Bush konnte sich ebenso falsch erinnert haben.[86]

Anthrax-Anschläge

Als Ablenkung von einer Regierungsbeteiligung und Drohmittel wurden etwa die Anthrax-Anschläge 2001 gedeutet: Die Bush-Regierung habe arabische Täter dafür zu finden verlangt. Die Anschläge hätten Gegnern des Patriot Act gegolten.[87]

Operation Northwoods

Als Indizien für einen False-Flag-Angriff zählen MIHOP-Vertreter oft historische Beispiele für Staatsterrorismus und verdeckte Aktionen der USA auf, etwa die Invasion in der Schweinebucht (1961), den Tonkin-Zwischenfall (1964), die Watergate-Affäre (1972–1974), die Iran-Contra-Affäre (1986) und andere.[88]

Oft verweisen sie auf den Pentagonplan Operation Northwoods von 1962.[89] Er sah vor, mit vorgetäuschten Terrorangriffen, darunter dem Abschuss eines Passagierflugzeugs, einen Vorwand zur Invasion Kubas zu schaffen. Der damalige Präsident John F. Kennedy hatte die Ausführung jedoch strikt verboten.[90] Die US-Regierung gab das Dokument 1998 zur Veröffentlichung frei; seit April 2001 stand es vollständig im Internet.[91] Diese These stützt sich also auf ein Regierungsdokument, das das Verbot des Plans belegt und vor den Anschlägen bekanntgegeben wurde.[92]

Neokonservative als Planer

Autoren, die keine 9/11-Verschwörungsthesen vertreten, beschrieben geostrategische und ökonomische Interessen der USA der 1990er Jahre wie die Seidenstraßenstrategie[93] und die seit 1998 angestrebte Pipeline für kaspisches Erdöl durch Afghanistan als Hintergründe des Antiterrorkrieges. Die Bush-Regierung habe 9/11 als willkommenen Anlass genutzt, die militärische Kontrolle über diese Region zu erlangen.[94]

MIHOP-Vertreter behaupten, die US-Regierung habe die Anschläge vom 11. September selbst inszeniert, um ihre Kriegs- und Eroberungspläne umsetzen zu können. So beschuldigte die Abschlusserklärung der Brüsseler Axis-for-Peace-Konferenz vom November 2005 die USA und ihre Verbündeten: „To justify their thirst for conquest, they form terrorist groups with the aim of manipulating them, create pretexts for military action, propagate theories of an international Muslim plot and fuel conflicts between civilizations. – Um ihren Durst nach Eroberung zu rechtfertigen, formen sie terroristische Gruppen mit dem Ziel, diese zu manipulieren, Vorwände für Militäraktionen zu schaffen, Theorien einer internationalen muslimischen Verschwörung zu schaffen und Konflikte zwischen Zivilisationen anzuheizen.“[95]

Oft verweisen sie auf das Strategiepapier Rebuilding Americas Defenses der neokonservativen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) von 2000. Es riet dazu, die Überlegenheit der USA nach dem Kollaps des Ostblocks für deren weltweite Hegemonie zu nutzen und ihr Militärbudget etwa für neue Raketenabwehrsysteme deutlich aufzustocken. Die dazu nötige langwierige innen- und außenpolitische Umwälzung sei nur „im Fall eines katastrophalen und beschleunigenden Ereignisses – wie etwa eines neuen Pearl Harbor“ – zu verkürzen.[96] MIHOP-Vertreter deuten diese Randnotiz als Beweis eines Anschlagsplans, auch weil viele Mitglieder des PNAC unter Bush hohe Regierungsämter erhielten und ihre zuvor proklamierten Ziele nach 9/11 umsetzten.[97] Damit vertreten sie indirekt auch Verschwörungstheorien zum Angriff auf Pearl Harbor von 1941, wonach die damalige US-Regierung diesen selbst einfädelte oder zuließ, um ihre Bevölkerung für den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen.

Oft verdächtigen sie bestimmte Personen, die sie den Neokonservativen zurechnen, als Planer, Initiatoren und Beteiligte der Anschläge: zum Beispiel Donald Rumsfeld, seinen Chefberater Richard Perle, den Bioterrorexperten Jerome Hauer, den Nahostexperten und späteren US-Botschafter in Afghanistan und Irak Zalmay Khalilzad, den Luftwaffengeneral Michael V. Hayden[98], den früheren Außenminister Henry Kissinger, den früheren Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski, Dick Cheney, Rumsfelds Stellvertreter Paul Wolfowitz und den Stabdirektor der 9/11-Kommission Philip Zelikow.[99]

Neokonservative planten schon seit 1992 den Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein und weitere Aufrüstung des US-Militärs und veröffentlichten diese Pläne schon 1998. Das PNAC bezog sich mit seiner Bemerkung nicht auf eine Militärintervention mit Bodentruppen, die die US-Regierung nach den Anschlägen beschloss.[100] Laut Historiker Jonathan Charles Douglas Clark folgte die Antiterrorpolitik der Bush-Regierung aus der lange vor 9/11 bestehenden neokonservativen Ideologie, deren Vertreter die Situation nutzten, um ihre Pläne als die einzig mögliche Antwort auf 9/11 auszugeben.[101]

Juden als Drahtzieher

Schon wenige Tage nach 9/11 behaupteten manche Webseiten, Juden und Israelis hätten von den Anschlägen gewusst, bevor sie stattfanden. Dazu deuteten sie Zeitungsberichte um. So behauptete der Fernsehsender Al-Manar der schiitischen Hisbollah am 17. September 2001:

  • 4.000 Juden seien am 11. September nicht zur Arbeit im WTC erschienen, weil Israels Inlandsgeheimdienst Shabak sie davor gewarnt habe.
  • Zudem habe der Shabak Israels Ministerpräsidenten Ariel Scharon am Besuch eines von Zionisten organisierten Festivals in New York gehindert.
  • Laut der israelischen Zeitung Ha'aretz habe das FBI fünf Israelis vier Stunden nach den Anschlägen wegen „merkwürdigen Verhaltens“ festgenommen, weil von ihnen gesagt worden sei, sie hätten die getroffenen Gebäude gefilmt und dabei Freudenrufe ausgestoßen.[102]

Printmedien und Internet verbreiteten besonders das erste dieser Gerüchte rasch weltweit.[103] Daraus wurde gefolgert, die Anschläge hätten keine Juden getötet. Dies behauptete 2010 auch Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad.[104]

Unabhängige Recherchen widerlegten das:[105] Die Jerusalem Post hatte am 12. September 2001 nur geschrieben, bis zu 4.000 um das WTC und Pentagon herum lebende Israelis hätten sich noch nicht bei Freunden oder Angehörigen gemeldet.[106] 400 bis 500 Juden (15 bis 17 Prozent aller Opfer), darunter ein Israeli, wurden bei den Anschlägen getötet. Die Religionszugehörigkeit vieler Opfer blieb ungeklärt.[107] Scharons New-York-Besuch war erst für den 23. September 2001 geplant und wurde nach den Anschlägen und ihretwegen abgesagt, nicht davor.[108] Das FBI hatte fünf israelische Angestellte einer Umzugsfirma inhaftiert, weil eine Nachbarin sie mit Anzeichen der Freude beim Filmen der getroffenen WTC-Gebäude beobachtet und angezeigt hatte. Sie wurden nur wegen ausgelaufener Touristenvisa und fehlender Arbeitserlaubnis verhört und keiner Straftat angeklagt.[109] Nachdem sich der Verdacht der Spionagetätigkeit nicht hatte erhärten lassen, wurden sie nach 71 Tagen nach Israel abgeschoben.[110] Mit einer Klage gegen US-Generalbundesanwalt John Ashcroft wollten sie auch das antisemitische Gerücht entkräften, ihre Haft beweise eine Beteiligung Israels an den Anschlägen.[111] Ein Appellationsgericht der USA wies die Klage am 30. August 2010 aus formaljuristischen Gründen ab.[112] Laut Ha'aretz hatten zwei Mitarbeiter der israelischen Firma Odigo in Tel Aviv knapp zwei Stunden vor den Anschlägen eine anonyme Textmessage erhalten, die auf einen baldigen Angriff in den USA hinwies. Das von der Firma informierte FBI versuche den Sender zu ermitteln.[113] Laut Odigos Vizechef nannte der anonyme Sender kein Angriffsziel.[114]

Rechtsextremisten stellten Israel mit Hinweis auf solche Gerüchte als Urheber der Anschläge dar, so David Duke seit 2002.[115] Er behauptet, der jüdische Bundesanwalt Michael Chertoff habe kurz nach den Anschlägen dafür gesorgt, dass ein Ring israelischer Spione aus dem Gefängnis entlassen wurde, um Israels Komplizenschaft zu verdecken. Dazu hätten Juden auch die These geschaffen, die Anschläge wären ein inside job.[116] Auch Michael Collins Piper, Redakteur der rechtsextremen Webseite American Free Press, behauptete, Chertoff habe eine Freilassung israelischer Spione veranlasst und damit deren Beteiligung an den Anschlägen gedeckt.[117] Die Holocaustleugner Eric Hufschmid[118] und Christopher Bollyn behaupten, der israelische Geheimdienst Mossad habe die Anschläge geplant, „Zionisten“ in der US-Regierung hätten sie durchgeführt. Bollyn stellt die „fünf tanzenden Israelis“ und die Empfänger der Odigo-Textnachricht als Mossadagenten dar.[119] 2006 behauptete er, die Zeitschrift Popular Mechanics werde von dem jüdischen Mitarbeiter Benjamin Chertoff geleitet, der mit dem damaligen Heimatschutzminister Michael Chertoff verwandt war. So versuchte er, die von der Zeitschrift veröffentlichte Widerlegung von 9/11-Verschwörungsthesen zu diskreditieren. Dem folgten andere verschwörungstheoretische Autoren.[120] Bollyn verbreitet seine Thesen über American Free Press und vertrat sie auch auf der Konferenz Axis for Peace von Thierry Meyssan. Hufschmid versuchte die Autoren von Loose Change 2006 von seinen antisemitischen Thesen zu überzeugen.[121] Mehrere 2007 gegründete Facebook-Gruppen unter Titeln wie „Jews did 9/11“ behaupten ebenso, die US-Regierung werde von jüdischen Zionisten gelenkt (Zionist Occupied Government). Manche verlinken die „Protokolle der Weisen von Zion“.[122]

Einige sehen die Anschläge als Werk angeblicher Geheimbünde, die damit eine „Neue Weltordnung“ herbeiführen wollten. Sie verweisen etwa auf Skulls and Bones, „khasarisch-zionistisch-bolschewistische (KZB) Welt-Kontrolleure“,[123] die Bilderberger, das Council on Foreign Relations oder die Trilaterale Kommission. Autoren wie Jim Marrs, Gary Allen, Kevin Ryan und George Humphrey verbinden diese Gruppen oft auch mit Juden. James Fetzer nannte die Frage nach israelischen Hintermännern der Anschläge legitim, weil die Loyalität der neokonservativen Elite eher Israel als den USA gehöre. Alex Jones bringt diese Thesen mit den Illuminaten in Zusammenhang, die er für die Herrscher der „Neuen Weltordnung“ hält.[124]

Manche führen die Politik des PNAC auf Ideen des jüdischstämmigen Philosophen Leo Strauss zurück. Die jüdischen PNAC-Mitglieder Paul Wolfowitz und Richard Perle hätten ihn studiert und die Anschläge untätig geschehen lassen, um die folgenden Eroberungskriege zu rechtfertigen[125] und eine allein von den USA dominierte „Neue Weltordnung“ durchzusetzen.[126] Bereits das Kürzel 9/11 beinhalte die suggestive Idee eines Staatsnotstands, der dem Staat jede, auch verfassungswidrige Reaktion erlaube: Diese Idee habe Leo Strauss von Carl Schmitt übernommen.[127] Französische Intellektuelle, die Leo Strauss als Ideengeber des PNAC betrachten, griffen oft Thierry Meyssans 9/11-Verschwörungsthesen, einige auch antisemitische Thesen auf.[128]

