Verwaltungsgliederung Frankreichs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verwaltungsgliederung Frankreichs

Metropolitan-Frankreich und die Übersee-Départements sind in folgende Ebenen untergliedert:

Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der französischen Regionen in Europa

Die erste Gliederungsebene bilden die 18 Regionen. 13 davon sind Teil von Metropolitan-Frankreich, Korsika genießt einen Sonderstatus. Die fünf restlichen Regionen befinden sich in den Überseegebieten. Jede Region wird von einem Regionalrat (conseil régional) verwaltet, dem ein Regionalratspräsident (président du conseil régional) vorsteht.

Jede Region besitzt ferner einen von der Zentralregierung ernannten Regionalpräfekt (préfet de région). Er koordiniert die Tätigkeit der Zentralregierung in der Region. Die Funktion des Regionalpräfekten wird jeweils in Personalunion von dem Präfekten des Départements ausgeübt, in dem sich der Hauptort der Region befindet.

In der statistischen Gebietseinteilung von Eurostat entsprechen die französischen Regionen der Ebene NUTS 2. Sie können auch mithilfe von ISO 3166-2:FR eindeutig identifiziert werden, wobei sowohl im NUTS- als auch im ISO-Code die Regionalreform 2016 bisher nicht berücksichtigt ist und die neuen Regionen somit noch nicht kodifiziert sind.

Départements, Kantone und Arrondissements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der französischen Départements in Europa

Die 102 Départements (département) stellen die zweite Gliederungsebene dar. 97 davon liegen in Europa, die restlichen fünf sind Übersee-Départements und -Regionen (DOM-ROM).

Der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements ist der von der Regierung ernannte Präfekt (préfet), der die Präfektur (préfecture) leitet. Das oberste gewählte Gremium eines Départements ist der Départementrat (conseil départemental). Ihm steht ein Präsident (président du conseil départemental) vor.

Die Départements sind zu administrativen Zwecken in 335 Arrondissements und in 2.054 Kantone (canton) gegliedert. Die Arrondissements dienen der Dezentralisierung der Départementsverwaltung. In den Hauptorten von Arrondissements, die nicht zugleich Hauptort des Départements sind, hat eine Unterpräfektur (sous-préfecture) ihren Sitz, die von einem Unterpräfekten (sous-préfet) geleitet wird. Die Kantone dienen in erster Linie als Wahlbezirke für die Wahl der Mitglieder des Départmentrats. Selbstverwaltungseinheiten wie die Regionen, Départements und Gemeinden sind Arrondissements und Kantone nicht.

In der statistischen Gebietseinteilung von Eurostat entsprechen die Départements der Ebene NUTS 3. Sie können auch mithilfe von ISO 3166-2:FR eindeutig identifiziert werden.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Gemeinden Frankreichs als Gesamtkarte (ohne Außengebiete)

Die unterste Ebene bilden die 35.945 Gemeinden. Jede Gemeinde wird von einem Gemeinderat (conseil municipal) verwaltet. Er wird für sechs Jahre gewählt, ein Bürgermeister steht ihm vor.

In der statistischen Gebietseinteilung von Eurostat entsprechen die französischen Gemeinden (ebenso wie die deutschen Gemeinden) der Ebene LAU 2. Die Gemeinden sind durch INSEE-Codes eindeutig identifiziert.

Die Gemeinden Paris, Lyon und Marseille sind in Arrondissements municipaux gegliedert, die die Funktion von Stadtbezirken haben und nicht mit den Arrondissements der Départements zu verwechseln sind.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.insee.fr/fr/methodes/nomenclatures/cog/documentation.asp?page=documentation.htm
  2. http://www.weka.fr/actualite/intercommunalite/article/la-france-passe-sous-la-barre-des-36000-communes-a-35945-34604/