Versicherungswirtschaft

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Die Versicherungswirtschaft bezeichnet einen Wirtschaftszweig, dessen Gegenstand die Versicherung von Risiken ihrer Kunden ist. Üblicherweise umfasst der Begriff nur die Privatversicherung.[1] Die darauf bezogene wirtschaftswissenschaftliche Disziplin der Versicherungsökonomie beschäftigt sich unter anderem mit dem Versicherungsmarkt.

In der einzelwirtschaftlichen Betrachtungsweise umfasst sie Versicherer als Produzenten von Versicherungsschutz sowie Versicherungsnehmer als Verwender von Versicherungsschutz. Gesamtwirtschaftlich ist die Versicherungswirtschaft das Aggregat von Versicherungsangebot und -nachfrage (Versicherungsmarkttheorie). Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist darstellbar, wie die Versicherung auf volkswirtschaftliche Aggregatgrößen wirkt.

Versicherungsbranche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versicherungsbranche, also die Versicherungswirtschaft im Sinne eines Zweiges der Dienstleistungsbranche, ist in entwickelten Dienstleistungsgesellschaften ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Die Versicherungsbranche in Deutschland beschäftigte im Jahr 2007 rund 218.900 Angestellte in der Individualversicherung, was einen Rückgang um etwa 3 % gegenüber dem Vorjahr darstellt. Einschließlich als Vermittler beschäftigter Personen zählt die Versicherungsbranche 292.010 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer 2006; im Vorjahr waren dies 299.050, im Vorvorjahr 306.070.[2]

Die Stadt Köln ist mit 26.520 Beschäftigten in der Versicherungsbranche (2007) in Deutschland die Stadt mit den meisten Beschäftigten im Versicherungsgewerbe; an zweiter und dritter Stelle stehen München mit 26.030 Beschäftigten und Hamburg mit 22.990 Beschäftigten.[2]

Hier die Entwicklung der Beschäftigtenzahl in der Versicherungswirtschaft (Beschäftigte bei Versicherungsunternehmen; ohne Beschäftigte im Vermittlergewerbe):[2]

Jahr Arbeitnehmer
1997 239.300
1998 238.800
1999 239.600
2000 240.200
2001 245.400
2002 248.100
2003 244.300
2004 240.800
2005 233.300
2006 225.700
2007 218.900
2008 216.300

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philip Wältermann: Unternehmenserfolg in der Versicherungswirtschaft. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-10606-6.
  • Peter Zweifel, Roland Eisen: Versicherungsökonomie. 2. verbesserte Auflage, Springer, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-44106-9.
  • Fred Wagner: Aktuelle Fragen in der Versicherungswirtschaft. Verlag Versicherungswirtschaft, Karlsruhe 2003, ISBN 3-89952-094-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Versicherungswirtschaft – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon.
  2. a b c Sozialpolitische Kurzinformation, 2008 Nr. 3 vom 17. März 2008, ISSN 1866-2889. Quelle der Beschäftigtenzahlen ist eine Erhebung der Bundesagentur für Arbeit, die diese für den Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland zum Stichtag 30. Juni erstellt.