Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund

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Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund
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Staatliche Ebene Hamburg
Stellung Landesvertretung
Aufsichtsbehörde Senat der Freien und Hansestadt Hamburg
Gründung 1950
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Annette Tabbara (Bevollmächtigte beim Bund)
Verena Herb (Leiterin der Landesvertretung)
Netzauftritt Homepage der Vertretung
Vertretung Hamburgs beim Bund Jägerstraße 2/3

Die Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund ist die Landesvertretung des Landes Freie und Hansestadt Hamburg beim Bund mit Sitz in Berlin. Sie befindet sich im Ortsteil Mitte in der Jägerstraße 1–3 unweit von Bundestag, Bundesrat und weiteren Bundesministerien, Landesvertretungen und Botschaften.

Behörde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesvertretung ist ein Teil der Senatskanzlei, die dem Präsidenten des Senats, dem Ersten Bürgermeister, untersteht. Die Landesvertretung vertritt die Interessen Hamburgs bei den Institutionen des Bundes. Die Interessenwahrung bei der Europäischen Union übernimmt das Hanse-Office in Brüssel. Das Hanse-Office ist die gemeinsame Vertretung des Stadtstaates Hamburg und des Landes Schleswig-Holstein bei der Europäischen Union.

An der Spitze der Landesvertretung wie auch des Hanse-Office steht die Bevollmächtigte der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten. Dies ist seit März 2018 Dr. Annette Tabbara, die als Staatsrätin der Senatskanzlei verantwortlich ist für Bundes- und Europaangelegenheiten und in der Landesvertretung ihren Berliner Dienstsitz hat.[1] Das Amt hatte von 2011 bis 2018 Wolfgang Schmidt inne, der im März 2018 als beamteter Staatssekretär ins Bundesministerium der Finanzen wechselte.[2] Dienststellenleiterin ist seit September 2018 Verena Herb, die zuvor als Sprecherin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend tätig war.[3] Herb folgt auf Steffen Hebestreit, der als Leiter Kommunikation ins Bundesministerium der Finanzen wechselte.[4]

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesvertretung wahrt und vertritt die Interessen Hamburgs bei den Institutionen des Bundes und wirkt an der Gesetzgebung des Bundes und der Rechtsetzung der Europäischen Union mit. Zu ihrer Aufgabe zählt zudem die Vermittlung von Hamburgs Bedeutung, mit Schwerpunkten in den Bereichen der Wirtschaft (als Zentrum für Dienstleistungen, der maritimen Wirtschaft, Chinazentrum mit seiner Stellung im Ostasienverkehr, Produktionsort der Luftfahrt und Standort für die Medien- und Kommunikationswirtschaft), der Forschung und Lehre (Hochschulstandort und Forschungseinrichtungen) sowie als Kultur- und Sportstadt.[5]

Die Vertretung ist zugleich Dienstleister für den Wirtschaftsstandort Hamburg und nimmt die Wirtschaftsinteressen in Abstimmung und Kooperation mit Unternehmen und Verbänden wahr. Dies erfolgt auch durch die Unterstützung bei der Einwerbung von Projekten oder Förderungen. Sie dient zudem als wirtschaftspolitisches Forum. Hierfür stellt sie auch ihre Dienste und Räume zur Verfügung, die angemietet werden können.

Zur Ausübung dieser Aufgaben unterhält die Vertretung Verbindungen zu Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Regierungsvertretern, Spitzenbeamten, dem Diplomatischen Korps, Verbänden, Wirtschaftsrepräsentanzen und verschiedenen Institutionen. Sie dient als Ort für Tagungen und vielfältige Veranstaltungen, zu denen ebenso Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen zählen, die das Profil und die Leistungsfähigkeit der Stadt umfassend darstellen sollen.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem auch der Bundesrat seinen Sitz aus der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn nach Berlin verlegt hatte, bezog im August 2000 die Vertretung die heutigen Gebäude (Jägerstraße 1–3, 10117 Berlin). Die seit 1950 bestehende Vertretung in Bonn wurde zugleich aufgegeben.

