Versicherungstechnologie

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Versicherungstechnologie (auch InsurTech genannt) ist ein Sammelname für die Nutzung moderner Technologien in der Versicherungsbranche. Das Wort InsurTech ist ein Schachtelwort und setzt sich aus den Wörtern Insurance (dt. Versicherung) und Technology (dt. Technologie) zusammen. InsurTechs werden teilweise auch als weitere Spezifizierung von FinTechs bezeichnet.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versicherungstechnologie beschreibt die Weiterentwicklung der Versicherungsbranche durch neue technische Systeme und alternative Geschäftsmodelle. Die InsurTechs können in sechs Segmente unterschieden werden (siehe unten Segmente der InsurTechs).

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 wurden weltweit über 800 Millionen US-Dollar in InsurTech-Startups investiert.[1] Die InsurTech-Unternehmen haben meist das Ziel, die Versicherungsbranche zu verändern bzw. zu erneuern.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Kombination von Technologie und Versicherungswissen wollen die InsurTech-Startups dazu beitragen, dass der Wettbewerb gefördert wird und Versicherungen kundenfreundlicher, günstiger und einfacher werden.[2] Ob mit Hilfe von neuen Versicherungsmodellen, von Schnittstellenoptimierung zwischen Kunden und Versicherern oder ob mit neuen Methoden bei der Beratung oder Verwaltung.[3] Die Start-ups können meist deutlich effizienter operieren, da Prozesse digitalisiert sind und keine Geschäftsstellen vorhanden sind.[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik an den InsurTechs kommt meist von dem klassischen Markt. Es wird behauptet, dass die InsurTechs die Beratung nicht fachgerecht durchführen, Kundendaten weiterverkaufen und der Kunde beispielsweise nicht explizit auf das Maklermandat hingewiesen wird. Es wird von der Verletzung der Dokumentations-, Beratungs- und Haftungspflicht sowie arglistiger Täuschung über das Maklermandat gesprochen.[5] Der klassische Versicherungsmarkt fordert eine "Waffengleichheit" der Offline- und Online-Makler und eine bessere Transparenz der Online-Anbieter.[6]

Der Online-Versicherungsmakler Knip ist im Dezember 2015 in die Kritik geraten, da viele Kunden unwissentlich die Maklervollmacht an das Unternehmen übergeben hatten.[7] Es wird kritisiert, dass die InsurTechs den Wettbewerb dahin lenken, dass der Preisvergleich im Vordergrund steht und die Qualität der Tarife nicht beachtet wird bzw. nicht auf den tatsächlichen Bedarf eingegangen wird.[8] Laut einer McKinsey Studie wird jeder 4. Arbeitsplatz eines Offline-Maklers durch die Digitalisierung verschwinden.[9]

Der DVAG kritisierte öffentlich in einem Beitrag des Vorstandsvorsitzenden Helge Lach, dass die InsurTechs nicht alle Anforderungen des Gesetzgebers erfüllen und der Kunde nicht wisse, dass er mit seiner digitalen Unterschrift die App als Makler beauftragt und somit den bisherigen Makler kündigt.[10]

Segmente der InsurTechs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Bereiche der InsurTech-Startups:[11]

  • Health Insurance: Nutzung gesundheitsbezogener Informationen aus neuen Datenquellen (z.B. Smartphone-Apps); sie ermöglicht individuelle Versicherungsbeiträge und motiviert zu umsichtigen Verhalten. Es werden z.B. Bonusprogramme für besondere Fitnessleistungen angeboten, und der Kunde erhält günstigere Krankenversicherungsbeiträge.
  • Peer-to-peer Insurance: das derzeit zweitgrößte Segment (Stand 2015) innerhalb der InsurTechs. Es schließt sich eine Gruppe von Versicherten zusammen, welche sich im Schadensfall gegenseitig finanziell unterstützen. Bei Schadensfreiheit reduzieren sich die Versicherungsbeiträge.
  • Contract Management/Brokerage: dies sind Online-Versicherungsmakler. Ziel ist das Simplifizieren der Verwaltung von Versicherungen. Die Details der Verträge sind online dargestellt und Versicherte können diese von der Webseite oder App verwalten. Mit einer digitalen Unterschrift überträgt der Kunde meist eine Maklervollmacht an den Dienstleister. Der Kunde kann dann digital die Versicherung wechseln oder neue abschließen.
  • Spot Insurance: ist eine neue Kurzzeit-Versicherung, welche auf die situationsbedingte Nutzung des Versicherten angepasst sind. Ein Beispiel wäre eine 24-Stunden-Drittfahrerschutz-Versicherung, wenn das Auto für eine kurze Zeit an einen Bekannten verliehen wird.
  • E-Commerce Insurance: eine Versicherung für mobile Geräte. Meist handelt es sich um eine zusätzliche Absicherung für teure Geräteschäden, die über die Garantie hinaus nicht mehr abgedeckt sind.
  • Usage Driven Insurance: diese Versicherungen richten ihr Angebot auf das Nutzungsverhalten, Fahrverhalten und die gefahrenen Kilometer des Versicherers aus. Dadurch werden preisgünstige Tarife angeboten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WMD Verlag GmbH: WMD Brokerchannel - Friendsurance präsentiert: Die Insurtech-Szene im weltweiten Überblick. In: www.wmd-brokerchannel.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  2. InsurTech: Die weltweite Szene im kompakten Überblick. In: deutsche-startups.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  3. WMD Verlag GmbH: WMD Brokerchannel - Friendsurance präsentiert: Die Insurtech-Szene im weltweiten Überblick. In: www.wmd-brokerchannel.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  4. Fintechs: Die neuen Revolutionäre? In: www.versicherungsmagazin.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  5. DVAG kontra Knip, Clark und GetSafe: Deutsche Vermögensberatung erzürnt Fintechs. In: www.handelsblatt.com. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  6. Allianz Chef fordert Chancengleichheit für Online- und Offlineanbieter. In: www.versicherungsbote.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  7. Knip kneift ein bisschen. In: www.versicherungsbote.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  8. Fintechs – ein großer Rückschritt für Branche und Verbraucher. In: Assekuranz-INFO-PORTAL. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  9. McKinsey-Studie: Jeder vierte Versicherungsjob steht auf der Kippe. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  10. Versicherungs-Apps und FinTechs. In: DVAG Unternehmensblog. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  11. WMD Verlag GmbH: WMD Brokerchannel - Friendsurance präsentiert: Die Insurtech-Szene im weltweiten Überblick. In: www.wmd-brokerchannel.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.