In Deutschland stellt die rechtsextreme National-Zeitung eine „Israellobby“ als Auftraggeber der Anschläge hin.[129] Horst Mahler vertrat 9/11-Verschwörungsthesen 2003 vor Gericht[130] und besuchte eine Konferenz von Mathias Bröckers.[131] Dieser behauptete 2002, die USA unter Bush und Israel unter Scharon wären an den Anschlägen beteiligt gewesen.[132] Er verglich Scharon mit Adolf Hitler und schrieb ihm das Zitat zu: „[…] we, the Jewish people control America, and the Americans know it. – Wir, das jüdische Volk, kontrollieren Amerika, und die Amerikaner wissen es.“ Das Zitat sei zwar nicht bestätigt, aber „Wasser auf die Mühle der 'jüdischen Weltverschwörung'“. Tatsächlich hatte die Hamas das Zitat erfunden und Scharon zugeschrieben.[133] In den USA festgenommene israelische Angestellte einer Telefongesellschaft hätten für den Mossad spioniert. Dieser habe sämtliche Gespräche in den USA, auch im Weißen Haus, abhören können. Dass Behörden keine Information darüber herausgäben, nähre den Verdacht einer „Kosher Conspiracy“.[134] Auch Andreas von Bülow verdächtigte Israels Regierung, von den Anschlagsplänen gewusst und nur ihre Bürger gewarnt zu haben. Dabei verwies er auf die israelische Schifffahrtslinie „Zim“, die einige Wochen zuvor und Monate vor dem Auslaufen ihres Mietvertrages ihre Büros im WTC geräumt habe. Daher sei nach anfangs überhöhten Angaben nur ein Israeli unter den Opfern der Anschläge gewesen. Er verwies zudem auf die Firma Odigo und behauptete ohne Beleg, sie habe ihre Mitarbeiter in New York vor den Anschlägen zum Verlassen des Bereichs um das WTC aufgefordert.[135]

Dagegen wies Ayman al-Zawahiri 2008 in einem der regelmäßig veröffentlichten Al-Qaida-Tonbänder die Theorie als „Lüge“ zurück, Israel habe die Anschläge in Auftrag gegeben. Er bestand darauf, Al-Qaida habe diese selbst ausgeführt, und beschuldigte die Hisbollah, die Israeltheorie erfunden zu haben. Sie versuchten damit, Bin Ladens Gruppe und die Sunniten zu diskreditieren, deren Heldentat Amerika wie nie zuvor verletzt habe.[136]

Thesen zu ermittelten Tätern

Noch lebende Flugzeugentführer

Am 14. September 2001 erschien die erste Täterliste des FBI mit den Namen von 19 beteiligten Flugzeugentführern aus den Passagierlisten.[137] Die BBC berichtete am 23. September 2001, einige lebende Personen trügen dieselben Namen.[138] Viele Webseiten behaupteten daraufhin, das FBI habe die arabischen Namen erfunden, um von den wahren Tätern abzulenken.[139]

Das FBI gab am 27. September eine Liste mit Täterfotos heraus, um Verwechslungen auszuschließen. Die BBC korrigierte ihren Erstbericht am 5. Oktober 2001[140] und grenzte sich 2006 von darauf bezogenen Verschwörungsthesen ab.[141] Die Identität von 12 der 19 Täter wurde durch DNS-Spuren von den Tatorten, ihre Zusammenarbeit mit al-Qaida durch Kontenbewegungen und von al-Qaida selbst veröffentlichte Videobänder mit ihren „Testamenten“ bewiesen.[142]

Mangelnde Fähigkeiten der Entführer

Oft wurde behauptet, die 19 Entführer hätten die Flugzeuge unmöglich nur mit Teppichmessern bewaffnet entführen können. Die Piloten unter ihnen hätten nie zuvor ein Flugzeug geflogen und seien nicht fähig gewesen, große Passagierflugzeuge präzise in die getroffenen Gebäude zu steuern.[143] Laut Medienberichten hätten seine Fluglehrer Hani Hanjour, den Entführerpiloten von American-Airlines-Flug 77, für flugunfähig gehalten. Gleichwohl habe er ein enges Wendemanöver ausgeführt, um das Pentagon zu treffen. Dieses Manöver hätten selbst erfahrene Piloten sich nicht zugetraut.[144]

Tatsächlich überwältigten und ermordeten die Entführer die Piloten mit Messern (nicht nur mit Teppichmessern), jeweils bevor der vorgesehene Pilot unter ihnen das Cockpit einnahm. Alle vier Entführerpiloten hatten trotz negativer Prognosen durch ihre Lehrer gelernt, Passagierjets zu fliegen. Mohamed Atta und Marvin al-Shehhi hatten, nachdem sie durch ihre erste Prüfung gefallen waren, ihr Training solange fortgesetzt, bis sie Ende 2000 nach 250 Flugstunden die niedrigste Stufe der kommerziellen Pilotenlizenz erhielten. Danach hatten sie an Simulatoren für große Passagierjets weitertrainiert, deren Cockpit dem der entführten Flugzeuge glich. Ferner hatten zwei Piloten über dem verkehrsreichen Hudson River, einer über Washington, D.C. trainiert. Alle vier hatten sich mit dem GPS vertraut gemacht. Mindestens einer der Flüge erfolgte weitgehend per Autopilot. Dazu mussten sie wie beim Simulatortraining nur ein Ziel eingeben und auf den Navigationsbildschirm schauen. Nach Flugschreibern und Zeugenaussagen leiteten sie früh den Sinkflug ein, um die Zielgebäude sehen und manuell ansteuern zu können. Trotz erheblicher Mängel ihrer Fähigkeiten reichten diese zum Durchführen ihres Plans aus.[145]

Unbewiesene Täterschaft Bin Ladens

Viele Verschwörungstheoretiker bestreiten, dass Osama bin Laden die Anschläge vom 11. September in Auftrag gab, weil nicht einmal der frühere Steckbrief des FBI sie erwähnt habe.[146]

Widersprüchliche Aussagen von Regierungsmitgliedern nährten die Zweifel. Außenminister Colin Powell kündigte am 23. September 2001 Beweise an.[147] FBI-Vizedirektor Dale Watson erklärte im Februar 2002 vor dem Kongress, die Beweise für Bin Ladens Verbindung zu 9/11 seien „klar und unwiderlegbar“.[148] FBI-Direktor Robert Mueller erklärte jedoch im April 2002, man habe bisher keine Dokumente für die Pläne der Attentäter gefunden.[149] FBI-Pressesprecher Rex Tomb erklärte 2006, die Anschläge fehlten auf Bin Ladens Steckbrief, „weil das FBI nicht genug harte Beweise dafür hat“. Wie bei den Botschaftsanschlägen von 1998 werde das Justizministerium erst eine förmliche Anklage erheben, wenn genug Beweise vorlägen.[150] Diese Aussage zitiert verschwörungstheoretische Literatur oft.[151] Kurz darauf erklärte Tomb: Das FBI könne 9/11 auf dem Steckbrief ergänzen, müsse es aber derzeit nicht. Das FBI erklärte auf seiner Liste der zehn meistgesuchten Terroristen, weitere Anklagen könnten im Zuge der Ermittlungen folgen, „zum Beispiel für die Terroranschläge am 11. September 2001“.[152]

US-amerikanische und deutsche Geheimdienste legten Anfang Oktober 2001 Belege für Bin Ladens Führungsrolle bei der Anschlagsplanung vor. Die NATO[153], die deutsche Bundesregierung und alle Bundestagsfraktionen fanden diese Belege überzeugend.[154] Im März 2002 schilderten Ramzi bin asch-Schaiba und Khalid Scheich Mohammed dem Londoner Redakteur des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera Yosri Fouda detailliert ihre etwa zehnjährige Vorbereitung der Anschläge in Bin Ladens Auftrag.[155] Im September 2003 erhob der spanische Richter Baltasar Garzón Anklage gegen Bin Laden und 34 Mittäter wegen gemeinsamer Planung der Anschläge vom 11. September; 18 davon wurden 2005 in Spanien verurteilt.[156] Am 23. Mai 2006 erklärte Bin Laden in einer seiner regelmäßigen Videobotschaften, er selbst habe die 19 Attentäter für ihre Aufgabe ausgewählt.[157] Am 10. März 2007 reichte Chalid Scheich Mohammed ein schriftliches Geständnis ein, in dem er sich als Planer und Organisator der Anschläge in Bin Ladens Auftrag bezeichnete.[158] Im April 2008 erhob ein Militärgericht der USA deswegen Anklage gegen ihn.[159] Andere Teile seiner Aussage wurden angezweifelt, da er Waterboarding ausgesetzt worden war.[160] Durch Folter entstandene Aussagen wären rechtsstaatlich nicht verwertbar.[161] Der Kongress verhinderte den von Präsident Barack Obama seit 2009 angestrebten regulären Strafprozess.[162]

Der deutsche Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth betonte im November 2009, bisher habe kein unabhängiges Gericht die von Geheimdiensten vorgelegten Beweise für Bin Ladens Täterschaft (Geldtransfers, abgehörte Telefonate) überprüfen können.[163] Amerikanische Soldaten töteten Bin Laden am 2. Mai 2011 bei der Operation Neptune’s Spear.

Gefälschtes Video

Als Beweis für Bin Ladens Urheberschaft veröffentlichte die US-Regierung am 13. Dezember 2001 ein Webkamera-Video, nach ihren Angaben aus Dschalalabad. Sie benannte mehrere Übersetzer, die die englische Übersetzung geprüft und als korrekt bestätigt hätten. Danach erklärte Bin Laden Gästen, er habe wegen seiner Erfahrungen im Bauwesen fest damit gerechnet, „dass der durch das Flugbenzin ausgelöste Brand das Stahlskelett des Bauwerks zum Schmelzen und den Bereich des Einschlags mit den darüber liegenden Stockwerken zum Einsturz bringen würde. Mehr hatten wir nicht erhofft.“ Mohammed Atta habe während seiner Pilotenausbildung in den USA weder andere Entführergruppen noch das Ziel seines Auftrags gekannt: „Wir offenbarten ihnen die Operation nicht, bis sie da waren und kurz bevor sie die Flugzeugplätze buchten.“[164]

Verschwörungstheoretiker bestreiten entweder, dass das Video Bin Laden zeige, oder, dass er seine Täterschaft darin zugebe. Sie berufen sich dazu auf entsprechende skeptische Medienberichte.[165] Weitere Übersetzer überprüften den Wortlaut im Auftrag von US-Nachrichtensendern und fanden, dass Bin Laden neun am 11. September beteiligte Attentäter namentlich nannte und seine Zuhörer an seinen Gebetsaufruf kurz vor den Anschlägen erinnerte.[166]

Bin Laden hatte anfangs seine Beteiligung den Anschlägen vom 11. September bestritten, bekannte sich aber am 30. Oktober 2004 in einem Video an das amerikanische Volk als deren Planer; so auch in vielen weiteren Video- und Tonbändern, die Al Qaida Al Jazeera zuspielte. Daraufhin traten Zweifel westlicher Medien am „Geständnisvideo“ von 2001 zurück.[167] David Ray Griffin hält es weiter für eine Fälschung und beruft sich dazu auf den Islamistikprofessor Bruce Lawrence. Dieser hatte zwar die Echtheit dieses einen Videos 2006 erneut bezweifelt,[168] nicht aber Bin Ladens Täterschaft, die er seit dem 30. Oktober 2004 für erwiesen hält.[169] Andere berufen sich auf unbestätigte Aussagen einiger CIA-Mitarbeiter von 2010, sie hätten 2003 probeweise ein falsches Bin-Laden-Video zur Desinformation erstellt. Ihre Vorgesetzten hätten die Idee solcher Videos aber verworfen.[170]

Bin Laden als Werkzeug der CIA

Nach vielen westlichen Medienberichten soll die Central Intelligence Agency (CIA) Bin Laden in den 1980er Jahren für den damaligen Guerillakrieg der afghanischen Mudschahidin gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan ausgebildet, bewaffnet und finanziert haben.[171] Daraus folgern LIHOP-Anhänger, sie habe Bin Ladens Anschlagsplan gefördert und zugelassen. MIHOP-Anhänger folgern, Bin Laden habe in ihrem Auftrag gehandelt.

