Verzwergung

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Verzwergung, auch als Nanismus oder Nanosomie bezeichnet, ist ein allgemeines evolutionäres Phänomen der Anpassung von Arten an bestimmte Umweltbedingungen. Dabei kommt es zu einer Miniaturisierung und teilweise zu einer Reduktion von Organen. Ursache ist eine Verkleinerung des Lebensraumes und eine Beschränkung des Nahrungsangebotes, die sich nicht nur in einer temporären, phänotypischen Anpassung ausdrückt, sondern durch Selektionsdruck auch genotypisch verankert wird. Voraussetzung dafür ist eine Isolation des Lebensraumes, der über lange Zeiträume zur Herausbildung von verzwergten Unterarten und Arten führt. Speziell wurde das Phänomen in Zusammenhang mit dem verkleinerten Lebensraum und beschränkten Nahrungsangebot auf Inseln beobachtet (Inselverzwergung).

Die Verzwergung ist besonders für die Abstammungslinien der Wirbeltiere untersucht worden, wo sie in der Verkleinerung der Skelettelemente z. B. bei den ausgestorbenen Zwergelefanten[1] besonders auffällig ist. Häufig sind verkleinerte Arten auch bei Knochenfischen zu finden, zu denen auch das zweitkleinste rezente Wirbeltier (Paedocypris progenetica) zählt (Verzwergung bei Knochenfischen), das lange für das kleinste rezente Wirbeltier gehalten wurde, bis im Jahr 2009 die noch kleinere Froschart Paedophryne amauensis entdeckt wurde.

Neben dem evolutionären Zwerg- oder Kleinwuchs gibt es zahlreiche defizitär bedingte Formen von Kleinwuchs im Pflanzen- und Tierreich wie auch beim Menschen, die während der Ontogenese eines Indivuums auftreten: Zwergwuchs infolge von Gendefekten, Zwergwuchs infolge von Mangelzuständen oder Unterernährung, Zwergwuchs infolge von Hormonstörungen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Inselverzwergung: Auf Kreta lebten Mammuts im Miniaturformat. In: Spiegel Online. 9. Mai 2012, abgerufen am 10. Juni 2018.
  2. Lexikon der Biologie, Artikel „Zwergwuchs“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Nanismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen