Verwaltungsgliederung Albaniens

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Geographische Aufteilung der Qarqe

Die Verwaltungsgliederung Albaniens (albanisch Njësitë administrative e Shqipërisë) besteht offiziell aus insgesamt drei Ebenen:

Geschichte[Bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Albanien zehn Präfekturen und 30 Unterpräfekturen (albanisch nënprefekturë). Während der kommunistischen Herrschaft gab es immer wieder Änderungen in der Verwaltungsgliederung; die wichtigsten waren: Aufteilung des Landes 1947 in 26 Kreise (albanisch rrethe), Rückkehr zu den zehn Qarqe mit 39 Kreisen im Jahr 1953, Reorganisation in vier Qarqe mit 34 Kreisen im Jahr 1956. Ab 1967 bis 1991 gab es nur noch 26 Kreise ohne übergeordnete Verwaltungseinheit, die mehrheitlich den historischen und geographischen Gebieten entsprachen.[1]

Nach der demokratischen Wende 1991 wurden den bisher 26 Kreisen zehn weitere hinzugefügt. Zudem wurden zwölf Präfekturen eingerichtet.[2]

Mit der neuen Verfassung aus dem Jahr 1998 wurden zur Dezentralisierung der Verwaltung nominell zwölf Qarqe anstelle der in der Kritik stehenden Präfekturen geschaffen.[3] Die Qarqe sind geographisch identisch mit den Präfekturen und wurden durch Gesetz aus dem Jahr 2000 offiziell etabliert.[2]

Im Sommer 2014 beschloss das Parlament eine Reform der Gemeindegliederung. Ab Sommer 2015 wird die Anzahl der Städte und Gemeinden verringert. Anstatt 373 wird es nur noch 61 Gemeinden geben. Dadurch soll eine effizientere Lokalverwaltung ermöglicht und die Größenunterschiede zwischen den Gemeinden reduziert werden. Viele Gemeinden in ländlichen Gebieten waren sehr klein und finanzschwach. Drei neue Gemeinden berücksichtigten die Siedlungsgebiete von ethnischen Minderheiten. Die Opposition boykottierte die Abstimmung und erklärte, die Reform sei nicht verfassungsgemäss.[4][5]

Aufgaben und Zusammensetzung der einzelnen Ebenen[Bearbeiten]

Die Qark-Räte setzen sich aus den Bürgermeistern sämtlicher Gemeinden (Komuna) und Städte (Bashkia) in diesem Gebiet zusammen. Ihnen obliegen gewisse Aufgaben der lokalen Verwaltung, die im Gesetz über die Organisation und Funktion der Lokalverwaltung aus dem Jahr 2000 umschrieben sind. Die lokalen Verwaltungen sind aber finanziell stark von der Zentralregierung abhängig. Diese ernennt zudem die Präfekten, die in jedem Qark als Aufsichtsorgan der Regierung amtieren und die nicht-delegierten Aufgaben lokaler Geschäfte besorgen.

Obwohl die Kreise ihrer Verwaltungsaufgaben entbunden wurden, sind sie im albanischen Alltag noch allgegenwärtig. Denn die Kreise entsprechen im Gegensatz zu den übergeordneten Qarqe den traditionellen Regionen (zum Beispiel Mirdita, Dibra, Mat, Has, Tropoja, Kolonja, Skrapar) respektive den Städten mit ihrem angestammten Einzugsgebiet (zum Beispiel Tirana, Elbasan, Librazhd, Gramsh, Gjirokastra). Auch die Kfz-Kennzeichen und die Liste der ISO 3166-2-Codes für Albanien sind noch immer nach Kreisen unterteilt.

Insgesamt zählen die 308 Gemeinden (komuna) rund 2962 Dörfer. Die Stadtgemeinden (bashkia) belaufen sich auf 65.[6]

Darstellung der verschiedenen Verwaltungsebenen:[6]
zwölf Qarqe und zwölf Präfekturen
36 Kreise
308 Landgemeinden (Sg. bestimmt Komuna) 65 Stadtgemeinden (Sg. bestimmt Bashkia)
2962 Dörfer (Sg. bestimmt Fshati oder Katundi) Entweder Stadt (Sg. bestimmt Qyteti)
mit umgebenden Dörfern oder Zusammenschluss von Dörfern

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Michael Schmidt-Neke: Innenpolitik. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Albanien (= Südosteuropa-Handbuch. Band VII). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-36207-2, S. 61.
  2. a b  Rudina Toto: Decentralization and Analysis of Government Functions: National, Regional and Local – Draft Report. 20. Oktober 2009 (Online-Version des Dokuments (PDF)).
  3. Artikel 108 der Verfassung
  4. Parliament adopts law on Administrative and Territorial Division. In: Reforma Administrative Territoriale. 31. Juli 2014, abgerufen am 12. August 2014 (englisch).
  5. Besar Likmeta: Albania Passes Landmark Territorial Reform. In: Balkan Insight. 1. August 2014, abgerufen am 12. August 2014 (englisch).
  6. a b Laut Angaben der Zeitung Shqip vom 19. September 2010. Abgerufen am 16. Oktober 2011 (albanisch).