Laut Michel Chossudovsky benutzte die CIA Bin Laden von etwa 1980 bis 2001 ohne dessen Wissen für verdeckte terroristische Operationen im amerikanischen Interesse und machte ihn dazu mit speziellen Kriegstechniken bekannt.[172] Thierry Meyssan hält Bin Laden für einen ausgebildeten und aktiven CIA-Agenten. Die CIA habe ihn dann für die Medien zum Haupttäter stilisiert.[173] Auch Andreas von Bülow behauptete, Bin Laden habe in direktem Kontakt mit CIA-Agenten gestanden, und unterstellte damit, beide Seiten hätten die Anschläge von 2001 gemeinsam geplant.[174] Mathias Bröckers behauptete, die USA und die Saudis hätten al-Qaida mit insgesamt sechs Milliarden Dollar unterstützt.[175]

Bin Laden und sein Stellvertreter Aiman az-Zawahiri dagegen bestritten stets jede Hilfe der USA.[176] Die US-Regierung zitierte diese Aussagen in ihrem eigenen Dementi.[177] Auch die CIA-Agenten Milt Bearden und Bill Peikney, die damals die US-Hilfen für den afghanischen Widerstand gegen die Sowjetunion koordinierten und überwachten, bestritten jede US-Hilfe für Bin Laden.[178] Der Islamexperte Peter Bergen betonte: Die CIA habe keine Islamisten aus arabischen Ländern trainiert und finanziert, da diese eigene Geldgeber aus Saudi-Arabien und andere religiös-ideologische Ziele gehabt hätten.[179] Auch die Fachbuchautoren Steve Coll[180] und Jason Burke bestritten Kontakte zu und Hilfen der CIA für Bin Laden. Burke verwies darauf, dass der pakistanische Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) alle US-Hilfen für die afghanischen Mudschahidin vertraglich kontrolliert habe. Staatliche und private Geldgeber aus Saudi-Arabien hätten die arabischen Freiwilligen finanziert, darunter al-Qaida.[181] Einige dieser Geldgeber sind unbekannt. Da saudische Hilfsfonds auch Geld und Waffen aus den USA erhielten und über den ISI an afghanische Warlords vermittelten, wird angenommen, dass die USA Bin Laden indirekt unterstützten.[182]

Thesen einer kontrollierten Gebäudesprengung

Die These einer „kontrollierten Sprengung“ (controlled demolition) der eingestürzten WTC-Gebäude mit heimlich platzierten und gezündeten Explosivstoffen wurde erstmals am Nachmittag des 11. September 2001 vertreten[183] und von den meisten Vertretern des 9/11-Truth-Movements übernommen. Sie gilt als zentral, um andere Täter als die Flugzeugentführer und ein Regierungsverbrechen nahezulegen.[184]

Die beiden Türme des World Trade Center

Als Indizien für die Sprengung der Zwillingstürme des WTC werden oft genannt:

  • Nie, weder vor noch nach dem 11. September, sei ein Stahlrahmengebäude durch Feuer eingestürzt. Einige seien trotz ausgedehnterer, heißerer und längerer Brände als im World Trade Center stehengeblieben.[185]
  • Durch Flugbenzin (Kerosin) erzeugte Brände von maximal 1500–1700 °F (815–926 °C) könnten ummantelte Stahlträger nicht genügend schwächen, da Stahl erst bei 2750 °F (≈1510 °C) zu schmelzen beginne.[186]
  • Die Flugzeugtanks seien weniger als halb gefüllt gewesen. Das meiste Kerosin sei nach dem Einschlag rasch verbrannt.[187]
  • Der auf Videos zu sehende schwarze Rauch deute auf ein sauerstoffarmes, nicht besonders heißes und abflauendes Feuer.[188]
  • Beide Türme seien fast im Tempo des freien Falls[189] senkrecht in ihren eigenen Umriss gestürzt.[190]
  • Den kollabierenden Stockwerken seien seitlich austretende Staub- und Gaswellen vorausgelaufen.
  • Im später getroffenen Südturm (WTC 2) habe sich das Feuer nicht über die Einschlagszone hinaus verbreitet und sei bald abgeklungen. Das Gebäude habe daher unmöglich nur wegen des Feuers früher als der Nordturm (WTC 1) einstürzen können.[191]
  • Wegen der Konstruktion als hohler Stahlschaft hätten die in sich intakten oberen Gebäudeteile seitlich wegkippen und der zentrale Gebäudekern stehenbleiben müssen. Nur eine Sprengung könne dessen Einsturz erklären.[192]
  • Der Beton sei fast vollständig pulverisiert worden.[193]
  • Der rasche Abtransport der Stahlträger habe eine unabhängige Untersuchung verhindern sollen.[194]
  • Kein übriggebliebener Stahlträger sei länger als elf Meter gewesen.
  • Viele Zeugen hätten Explosionsgeräusche im WTC gehört.[195]
  • Seismische Aufzeichnungen hätten zwei ungewöhnlich hohe Ausschläge unmittelbar vor den Einstürzen gezeigt, wie sie für unterirdische Explosionen (etwa bei Atomtests) typisch seien. Die folgenden Ausschläge seien viel geringer, hätten aber beim Aufprall am höchsten sein müssen.
  • Diese Explosionen hätten jene heißen Pfützen aus geschmolzenem Stahl und Schwelbrände erzeugt, die noch fünf Wochen später im Boden unter den Gebäuden gefunden wurden.[196]

Unabhängige Experten haben diese Thesen entkräftet. Konstrukteure des WTC erklärten die Einstürze schon am 11. September 2001 damit, dass durch anhaltende Bürobrände aufgeweichte Stahlträger einen Dominoeffekt beim Sturz der oberen Gebäudeteile auf die unteren einleiteten.[197] Zwei Naturwissenschaftler der Northwestern University errechneten am 13. September 2001, wie die Flugzeugeinschläge die Einstürze verursachten.[198] Sie bekräftigten 2002, die Einstürze seien nach allen verfügbaren Gebäude- und Flugzeugdaten physikalisch zwangsläufig gewesen und exakt zu den Zeitpunkten, mit der Dauer und dem Verlauf erfolgt, die zu erwarten waren.[199]

Experten für den Brandschutz von Hochhäusern verweisen auf die besondere Bauweise der WTC-Türme: Die Stockwerke wurden horizontal von leichten Stahlträgern getragen, deren senkrechte Tragesäulen durch die Flugzeugeinschläge massive strukturelle Schäden erlitten und ihren Brandschutzmantel verloren hatte.[200] Dass man im WTC-Schutt keine verbogenen Stahlträger gefunden habe (Richard Gage) und Stahlträger bei Tests viel heißere Kerosinfeuer unbeschadet überstanden hätten (Kevin Ryan), treffe nicht zu: Lange verbogene Stahlträger seien durchaus gefunden worden. Die besagten Tests hätten sich auf viel kürzere Träger bezogen. Träger mit der für WTC 1 und 2 typischen Länge seien in Kerosinfeuer bald eingesackt. Das Einknicken von Außensäulen schon wenige Minuten nach dem zweiten Einschlag sei auf Videos sichtbar.[201]

Der Abrissexperte Brent Blanchard dokumentierte weit über tausend Gebäudesprengungen. Seine Firma Protec Document Services beaufsichtigte auch die Aufräumarbeiten am Ground Zero. 2006 wies er die Sprengungsthese in einer eigenen Studie zurück.[202] Wissenschaftshistoriker Michael Shermer fasste Blanchards Hauptargumente 2011 zusammen:

  • Die WTC-Einstürze begannen bei der Einschlagszone und erfolgten von oben nach unten. Bei Gebäudesprengungen dagegen werden die Sprengsätze am Fuß tragender Elemente angebracht und zuerst die tiefsten Stockwerke gesprengt, damit der Rest am Stück fallen kann.
  • Die Gebäude fielen nicht senkrecht in den eigenen Umriss, sondern der Teil über der Einschlagszone kippte zur Seite des Einschlags. Die Trümmermassen folgten dem Weg des geringsten Widerstands und wurden herausgeschleudert, wo sie auf intakte Stockwerke trafen.
  • Die fallende Masse presste Luft- und Staubfontänen, die der Einsturzfront vorausliefen, seitlich heraus.
  • Bezeugte explosionsartige Geräusche waren keine Detonationen: Keine unabhängige seismische Aufzeichnung zeigt die dafür typischen plötzlichen Spitzenausschläge.
  • Kein einziger von hunderten beteiligten Aufräumarbeitern, die alle große Erfahrung mit Explosivstoffen hatten, fand und bezeugte deren Spuren oder entsprechend beschädigte Stahlträger.
  • Das Abräumen und Verschiffen der Stahlträger dauerte erwartungsgemäß mehrere Monate lang und wurde von den beteiligten Firmen detailliert dokumentiert.[203]

Verschiedene Autoren nannten weitere entkräftende Argumente:

  • Explosivstoffe hätten im WTC in großen Mengen und an wichtigen Stellen angebracht werden müssen. Die Täter hätten viel Sicherheitspersonal, Kameras und Besucher umgehen müssen. Niemand habe dergleichen beobachtet.
  • Sie hätten im Voraus genau wissen müssen, welche Stockwerke die Flugzeuge wo treffen würden, um die Explosivstoffe dort anbringen und eine Sprengung von oben nach unten in Gang setzen zu können. Den Einschlagspunkt hätten jedoch nicht einmal die Entführer selbst gekannt.
  • Leute hätten die Stoffe vor Ort zünden müssen, ohne entdeckt oder von den Flugzeugeinschlägen getötet zu werden.
  • Stahl musste nicht schmelzen. Er verliert bei 1100 °F (≈815 °C) 50 %, bei 1800 °F (≈982 °C) 90 % seiner Tragkraft: Das genügte für den Kollaps.[204]
  • WTC 2 fiel zuerst, weil das Flugzeug das Gebäude tiefer, schräger und von einer Ecke her traf und somit mehr Tragesäulen zerstörte. Das Gewicht der Stockwerke darüber war viel größer.[205] Zudem war das Tempo des Einschlags höher, hatte somit 42 % mehr kinetische Energie. Die Tragesäulen waren nur mit halb so dickem Brandschutzmaterial ummantelt.
  • Attentate mit einer betankten, schnell fliegenden Boeing 767 auf ein derart konstruiertes Hochhaus waren bisher einmalig. Dennoch stürzten auch andere Stahlrahmengebäude nach ausgedehnten Innenbränden ein. Wo nicht, war ihre Tragestruktur unbeschädigt geblieben oder sie hatten keine Stahlrahmen.
  • Das meiste Kerosin der Flugzeuge verpuffte nicht schon beim Aufprall, sondern wirkte als Anzünder. Videos und Zeugenaussagen belegen die Ausbreitung der Feuer auch auf tiefere Stockwerke.
  • Die Einstürze dauerten auf Videos nahezu doppelt so lange (ca. 17–18 Sekunden) wie der freie Fall (9,2 Sekunden).
  • Beim Einsturz dehnten sich die Trümmer fontänenartig aus, beschädigten und zerstörten zahlreiche umgebende Gebäude, selbst in entfernteren Straßenzügen.
  • Eine Sprengung pulverisiert Beton nicht. Weniger als 30 % des WTC-Materials bestand aus Beton; dieser blieb fast vollständig als Trümmerbrocken erhalten.
  • Seitlich austretende Staubwolken sind Merkmal der meisten Gebäudeeinstürze unabhängig von ihren Ursachen.
  • Bei beiden WTC-Türmen blieben hohe Stahlsäulenreste stehen.
  • Dem Einsturz vorauslaufende Staub- und Gaswellen sind kein Merkmal einer Sprengung. Bei Implosionen bleibt die Fassade oft bis zum Bodenaufprall intakt, da tragende Elemente am Fuß des Gebäudes gesprengt werden.
  • Die Stahlträger waren aus zehn bis elf Meter langen Teilstücken zusammengesetzt.
  • Zeugen haben Verpuffungs-, Berst- und Aufschlaggeräusche im WTC als Explosionen gedeutet bzw. als Analogie dazu beschrieben. Die sehr lauten, für Sprengungen typischen Knallgeräusche unmittelbar vor dem Kollaps sind nirgends aufgezeichnet oder bezeugt worden.
  • Sprengsätze im Untergrund können keinen Kollaps von oben her verursachen.
  • Geschmolzener Stahl ist kein Ergebnis einer Sprengung. Explosivstoffe können Stahl nicht schmelzen, da sie nur kurzzeitig und punktuell extreme Hitze erzeugen. Langanhaltende, unterirdische Schwelbrände nach heißen Bränden sind nicht ungewöhnlich.[206]

