Vertus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vertus
Wappen von Vertus
Vertus (Frankreich)
Vertus
Region Grand Est
Département Marne
Arrondissement Châlons-en-Champagne
Kanton Vertus-Plaine Champenoise
Gemeindeverband Région de Vertus
Koordinaten 48° 54′ N, 4° 0′ OKoordinaten: 48° 54′ N, 4° 0′ O
Höhe 98–247 m
Fläche 35,68 km2
Einwohner 2.407 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 67 Einw./km2
Postleitzahl 51130
INSEE-Code

Vertus ist eine französische Gemeinde mit 2407 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Marne in der Region Grand Est. Sie ist Hauptort (frz.: Chef-lieu) des Kantons Vertus-Plaine Champenoise, bereits zuvor bis zu dessen Auflösung 2015 war sie Hauptort des Kantons Vertus.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südliches Zentrum der „Côte des blancs“, ca. 20 km südlich von Épernay, an der Hauptverkehrsstraße Metz-Paris gelegen. Ca. 140 km bis Paris.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2014
Einwohner 2617 2663 2835 2837 2495 2513 2653 2407
Quelle: Cassini und INSEE

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertus ist ein wichtiger Weinbauort der Côte des blancs, einem Teil des Anbaugebietes für den Grundwein des Champagners (siehe auch Champagne (Weinbaugebiet)). Die Weinberge der Gemeinde sind als Premier Cru, d.h. als gute, aber nicht als Spitzenlagen eingestuft. Wie überall an der Côte des Blancs dominiert im Rebsortenspiegel der Chardonnay. Ein Sechstel des Bestandes entfällt in Vertus entfällt auf Pinot Noir. Zu den Grundbesitzern in Vertus gehören die großen Champagnerhäuser Moët & Chandon, Veuve Clicquot Ponsardin und Roederer.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Champagnerkellerei Bourg ist renommiert für ihre als Premier Cru klassifizierten Blanc-de-Blancs-Champagner (Weißer Champagner aus 100 % weißen Trauben, Chardonnay).

Grafschaft Vertus Anno 1477
alte Reben
Rüttelpulte im Kreidestollen

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Martin, zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut, drei Krypten und ziselierte Kapitelle.
  • Puits Saint-Martin, am Fuß der Kirche St. Martin befindet sich ein idyllisches Wasserstück, von vielen Quellen gespeist, an dem Schwäne und Enten gerne rasten.
  • Porte Baudet, aus dem Mittelalter
  • Saal Wogner, Veranstaltungen
  • Bürgermeisterei, zu ihrer Zeit wurden die Räume durch eine alte Maladrerie belegt, die von resoluten Damen, den Dames Régentes geleitet wurde, die mit der Erziehung von jungen Mädchen beauftragt waren. Seit 1807 beherbergt das Haus die Mairie.
  • Umgebung: Lac du Der-Chantecoq, Stausee der Marne und größter Stausee Frankreichs, mit Heimatmuseum der geretteten Bauwerke

Militärflugplatz Villeneuve-Vertus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während beider Weltkriegs existierte fünf bis sechs Kilometer nordöstlich, zwei Kilometer nordnordöstlich Villeneuves, der Flugplatz Vertus, auch Villeneuve-Vertus.

Im Ersten Weltkrieg diente er zunächst den französischen Streitkräften als Militärflugplatz. Im Februar/März 1918 wurde er erster Fronteinsatzplatz des United States Army Air Service, dessen 94th und 95th Aero Squadrons hier ihre ersten Einsätze auf ihren Nieuport 28 flogen. Anfang April wurde die Kontrolle bereits wieder von den Amerikanern an die französische Aéronautique Militaire zurückgegeben.

Die britische Royal Air Force nutzte das frühere Areal 1939/1940 in den ersten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Zu Beginn des Westfeldzugs der deutschen Wehrmacht lag hier ihre mit Fairey Battle ausgerüstete 105. Squadron.

Die deutsche Luftwaffe operierte lediglich 1944 von Vertus aus. Der einige hier stationierte Verband war die mit Bf 109G ausgerüstete I. Gruppe des Jagdgeschwaders 27, die hier in den ersten 10 Tagen nach Beginn der alliierten Invasion in der Normandie stationiert war und zum Ende des Juni 1944 nochmals für einige Tage nach Vertus zurückkehrte.

Nach Befreiung der Gegend durch die Alliierten wurde der zuvor von diesen bombardierte Platz als Airfield A.63, so seine alliierte Code-Bezeichnung, ab Anfang September 1944 von diesen noch kurzzeitig weitergenutzt. Der einzige hier stationierte Verband war die 441st Troop Carrier Group der United States Army Air Forces, die hier bis Anfang Oktober 1944 mit ihren C-47 stationiert war.

Nach dem Krieg wurde das Areal wieder agrarisch genutzt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bammental in Deutschland bestehen seit 18. Juni 1966 partnerschaftliche Beziehungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafschaft Vertus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vertus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien