Verzögerungs-Bandbreiten-Produkt

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Das Verzögerungs-Bandbreiten-Produkt (englisch bandwidth-delay product, BDP) ist ein Begriff aus der Netzwerktechnik und bezeichnet die Anzahl der Daten, die sich auf dem Weg befinden, wenn der Sender durchgängig Pakete verschickt. Es berechnet sich als das Produkt aus der Verzögerung und der Datenübertragungsrate, auch als Bandbreite bezeichnet.[1]

Vor allem beim Design von zuverlässigen Transportprotokollen wie TCP spielt das Verzögerungs-Bandbreiten-Produkte eine Rolle. Hierbei werden Empfangsbestätigungen verwendet, um zu gewährleisten, dass gesendete Daten erfolgreich empfangen wurden. Ein hoher Durchsatz kann nur dann erzielt werden, wenn der Sender hinreichend große Datenmengen versenden kann, bevor dieser innehalten und auf eine Empfangsbestätigung durch den Empfänger warten muss. Ist die Menge an gesendeten Daten verglichen mit dem Verzögerungs-Bandbreiten-Produkt gering, dann kommt das Protokoll nicht an die maximale Effizienz heran. In diesem Zusammenhang wird das Verzögerungs-Bandbreiten-Produkt auch als das Produkt aus der Datenübertragungsrate und der Paketumlaufzeit berechnet.[2]

Beispiel[Bearbeiten]

Bei einem Kanal mit einer Datenübertragungsrate von 10Mbit/s (wie zum Beispiel bei Standard-Ethernet) und einer Verzögerung von 80 ms ergibt sich für das Produkt folgende Rechnung:

Verzögerung × Bandbreite = 80 ms × 10 Mbit/s = 80×10−3 s × 10×106 bit/s = 800×103 bit, bzw. 800 kbit, bzw. 100 kByte.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christoph Meinel, Harald Sack: Digitale Kommunikation: Vernetzen, Multimedia, Sicherheit, Springer, 2009
  2. Medhi, Deepankar: Network Routing: Algorithms, Protocols, and Architectures, Morgan Kaufmann, 2010 (englische Quelle)
  3. TecChannel: Netzwerk-Basiswissen, Teil 1, Abgerufen: 7. März 2014.

Siehe auch[Bearbeiten]