Die Seismologen der Columbia Universität veröffentlichten ihre Aufzeichnungen vom 11. September im November 2001. Sie zeigten an- und absteigende Ausschläge für die Dauer der Einstürze ohne auffällige Spitzen.[207] Die Autoren wiesen die These von plötzlichen Spitzenausschlägen zu Beginn als Fehldeutung ihrer Grafiken zurück: Diese Ausschläge seien bloß die in einen größeren Zeitrahmen gestellten und so grafisch verzerrten Ausschläge der gesamten Einstürze. Zudem hätten Gebäudesprengungen wegen der Vielzahl von üblicherweise überirdischen Detonationen gar keine plötzlichen Ausschläge erzeugt. Selbst die Explosion im Keller des WTC 1 beim Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993 habe kaum seismische Spuren hinterlassen.[208] Die Truther-Webseite 911.review räumte 2010 ein, dass die Ausschläge den Einstürzen vorausgegangen seien, sei ein „Irrtum“. Die fehlenden Spitzenausschläge schlössen eine kontrollierte Sprengung jedoch nicht aus, da diese kaum zusätzlich messbare seismische Vibrationen erzeugt hätte.[209]

Abolhassan Astaneh-Asl, Professor für Stahl- und Hochbau, untersuchte Stahlträger aus den beiden Türmen vor ihrem Abtransport zwei Wochen lang und berichtete dem Wissenschaftskomitee des Kongresses am 6. März 2002 unter anderem über stark verformte Stahlscharniere. Auch deswegen bewilligte der Kongress eine umfassende Untersuchung der Einstürze.[210]

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) führte in sechs vorläufigen Berichten seit 2002 und dem Abschlussbericht für WTC 1 und 2 von 2005 aus, dass die Einschläge mindestens zwölf von 47 Kernsäulen der Türme schwer beschädigt und deren Brandschutzhülle zerstört hatten. Die genaue Tankfüllung der Flugzeuge ist unbekannt (man schätzt sie auf 15.000 bis 40.000 Liter Kerosin je Flugzeug), doch schon die Hälfte davon kann großflächige Brände auslösen. Diese verteilten sich über zerstörte Fahrstuhlschächte auf viele Stockwerke, wurden von brennbarem Innenmaterial gefüttert, hielten daher bis zum Kollaps an und wurden bis zu 1000 °C heiß. Sie ließen genügend Stahlträger einsacken, bis die damit verbundenen Außensäulen nach innen knickten und den Kollaps auslösten, der dann unaufhaltsam alle Gebäudeteile nach unten riss. Um die kaum erhitzten unteren Stahlsäulen zu überlasten, genügten einige versagende Außensäulen in einem einzigen Stockwerk. Das Gewicht der von oben eingedrückten und fallenden Stockwerke nahm dann nach unten immer mehr zu.[211] 2007 möglich gewordene komplexe Computersimulationen bestätigten diesen Verlauf und legten nahe, dass beim Einschlag noch mehr Tragesäulen beschädigt wurden, als NIST angab.[212]

Demonstration der 9/11-Truth-Bewegung in Los Angeles, Oktober 2007

World Trade Center 7

Vertreter der Sprengungsthese berufen sich besonders auf den Einsturz des Original 7 World Trade Center (WTC 7) um 17:20 Uhr am 11. September 2001. Als Indizien dafür nennen sie:

  • WTC 7 wurde von keinem Flugzeug getroffen und kollabierte erst um die sieben Stunden später als die beiden Türme.
  • Es sei nur geringfügig beschädigt worden und habe nur kleinere Innenbrände gehabt.
  • Genug Wasser zur Brandbekämpfung sei vorhanden gewesen.
  • Der Einsturz sei plötzlich, symmetrisch und fast im Tempo des freien Falls erfolgt.
  • Bilder davon zeigten kurz vorher Blitze hinter Fenstern und Rauchausstöße (squibs).
  • Dass eine Reporterin der BBC den Einsturz schon um 17:00 Uhr vor Ort meldete, sei ein Beweis für Vorwissen der Behörden, das den Medien versehentlich verfrüht zugespielt worden sei.[213]
  • Der Eigentümer Larry Silverstein habe einen Befehl zur Sprengung zugegeben: „[…] maybe the smartest thing to do is pull it.“ „Pull it“ bedeute bei Gebäudeabrissfirmen den Befehl zur Auslösung einer vorbereiteten Sprengung.[214]

Vertreter der beteiligten Behörden und Firmen wiesen diese Thesen zurück. Die BBC erklärte den Irrtum ihrer Sprecherin mit dem Durcheinander jenes Tages, als der Einsturz des WTC 7 schon seit Stunden erwartet worden war. Man habe die Originalbänder der Berichterstattung nicht aufbewahrt.[215] Silverstein berichtete 2002 über ein Telefonat, das er am 11. September 2001 gegen 14:30 Uhr geführt hatte:

„I remember getting a call from the, er, fire department commander, telling me that they were not sure they were gonna be able to contain the fire, and I said, 'We’ve had such terrible loss of life, maybe the smartest thing to do is pull it.' And they made that decision to pull and we watched the building collapse. – Ich erinnere mich an einen Anruf vom Feuerwehrchef, der mir mitteilte, sie seien nicht sicher, ob sie das Feuer eindämmen könnten. Und ich sagte: Wir hatten so schreckliche Verluste an Leben, vielleicht ist es die klügste Maßnahme, es [das im Gebäude verbliebene Feuerwehrkontingent] abzuziehen. Und sie trafen die Entscheidung, abzuziehen, und dann sahen wir das Gebäude einstürzen.“[214]

„Pull (it)“ bezog sich nach Angaben Silversteins auf den Abzug der zur Zeit des Telefonats noch vorhandenen Feuerwehreinheit aus dem instabilen Gebäude, den diese selbst („they“) beschloss. Feuerwehrchef Daniel Nigro beeidete seinen Abzugsbefehl 2007 schriftlich. Beteiligte Feuerwehrleute bezeugten, sie seien abgezogen („pulled“) worden.[216] In der Abrissindustrie bezieht sich „pull“ auf das Befestigen von Stahlseilen an tragenden Gebäudeteilen, um diese hydraulisch umzukippen.[217]

Eine wissenschaftliche Studie errechnete 2007, dass schon der Kollaps einer einzigen Säule den Einsturz des WTC 7 bewirkt hätte.[218] Der Abschlussbericht des NIST zu WTC 7 vom November 2008 bestätigte diese Annahme. Danach verursachten Trümmer des Nordturms erhebliche strukturelle Gebäudeschäden, vor allem auf der Südostseite, und führten zu Bränden, die wegen einer ausgefallenen Sprinkleranlage auf viele Stockwerke verteilt sieben Stunden lang ungehindert weiterloderten. Die Temperatur stieg auf bis zu 400 Grad Celsius, was waagrechte Stahlträger sich so weit ausdehnen ließ, dass diese von den Trägersäulen absprangen. Daraufhin stürzten einige Stockwerke ein, sodass die zentrale senkrechte Säule 79 frei zu stehen kam und überlastet wurde. Mit ihrem Einknicken stürzte zuerst das östliche Penthouse auf dem Dach ein: Damit begann der Kollaps aller inneren Säulen von Ost nach West, bis zuletzt die äußeren Strukturen als ein Bauelement vertikal fielen. Der Fall der Nordfassade dauerte mindestens 40 % länger als der freie Fall, der gesamte Kollaps dauerte über 16 Sekunden. Das NIST schloss eine absichtliche Sprengung als Einsturzursache aus, weil es keine Zeugnisse für laute Explosionsgeräusche, keine proportional passenden Fensterschäden im Bereich der Tragesäulen und keine Sprengstoffrückstände fand.[219]

Die vermeintlichen Rauchausstöße waren beim Kollaps von oben seitlich herausgepresste Fontänen aus Luft, Staub und Fensterglas.[220]

Als Motiv für die angebliche Sprengung wurde behauptet, Silverstein habe die drei WTC-Gebäude kurz nach dem Kauf gegen Terroranschläge versichert. Sie hätten große Asbest-Probleme gehabt, die einen Abriss erfordert hätten, und seien daher nicht mehr profitabel gewesen. Silverstein habe durch den Kollaps erhebliche Versicherungssummen gewonnen.[221] Dem widersprachen Medienberichte vom April 2001: Die Gebäude waren beim Erwerb durch Silverstein nicht verlustreich und hatten keine Asbestprobleme. Seine Gewinnerwartung war hoch.[222]

Thermit

Steven Jones behauptete 2005 in einem Aufsatz, er habe in Schuttproben und auf Stahlresten des World Trade Center experimentell schwefelhaltiges Thermat nachgewiesen, das auf eine kontrollierte Sprengung der Gebäude mit Thermit hindeute.[223] Thermit ist kein Explosivstoff, braucht große Mengen Energie, um zu brennen, und wird üblicherweise zum Schweißen oder Durchbrennen von Stahl oder als Anzünder für Explosivstoffe verwendet.

Frank Greening wies darauf hin:

  • Schwefel war im Baumaterial des World Trade Center, in Kerosin und anderen brennbaren Stoffen massenhaft vorhanden und konnte sich in Gasform leicht mit dem eisenhaltigem Stahl zu Schwefeldioxid verbinden. Dazu reichte die Hitze in den Trümmern völlig aus.[224]

Mark Roberts kritisierte:

  • Jones habe seine Funde nicht mit der chemischen Signatur von tatsächlich verbrauchtem Thermit verglichen.
  • Er habe die Kontamination seiner Proben durch andere Quellen nicht ausgeschlossen.
  • Thermat (verbranntes Thermit) hätte nur durch proportional größere Mengen von Eisenoxid, Aluminium und Bariumnitrat in den WTC-Proben nachgewiesen werden können. Die Analysen der FEMA von schwefelhaltigem Stahl im Bauschutt der WTC-Gebäude hätten keine solchen Spuren ergeben.
  • Spuren von Zink und Blei, die man fand, entsprächen dem Bindemittel von Rostschutzfarbe auf den Stahlträgern des WTC.
  • Im exakten 45-Grad-Winkel abgeschnittene Stahlträger des WTC, deren Fotografien Jones als Indiz für den Einsatz von Thermit angeführt hatte, seien Ergebnis der Aufräumarbeiten mit Schneidbrennern. Die Schnittstellen sähen ganz anders aus als mit Thermit geschnittener Stahl.
  • Thermit schneide senkrecht nach unten mit Hilfe der Schwerkraft. Um senkrechte massive Stahlsäulen damit zu zertrennen, hätte man riesige Mengen davon lange genug und stabil an vielen Säulen der Einschlagzone anbringen müssen, um einen vorzeitigen Kollaps von unbeschädigten Stockwerken aus zu vermeiden.
  • Die Haltevorrichtungen hätten bis zu 4000 Grad Celsius aushalten müssen. Die Arbeiter hätten die Anwendung nicht unentdeckt vorbereiten, im Bereich der Einschläge nicht sicher durchführen und das Gebäude nicht rechtzeitig vor dem Einsturz verlassen können.
  • Kein Ermittler habe Spuren von Schneidevorrichtungen für Thermit im Bauschutt des WTC gefunden.[225]

In Reaktion auf diese und andere Kritiken veröffentlichte Jones 2009 mit dem dänischen Chemiker Niels Harrit und sieben weiteren Autoren des 9/11-Truth-Movements einen Aufsatz in einem umstrittenen Open-Access-Journal.[226] Sie behaupten, sie hätten in vier Staubproben, die angeblich aus dem WTC-Schutt stammen, Substanzen gefunden, deren Zusammensetzung auf aktives, hochenergetisches und explosives Nanothermit verweise.[227] Harrit und Teile des 9/11-Truth-Movements verbreiten dies als Beweis einer kontrollierten Sprengung.[228]

Der Aufsatz wird wissenschaftlich nicht rezipiert; das britische Institut für Nanotechnologie distanzierte sich von Herausgeber und Autoren.[229] Fachexperten verweisen auf schwere methodische Mängel und halten die gefundenen Substanzen für Farbpartikel, möglicherweise von Rostschutzmitteln.[230] Vertreter anderer Verschwörungsthesen verweisen darauf, dass die Sprengkraft von Nanothermit bei weitem nicht zum Sprengen von Beton und Stahl ausreicht. Nanothermit könne daher die Kollapse nicht erklären. Es sei allenfalls als schneller Anzünder für andere Explosivstoffe verwendbar.[231]