Die Landesvertretung besteht aus zwei aneinander gebauten denkmalgeschützten Gebäuden, Hausnummer 1 an der Ecke Mauerstraße und Hausnummern 2/3 (links davon).[6][7]

Jägerstraße 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eckhaus Jägerstraße 1

Das Eckgebäude wurde 1871 im Auftrag des Kaufmanns Emil Frank als Mietshaus erbaut. Die gründerzeitliche Putzfassade wird vom späteren Nebengebäude architektonisch eingefasst.

Das Haus wurde ebenso wie Jägerstraße 2/3 nach dem Zweiten Weltkrieg vom Kulturbund der DDR übernommen.

Jägerstraße 2/3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelgebäude; rechts oben befindet sich der Raum Dresden, das Apartment des Ersten Bürgermeisters

Das Haus Jägerstraße 2/3 ist das ehemalige Club-von-Berlin-Gebäude, das mit seiner reich gestalteten Sandstein-Fassade 1892/1893 für den Club von Berlin, einen exklusiven Herrenclub, errichtet wurde. Auch nach der Fusion zum Deutschen Club von Berlin blieb es bis zur Enteignung durch die sowjetische Militäradministration 1945 in dessen Hand. Der später gegründete Kulturbund der DDR erhielt das Gebäudeensemble zur Nutzung und ließ das im Krieg stark beschädigte Haus wieder aufbauen. Von 1947 bis 1991 diente es als Haus des Kulturbundes mit dem darin untergebrachten Klub der Kulturschaffenden „Johannes R. Becher.

Umbau zur heutigen Vertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das historische Treppengeländer in der Landesvertretung (2006)

Beide Gebäude gingen nach der politischen Wende aus dem Volkseigentum der DDR in den Besitz des Bundes über und wurden 1998 durch die Freie und Hansestadt Hamburg gekauft. Ein drei Jahre zuvor von der Hamburgischen Landesbank erworbenes Gebäude in der Luisenstraße wurde an das Bundesland Sachsen-Anhalt veräußert, das hier seine Vertretung beim Bund einrichtete.

Im April 1999 begann der Umbau und die Renovierung des Gebäudeensembles durch das Hamburger Architekturbüro Dinse, Feest + Zurl, das im Inneren eine moderne und funktionale Gestaltung erhielt, wobei die Raumfolge der Säle und das Treppenhaus mit breiten Marmorstufen und schmiedeeisernem Geländer mit Messing-Handlauf im Haupthaus erhalten blieben.

Das Eckhaus (Nummer 1) beherbergt jetzt Büros, Gästezimmer und als Mieter (nun neben dem alten Stammsitz) den Club von Berlin. Verschiedene Räume und Säle, wie Kaminzimmer oder Hansekeller mit Bar, sind als Begegnungsstätte für Politik, Wirtschaft und Kultur eingerichtet und werden auch vermietet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kerstin Wittmann-Englert, René Hartmann (Hrsg.): Bauten der Länder. Die Landesvertretungen in Bonn, Berlin und Brüssel, 2013, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu, S. 176–183. ISBN 978-3-89870-796-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landesvertretung Hamburg Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annette Tabbara neue Staatsrätin, abgerufen am 21. Januar 2019.
  2. Annette Tabbara neue Staatsrätin, abgerufen am 21. Januar 2019.
  3. Verena Herb neue Leiterin der Landesvertretung, abgerufen am 21. Januar 2019.
  4. Verena Herb neue Leiterin der Landesvertretung, abgerufen am 21. Januar 2019.
  5. Senatskanzlei – Schaltstelle der Politik. Bei: hamburg.de, abgerufen am 25. Oktober 2015
  6. Baudenkmal Mietshaus Jägerstraße 1
  7. Baudenkmal Jägerstraße 2/3

Koordinaten: 52° 30′ 48,4″ N, 13° 23′ 8,1″ O