Verwaltungsgliederung Perus

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Peru

Die Republik Peru ist nach seiner Verfassung ein in 24 Departamentos gegliederter dezentralisierter Einheitsstaat. Die Departamentos sind in 195 Provinzen (span. Provincias, Sg. Provincia) und diese wiederum in 1828 Distrikte (span. Distritos, Sg. Distrito) gegliedert. Die Stadt Callao hat einen Sonderstatus als Provincia Constitucional, gehört jedoch ebenso wie die Stadt Lima zum Departamento Lima.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als aus dem spanischen Vizekönigreich Peru die Republik Peru wurde, wandelte man die spanischen Intendanzen Perus im Jahre 1821 in sieben Departamentos um. Nach dieser Umwandlung gab es folgende Departamentos: Arequipa, Ayacucho, Cusco, Junín, La Libertad, Lima und Puno. Diese Departamentos waren wiederum unterteilt in 56 Provinzen und 439 Distrikte. In den folgenden Jahrzehnten bildeten sich mehr und mehr Departamentos, bis im Jahr 1980 Ucayali als letztes (24.) Departamento sich aus dem bestehenden Loreto herausbildete.

Im Jahre 1988 wurden auf Anordnung der Regierung unter Alan García Pérez die 24 Departamentos zu zwölf Regionen zusammengefasst. Mit diesem Schritt begann die etwas überhastete „Regionalisierung“ Perus. Unter Alberto Fujimori, der sich den Zentralismus für seine autoritäre Regierung zunutze machte, wurde der Prozess der Regionalisierung gestoppt und 1992 die Regionen wieder in 24 Departamentos eingeteilt. Erst in den Wahlen des Jahres 2001 wurden Abgeordnete aller 24 Regionen und der Provinz Callao in den Kongress entsandt. Gleichzeitig wurde auch Alejandro Toledo Manrique ins Präsidentenamt gewählt, durch welchen die Dezentralisierung ab 2002 eine Wiederbelebung fand.

Durch Gesetz Nr. 27680 vom 6. März 2002 wurde die peruanische Verfassung entsprechend reformiert. So wurde unter anderem die Dezentralisierung als verfassungsrelevant und als permanente Staatspolitik eingestuft. Ebenso wird die Gliederung des Landes in Regionen, Departamentos, Provinzen und Distrikte hervorgehoben. Der Regionalisierungsprozess beginnt demnach mit der Wahl einer Regionalregierung in den bestehenden Departamentos und in der Konstitutionellen Provinz Callao. Danach könnten sich Regionen per Volksabstimmung auf der Basis von angrenzenden Departamentos herausbilden.[1] Bisher ist jedoch jeder Versuch gescheitert, zwei oder mehrere ehemalige Departamentos in einer neuen Region zusammenzulegen (2005 wurden alle Versuche zur Fusionierung verschiedener Regionen per Volksabstimmungen abgelehnt). Daher sind alle 24 Departamentos mit den neuen 24 Regionen territorial identisch. Callao bleibt weiterhin eine eigenständige Provinz, gilt aber trotzdem als Region mit eigener Regionalregierung neber der städtischen Verwaltung unter dem Provinzbürgermeister.

Nach der Verfassungsänderung wurde am 17. Juli 2002 das Gesetz Nr. 27783 "Grundlagen der Dezentralisierung" erlassen, das auf den erwähnten Verfassungsinhalte aufbaut. Es reglamentiert die Struktur, Organisierung und Selbstverwaltung der Regionen und städtischen Regierungen, sowie die Dezentralisierung in Bezug auf Verwaltung, Wirtschaft, Produktion, Finanzen und Steuern. Was die Region Lima betrifft, wurden alle Kompetenzen und Aufgaben einer Regionalregierung an die städtische Verwaltung der Provinz Lima Stadt übertragen. Dadurch ist die Provinz Lima Stadt praktisch aus der Region Lima ausgegliedert.[2] Der Regierungssitz der Region Lima ist seitdem die Stadt Huacho.

Am 18. November 2002 trat das Gesetz Nr. 27867 in Kraft, welches die Struktur, Organisierung, Kompetenzen und Aufgaben der Regionalregierungen regelt.

Übersichtstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf Schätzungen aus für das Jahr 2015.[3]

Departamentos in Peru
Verwaltungsgliederung von Peru
Nr. Region Fläche in km² Einwohner Hauptstadt
1. Amazonas 39.249,13 422.600 Chachapoyas
2. Ancash 35.914,81 1.148.600 Huaraz
3. Apurímac 20.895,79 458.800 Abancay
4. Arequipa 63.345,39 1.287.200 Arequipa
5. Ayacucho 43.814,80 688.700 Ayacucho
6. Cajamarca 33.317,54 1.529.800 Cajamarca
7. Cusco 71.986,50 1.316.700 Cusco
8. Huancavelica 22.131,47 495.000 Huancavelica
9. Huánuco 36.848,85 860.500 Huánuco
10. Ica 21.327,83 787.200 Ica
11. Junín 44.197,23 1.350.800 Huancayo
12. La Libertad 25.499,90 1.859.600 Trujillo
13. Lambayeque 14.231,30 1.260.700 Chiclayo
14. Lima (Region) 32.129,31 839.469 Huacho
15. Loreto 368.851,95 1.039.400 Iquitos
16. Madre de Dios 85.300,54 137.300 Puerto Maldonado
17. Moquegua 15.733,97 180.500 Moquegua
18. Pasco 25.319,59 304.200 Cerro de Pasco
19. Piura 35.892,49 1.844.100 Piura
20. Puno 71.999,00 1.415.600 Puno
21. San Martín 51.253,31 840.800 Moyobamba
22. Tacna 16.075,89 341.800 Tacna
23. Tumbes 4.669,20 237.700 Tumbes
24. Ucayali 102.410,55 495.500 Pucallpa
Callao 146,98 1.010.300 Callao
Lima Metropolitana 2.672,28 9.838.300 Lima
Peru 1.285.197,60 31.151.600 Lima

Judikative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gerichtsbarkeit Perus organisiert ihre Tätigkeit durch Gerichtsbezirke (Distritos Judiciales). Insgesamt gibt es in ganz Peru 28 Gerichtsbezirke. Im Gegensatz zur administrativen Aufteilung in Departamentos, wo es um die Identität und historische Wurzeln in einem bestimmten Territorium geht, ging man bei der Aufteilung des Territoriums in Gerichtsbezirke pragmatischer vor. So wurden in die Planung besonders die Kommunikationswege und die Menge an Prozessen, welche jedes Gericht effizient schaffen kann, einbezogen. Die Rechtsprechung obliegt den örtlichen Gerichten (Juzgados) in einem Gerichtsbezirk. Jeder Gerichtsbezirk untersteht einer Corte Superior (Obergerichtshof), welches hauptsächlich als Appellationsgericht wirkt, dessen Urteile noch per Kassation angefochten werden können. Zur Kassation entscheidet in letzter Instanz die Corte Suprema de la República (Oberster Gerichtshof der Republik) in Lima. Der Präsident der Corte Suprema de la República ist auch gleichzeitig Präsident der landesweiten rechtsprechenden Gewalt.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Geschichte Perus bildeten sich die Departamentos um eine große Stadt, deshalb tragen auch viele der Departamentos den Namen ihrer Hauptstadt
  • Auch wenn die Departamentohauptstädte meist für sich einnehmen, das ökonomische und kulturelle Zentrum der Region zu sein, gibt es notorische Rivalitäten wie z. B. im Departamento Ancash (Chimbote und Huaraz), im Departamento Apurímac (Andahuaylas und Abancay), im Departamento San Martín (Tarapoto und Moyobamba), im Departamento Moquegua (Ilo und Moquegua), im Departamento Amazonas (Chachapoyas und Bagua) und im Departamento Puno (Juliaca und Puno).
  • Im 20. Jahrhundert hat die Bevölkerung der Provinzen Lima und Callao stark zugenommen, weshalb beide Städte zusammengewachsen sind. Man redet daher auch oft von einer Metropole Lima-Callao.
  • Der Flughafen Lima liegt eigentlich in der Provinz Callao.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Offizielles Kartenmaterial von Peru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetze zur Dezentralisierung in Peru - Gesetz Nr. 27680
  2. Grundlagen der Dezentralisierung - Gesetz Nr. 27783
  3. Peru: Regions & Agglomerations - Population Statistics in Maps and Charts. Abgerufen am 9. November 2017 (englisch).