Das NIST ging 2009 unter anderem auf die Thermit-Behauptung ein und erklärte dazu, dieser Stoff könne nicht unbemerkt in den erforderlichen großen Mengen an Tragesäulen angebracht worden sein, daher sei seine Verwendung „unwahrscheinlich“.[232]

Thesen zu den Flugzeugen

Mit Bomben bestückt oder umgebaut

Nach anderen Thesen trugen die Passagiermaschinen Bomben unter dem Rumpf oder absichtlich vergrößerte Treibstofftanks oder waren zu Flugzeugattrappen umgebaute Raketen mit Tragflächen.[233]

Das Video 911 in Plane Site und die Webseite letsroll911.org verwiesen dazu auf eine Fotografie von Flug UA 175, die scheinbar eine längliche Ausbuchtung am Fuß der rechten Tragfläche zeigt. Sie deuteten diese als Bombenbehälter. Forensische Analysen der Fotografie ergaben jedoch, dass Sonnenstrahlen und Kamerawinkel den Standardbehälter eines Fahrwerkrades auf dem entwickelten Foto größer wirken ließen und digitale Kopien ihn nochmals vergrößert hatten. Zudem wäre der Umbau einer Boeing 767 zum Bombenträger und das Zünden der Bombe genau beim Aufprall technisch sehr aufwändig gewesen. Die Einschlagsschäden entsprachen nur dem Flugzeugaufprall.[234]

911inplanesite.com behauptete, ein Militärflugzeug oder ein zum Benzintank umgebauter Passagierjet sei für die Anschläge eingesetzt worden. Als Beleg nannte die Webseite die Aussage eines Zeugen, der ein Flugobjekt ohne Fenster im Anflug auf WTC 2 gesehen zu haben glaubte. Er befand sich jedoch zwei Meilen vom WTC 2 entfernt und sah den Jet, der in einem nach links geneigten Winkel anflog, so dass die Fenster auf der rechten Seite von unten nicht mehr sichtbar waren. Fotografien zeigen Trümmerteile des Jets mit Fenstern, die auf das Dach des benachbarten World Trade Center 5 gefallen waren.[235]

Ferngelenkt

Der australische Verschwörungstheoretiker Joe Vialls[236] brachte im Oktober 2001 die These auf, Mitglieder der US-Regierung hätten über eine geheime Software den Autopiloten der entführten Flugzeuge übernommen und diese damit ohne Eingriffsmöglichkeit der Entführer vom Boden aus in die Gebäude gesteuert. Die dazu nötige Funkfernsteuerung sei in den 1970er Jahren zur Abwehr von Flugzeugentführungen entwickelt und von der Firma Boeing in ihre Jetmodelle 757 und 767 eingebaut worden.[237] Dass keiner der vier entführten Flüge einen Notruf aussandte und bei allen die Transponder abgestellt wurden, beweise, dass andere die Flugkontrolle übernommen hätten.[238]

Thierry Meyssan (2002)[239] und die Macher von Loose Change griffen die Fernlenkungsthese ohne Indizien für ihre Verbindung zu 9/11 auf.[240] Webster Tarpley (2011) macht die Elektronik der Drohne Global Hawk für eine Fernsteuerung der entführten Flüge verantwortlich, eventuell von einem AWACS aus. Er behauptet, das FBI habe entsprechendes Gerät in einem Hotel nahe dem WTC gefunden.[241] Mark Gaffney (2012) berief sich auf einen Techniker, der den Test des Systems an einer Boeing 757 in den 1990er Jahren beobachtet haben will. Die testende Firma habe die dazu nötige, damals illegale Technologie unauffindbar in das Cockpit eingebaut. Das müssten höhere Regierungsmitglieder genehmigt haben.[242]

Keine Flugzeuge

Einschlagsschäden beim Pentagon vor Fassadeneinsturz
Einschlagsloch im Pentagon

Thierry Meyssans Bestseller L'Effroyable Imposture von 2002 brachte die These in Umlauf, in das Pentagon könne kein Passagierjet eingeschlagen sein. Kurz nach dem Einschlag aufgenommene Fotografien zeigten einen kaum versehrten Rasen und keine Trümmerteile vor dem Gebäude. Die sichtbaren Schäden an der Gebäudefront seien zu schmal für die Spannweite einer Boeing 757 (≈38 m). Der Schaden stamme eher von einem Marschflugkörper des US-Militärs, da nur dieser die Raketenabwehr um das Pentagon habe durchdringen können. Trotz einhelliger Zurückweisung in der westlichen Presse übernahmen viele Verschwörungstheoretiker Meyssans Thesen, darunter Dylan Avery, der Autor von Loose Change[243], die Webseiten Hunt the Boeing[244], Reopen911.org und pentagonstrike.co.uk. Sie behaupteten anhand von frühen Fotografien, das Einschlagsloch vor dem Kollaps der Außenfassade sei nur 5,5 m breit gewesen. Ein weiteres, knapp 5 m breites Loch im dritten Innenring des Gebäudes könne unmöglich von der Flugzeugnase oder einem Triebwerk erzeugt worden, Fenster bei der Einschlagsstelle könnten unmöglich intakt geblieben sein.[245] Auch einige frühere Piloten und Unfallexperten der US-Luftwaffe stellten den Einschlag eines Passagierjets in Frage. David Ray Griffin fand, die Raketenthese passe weitaus besser zu den Indizien.[246] Die Zweifel wurden genährt, weil es anders als beim WTC keine Fernsehbilder und Privatvideos vom Einschlag gab, das FBI die Trümmer als Beweismaterial für ein Verbrechen rasch eingesammelt und das National Transportation Safety Board (NTSB) nicht mit dem Zusammenbau der Trümmerteile beauftragt hatte.[247]

Wrackteil beim Pentagon, 11. September 2001

Nach dem Pentagon Building Performance Report der American Society of Civil Engineers von 2003 zerfetzten die massiven Außenwände, Mauerringe und dicht stehenden Betonsäulen des Pentagon den Großteil des Flugzeugs in kleine Teile, die verstreut ins Gebäudeinnere flogen und bis zur Unkenntlichkeit deformiert wurden. Das Gebäude war seit 1993 aufwändig renoviert worden; die vom Aufprall betroffene Außenseite gehörte zu den besonders verstärkten Teilen. Die bombensicheren Fenster aus mehrlagigem Laminatglas waren erst Wochen zuvor in ein Korsett neuer Stahlträger und Betonplatten eingebaut worden, um Anschläge wie die in Oklahoma City überstehen zu können. Darum blieb die Fassade um den Einschlag herum noch 19 Minuten lang stehen und fiel erst infolge des intensiven Feuers.[248] Nur wenige größere Flugzeugtrümmer wurden geborgen: darunter das Fahrgestell, ein Rad, der Flugdatenschreiber und Rumpfstücke, darunter eins mit dem Symbol der Fluggesellschaft. Der rechte Flügel war zuerst auf ein massives Generatorhaus, der linke auf eine Entlüftungsanlage geprallt. Dabei und beim Aufprall auf die Außenfront rissen die Flügel ab. Dem entsprach das 27,4 (nicht 5,5) Meter breite Einschlagsloch. Zudem verbrannte ein großer Teil des Kerosins beim Einschlag, so dass die Gebäudeschäden weit geringer blieben als beim WTC. Das kleinere Loch in Ring C entstand durch ein abgerissenes und mit hohem Tempo aufgepralltes Rad des Fahrwerks. Aufräumarbeiter und Feuerwehrleute hielten Flugzeugteile vor dem Abtransport in den Händen. Hunderte Augenzeugen sahen den Anflug und den Einschlag des Flugzeugs von den benachbarten Straßen aus, viele bemerkten auch Passagiere in den Fenstern. Renee May und Barbara Olson hatten aus dem Flugzeug mit Angehörigen telefoniert. Alle 184 getöteten Passagiere und die fünf Entführer wurden durch DNS-Spuren identifiziert.[249]

Misstrauen wurde auch genährt, weil das FBI ein von einer Parkplatzkamera aufgezeichnetes Video als Beweismaterial für den Prozess gegen Zacarias Moussaoui zurückhielt und nur einzelne Standbilder davon herausgab. Die Kamera schoss nur ein Standbild pro Sekunde, und das Flugzeug legte pro Sekunde 780 Fuß (≈238 Meter) zurück. Das im Mai 2006 freigegebene Video zeigt daher nur ein unscharfes weißes Objekt mit den Umrissen eines Flugzeugs, den Feuerball beim Aufschlag und den für Kerosinbrände typischen dicken schwarzen Rauch. Diese Bilder schließen einen Raketeneinschlag aus.[250]

Flug UA 93 hatten die Entführer nach einem Angriff der Passagiere auf das Cockpit bei Shanksville zu Boden gelenkt. Das Flugzeug wurde beim Aufprall nahezu vollständig in Kleinteile zerfetzt. Fotografien vom Einschlagskrater zeigten keine größeren Flugzeugteile erkennen. Laut Gerhard Wisnewski sagte Ernie Stull, der Bürgermeister von Shanksville, auf Nachfrage: „Da war nichts! – Nur dieses Loch.“ Auch Dennis Roddy, Chefredakteur einer Pittsburgher Zeitung, habe keine Flugzeugtrümmer erkennen können.[251] Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel wies jedoch nach, dass Stull sehr wohl Trümmerteile gesehen und sich nur erstaunt über das Zerplatzen der Maschine geäußert hatte. Roddy war nicht vor Ort, sondern hatte ein Journalistenteam zur Absturzstelle gesandt.[252] Dieses sammelte Aussagen vieler Zeugen, die das rotierend abstürzende Flugzeug gesehen und die Aufschlagsexplosion gehört hatten.[253] Die Überreste der 44 Leichen wurden soweit wie möglich geborgen, identifiziert und den Opferfamilien übergeben.[254]

Seit etwa 2006 bestreiten James Fetzer und einige seiner Anhänger, dass Passagierflugzeuge in die WTC-Türme einschlugen. Flugkörper aus Aluminium hätten eine massive Stahl- und Betonkonstruktion nicht so glatt durchschlagen können. Die Macher der Videoserie September Clues behaupten, eine zentrale Stelle habe die Fernsehbilder und Privatvideos von den Einschlägen manipuliert und Flugzeugeinschläge mit Computer Generated Imagery vorgetäuscht (TV-Fakery, Video-Trickery).[255]

Vertreter dieser Thesen lehnten andere Verschwörungsthesen ab, die reale Flugzeugeinschläge voraussetzen, und erfanden komplizierte Erklärungen für die vielen Augenzeugenberichte, Flugzeugtrümmer und getöteten Passagiere. Alexander Dewdney zum Beispiel behauptete seit 2003, die ersten drei entführten Flugzeuge seien zum Zwischenlanden gezwungen, durch ferngesteuerte Flugzeuge ersetzt und dann im Ozean versenkt worden. Ihre Passagiere seien zum Umstieg in das Flugzeug UA 93 gezwungen und dieses sei dann abgeschossen worden. Jedoch hätte UA 93 maximal 200 der insgesamt 265 Personen aller vier entführten Flüge fassen können.[256]

Viele Wortführer des 9/11 Truth Movements betrachten die „kein-Flugzeug“-Thesen als schädliche Desinformation und Ablenkung von anderen angeblichen Anhaltspunkten für eine Regierungsbeteiligung, etwa von der Sprengungsthese.[257] Mit Aufsätzen trat Jim Hoffman den „kein-Flugzeug“-Thesen entgegen.[243][258] Manche halten deren Anhänger für Agenten von Geheimdiensten. Einige Gruppen des 9/11-Truth-Movements haben sie von ihren Treffen verbannt und auf Webseiten bedroht.[259]

Abschuss

Nach anderen Thesen soll US-Militär das abgestürzte Flugzeug UA 93 abgeschossen haben. Dazu wird oft auf einen kleinen weißen Businessjet verwiesen, der über die Absturzstelle flog. Tatsächlich sollte dessen Pilot auf Bitte der Flugaufsicht von Johnstown (20 Meilen nördlich von Shanksville) nur die genaue Absturzposition feststellen.[260]

Augenzeugen hatten auch einen Militärjet in der Absturzgegend beobachtet. Der pensionierte Armeeoberst Donn de Grand-Pre behauptete im Februar 2004 in einer Radiosendung, er kenne die Einheit und deren Piloten, der den Abschussbefehl erhalten und mit zwei Bordraketen ausgeführt habe. Tatsächlich war dieser Pilot 1.100 Meilen weiter nördlich stationiert und startete um 10:45 Uhr unbewaffnet für einen Transportflug von North Dakota nach Montana und weiter nach Albany (New York), wie ein Sprecher seiner Einheit und sein Passagier bestätigten. NORAD gab den Abschussbefehl für Flug 93 erst nach dessen Absturz an Kampfpiloten weiter. Diese wären auch bei frühzeitigem Empfang des Befehls zu weit entfernt gewesen.[261]

Andere behaupten, man habe Leichenteile, Kleider, Bücher und Schrott sechs Meilen nördlich vom Krater gefunden, obwohl der Wind nach Süden geblasen habe. Tatsächlich wurden ein Triebwerksteil, Papier und Stofffetzen südlich vom Krater gefunden. Fachleute erklärten das mit dem steilen, aber nicht senkrechten Winkel und das Tempo des Einschlags, bei dem schwere Teile abreißen und herausgeschleudert, leichte Teile aufgewirbelt und in Windrichtung verweht werden konnten.[262]

Häufig wird behauptet, Handytelefonate aus einem Flugzeug über 8.000 Fuß Flughöhe seien damals technisch unmöglich und aus tieferer Höhe sehr unwahrscheinlich gewesen. Die Anrufe, deren Inhalte der Kommissionsbericht 2004 abdruckte, seien erfunden oder fingiert worden.[263] Tatsächlich waren Handyanrufe damals schon bis zu 35.000 Fuß Flughöhe möglich, wenn auch unsicher wegen der Fluggeschwindigkeit. Doch Flug 93 flog relativ niedrig und in einer Gegend mit zahlreichen Empfangsstationen. Die meisten Anrufer benutzten die in ihre Sitze eingebauten Bordtelefone. Viele Anrufe dauerten weniger als eine Minute und wurden oft unterbrochen. Da von vier Entführern nur einer die im hinteren Bereich zusammengedrängten Passagiere bewachte, wie einige Anrufer berichteten, kamen relativ viele Anrufe unbehelligt durch.[264]

Verteidigungsminister Rumsfeld warnte 2004 vor einem möglichen Sieg der „people who […] shot down the plane over Pennsylvania“ („Leute, die […] das Flugzeug über Pennsylvania abschossen“). Einem Pentagonsprecher zufolge war shot down nur ein Versprecher.[265] Michael Chossudovsky und andere deuteten das Verb als Freudschen Versprecher, der Rumsfelds Kenntnis vom Abschuss offenbare und diesen beweise.[266] Dabei bleibt unklar, warum die Regierung einen tatsächlich erfolgten Abschuss hätte verheimlichen sollen, da sie ihren Befehl dazu nicht bestritt.[267] Bush hatte 2002 betont, er habe nicht gezögert und Vizepräsident Dick Cheney am 11. September 2001 telefonisch einen Abschussbefehl für weitere entführte Flugzeuge erlaubt.[268] Der Bericht der 9/11-Kommission vom Juli 2004 deckte minutiös auf, dass dieser Befehl frühestens um 10:10 Uhr erteilt, der Flugaufsichtzentrale erst um 10:31 Uhr weitergegeben wurde und die Piloten nicht erreichte.[269]

Rezeption

Wissenschaftler und Journalisten begegnen 9/11-Verschwörungstheorien auf verschiedene Weisen: durch Widerlegen (Debunking) von Tatsachenbehauptungen, durch Analysen von Methoden und Zielen ihrer Vertreter, durch historische Einordnungen und politische, soziologische und psychologische Erklärungen.

Faktenprüfung

2003 stellten einige deutsche Medien erstmals die Haltlosigkeit von 9/11-Verschwörungsthesen heraus, besonders jener deutscher Autoren.[270] 2006 gab der Spiegel das Themenheft „Fakten zum 11. September“ heraus.[271] Die BBC und die National Geographic Society entkräfteten 9/11-Verschwörungstheorien seit 2006 mit mehreren Filmen.[272]

Der Bericht der 9/11-Kommission (2004) klärte auftragsgemäß die Geschichte der Anschläge, die Berichte des NIST (2005–2007) klärten die physikalischen Einsturzursachen der WTC-Gebäude auf. Sie widerlegten die meisten 9/11-Verschwörungsthesen dazu, ohne sie direkt zu behandeln.[273]

2005 veröffentlichte die Fachzeitschrift Popular Mechanics eine Webseite, im Mai 2006 eine aktualisierte und erweiterte Version davon als Buch. Es entkräftet die bekanntesten 9/11-Verschwörungsthesen zu Flugzeugen, WTC-Einstürzen, Pentagon und Flug UA 93 mit den bis dahin veröffentlichten Fakten. Die Hauptdokumente dazu fasst der Anhang zusammen. David Ray Griffin versuchte seinerseits, die Fakten des Buchs zu widerlegen (Debunking 9/11 Debunking, 2007). Der Physiker Ryan Mackey entkräftete Griffins Angaben zu den WTC-Einstürzen erneut und fasste die Ergebnisse der NIST-Berichts dazu zusammen. Seine Arbeit gilt seit 2011 als präzise wissenschaftliche Widerlegung der Sprengungsthese.[274] Weitere Wissenschaftler haben die Sprengungsthese in unabhängigen Studien widerlegt.[275]

Methodenkritik

Michael Shermer (2005) verglich 9/11-Verschwörungstheorien mit Holocaustleugnung: Beide glaubten im Kern, eine Handvoll unerklärter Anomalien könne eine gut etablierte Theorie untergraben. Alle „Beweise“ der Truther verfielen diesem Grundfehler.[276] Ähnlich kritisierte Noam Chomsky: Jeder, der nur etwas von Wissenschaft verstehe, verwerfe die von Verschwörungstheoretikern vorgelegten Beweise sofort. Es gebe immer Zufälle und unerklärte Phänomene, selbst bei wissenschaftlichen Experimenten.[277]

James B. Meigs, Herausgeber von Popular Mechanics, sprach 2006 von einer „Verschwörungsindustrie“ zu 9/11 mit eigener Literatursparte und beschrieb einige ihrer Methoden:

  • Marginalisieren gegenteiliger Darstellungen: Die typische Rhetorik einer „offiziellen Version“ unterstelle, sämtliche verfügbaren vielfältigen Quellen (Medien-Recherchen, unabhängige Universitäts- und Laborstudien, Institutsuntersuchungen, Augenzeugenberichte, Bild- und Schriftdokumente, Eigenaussagen der Täter usw.) seien Produkt einer kleinen Gruppe in der US-Regierung.
  • Konzentration auf wenige Anomalitäten. Dass in der Masse der Belege auch einige bisher unerklärte Details seien, wundere nicht. Daraus folgere Verschwörungsdenken jedoch stets nur eine mögliche Erklärung.
  • Konzentration auf frühe, fehlerhafte Medienberichte, ohne deren spätere Korrekturen zu beachten. Gleichzeitig enthielten hunderte Bücher verschwörungstheoretischer Autoren so viele Fehler und Irrtümer, dass kaum eines davon die Standards für einen Aufsatz in einem Fachjournal erfülle.
  • Ständiges Wiederholen von entkräfteten Behauptungen, selbst wenn die Widerlegung im Internet allgemein zugänglich ist.
  • Zirkuläres Begründen: Fehlende Belege würden als Beweis für eine Verschwörung genommen. Bei vorhandenen Belegen werde ihre Beweiskraft bestritten, ja oft würden sie als Beweise für das Gegenteil genommen (so im Fall der Funde von Mohammed Attas Mietwagen, Koffern, Testament und Reisepass). So werde jeder Beleg in die vorgefasste Theorie integriert. Physische Beweise würden mit dem Hinweis auf Motive, Mittel und Möglichkeiten der US-Regierung weggewischt. Weil man schon wisse, wem die Schuld zu geben sei, würden Beweise optional.
  • Dämonisieren: Da die führenden Experten die Verschwörungsthesen zum 11. September verwerfen, bleibe deren Vertretern nur, sie früh und oft als Opfer von Anpassungsdruck oder als Marionetten der Regierung anzugreifen. Je mehr Widerspruch ihre Thesen fänden, umso mehr Gegner müssten sie als Teil der Verschwörung darstellen.
  • Paranoider Stil: Gemäß Richard Hofstadters Analyse (1964) kennzeichne Verschwörungstheorien abgesehen von ihren Inhalten ein bestimmter rhetorischer Stil von Übertreibung, Verdächtigung und maßloser Fantasie. Das gelte auch für die 9/11-Verschwörungsthesen.[278]

Der Politikwissenschaftler Stephen M. Walt (2010) stellte heraus: Wie frühere Verschwörungstheorien auch schrieben die zu 9/11 einer kleinen Elite enorme Macht zu, viele Institutionen zu kontrollieren, ohne die Art dieser Kontrolle zu erklären. Immer sei „die Regierung“ für sie irgendwie verwickelt. Sie missachteten Occam's Razor, wonach einfache direkte Erklärungen zu bevorzugen sind, zugunsten komplizierter Konstrukte, die widersprechende Belege wegerklären sollten. Sie stellten die Welt viel organisierter und konsistenter dar als sie sei, und pressten dazu oft unverbundene Phänomene in ein größeres Muster. Selbst das Fehlen von Beweisen dafür nähmen sie als Bestätigung ihrer Theorie. Je vager diese sei, umso schwerer sei sie zu widerlegen. Dagegen habe der Kreis der Neokonservativen den Irakkrieg und Sturz Saddam Husseins ganz offen befürwortet und angekündigt. Das könne daher nicht als Verschwörung dargestellt werden. Vielmehr erschwerten solche Theorien sachliche Kritik an diesem Kreis und seinen Zielen.[279]

Stephen Carey (2011) nannte 9/11-Verschwörungstheorien als Musterbeispiel für einen Zirkelschluss in der Pseudowissenschaft: Aus einigen unaufgeklärten Anomalien würden gänzlich unbelegte Theorien gefolgert, für die jene Anomalien dann wieder als Beweise dienten, ohne andere mögliche Erklärungen zu erwägen. So werde ohne empirische Belege eine Beweisführung vorgetäuscht.[280]

Kritik an antisemitischen Tendenzen

Jene 9/11-Verschwörungstheorien, die Juden in der US-Regierung und Israelis als Täter beschuldigen, wurden schon früh als antisemitisch eingestuft. Tobias Jaecker (2004) und Wolfgang Wippermann (2007) fanden in den Publikationen von Bröckers, Bülow und Wisnewski antisemitische Stereotype und auffällige Analogien zu den „Protokollen der Weisen von Zion“, der traditionellen Verschwörungstheorie eines Weltjudentums.[281] Der Rechtsextremismusforscher George Michael (2006) beurteilte diese Theorie als Bindeglied zwischen westlichen Rechtsextremisten und arabischen Islamisten.[282] Der Dokumentarfilmer Mark Levin führte auch die These von 4000 Juden, die dem WTC am Tag Anschläge ferngeblieben wären, auf die „Protokolle“ zurück.[283]

Jovan Byford fand auch in gängigen Verschwörungsthesen zum 11. September Strukturanalogien zu antisemitischen Thesen und kritisiert mangelnde Abgrenzung zu Antisemiten im 9/11 Truth Movement.[124] Die Anti Defamation League (ADL) beschrieb 2011 die zehnjährige Konstanz und Entwicklung antisemitischer 9/11-Verschwörungstheorien. Sie kennzeichneten aber nur einen Teil des 9/11 Truth Movements. Die These von 4000 vorgewarnten jüdischen WTC-Mitarbeitern sei zurückgetreten, aber jene Thesen, die Mossad-Agenten und jüdische Neokonservative als Täter behaupten, seien nach wie vor aktuell. Sie würden nicht nur von Rechtsextremisten der American Free Press verbreitet, sondern vor allem von Gegnern Israels wie Gordon Duff, Alan Sabrosky (beide Autoren der Webseite „Veterans Today“), James Fetzer („Scholars for 9/11 Truth“) und Kevin Barrett (Webseite „Truth Jihad“). Ihre Thesen sprächen konstant von einer „Israellobby“ und verknüpften die Behauptung eines von Israel gelenkten false-flag-Verbrechens mit Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern.[284] Oliver Kamm (The Times) sieht 9/11-Verschwörungstheorien insgesamt als inhärente, nicht nur zufällige Bedrohung für Juden, weil ihre Vertreter weitere ungewöhnliche Fakten früher oder später mit vertrauten Mustern erklären müssten, also Juden die Schuld gäben. Er verwies dazu auf einen Artikel von James Fetzer zum Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School („Schlachteten Todesschwadrone des Mossad amerikanische Kinder in Sandy Hook?“, Dezember 2012) auf der auch von Holocaustleugnern genutzten iranischen Webseite PressTV.[285]

Sozialwissenschaftliche Erklärungen

Alexander Cockburn (2006) kritisierte den Einfluss von 9/11-Verschwörungstheorien in der amerikanischen Linken. Sie hätten die Orientierung an marxistischer Gesellschaftskritik durch diffuses Misstrauen ersetzt und damit die Antikriegsbewegung entscheidend geschwächt. Statt auf ökonomische Interessen führten sie die Regierungspolitik auf kleine Geheimzirkel zurück. Ihre „prinzipielle Idiotie“ sei „ihr inbrünstiger und geradezu grotesker Glaube an die amerikanische Effizienz.“ Dass sie die Anschläge „Arabern in Höhlen“ nicht zutrauten, beruhe oft auf Rassismus. Dasselbe Vorurteil habe bewirkt, dass die erklärten Absichten der Täter nicht ernstgenommen wurden, und so die ungestörte Planung der Anschläge ermöglicht. Hinter den Pannen der Luftabwehr geheime Absicht zu vermuten, offenbare Unkenntnis vieler Militäraktionen, die wegen Dummheit, Feigheit, Bestechlichkeit oder Zufällen fehlgeschlagen seien. Cockburn stellte logische Widersprüche zwischen einzelnen Thesen heraus, etwa dass ein Raketenangriff auf das Pentagon, während sich das entführte Flugzeug näherte, die angeblich geplante Täuschung nur erschwert hätte. Solche Konstrukte könnten nicht beweisen, dass Bush und Cheney allmächtige Verbrecher seien, die das gesamte Geschehen an diesem Tag kontrolliert hätten: Es sei ihnen ja nicht einmal gelungen, dem Irak die Massenvernichtungsmittel unterzuschieben, mit deren angeblicher Existenz sie den Krieg rechtfertigten. Erfundene Verschwörungen lenkten von realen Verschwörungen in den USA ab, etwa gegen Arme.[286]

Glenn Greenwald (2007) zufolge spiegeln 9/11-Verschwörungstheorien nur die Weltsicht von Bush und seinen Anhängern. Beide reduzierten komplexe Vorgänge auf den simplen Gegensatz von Gut gegen Böse und beanspruchten damit moralische Gewissheit für sich. Dabei gäben sie sich der Illusion hin, so die Welt besser verstehen und sich darin zurechtfinden zu können. Solche Erklärungsmuster seien immer falsch und nie hilfreich zum Verstehen der Realität.[287]

Karsten Wind Meyhoff (2008) nannte drei Hauptziele der Verschwörungstheorien zu 9/11: 1. Sie sollten die aktuellen politischen und institutionellen Strukturen der USA radikal in Frage stellen, die Machtordnung stören und tiefes Misstrauen gegen die Regierung wecken, letztlich um das gegenwärtige System zu ersetzen. 2. Sie sollten die Erinnerung an den 11. September wachhalten, die Ereignisse fortlaufend reflektieren und so eine Art Trauerarbeit leisten. 3. Sie sollten kritische Distanz zu den Medien erzeugen und lehren, dass diese ihre Fakten oft mit bestimmten Absichten und Interessen anbieten. So könne das Nachdenken über diese Theorien zum kritischen Umgang mit den Ereignissen selbst beitragen.[288]

Lawrie Reznek (2010) erklärte die Verbreitung der 9/11-Verschwörungstheorien sozialpsychologisch: Ihre Anhänger folgerten aus dem Versagen der Regierung, dass sie selbst für die Anschläge verantwortlich sei. Das sei für sie beruhigender, weil man dann aufräumen und so Normalität wiederherstellen könne. Mit der Eigensicht, nur wenige intelligente Leute könnten den Nebel der Ignoranz durchblicken, den die Verschwörer über die Masse geworfen hätten, bestätigten sie sich selbst ihrer Überlegenheit.[289]

Für Thomas Reinacher (2013) hat das Internet nicht nur die Verbreitung, sondern auch das Erzeugung und die Zusammenstellung von 9/11-Verschwörungsthesen und somit die Organisation des 9/11 Truth Movement ermöglicht. Die Bezeichnung seiner Anhänger als „Verschwörungstheoriker“ sei eine Fremdzuschreibung der etablierten Printmedien, während das Netz einen eigenen Wissensraum für die Eigenwahrnehmung als „alternative Forschung“ biete. So könne nun jeder Dilettant buchstäblich über Nacht solche Theorien aus anderen Webseiten zusammenbasteln. Auch die Konzentration auf einige Dutzend immer gleiche Kernpunkte sei Ergebnis des Internets. Netzkommunikation könne die Epistemologie gravierend verändern und Verschwörungstheorien einen konkurrenzfähigen Anspruch auf Realitätskonzepte verschaffen. Ob derartige Reaktionen auf 9/11 qualitativ neu sind und ob das Netz sie bewirkt hat, sei jedoch umstritten, da etwa die Verschwörungstheorien zum Attentat auf John F. Kennedy statistisch höhere Zustimmungsraten erreicht hätten.[290]

Alexander Riley betonte (2015): 9/11-Verschwörungstheorien bezögen ihre Popularität zum Teil aus realen Verschwörungen westlicher Regierungen. Ihre Tatsachenbehauptungen seien meist leicht zu widerlegen, wie es Popular Mechanics beispielhaft demonstriert habe. Sie spiegelten jedoch wie bei früheren katastrophischen Ereignissen ein radikales Gefühl der eigenen Macht- und Wirkungslosigkeit. Das für sie typische Verknüpfen von nicht aufeinander bezogenen Ereignissen lasse sich daher als Versuch deuten, die Komplexität der postmodernen Welt zurückzuweisen.[291]

Weiterführende Informationen

Literatur

Verschwörungstheorien

englischsprachig
  • Christopher Lee Bollyn: Solving 9-11: The Deception That Changed the World. 2014, ISBN 0985322586
  • Webster G. Tarpley: 9/11 Synthetic Terror-Made in USA: With the 46 Drills of 9/11. Progressive Press, 2013, ISBN 1615771115.
  • Elias Davidsson: Hijacking America's Mind On 9/11: Counterfeiting Evidence. Algora Publishing, 2013, ISBN 0875869726
  • Marco Mamone Capria: Science and the Citizen. lulu, 2013, ISBN 1291446834
  • Tommy Anthony: The Tower of Babel: How the Fall of Man Found Us in the Age of Terror. lulu, 2013, ISBN 1257117963
  • James Best: The Secret Agenda. Xlibris, 2012, ISBN 9781477112137
  • Kevin Robert Ryan: Another Nineteen: Investigating Legitimate 9/11 Suspects. CreateSpace, 2013, ISBN 1489507833
  • Mark Gaffney: Black 9/11: Money, Motive and Technology. Trine Day, 2012, ISBN 9781936296460
  • David Ray Griffin: 9/11 Ten Years Later: When State Crimes against Democracy Succeed. Interlink Publishing, 2012, ISBN 1623710030
  • Sander Hicks: Slingshot to the Juggernaut: Total Resistance to the Death Machine Means Complete Love of the Truth. Soft Skull Press, 2012, ISBN 1593764235
  • Edward Hendrie: 9/11-Enemies Foreign and Domestic. Great Mountain Publishing, 2. Auflage 2011, ISBN 978-0-9832627-3-2
  • Ken Hudnall: The Northwoods Conspiracy. Grave Distractions Publications, 2011, ISBN 9781452446790
  • M. P. Lelong: 9/11 Deceptions. Xlibris, 2011, ISBN 978-1-4535-7561-1
  • Jim Marrs: The Terror Conspiracy Revisited. Disinformation Books, 2. Auflage 2011, ISBN 1934708631
  • Arthur Naiman, Gregg Roberts: 9/11: The Simple Facts. Why the official Story can't possibly be true. Soft Skull Press, 2011, ISBN 1593764243
  • Paul W. Rea: Mounting Evidence: Why We Need a New Investigation Into 9/11. iUniverse, 2011, ISBN 978-1-4620-0068-5.
  • Paul Zarembka: The Hidden History of 9/11. Seven Stories Press, 2011, ISBN 978-1-60980-072-7.
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  • Mark H. Gaffney: The 9/11 Mystery Plane: And the Vanishing of America. Trine Day, 2008, ISBN 9780979988608
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  • Peter Dale Scott: The Road to 9/11: Wealth, Empire, and the Future of America. University of California Press, 2008, ISBN 0520258711
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  • David Ray Griffin: Debunking 9/11 Debunking: An Answer to Popular Mechanics and Other Defenders of the Official Conspiracy Theory. Olive Branch Press, 2007, ISBN 156656686X
  • Kevin Barrett: Truth Jihad: My Epic Struggle Against the 9/11 Big Lie. Progressive Press, 2007, ISBN 978-0-930852-99-3
  • Michel Chossudovsky: America's "War on Terrorism". Global Research, 2007, ISBN 0973714719
  • James H. Fetzer (Hrsg.): The 9/11 Conspiracy. The Scamming of America. Transition Vendor, 2007, ISBN 978-0-8126-9612-7.
  • Jim Marrs: The Terror Conspiracy: Deception, 9/11 and the Loss of Liberty. Disinformation Books, 2006, ISBN 1932857435
  • Barrie Zwicker: Towers of Deception. The Media Cover-up of 9-11. New Society Publishers, 2006, ISBN 0-86571-573-4.
  • Faruk Arslan: September 11 Fiction of Matrix. Lulu, 2005, ISBN 1411643569
  • David Ray Griffin: The 9/11 Commission Report: Omissions and Distortions. Arris, 2005, ISBN 1-84437-057-7.
  • David Ray Griffin: The new Pearl Harbor: disturbing questions about the Bush administration and 9/11. Olive Branch Press, 2004, ISBN 1-56656-552-9
  • William A. Borst: The Scorpion and the Frog: A Natural Conspiracy. Xlibris, 2004, ISBN 1413466206
  • Michael C. Ruppert: Crossing the Rubicon: The Decline of the American Empire at the End of the Age of Oil. New Society Publishers, 2004, ISBN 0-86571-540-8.
  • Eric D. Williams: The Puzzle of 911: An Investigation into the Events of September 11, 2001 and Why the Pieces Don't Fit Together. BookSurge Publishing, 2004, ISBN 1419600338
  • Russ Kick: Abuse your illusions: the disinformation guide to media mirages and establishment lies. The Disinformation Company, 2003, ISBN 0-9713942-4-5
  • Jim Marrs: The War on Freedom: The 9/11 Conspiracies. Texas Research & Information Bureau, 2003, ISBN 0972713115
  • Justin Raimondo: The Terror Enigma: 9/11 and the Israeli Connection. iUniverse, 2003, ISBN 978-0-595-29682-8
  • Roger Burbach, Ben Clarke: September 11 and the U.S. War: Beyond the Curtain of Smoke. City Lights, 2002, ISBN 0-87286-404-9
  • Nafeez Mosaddeq Ahmed: The War on Freedom: How and why America was Attacked, September 11th, 2001. Media Messenger Books, 2002, ISBN 0930852400
  • David Icke: Alice in Wonderland and the World Trade Center Disaster: Why the Official Story of 9/11 is a Monumental Lie. Bridge of Love, 2002, ISBN 0953881024
  • Eric Hufschmid: Painful Questions: An Analysis of the Sept. 11th Attack. Ink & Scribe, 2002, ISBN 1-931947-05-8.
deutschsprachig
  • Paul Schreyer: Faktencheck 9/11: Eine andere Perspektive 12 Jahre danach. Kai Homilius, 2013, ISBN 3897064308
  • Mathias Bröckers, Christian C. Walther: 11.9. – zehn Jahre danach: Der Einsturz eines Lügengebäudes. Westend, 2011, ISBN 3938060484
  • Paul Schreyer, Jürgen Elsässer: Inside 9/11. Neue Fakten und Hintergründe zehn Jahre danach. Kai Homilius, 2011, ISBN 978-3-89706-399-0.
  • Lars Schall: Mordanschlag 9/11. Eine kriminalistische Recherche zu Finanzen, Öl und Drogen. Schild, 2011, ISBN 978-3-86994-013-7.
  • Marcus B. Klöckner: 9/11 – Der Kampf um die Wahrheit. Heise, 2011, ISBN 978-3-936931-71-6.
  • Thomas Meyer: Der 11. September 2001 – das neue Pearl Harbor. Fakten, Fragen, Perspektiven. 2. Auflage, Perseus, 2011, ISBN 3907564391
  • Jesse Ventura, Dick Russel: Die amerikanische Verschwörung: 9/11 und andere Lügen. Heyne, 2011, ISBN 3453601904
  • Andreas von Rétyi: Die Terror(f)lüge: Der 11. September 2001 und die besten Beweise, dass wirklich alles anders war. Kopp, 2007, ISBN 3938516585
  • Eric Laurent: 9/11/01. Die Wahrheit. 2. Auflage, Piper, München 2007, ISBN 3-492-25053-X
  • Andreas von Bülow: Die CIA und der 11. September: Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste. (2003) 4. Auflage, Piper, München 2004, ISBN 3-492-24242-1.
  • Nafeez Mossadeq Ahmed: Geheimsache 09/11. Hintergründe über den 11. September und die Logik amerikanischer Machtpolitik. Goldmann, München 2004, ISBN 3-442-15288-7.
  • Gerhard Wisnewski: Mythos 9/11. Der Wahrheit auf der Spur. Knaur, München 2004, ISBN 3-426-77783-5.
  • Thierry Meyssan: Pentagate – Angriff auf das Pentagon. editio de facto, Kassel 2003, ISBN 3-9808561-1-9.
  • Mathias Bröckers, Andreas Hauß: Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11. September. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-86150-604-1.
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Kritik und Widerlegung

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  • Michael Butter, Maurus Reinkowski (Hrsg.): Conspiracy Theories in the United States and the Middle East: A Comparative Approach. Walter de Gruyter, New York 2014, ISBN 311030760X
  • Lance deHaven-Smith: Conspiracy Theory in America. University of Texas Press, 2013, ISBN 0292743793
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  • Kathryn S. Olmsted: Real Enemies: Conspiracy Theories and American Democracy, World War I to 9/11. Oxford University Press, 2011, ISBN 0199753954
  • Michael Shermer: The Believing Brain: From Ghosts and Gods to Politics and Conspiracies. How We Construct Beliefs and Reinforce Them as Truths. Times Books, 2011, ISBN 0805091254
  • Anthony Summers, Robbyn Swan: The Eleventh Day: The Full Story of 9/11 and Osama bin Laden. Random House, 2011, ISBN 978-0-345-53125-4
  • David Aaronovitch: Voodoo Histories: The Role of the Conspiracy Theory in Shaping Modern History. Riverhead Books, 2010, ISBN 1594484988
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  • Arthur Goldwag: Cults, Conspiracies, and Secret Societies: The Straight Scoop on Freemasons, the Illmuniati, Skull & Bones, Black Helicopters, the New World Order, and Many, Many More. Vintage, 2009, ISBN 0307390675
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  • Jack Z. Bratich: Conspiracy Panics: Political Rationality and Popular Culture. State University of New York Press, 2008, ISBN 0791473341
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  • Peter Knight: Outrageous Conspiracy Theories: popular and official responses to 9/11 in Germany and the United States. New German Critique 35.1 (2008), S. 165–193 (Download)
  • Cass R. Sunstein, Adrian Vermeule: Conspiracy Theories. Harvard/ University of Chicago, 2008 (doi:10.2139/ssrn.1084585)
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  • David Dunbar, Brad Reagan: Debunking 9/11 Myths: Why Conspiracy Theories Can’t Stand Up to the Facts. Hearst Books, 2006, ISBN 1-58816-635-X (Textauszug online)
  • Rodney Stich: Blowback, 9/11, and Cover-Ups. Diablo Western Press, 2005, ISBN 0932438156
  • Tobias Jaecker: Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September. Neue Varianten eines alten Deutungsmusters. LIT Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7917-8
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  • Steffi Hobuß: „Die Wahrheit ist irgendwo da draußen“: Verschwörungstheorien zum 11. 09. 2001 und die Frage nach dem Entkommen aus der Skepsis. In: Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Narrative des Entsetzens. Künstlerische, mediale und intellektuelle Deutungen des 11. September 2001. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004, ISBN 9783826027772, S. 287–300

Filme

Verschwörungstheorien

Weblinks

Verschwörungstheorien

Debunking

Einzelnachweise

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  3. David Dunbar, Brad Reagan: Debunking 9/11 Myths, 2006, S. xvii (Einleitung)
  4. Barna William Donovan: Conspiracy Films, 2011, S. 202
  5. Lawrie Reznek: Delusions and the Madness of the Masses. Rowman & Littlefield, 2010, S. 123
  6. Stephen Prince: Firestorm. American Film in the Age of Terrorism. Columbia University Press, 2009, ISBN 0231520085, S. 355; Peter Dale Scott: The Road to 9/11, 2008, S. 196 f.
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  8. Kathryn S. Olmsted: Real Enemies, 2011, S. 224
  9. Ryan Burks: Charlie Sheen 181 Success Facts - Everything you need to know about Charlie Sheen. Emereo Publishing, 2014, S. 160
  10. Michael Butter, Maurus Reinkowski (Hrsg.): Conspiracy Theories in the United States and the Middle East, New York 2014, S. 39.
  11. Stephen E. Atkins: The 9/11 Encyclopedia. 2. Auflage 2011, S. 265 und S. 386
  12. Gail Arlene de Vos: What Happens Next? Contemporary Urban Legends and Popular Culture. Libraries Unlimited, 2012, S. 110; Barna William Donovan: Conspiracy Films: A Tour of Dark Places in the American Conscious. McFarland, 2011, S. 205
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  17. CBS News/New York Times Monthly Poll #2
  18. CBS News Callback Poll
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  21. Rasmussen Reports, 4. Mai 2007: 22 % Believe Bush Knew About 9/11 Attacks in Advance
  22. Brendan Nyhan (Huffington Post, 23. September 2009): PPP national "birther"/"truther" poll
  23. Angus Reid (März 2010): Most Americans Reject 9/11 Conspiracy Theories (Online Interviews mit 1.007 erwachsenen US-Bürgern)
  24. J. Michael Waller: The Public Diplomacy Reader. Crossbow Press, 2007, ISBN 978-0-615-15465-7, S. 347
  25. David Aaronovitch: Voodoo Histories, 2010, S. 201f.
  26. Tobias Jaecker: Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September, Münster 2004, S. 95
  27. Ernst Woit: Terror und Krieg nach dem 11. September; Cornelia Beyer: 911 truth movement – eine Bewegung um eine Verschwörungstheorie; Karl-Heinz Peil: Der 11. September und die Friedensbewegung. Über Kriegslügen, Verschwörungstheorien und historische Parallelen
  28. Taz, 16. April 2014: Neurechte „Friedensbewegung“: Im Kampf gegen die Medien-Mafia
  29. Jochen Bittner (Die Zeit, 23. Juli 2003): Blackbox Weißes Haus.
  30. ddp/Welt der Wunder, 23. Dezember 2010: Medien: Exklusiv-Umfrage des Wissensmagazins Welt der Wunder: Wem glauben die Deutschen noch?
  31. Steven Kull: Feeling Betrayed: The Roots of Muslim Anger at America. Brookings Institution, 2011, ISBN 978-0-8157-0559-8, S. 130. Quelle: World Public Opinion (10. September 2008): International Poll: No Consensus On Who Was Behind 9/11.
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  37. Press TV, 23. Januar 2010: Ex-Malaysian premier still says 9/11 inside job.
  38. Andrew Johnson: 9/11: Finding the Truth. Lulu Press, 2. Auflage 2012, S. 214
  39. Monika Schwarz-Friesel, Evyatar Friesel, Jehuda Reinharz: Aktueller Antisemitismus – ein Phänomen der Mitte. Walther de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 3-11-023010-0, S. 196; Carl Miller, Matthew Moran (The Guardian, 31. Mai 2011):Conspiracy theorists, stop asking ’who benefits’
  40. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute, be.bra, Berlin 2007, S. 136f.
  41. Richard Landes, Steven T. Katz (Hrsg.): The Paranoid Apocalypse, New York 2012, S. 206.
  42. Tobias Jaecker: Hass, Neid, Wahn, 2014, S. 42. – Beispiele aus verschwörungstheoretischer Literatur: Mathias Bröckers: Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September, 2002, S. 179; Michael C. Ruppert: Crossing the Rubicon, 2004, S. 254; Paul Wesley Rea: Mounting Evidence, 2011, S. 6; Edward Hendrie: 9/11-Enemies Foreign and Domestic, 2011, S. 166; Edward Hendrie: Bloody Zion, Great Mountain Publishing, 2012, ISBN 0983262764, S. 144 usw.
  43. Jovan Byford: Conspiracy Theories, 2011, S. 110; Lars Rensmann, Julius H. Schoeps: Politics and Resentment: Antisemitism and Counter-Cosmopolitanism in the European Union. Brill Academic Publishing, Leiden 2010, ISBN 9004190465, S. 458
  44. Emily Smith (Hrsg.): Daniel Sunjata Handbook, 2013, S. 6; Kathryn S. Olmsted: Real Enemies, 2011, S. 221
  45. Jack Z. Bratich: Conspiracy Panics, New York 2008, S. 131; Daniele Ganser: The 'Strategy of Tension' in the Cold War Period. In: David Ray Griffin, Peter Dale Scott (Hrsg.): 9/11 and American Empire, 2007, S. 80
  46. Christopher Hodapp, Alice von Kannon: Conspiracy Theories and Secret Societies For Dummies. 2011, S. 137. Beispiele: John Hamer: The Falsification of History: Our Distorted Reality. Lulu, 2013, ISBN 1291419438, S. 172; David Ray Griffin: 9/11 Ten Years Later, 2012, S. 200; Paul Zarembka: The Hidden History of 9/11. 2011, S. 423
  47. 9/11 Commission Report (22. Juli 2004): 8. „The System was blinking red“
  48. Erik J. Dahl: Intelligence and Surprise Attack. Georgetown University Press, 2013, ISBN 1589019989, S. 135
  49. Todd A. Davis: The Global War On Terror. S. 7
  50. Jeffrey W. Kassing: Dissent in Organizations. Polity Press, 2011, ISBN 0745651402, S. 8–11
  51. John Farmer: The Ground Truth: The Untold Story of America Under Attack on 9/11. Riverhead Books, 2009, ISBN 9781101152331, S. 10
  52. David Ray Griffin: The New Pearl Harbor, 2004, S. 80–82; Naiman, Gregg Roberts: 9/11: The Simple Facts, 2011, S. 6; Jim Marrs: The Terror Conspiracy, 2006, S. 60 und S. 82–84; Frederick Hatch: The Lincoln Assassination Conspiracy Trial and Its Legacy. McFarland, 2015, S. 159.
  53. Paul Thompson: The Terror Timeline. HarperCollins, 2004, ISBN 0-06-078338-9, S. 371; History Commons: (Before 8:46 a.m.) September 11, 2001: Defense Secretary Rumsfeld Reportedly Predicts Terror Attacks; Quellen: Robert Burns (Associated Press, 11. September 2001): Pentagon attack came minutes after Rumsfeld predicted: 'There will be another event' ; US Department of Defense, News Transcript: Secretary Rumsfeld Interview with Larry King, CNN (6. Dezember 2001)
  54. Edward Hendrie: 9/11-Enemies Foreign and Domestic, 2011, S. 26; Paul Wesley Rea: Mounting Evidence, 2011, S. 99–105
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